- Kastrationspflicht Beitrag #1
Picolino
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Habe gerade bei WDR 2 gehört, dass es wohl gut aussieht für die Kastrationspflicht im Tierschutzvertrag - wie toll ist das denn....
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Kastrationspflicht im Tierschutzvertrag
was heißt das im klartext????
ALLE privathaushalte müssen kastrieren lassen??? :eusa_think:
aber gleich ne pflicht draus zu machen? - dann gibts ja bald keine katzen mehr, wenn man allen die samenstränge abknipst und keine vermehrung mehr zulässt..
schwieriges thema...ich bin gespaltener meinung...
ja na klar...aber ganz ehrlich: wer sich zu geizig für solche unkosten ist, der sollte sich auch kein tier anschaffen.
es heißt nicht umsonst, dass ein tier teuer sein kann...
daher muss man schon eine entsprechende reife und ein verantwortungsbewusstsein haben, bevor man ein tier mit allen umständen zu sich nimmt.
dass man dann diese frage des "selbst überlassens" positiv beantworten kann, ist eine natürliche schlussfolgerung.
das sollte jeder selbst entscheiden.
sicherlich ist es bei streunern / freigängern ewtas anderes. aber wohnungskatzen sollten nicht in diese schublade gesteckt werden.
und diese rolligkeit gehört nun mal einfach dazu. das liegt in der natur...
@5M´s:
du sagst es und deswegen sind meine Wohnungstigerchen beide kastriert!!
öhmmmm, jööööh...
Klar, ist ja auch so toll, wenn eine Katze so ganz "naturgemäss" rollig wird:roll:
Dass sie dauernden Hormonstress hat, daraus Dauerrolligkeiten, Gebärmutterentzündungen und Tumore entstehen können ist ja egal. Hauptsache, man hält seine Katze naturgemäss..
Sorry, aber selten so einen Nonsens gelesen:roll:
Auch Wohnungskatzen gehören kastriert!
4. Warum kastrieren lassen – Vorurteile auf einen Blick
4.1. Die Katze wächst nicht mehr!
Eines der hartnäckigsten Gerüchte ist das, dass nach einer Kastration die Tiere aufhören zu wachsen. Daher sollte eine Katze wenigstens einmal rollig sein oder, je nachdem wen man fragt, einmal geworfen haben. Bei Katern heißt es einmal markieren oder einmal eine Katze gedeckt haben, damit sie nachher den typischen breiten Katerkopf bekommen.
In Wirklichkeit sind Größe und Statur jedes Lebewesens vorwiegend durch die Gene von vornherein festgelegt. Die Geschlechtshormone haben keinen Einfluss darauf, sie sind lediglich für die Fortpflanzungstriebe zuständig.
4.2. Die Katze fängt keine Mäuse mehr!
Ein Märchen das besonders in ländlichen Gegenden gern erzählt wird, wo die Katzen noch wegen ihrer Jagdfähigkeiten gehalten werden. Worin dieses Märchen begründet liegt dürfte jedem Katzenhalter ein Rätsel sein – denn der Jagdtrieb hat mit dem Fortpflanzungstrieb nichts zu tun.
Im Gegenteil, eher wird der Jagdtrieb durch eine Kastration noch gefördert, da die Kater nun weniger auf „Brautschau“ unterwegs sind und nicht so sehr an Kämpfen mit Artgenossen interessiert sind. Katzen haben durch das Wegfallen der Jungtieraufzucht und der Rolligkeit ebenfalls mehr Zeit und Energie, die sie in die Jagd investieren können.
4.3. Das „Wunder des Lebens“
Entweder um es selbst zu erleben oder um es die Kinder einmal miterleben zu lassen.
Im Klartext ein egoistisches Unterfangen um auf Kosten der Katze unterhalten zu werden.
Außerdem eine erstklassige Gelegenheit um sich und den Kindern den Schock des Lebens zu verpassen, denn gerade die erste Geburt ist die mit dem größten Risiko. Das „Wunder“ wird zu einem Alptraum, wenn die Kätzchen tot geboren werden, die Katze stirbt oder aus Unerfahrenheit die Kätzchen nicht versorgen kann oder tötet. Behinderte und missgebildete Jungtiere, Jungtiere mit offenen Bäuchen, Frühgeburten…
Will man sich das wirklich antun?
