Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung

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  • Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung Beitrag #1
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shakira

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Hallo,

meine 10 jährige Oldenburger Stute bekommt regelmäßig ihre Hufeisen von meinem Schmied. Sie lief/läuft auch immer gut bzw. unauffällig.

Nun sprach mich vor kurzem ein anderer fremder Schmied an und sagte mir dass mein Pferd die falschen Eisen drauf hat, da die Vordereisen auch wie hinten zwei Aufzüge haben.Da ich mich nicht auskenne war ich sehr überrascht.Die Eisen hatten bei meinem Pferd schon immer zwei Aufzüge vorne und habe mir auch nix bei gedacht.

Naja habe nun meinen Schmied mal drauf angesprochen und der ist gleich aus der Haut gefahren, da er meint ich stelle seine Arbeit in Frage. Dabei wollte ich nur wissen warum die Vordereisen auch zwei Aufzüge haben! er sagte mir dann das wären wohl orthopädische Eisen und mit denen könne er besser arbeiten...

Mh... ein zweiter fremder Schmied den ich vor kurzem mal fragte, sagte mir, dass mein Hufschmied einen sehr guten Ruf habe, er aber sich auch wundere warum er das so macht. Nun weiß ich nicht was ich mache. Mein Pferd läuft gut damit nur habe ich gehört dass Vordereisen mit einem Aufzug sind, da das Pferd dann besser abrollt. Könnte ja theorietisch mal drauf bestehen und ihm sagen dass ich das nun anders haben möchte. Wie ist das denn bei euch????
Vielen Dank für Antworten

MfG
 
  • Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung Beitrag #2
Hi,

also meiner hatte auch vorne diese 2 Aufzüge weil er sich die Eisen immer lostrat im Trab.

Jetzt hat er: KEINE EISEN mehr - und dazu würde ich auch jedem raten der mich fragt ;)
Informier dich mal über NHC, Barhuf nach Strasser, Mustangausschnitt (bei zb google als SUchbegriffe eingeben) und bilde dir dann eine Meinung.
Ich selber habe ein sehr schlechtes Gewissen, weil ich mich erst nach guten 15 Jahre Beschlagen damit intensiv befasst haben und es tut mir weh, wenn ich daran denke was ich meinem Dicken damit angetan habe.

So und jetzt geh ich ausreiten *freu* barhuf und glücklich!!

LG Lilly
 
  • Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung Beitrag #3
Meine Pferde laufen wenn möglich barhuf (ähnlich dem Mustangausschnitt, der ja keine Neuerung ist, sondern als solche verkauft wird. Das System ist schon lange bekannt. Sogar ein Hufrollenpferd hat mein freund schon barhuf eben so bearbeitet als wäre es mit orthopädischen Eisen beschlagen. Sieht komisch aus aber die Venenpumpe ist viel besser in Gang und das Pferd bleibt sehr viel länger schmerzfrei, da die Durchblutung in dem kranken Bereich nicht behindert wird).

Bei einigen Pferden ist jedoch ein Beschlag notwendig. Alle Pferde werden bei uns ausschließlich kalt beschlagen.
- 2 Pferde habe ich jetzt beschlagen lassen, da sie im Gelände fühlig laufen.
Sie haben vorne Alubeschläge und hinten Spezailbeschläge (ein Pferd Babysliders, ein Pferd polierte Plates).
- 1 Pferd wurde beschlagen, da es mit Eisen einfach deutlich besser läuft (Dressurpferd). Rundumbeschlag mit Alu.
- 1 Pferd wurde hinten mit Spezialbeschlag versorgt.
Slidingbeschlag
Alubschlag ist teuer, da die Eisen und Nägel teurer sind und der Huf sehr genau bearbeitet werden muss. Er hat jedoch einige unübertroffene Vorteile. Alus rutschen auf Asphalt nicht so, sie behindern jedoch den Bewegungsablauf nicht so stark wie Widiastifte (wenn das Pferd im Gelenk dreht).
Alus dämpfen den Stoß sehr viel stärker ab. Man nehme einfach mal ein Eisen und einen Alubeschlag in die Hand und hau leicht mit einem Hämmerchen drauf. Der Unterschied ist frapierend.
Alubeschläge können ohne Probleme mit einer guten Hufraspel vorne abgeraspelt werden um dem Pferd eine Laufrichtung zu geben, hier kann der Besitzer nach Einweisung des Schmiedes selber mit Hand anlegen, damit das Pferd in der Zeit zwischen den Schmiedebesuchen sich nicht verschlechtert.
Alubeschläge haben immer 2 seitliche Aufzüge.
Die hinteren Spezialbeschläge (Slidingeisen) tragen meine Pferde, da sie westerngeritten sind (natürlich nicht das Dressurpferd) und eben stoppen müssen. Die Eisen sind eigentlich ansonsten nicht notwendig, schonen aber Sehnen und Gelenke beim Stopp und ermöglichen ihn erst. Je nach Ausbildung tragen die Pferde daher mehr oder weniger rutschende Eisen. Daher ist es für mich im Gelände besonders wichtig, dass das Pferd mit der VH Gripp hat, ohne die Gelenke zu belasten - denn ich will ja noch lange Spaß an und mit ihnen haben.

