So werde ich Rudelchef…


  1. #1
    suno

    Die Alpha Lüge!

    Hallo ihr Lieben,
    mir ist es echt ein Anliegen mal ernsthaft über "Rangordnung" und "Dominanz" bzw das "Alpha-Gedöns" zu sprechen.
    Im TV,in Foren und auf Hundeplätzen kommen diese beiden Themen dauernd und leider auch immer mit Halbweisheiten befüllt auf den Tisch.

    Der wichtigste Merksatz ist vielleicht: Rangordnung ist KEINE Dominazhirachie sondern eine Unterwürfigkeitshirachie.
    Das heißt ,das der Rangniedrigere den aktiven Teil hat -nämlich ungehindert an die Privilegien des vermeidlich Ranghöheren zu kommen.

    Echtes "Alphatum/Führungsquqalität",strahlt Ruhe , Sicherheit und souveräne Überlegenheit aus -und wird TÄGLICH 24h gelebt.
    Gemachte Dominanz kommt aus Unsicherheit und zeigt unter führungs- Anspruch übermäßige / unmäßige Autorität
    bis hin zur physischen Gewalt auf.
    Dies gilt für Mensch UND Hund.

    Für uns Hundebesitzer bedeutet das eine ganze Menge!

    Ein Rudelführer darf begrüßt werden , darf seine Stätte mit dem rangniedrigeren (Bett/Sofa) teilen,darf den Hund zuerst füttern....darf ihn streicheln wenn das Tier es einfordert - darf sich auch zum Spiel auffordern lassen - solange all diese Sachen von ihm bewußt angenommen und gegeben falls auch mal unterbunden werden -was bei einer intakten Hierarchie durch ein einziges Körper sprachliches Zeichen geschieht.

    Schnelle Antworten auf "mein Hund hört nicht" oder "Hund knurrt mich an" die das Thema damit abschließen,den Hund aus dem Bett zu werfen oder eben mal so zu ignorieren -sind schlicht weg unsinnig.

    Ein "dominater" Hund hat einfach nur die Möglichkeit Überlegenheit zu zeigen -und sie bekommt er eben von einem unsouveränen Umfeld.

    Der Mensch mit solch einem Problem - hat ein Problem - nicht der Hund.Und darauf muss er dann aufbauen und an sich arbeiten.

    Dem wirklich guten "Alpha" folgen die Anderen weil sie es wollen. Ihr könnt dies auch jederzeit auf zwischen menschliche Beziehungen projizieren.
    Stellt euch einfach vor folgendes beschreibt nicht nur einen coolen Hundehalter,sondern z.B.einen tollen Vater/Mutter, Chef oder Teamleiter:

    Ein echter Alpha ist souverän, fair, konsequent(=ehrlich) und ganz wichtig auch auch liebevoll!

    Ein 100% Alpha hat es nicht nötig, seinen Vorrangstatus immer und immer wieder zu bestätigen. Er ist und bleibt Alpha durch subtile, psychologische Kontrolle, durch rituelles Gebaren (eindrucksvolle Körpersprache, ausdrucksstarker Blickkontakt).

    Der wahre, gute Alpha vermittelt den anderen Gruppenmitgliedern Sicherheit und Geborgenheit. Sie fühlen sich zu ihm hingezogen und WOLLEN ihm gefallen.


    Das bedeutet für all die, die sich von ihrem Hund "dominieren" lassen etwas mehr Arbeit, als den Hund vom Sofa zu schubsen.

  2. Anzeige
    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.



  3. #2
    Dogma
    100% d'accord

  4. #3
    Lilly-Walker
    Danke, das kann ich so unterschreiben

  5. #4
    *Collie*
    Endlich bringts mal wer auf den Punkt.
    DANKE!

  6. #5
    Para
    Unterschreib....

  7. Adbot

  8. #6
    Knopfstern
    Ich stimme dem auch zu und werde das Thema mal oben an Pinnen

  9. #7
    petite
    *klatsch* perfekt beschrieben!!

  10. #8
    Lenox
    Du hast es auf den Punkt gebracht. Finde ich gut.