Einmal abgesehen davon, wie sehr die Katze dabei leiden muss, denn das sollte man beim Anblick der ach so süßen Kätzchen nie vergessen.
4.4. Gegen die Natur
Tatsächlich ist die Kastration in der Natur nicht vorgesehen. Der Mensch allerdings auch nicht.
Somit ist allein das Füttern durch den Menschen gegen die Natur, gar nicht zu reden von Tierarztbesuchen und einem warmen Plätzchen am Ofen.
Wäre die Katze tatsächlich sich selbst überlassen wäre es kein Problem sie nicht zu kastrieren. Die natürliche Auslese würde den Bestand konstant halten, indem alte, kranke und schwache Tiere aussortiert werden.
In unserer heutigen Gesellschaft ist das allerdings nicht mehr der Fall. Wir sind mit einer derartigen Überpopulation an Katzen konfrontiert, dass die Kastration die einzige Alternative zu Massentötungen darstellt, wie sie in manchen Ländern heute schon gebräuchlich sind.
Theoretisch kann eine einzige Katze in fünf Jahren an die 8000 Nachkommen haben!
4.5. Die Katze wird dick
Die Begründung liegt hierbei anscheinend in der „fehlenden Bewegung“, dadurch das das Streunen bei kastrierten Tieren weitgehend wegfällt.
Ein äußerst netter Vorwand um sich nicht selbst die Schuld geben zu müssen. Immerhin liegt es in unserem eigenen Ermessen, wie viel Futter wir einer Katze zur Verfügung stellen und wie sehr wir für Bewegung sorgen – durch eine Zweitkatze und regelmäßiges Spielen oder Freigang.
Auch ein nicht kastrierter Revierkater wird sich kugelrund fressen, wenn er dazu Gelegenheit hat. Wie dick eine Katze ist hat also mit der Kastration wenig zu tun.
Mit Übergewicht nicht zu verwechseln ist allerdings der sogenannte Hängebauch, der manchmal tatsächlich auf die Kastration zurückzuführen ist. Der Grund hierfür ist eine Schwäche der Bindegewebshaut.
4.6. Die Kastration ist grausam!
Grausam…?
Ist es tatsächlich grausam, einer Katze einige Stunden Stress, Übelkeit und Schmerzen zuzumuten, verglichen mit einem Leben aus harten Revierkämpfen, inklusive den kaum vermeidbaren Bissen und Abszessen, den unzähligen Rolligkeiten, Streunereien, Trächtigkeiten, Geburten, Gebärmutterentzündungen und Geschlechtskrankheiten?
Ist das wirklich grausam?
5. Warum kastrieren lassen – Vorteile auf einen Blick
5.1. Rolligkeit
Kastrierte Katzen werden nicht rollig.
Unkastrierte werden ab der Geschlechtsreife in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen rollig. Freilaufende Katzen dabei für gewöhnlich nur im Frühjahr und Sommer, Wohnungskatzen häufig das ganze Jahr über.
Katzenbesitzer, die zum ersten Mal eine Rolligkeit miterleben, glauben oft, die Katze leidet unter Schmerzen: sie schreit, rollt sich auf den Boden und versucht verzweifelt, aus der Wohnung zu entkommen.
Jede Rolligkeit ist mit großem Stress verbunden. Erfolgt über längere Zeit keine Deckung kann es zu einer Dauerrolligkeit kommen, also einem Zustand der ständigen Rolligkeit.
Mit jeder Rolligkeit steigt das Risiko einer Gebärmutterentzündung – und bei Wohnungskatzen das einer unverhofften Flucht, die schon im ungewohnten Straßenverkehr tödliche Folgen haben kann.
5.2. Markieren
Katern bleibt die Rolligkeit erspart, sie leiden nicht direkt unter ihrem Geschlechtstrieb. Der Mensch dafür allerdings umso mehr, denn ein potenter Kater verströmt einen äußerst intensiven Geruch und viele Tiere haben die Angewohnheit ihr Revier noch zusätzlich mit dem Spritzen von Sekreten zu markieren.