Wir haben auch ein Pferd, das beklebt wird. Hierfür haben wir Easy Glue Klebebeschläge verwendet. Der Vorteil ist, dass dieser Beschlag stark dämpfend wirkt, durch den Metallkern hat er genügend Festigkeit, kann aber gedängelt und angepasst werden. Easy Glues werden kalt geklebt, sie haben 12 Laschen, die am Huf angeklebt werden. Der Kleber wird nicht heiß und verbindet sich nicht mit dem Hufmaterial, daher reißt die Hufwand nicht ab, wenn eine Lasche abgeht. Reißt eine oder mehrere Laschen ist das nicht schlimm, es sind genügend andere da - man kann auch selber wieder festkleben. Der Easy Glue Klebebeschlag ist auch für Weidepferde und Nässe geeignet und leidet nicht. Entsprechend hat dieser Beschlag 12 Aufzüge.
Dieses Pferd konnte aufgrund einer chronischen Hufrehe nicht genagelt werden. Es war mit Klebeschuh voll reitbar. Binnen 4 Jahren haben wir eine Hufbeinrückrotation und Anhebung (um 1,5cm) erreicht.

Zur Umstellung eines Pferdes von über 10 Jahren Spezialbeschlag auf Barhuf wurde dieses Pferd mit einem Easy Walker Kunststoffbeschlag versorgt. Dieser Beschlag ist ein Mittelding und erlaubt den durch den zwanghaft behinderten Venendurchfluss durch die Orthopädischen Eisen, sich wieder langsam zu entwickeln. Das Pferd bleib daher die ganze Zeit voll reitbar. Man muss bei diesen Beschlägen nur einen Schmied haben, der sich sehr gut damit auskennt, da sich bei normaler Hufbearbeitung (Grundbearbeitung) sonst die Seitenstreben einrollen können.

Die 2 Aufzüge eines Eisens erlauben dem Pferd mit dem Huf über das Eisen hinauszuwachsen und abzunutzen.
 
  • Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung Beitrag #4
Mein Schmied sagte mir nun auch das mein Pferd vorn Eisen haben sollte, da sie sich angeblich platt läuft und Schmerzen beim Laufen hätte...
Ich sehe es nicht so, meine Stute läuft freudig und flott vorwärts, sie lahmt nicht, hauptsächlich gehen wir auf den Platz oder Wald und Wiesenwege.
Sie geht lediglich fühlig auf Schotter. Wir reiten nur Freizeit, kein Turnier.
Ich habe sie nicht beschlagen lassen. Der beschlagene Huf wird dann nur noch zu 50% durchblutet und ich sehe die Notwendigkeit nicht wirklich... Hätte sie Schmerzen dann würde sie lahmen und nicht so vorwärts gehen. Natürlich nutzt sich das Horn etwas mehr ab wenn man mehr reitet, und das mega-trockene Wetter hier macht natürlich auch die Huf trocken. Hat hier schon seit Wochen nicht mehr geregnet und die Wiesen sind verbrannt, so dass unsere Pferde schon Heu bekommen. Meine vorherige Stallwirtin sagte: mach ihr bloß keine Eisen drauf. Sie kennt ihre Füße, und meinte wenn sie erst mal Eisen hätten dann wird man die so schnell nicht wieder los... Was denktihr denn?? Wenn ich meine Frage mal so zwischendrängeln darf? Ich bin der Auffassung wenn möglich barfuss laufen. Mein letztes Pferd hatte auch keine Eisen. Find auch die Füße sehen ganz normal aus, nicht sonderlich platte Sohle o.ä.
Danke schonmal
 
  • Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung Beitrag #5
Hallo,

ich besitze zwar noch kein eigenes Pferd, aber mein Pflegepferd und alle anderen von den 13 Pferd außer 2 Isländer, laufen Barhuf ^^...;)

Ach so, ein Tipp - haber ich im Tamme Hanken ^^ der war letztens hier, interessant den real zu sehen..der sagt 1-2 x die Woche die Hufe mir Leberthran einschmieren :)...gerade bei Barhuf, verleiht dem Huf glanz und hilft gegen spröde Hufe ^^...ist ja ein normalen Pflegemittelchen ^^...und stinken, wie gesagt wird tut es auch nicht. aber wirklich nur bei 1-2 x belassen, eine aus dem stall meinte es etwas zu gut und hat es jeden tag gemacht, dies ist aber nicht gut-...weil sich dann eine schicht auf dem huf bildet etc. :)

ps. würd ich jetzt mein pferdchen bekommen, würde es auch barhuf laufen ;)
 
  • Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung Beitrag #6
Julez,

mit dem Plattlaufen ohne Eisen - wenn der Huf nicht gesund ist, kann das durchaus passieren, aber: Ich halte es allemal für sinnvoller, einen Huf so auszuschneiden, dass ein Barhuflaufen wieder möglich ist, denn dazu ist meiner Meinung nach immer noch jedes Pferd in der Lage, WENN man die richtige Therapie einsetzt und bereit ist, die vorhandene Schädigung des Hufes nicht durch einen Beschlag zu kaschieren und dem Pferd die Möglichkeit geben möchte, wieder gesunde Hufe zu bekommen.

Probleme, die Pferde haben, die längere Zeit beschlagen waren:

Der Huf (insbedondere Vorderhuf) steht insgesamt zu steil, ist im Trachtenbereich verengt und hat schlechten bis keinen Hufmechanismus - dadurch läuft sich der Huf im Zehenbereich zu kurz (fühlig) und das Hornwachstum ist zu gering (wegen fehlendem Hufmechanismus), um den Abrieb zu kompensieren. Unterschiedliches Hornwachstum im Zehen- und Trachtenbereich halten den Huf in unphysiologischer Form, und die geringfügig verbesserte Durchblutung motiviert den Huf zum Reparaturversuch (Rehe).

Deswegen ist die Herstellung der physiologischen Stellung des Hufes nach der Eisenabnahme (also in der Regel Weitung und Flacherstellung der Trachten) notwendig, ein "erstmal laufen lassen und abwarten" kann genau das Falsche sein, was als letzte Lösung wieder einen Beschlag erfordert.

Weiterhin ist das Training des Hufes auch auf hartem Untergrund notwendig, ebenso das Ausschneiden von Eckstreben, die das Hufgewölbe hochhebeln.

Einen Beschlag wieder loszuwerden, kann eine langwierige Angelegenheit sein. Da würde ich, bei zu starker Abnutzung, immer zuerst Hufschuhe versuchen, die aktuellen Modelle sind inzwischen so gut, dass diese jederzeit halten (wenn korrekt angepaßt) und ein wesentlich besseres Mittel der Wahl sind als ein dauerhafter Beschlag.

Noch zu sagen, dass auch ein Barhuf einen schlechten Hufmechanismus haben kann, wenn dieser bestimmte Verformungen aufweist (zu lange Eckstrebe, zu hohe Trachten, untergeschobene Trachten).

LG,

Chiron
 
  • Eisen-Aufzüge-Bitte um eure Meinung Beitrag #7
Danke Chiron, dann bestätigt mich das in meiner Meinung. Dann war es ja richtig das ich sie nicht hab beschlagen lassen. Ich hab nun ja auch schon einen kleinen Blick als jahrelanger Pferdebesitzer, und ich finde nicht das sie platt ist, gut ist jetzt nicht mehr super, aber es ist noch Luft, sie läuft nicht die Sohle platt.
Werde mal einen anderen Schmied zu Rate ziehen, der sie evtl. entsprechend anders ausschneidet. Ja, Hufschuhe habe ich auch schon in Erwägung gezogen, das soll deutl. besser sein. Bin auch kein Eisenfan.. finde auch wenn es irgendwie geht dann ohne...
 
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