  11. #9
    Adam-und-Eva
    besser kann man es nicht auf den Punkt bringen

    DANKE suno

  12. #10
    Tracy
    besser kann man es nicht beschreiben =)

    Hach dann bin ich ja doch nicht so schlechtes Alphatier lach weil mein Hund bei mir aufn sofa schläft bei mir essen darf und und und
    Und trotzdem bin ich alles für meinen Hund

  13. #11
    Hundkatz
    Na also so sehe ich auch einen Sinn dahinter.
    Bei mir hat auch jeder Hund mit im Bett geschlafen ich habe mir nie eine Panik einreden lassen. Nicht alles was die letzten 10 Jahre auf dem Gebiet Hund den Menschen verzapft worden ist entsprach der Wahrheit.
    Mir waren diese nur Komando ausspuckenden Tierhalter immer suspekt.
    Es gibt immer noch ein paar unsinnige Sachen aber die Zeit bringt es an den Tag.
    Mercy SUNO

  14. #12
    Trullas
    Schön, dass das Thema mal angesprochen wird

    Da fällt mir eine Unterhaltung mit einer Züchterin meiner 2 Berner ein :

    " Ich wurde bis jetzt von 4 Erst-Besitzern der Welpen angerufen und alle behaupten ihr Hund sei ein absolutes Alpha-Tier! "

    Komisch, unsere haben nie an Frauchen und Herrchen gezweifelt

    Aber es scheint wohl einfacher zu sein die immer wiederkehrende Alpha-Geschichte zu verbreiten, anstatt zu sagen, dass man selber etwas falsch gemacht hat.

  15. #13
    blackdobermann
    Zustimm. Super das das angesprochen wird. Bin selbst gar nicht drauf gekommen, so ein Thema hier zu machen.

    Danke Suno.

  16. #14
    Kasary
    Klasse beschrieben, wobei ich da direkt an Rütters TV Programm denken musste.
    Es ist so einfach die "Alphaposition" friedlich und souverän zu übernehmen, in dem man beim Einzug des Hundes klare Regeln feststellt und dem Hund seinen Platz zuweist. Das heißt nicht, das man nicht mit dem Hund kuscheln, knuddeln oder spielen darf, das heißt nur, das man als Mensch vorgibt, wer sich wann wie zu verhalten hat!

    Und das kann ich auch so unterschreiben, denn Wölfe sind unheimlich liebevoll mit ihren Welpen und lassen sich auch sehr viel gefallen. Letztlich ist das Beispiel mit dem Elternteil daher auch echt plausibel. Ich hab meine Mama immer als !Chef im Haus! angesehen, auch wenn sie mal einen schlechten Tag hatte. Ich hat allerdings wesentlich mehr Spaß gemacht eine liebe Tochter zu sein, wenn sie mir ebenfalls Respekt und ein liebevolles Auftreten entgegen gebracht hat wie Schimpfen oder einen Klaps. Wieso soll das also auch nicht bei dem Hund funktionieren?

    Liebe Grüße

  17. #15
    Tompina
    Super geschrieben! Kann ich nur unterschreiben!

  18. #16
    Michelis82
    Klasse Beitrag! Danke!

  19. #17
    maspie
    Super Beitrag Suno, danke

  20. #18
    Pearless
    Sehr schön, vielen vielen Dank suno!

  21. #19
    sanfterengel
    WOW. So logisch, und trotzdem muss man erst draufgestuppst werden.
    Habs sofrot meinem Freund geschickt, dass ers seiner Schwester zeigt. Sie ist der Auffassung, den Hund z.B. nur dreinmal das öckchen zu werfen, und dann sofort aufzuhören, damit der Hund lernt, dass nicht er bestimmt, wie lange gespielt wird.
    So ein Blödsin. Mit meinem Sohn spiel ich auch solange, wie er Lust hat, sofern es die Zeit hergibt, udn trotzdem lernt er meien Autorität kennen.

    Danke Dir, Suno!

  22. #20
    suno
    Huhu,

    genau so etwas (wie mit 3x werfen und dann Schluss) meine ich...da werden einzelne,im Ansatz nicht komplett falsch Maßnahmen der Erziehung heraus gepickt,bequem verkürzt und voll kommen verfälscht angewendet.

    Was lernt denn der Hund?
    Frauchen hat einen kranken Arm -und kann nur 3x? Frauchen ist top langweilig -also gut dann nach 3x werfen eben danach selbst beschäftigen-das geht 100% in die falsche Richtung!