Einen Kater kastriert ein Besitzer über kurz oder lang freiwillig – selbst der teuerste Zuchtkater bleibt da nicht verschont.
Allerdings sollte man gewarnt sein, die Duftdrüsen sind auch nach der Kastration noch vorhanden. Wenn man Pech hat, markiert der Kater dann einfach aus Gewohnheit weiterhin. Deshalb empfiehlt sich die Kastration auf jeden Fall schon bevor das Markieren anfängt.
5.3. Hormonelle Erkrankungen
Gerne unterschätzt wird das Risiko einer Gebärmutterentzündung bei Katzen. Es steigt mit jeder einzelnen Rolligkeit, da neben Infektionen auch Hormonschwankungen Auslöser sein können. Nicht rechtzeitig erkannt, kann eine Gebärmutterentzündung tödlich enden.
Ebenso geht das Risiko anderer hormoneller Erkrankungen bei kastrierten Tieren gegen Null: Zysten, Gesäugetumore, Prostatakrebs bei Katern…
5.4. Geschlechtskrankheiten
Wenig bekannt sind auch die bei Katzen verbreiteten Geschlechtskrankheiten. Katzenaids (FIV) oder Leukose (FeLV) wird gerne bei den unvermeidbaren Katerkämpfen oder durch den Nackenbiss bei der Paarung übertragen.
5.5. Streunen
Eine kastrierte Katze verliert den ausgeprägten Trieb, auf Partnersuche zu gehen. Besonders Kater legen beim Streunen oft riesige Strecken zurück… und überqueren dabei Schnellstraßen und Autobahnen, kämpfen mit Rivalen und schließen Bekanntschaft mit Mardern und Hunden.
Während so einer Tour ist kaum Zeit und Gelegenheit zu fressen, aber wenn die Tiere auch nur auf die Knochen abgemagert zurückkehren, kann man von Glück sprechen.
5.6. Lebenserwartung
Die oben genannten Gründe lassen sich relativ einfach belegen, wenn man einen Blick auf die Lebenserwartung von kastrierten und nicht kastrierten Tieren wirft: Die der kastrierten Tiere ist rund doppelt so hoch!
Ihre Lebenserwartung liegt bei ca. 18 Jahren, die von unkastrierten Tieren bei ca. 9 Jahren.
Die Lebenserwartung streunender Katzen, also von Tieren die nahezu gänzlich sich selbst überlassen sind liegt bei nicht einmal 5 Jahren. Zählt man die vielen ungewollten Kätzchen mit, die jedes Jahr umgebracht werden, dürfte sie sich noch einmal wenigstens halbieren.
5.7. Jede Kastration rettet Leben!
Wie oft hört man den Satz: „Ich darf meine Katze decken lassen. Die Jungen behalte ich selbst oder vermittle sie an einen guten Platz. Ich belaste das Tierheim/den Tierschutz nicht, ich kümmere mich gut um meine Katzen!“
Aber ist es wirklich richtig die Augen zu verschließen, wenn zwei Häuser weiter der ungewollte Nachwuchs im Fluss ertränkt wird, im nächsten Tierheim die Katzen bis an ihr Lebensende in winzigen Zwingern eingesperrt sind und – mit viel Glück – ein paar Länder weiter die Katzen zu hunderten vergast werden?
Jede Kastration rettet Leben!
Wenn man Menschen kennt, die gerne eine Katze hätten ist das kein Aufruf selbst zum Vermehrer zu werden, sondern eine Gelegenheit, einer Tierheimkatze ein neues Zuhause zu schenken.
Und wenn man sieht, wie viele Katzen und Kätzchen sterben, nur weil eben einmal Nachwuchs hermusste, kann man getrost sagen, das man mit der Kastration auch das Leben der Katze und des Katers gerettet hat.
Wir sind alle aufgerufen unseren Beitrag zu tun, damit die Überpopulation der Katzen unter Kontrolle gebracht werden kann.