Die Wahl der Einstreu ist schwierig und zum Teil schon in die Rubrik *Glaubensfrage* einzuordnen.
Es können hier daher nur die gängigsten Formen vorgestellt und einige ihrer Vor- oder Nachteile aufgezählt werden.
Holzspäne:
(flappsig: Sägemehl) sind als *Kleintiersteu* sehr verbreitet und werden im allgemeinen gut vertragen. Es gilt allerdings, auf Qualität zu achten. *Naturbelassen* ist als Attribut unbedingt empfehlenswert; so manche Einstreu entsteht nämlich u.A. durch Recycling von alten, stark imprägnierten Obstkisten. Holzspäne können bei hohem Staubanteil schwere Allergien auslösen, wer selbst anfällig ist, oder wer bei seinen Tieren Symptome entdeckt, sollte auf spezielle Produkte wie das staubfreie *Altromin Faser* ausweichen.
Heu:
Ob als *Wiesenheu* oder *Bergwiesenheu* gekauft, oder aus dem eigenen Garten: Heu hat – obwohl es beispielsweise in der Meerschweinchenhaltung unabdingbar als Bestandteil der Nahrung ist - einige Nachteile.
Es kann Allergien bei Mensch und Tier auslösen, es ist sehr oft der Grund für Schädlingsbefall oder Krankheiten im Käfig und es wird gelegentlich als Auslöser für Abszesse genannt, wenn sich die Ratten an spitzen, harten Stängeln verletzen.
Zeitung:
Eine untere Schicht aus ganzem Zeitungspapier, darüber eine dicke Schicht aus zerschnittenem Zeitungspapier (aus dem Aktenvernichter) wird von vielen als sehr geeignet beschrieben. Billig, fast steril, dank heutiger Druckerschwärze ungiftig, im Biomüll zu entsorgen und mit hohem Spielwert, hat sie unstrittig viele Vorteile. Ein Nachteil dabei ist die recht kurze Haltbarkeit und die geringe Saugfähigkeit. Man sollte sie alle 2 bis 3 Tage austauschen, bevor sie zu riechen beginnt. Zu beachten ist allerdings, dass nur schwarz/weißes Zeitungspapier Verwendung finden sollte; Zeitschriften aus Hochglanzpapier sind nicht saugfähig und potentiell giftig, alle schwereren Papiersorten als Zeitungspapier bergen nach dem Schnetzeln Gefahr durch zu scharfe Kanten.
Holzschnitzel:
Zum Beispiel Buchenholzgranulat. Ist wenig saugfähig, sollte daher großzügig eingebracht werden. Der Preis ist hoch, die Haltbarkeit dafür ebenfalls. Es ist bei manchen Haltern allerdings umstritten, da es Verletzungsgefahr birgt.
Maisstreu:
Namentlich Chipsy; es ist in der Anschaffung ebenfalls teuer, allerdings staubfrei und sehr lange haltbar, da man die Köttel mit einem geeigneten Sieb (vergleichbar einer Schaufel für Katzenklos) gut aussieben und die Streu weiterverwenden kann. Es empfiehlt sich, unter der Maisstreu eine Schicht Zeitung auszubreiten, da die Mehrheit der Benutzer mangelnde Saugfähigkeit beklagt.
Einstreu aus Hanf
Hanfstreu:
Wird aus den holzigen Kernen der Hanfpflanze hergestellt.
Es gibt sie in verschiedenen Qualitäten, die grobe kann etwas hart sein.
Ansonsten ist sie eine gute und erschwingliche Alternative zur normalen Kleintierstreu: sie staubt wenig oder gar nicht und nimmt sowohl Feuchtigkeit als auch Gerüche gut auf.
Die Preise variieren sehr stark, abhängig von Hersteller, Qualität & Packungsgröße.
Hanfpellets:
Werden aus dem gepresstem Stängelmark hergestellt.
Vor-und Nachteile sind die selben wie bei allen pflanzlichen Pellets: sehr effektiv da extrem saugfähig, aber auch teuer und recht hart.
Gute Einstreu fürs Rattenklo.
Leinenstroh:
In der Handhabung so ähnlich wie Hanfstreu, aber weicher und feiner.
Staubt nicht und saugt Gerüche & Feuchtigkeit sehr gut auf.
Meist nur in großen Säcken als Pferdeeinstreu (Equi-lin, Euro-lin u.ä) erhältlich, und dann recht preisgünstig.
Wird aus Flachs hergestellt und ist kompostierbar.
Katzenstreu:
Selbstverständlich keine Klumpstreu (die klumpt auch im Magen... und ist dann tödlich!). Sie staubt sehr und ist recht scharfkantig, und ist daher maximal als Einlage in Toiletten geeignet.
Ausnahme sind die Holzpellets, die in Zeiten gestiegenen Umweltbewusstseins immer mehr in Mode kommen. Mit ihnen kann man günstig andere Einstreu *strecken*, oder ein Fundament unter weniger saugfähiger Streu errichten (Schichtungsbeispiel: Lage Zeitungspapier, Schicht Holzpellets, Schicht Zeitungsschnitzel oder Maisstreu/ Hanfstreu/Buchenschnitzel)
Vogelsand/Chinchilla-Sand:
Ist als Untergrund völlig ungeeignet. Sand staubt (oft sogar sehr stark und man findet im Internet viele Quellen, die von Vogelsand wegen der Belastung der Atemwege abraten), saugt nicht und ist darüber hinaus oft parfümiert. Er ist häufig sehr scharfkantig, was zu inneren und äußeren Verletzungen bei Ratten führen kann. Bei einem Bumblefoot drückt Sand sich schnell in die offenen Wunden und kann dann zu Infektionen führen.
Des weiteren beginnt er im Rattenkäfig oft sehr schnell sehr unangenehm zu riechen - genauer gesagt: er stinkt und ist somit auch nicht wirklich als Toiletten-Einstreu geeignet. Ratten brauchen für die Fellpflege kein Sandbad wie Zwerghamster oder Chinchillas.
Quelle Rattenforum FAQ