  23. #21
    sanfterengel
    Seh ich ja auch so, Suno. Ich hab zu ihr nur keinen guten Draht. Ich versuchs jetzt über meinen Freund, der das auch doof findet, v.a. auch weil er auch länger spielen will. Mal sehen, obs klappt, und ob er das einsieht. SOnst brignts ja ncihts, wenn ers selbst nicht sieht.

    Offtopic:

    Sorry, wenn ich jetzt OT werde.
    Der Hund (Zwergdackelrüde) war in der Hundeschule wohl der beste, wovon der Lehrer wohl sehr angetan war, weil ja Dackel so sturköpfig wären (mMn eine Sache der Erziehung und Konsequenz, oder?), aber zu Hause hört er nur so lala. Woran kann das liegen? Keine Konsequenz? Fehlende Akzeptanz?

  24. #22
    Nienor
    Offtopic:

    Wenn er nur auf dem Hundeplatz hoert, liegt es daran, dass er das Gelernte nicht verallgemeinert hat, da sollte man konsequent an mehreren Orten ueben und nicht nur auf dem Platz. Das kommt aber recht haeufig vor, weil Menschen und Hunde anders denken und lernen Konsequent sein und an vielen fremden Orten ueben und Erlerntes "konsequent fordern" und belohnen sollte da Abhilfe schaffen.

  25. #23
    florett
    Ganz toller Text,
    Danke Suno das ich bei Dir immer wieder ins Grübeln und Kopfnicken komme.

    Grosse Klasse,
    liebe Grüsse aus Berlin,endlich wieder mit Schäferhund....

  26. #24
    Dogma

    So werde ich Rudelchef…

    Noch immer halten sich in Hundehalterkreisen hartnäckig die unglaublichsten Verhaltensweisen als Demonstration der eigenen Überlegenheit über den Hund. Sogar in einigen Hundeschulen werden Schnauzgriff und Alphawurf als probate Erziehungsmethoden angepriesen und ich denke, es wird so langsam Zeit, damit mal richtig aufzuräumen.

    Einen Hund bekommt man nicht dazu, einen als Rudelführer anzusehen, indem man einfach mal zwischendurch den dicken Macker raushängen lässt und den Hund z.B. mit Rückenwerfen tyrannisiert. Einen richtigen Alpha kann man nicht mal eben so für einen Moment darstellen wollen, ein richtiger Alpha muss man sein – und das in jeder Situation.

    Schaut man sich mal Hunde in einem Rudel an, wird man sehr schnell merken, dass nicht derjenige der Anführer ist, der am lautesten bellt oder am schnellsten zubeißt. Den Rudelchef erkennt man daran, dass er der coolste und gelassenste von allen ist. Wo er geht (eigentlich schon fast schreitet), macht ihm die Meute freiwillig Platz und kommt ein Hund zurück ins Rudel, läuft er ihm nicht freudestrahlend und aufgeregt entgegen, er nimmt ihn bestenfalls wohlwollend zur Kenntnis. Solche Verhaltensweisen kann man sich auch als Mensch zunutze machen.

    Die wohl wichtigste Eigenschaft, die ich als Mensch übernehmen und verinnerlichen muss, ist wohl die absolute Souveränität des Alphas. Ein Rudelführer agiert und reagiert niemals panisch, ängstlich oder hektisch. Egal, was passiert, der Alpha reagiert zwar blitzschnell wenn nötig, aber er bleibt trotzdem gelassen dabei. Gerät man also als Mensch mit seinem Hund in Situationen, die vor allem für den Hund Stress bedeuten und vielleicht sogar Angst mit sich bringen, ist es für den Menschen oberstes Gebot, die Ruhe zu bewahren, egal, wie man diese Situation löst. Möchte man also beispielsweise einer möglichen Konfliktsituation mit einem anderen Hund entgehen, kann man auch mal durchaus den Rückzug antreten, sofern man dem eigenen Hund die Sicherheit vermittelt, dass genau dies die richtige Entscheidung ist. Nicht die Richtung unserer Schritte ist wichtig, sondern die Sicherheit, mit der wir dabei auftreten.

    Eine zweite wichtige Eigenschaft ist die Konsequenz. Eine einmal getroffene Entscheidung ist nicht mehr verhandelbar. Wir Menschen neigen gerne dazu, situationsabhängige Kompromisse zu machen. Hunde dagegen sehen solche Eingeständnisse aber als Schwäche an. Mit einem Rudelführer diskutiert man nicht und was er sagt, ist Gesetz. Es neigen viele Hundebesitzer dazu, auch ein "Platz" des Hundes zu akzeptieren, wenn sie ein "Sitz" als Kommando gegeben haben. In den Augen des Hundes aber ist man als Chef eine Niete, wenn man auf dieses "Sitz" nicht besteht, weil der Hund schlussfolgert, dass es anscheinend egal ist, was sein Mensch sagt, er kann ja eh machen, wozu er gerade Lust hat. Anfangs mag es mühsam erscheinend, Kommandos nicht einfach nur zu geben, sondern auch auf deren Befolgung zu achten, aber auf Dauer wird es unser Leben mit unserem Hund erleichtern.
    Es gibt eine weitere Verhaltensweise von Alphahunden, die man sich als Mensch zunutze machen kann. Ein Alpha darf als einziger jederzeit jeden Ort begehen, auch wenn dieser gerade von anderen Rudelmitgliedern besetzt ist. Wenn ein Rudelführer den Weg eines anderen Hundes kreuzt, wird dieser ihm ausweichen, selbst dann, wenn er dort gerade in bequemster Schlafstellung liegt. Somit sollte der Mensch niemals einfach über seinen Hund hinweg steigen oder gar um ihn herum gehen, wenn dieser mal im Weg liegen sollte. Unter Beachtung der anderen beiden anderen, wichtigen Punkte (Coolness und Konsequenz) sollten wir ganz klar darauf bestehen, dass unser Hund für uns aufsteht und uns den Weg frei macht. Dasselbe gilt für den oft diskutierten Platz auf der Couch. Es kommt nicht, wie allgemein gedacht, um den "erhöhten Platz" des Chefs an. Es kommt vielmehr darauf an, dass der Hund auf der Couch seinem Herrchen Platz macht, sofern dieser dort sitzen möchte. Im Gegenzug dazu liegt aber auch der Rudelführer nicht zwangsläufig immer ganz alleine auf seinem Platz. Er legt sich ebenso gerne mitten in die restliche, zusammengekuschelte Hundemeute, wobei auch hier alles ganz ruhig und gelassen von statten geht. Da wird hier der Kopf ein wenig verschoben, da werden ein paar Pfoten eingezogen und schon schiebt sich der Popo des Chefs in die frei gewordene Lücke, ohne, dass dieser großartige Beachtung gefunden hätte oder sich gar Anzeichen von Angst bei den anderen gezeigt hätten. Kein Mensch muss folglich seine Führungsposition gleich gefährdet sehen, weil der Hund sich genüsslich auf der Couch lümmelt und keine innige Kuschelstunde wird unseren Alphastatus in Frage stellen.

    Ebenso nicht zu unterschätzen in der Festigung unserer Führungsposition ist unsere eigene Körpersprache. Ein Mensch gebraucht meist zu viele Worte und zu wenig körpersprachliche Signale. Oft widersprechen sie sich sogar derart, dass der Hund nicht mal mehr weiß, was er nun wirklich tun soll. Hilfreich ist es, mit dem Hund so wenig wie möglich zu sprechen und lieber dabei auf die Sprache seines Körpers, seiner Gestik und sogar Mimik zu setzen. Dies bedeutet nicht, dass man mit seinem Hund nicht mehr reden sollte. Natürlich kann man seinen Hund bis zum Umfallen "zusabbeln", allerdings nur dann, wenn es nicht darum geht, von dem Hund etwas Bestimmtes zu wollen. Hunde lieben es, wenn sie unsere einlullende Stimme hören und am besten dabei noch streichelnde Hände genießen, doch geht es um die Befolgung von Kommandos, sollten diese kurz und knapp sein und die Körperspannung und –sprache diesem Kommando entsprechen. Wenn wir uns ganz bewusst bei unseren Kommandos auf maximal ein bis zwei Worte beschränken und ansonsten mit unserem Körper sprechen, wird unser Hund uns besser verstehen.

    Auch die Fütterung bietet eine gute Möglichkeit für den Menschen die "Macht" über den Hund zu demonstrieren. Entgegen langläufiger Meinungen muss dabei der Hund nicht grundsätzlich nach dem Menschen seine Futterration bekommen, denn auch in reinen Hunderudeln überlässt der Rudelführer den Rangniederen die Beute direkt, wenn er selbst keinen Hunger hat. Viel wirkungsvoller ist dagegen die Demonstration des Besitzes dieser Ressource. Bei unseren Hunden können wir dies beobachten, wenn sie uns beispielsweise ihr Lieblingsspielzeug bringen. Sie gehen vor uns auf und ab, das Spielzeug ganz stolz in der Schnauze und demonstrieren und damit "meins". Wieso also kopieren wir dieses Verhalten nicht einfach und nehmen den Hund zur Fütterung mit in die Küche, anstatt ihm das Futter nur unbeobachtet hinzustellen? Der Hund soll ruhig sehen, wie wir "die Beute" aufteilen, wir können ebenso mit dem Napf in der Hand ein paar Mal auf und ab gehen, genauso wie unser Hund mit seinem Spielzeug. Unser Hund wird uns in diesem Moment sabbernd anhimmeln. Dann stellen wir den Napf auf den Boden und geben ihm das wohlwollende Kommando, dass er endlich fressen darf und schon haben wir einen weiteren Punkt auf unserer Rudelführerskala.
    Es gibt noch weitere Grundsätze in einem funktionierenden Rudelgefüge. So verlässt z.B. der Rudelführer als erstes die schützende Höhle, um die Lage abzuchecken. Und er kehrt als letztes dorthin zurück, um sein Rudel bis zum Schluss abzusichern. Also sorgen wir Menschen dafür, dass unser Hund nicht vor uns durch die Haustür stürmt, sondern wir zuerst durch die Tür gehen. Beim Heimkommen machen wir es genau anders herum: wir sichern nach hinten ab, während unser Hund schon die Wohnung betritt. Ebenso gibt grundsätzlich der Rudelführer an der Leine Tempo und Richtung vor. Damit der Hund lernt, auf den Menschen zu achten, sollte man bei jedem Zug auf die Leine stehen bleiben oder direkt die Richtung wechseln bzw. ein paar Schritte rückwärts gehen. Kommen wir alleine nach Hause und der Hund wartet schon ungeduldig auf uns, sollten wir uns selbst trotz aller Wiedersehensfreude in unserer Begrüßung zügeln. Wie bereits am Anfang erwähnt, würde kein Alpha wie ein kleines Kind vor Freude ausflippen, nur weil er wieder bei seinem Rudel ist (oder das Rudel bei ihm). Also sollten auch wir uns zurücknehmen, erst in aller Ruhe Mantel, Taschen, Schlüssel ablegen und verstauen und dann, wie ein richtiger Chef, das andere Rudelmitglied gnädig aber reserviert begrüßen. Innige Knuddeleinheiten können wir uns auch später noch mit unserem Hund gönnen.

    Im Grunde unterscheidet sich ein Rudelführer nicht sonderlich von dem Chef einer großen Firma. Auch dieser ist meist ein etwas arroganter, eingebildeter, ignoranter und über allem erhabener Typ, der reserviert bis leicht unterkühlt daher kommt und einem bestenfalls auf der Weihnachtsfeier freundschaftlich kollegial auf die Schulter klopft. Doch im Gegensatz zu uns Menschen, die wir diesen Chef zwar respektieren, aber für sein Verhalten nicht sonderlich sympathisch finden, wird uns unser Hund für genau dieses Verhalten nicht nur respektieren, sondern förmlich anhimmeln. Und schließlich haben wir ja mit unseren Hunden auch nicht nur einmal im Jahr eine Weihnachtsfeier, sondern bekuscheln sie, so oft es nur geht, gerne und ausgiebig. Und so liebt unser Hund unsere arrogante Souveränität und lebt für unsere Zuneigung.

  27. #25
    Ricalein
    Klasse in Worte gefasst.

  28. #26
    Foss
    Super Beitrag, danke dir vielmals!

  29. #27
    nudl
    Danke Dogma!
    Du sprichst mir aus der Seele!

  30. #28
    ida22
    Das hast Du so klasse ge- bzw. beschrieben. DANKE!!

    LG Ida

  31. #29
    Elstertier
    Ich war mal so frei und habe diesen Text oben festgepinnt, denke das sagt alles.

  32. #30
    Pewee
    Richtig, finde den Text auch super. Der ist es wirklich wert, oben angepinnt zu werden, damit man ihn jederzeit für Interessierte verlinken kann

Diskussion zum Thema So werde ich Rudelchef… im Forum Hunde Verhalten und Erziehung bzw. Hauptforum Hunde Forum:
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