So werde ich Rudelchef…

  • Ersteller des Themas suno
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S

sanfterengel

12.05.2010
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Seh ich ja auch so, Suno. Ich hab zu ihr nur keinen guten Draht. Ich versuchs jetzt über meinen Freund, der das auch doof findet, v.a.
auch weil er auch länger spielen will. ;) Mal sehen, obs klappt, und ob er das einsieht. SOnst brignts ja ncihts, wenn ers selbst nicht sieht.

Off-Topic
Sorry, wenn ich jetzt OT werde.
Der Hund (Zwergdackelrüde) war in der Hundeschule wohl der beste, wovon der Lehrer wohl sehr angetan war, weil ja Dackel so sturköpfig wären (mMn eine Sache der Erziehung und Konsequenz, oder?), aber zu Hause hört er nur so lala. Woran kann das liegen? Keine Konsequenz? Fehlende Akzeptanz?
 
Nienor

Nienor

04.11.2008
17.435
6
Off-Topic
Wenn er nur auf dem Hundeplatz hoert, liegt es daran, dass er das Gelernte nicht verallgemeinert hat, da sollte man konsequent an mehreren Orten ueben und nicht nur auf dem Platz. Das kommt aber recht haeufig vor, weil Menschen und Hunde anders denken und lernen ;) Konsequent sein und an vielen fremden Orten ueben und Erlerntes "konsequent fordern" und belohnen sollte da Abhilfe schaffen.
 
F

florett

26.12.2008
514
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Ganz toller Text,
Danke Suno das ich bei Dir immer wieder ins Grübeln und Kopfnicken komme.

Grosse Klasse,
liebe Grüsse aus Berlin,endlich wieder mit Schäferhund....
 
Dogma

Dogma

Foren-Engel
18.05.2010
2.491
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Noch immer halten sich in Hundehalterkreisen hartnäckig die unglaublichsten Verhaltensweisen als Demonstration der eigenen Überlegenheit über den Hund. Sogar in einigen Hundeschulen werden Schnauzgriff und Alphawurf als probate Erziehungsmethoden angepriesen und ich denke, es wird so langsam Zeit, damit mal richtig aufzuräumen.

Einen Hund bekommt man nicht dazu, einen als Rudelführer anzusehen, indem man einfach mal zwischendurch den dicken Macker raushängen lässt und den Hund z.B. mit Rückenwerfen tyrannisiert. Einen richtigen Alpha kann man nicht mal eben so für einen Moment darstellen wollen, ein richtiger Alpha muss man sein – und das in jeder Situation.

Schaut man sich mal Hunde in einem Rudel an, wird man sehr schnell merken, dass nicht derjenige der Anführer ist, der am lautesten bellt oder am schnellsten zubeißt. Den Rudelchef erkennt man daran, dass er der coolste und gelassenste von allen ist. Wo er geht (eigentlich schon fast schreitet), macht ihm die Meute freiwillig Platz und kommt ein Hund zurück ins Rudel, läuft er ihm nicht freudestrahlend und aufgeregt entgegen, er nimmt ihn bestenfalls wohlwollend zur Kenntnis. Solche Verhaltensweisen kann man sich auch als Mensch zunutze machen.

Die wohl wichtigste Eigenschaft, die ich als Mensch übernehmen und verinnerlichen muss, ist wohl die absolute Souveränität des Alphas. Ein Rudelführer agiert und reagiert niemals panisch, ängstlich oder hektisch. Egal, was passiert, der Alpha reagiert zwar blitzschnell wenn nötig, aber er bleibt trotzdem gelassen dabei. Gerät man also als Mensch mit seinem Hund in Situationen, die vor allem für den Hund Stress bedeuten und vielleicht sogar Angst mit sich bringen, ist es für den Menschen oberstes Gebot, die Ruhe zu bewahren, egal, wie man diese Situation löst. Möchte man also beispielsweise einer möglichen Konfliktsituation mit einem anderen Hund entgehen, kann man auch mal durchaus den Rückzug antreten, sofern man dem eigenen Hund die Sicherheit vermittelt, dass genau dies die richtige Entscheidung ist. Nicht die Richtung unserer Schritte ist wichtig, sondern die Sicherheit, mit der wir dabei auftreten.

Eine zweite wichtige Eigenschaft ist die Konsequenz. Eine einmal getroffene Entscheidung ist nicht mehr verhandelbar. Wir Menschen neigen gerne dazu, situationsabhängige Kompromisse zu machen. Hunde dagegen sehen solche Eingeständnisse aber als Schwäche an. Mit einem Rudelführer diskutiert man nicht und was er sagt, ist Gesetz. Es neigen viele Hundebesitzer dazu, auch ein "Platz" des Hundes zu akzeptieren, wenn sie ein "Sitz" als Kommando gegeben haben. In den Augen des Hundes aber ist man als Chef eine Niete, wenn man auf dieses "Sitz" nicht besteht, weil der Hund schlussfolgert, dass es anscheinend egal ist, was sein Mensch sagt, er kann ja eh machen, wozu er gerade Lust hat. Anfangs mag es mühsam erscheinend, Kommandos nicht einfach nur zu geben, sondern auch auf deren Befolgung zu achten, aber auf Dauer wird es unser Leben mit unserem Hund erleichtern.
Es gibt eine weitere Verhaltensweise von Alphahunden, die man sich als Mensch zunutze machen kann. Ein Alpha darf als einziger jederzeit jeden Ort begehen, auch wenn dieser gerade von anderen Rudelmitgliedern besetzt ist. Wenn ein Rudelführer den Weg eines anderen Hundes kreuzt, wird dieser ihm ausweichen, selbst dann, wenn er dort gerade in bequemster Schlafstellung liegt. Somit sollte der Mensch niemals einfach über seinen Hund hinweg steigen oder gar um ihn herum gehen, wenn dieser mal im Weg liegen sollte. Unter Beachtung der anderen beiden anderen, wichtigen Punkte (Coolness und Konsequenz) sollten wir ganz klar darauf bestehen, dass unser Hund für uns aufsteht und uns den Weg frei macht. Dasselbe gilt für den oft diskutierten Platz auf der Couch. Es kommt nicht, wie allgemein gedacht, um den "erhöhten Platz" des Chefs an. Es kommt vielmehr darauf an, dass der Hund auf der Couch seinem Herrchen Platz macht, sofern dieser dort sitzen möchte. Im Gegenzug dazu liegt aber auch der Rudelführer nicht zwangsläufig immer ganz alleine auf seinem Platz. Er legt sich ebenso gerne mitten in die restliche, zusammengekuschelte Hundemeute, wobei auch hier alles ganz ruhig und gelassen von statten geht. Da wird hier der Kopf ein wenig verschoben, da werden ein paar Pfoten eingezogen und schon schiebt sich der Popo des Chefs in die frei gewordene Lücke, ohne, dass dieser großartige Beachtung gefunden hätte oder sich gar Anzeichen von Angst bei den anderen gezeigt hätten. Kein Mensch muss folglich seine Führungsposition gleich gefährdet sehen, weil der Hund sich genüsslich auf der Couch lümmelt und keine innige Kuschelstunde wird unseren Alphastatus in Frage stellen.

Ebenso nicht zu unterschätzen in der Festigung unserer Führungsposition ist unsere eigene Körpersprache. Ein Mensch gebraucht meist zu viele Worte und zu wenig körpersprachliche Signale. Oft widersprechen sie sich sogar derart, dass der Hund nicht mal mehr weiß, was er nun wirklich tun soll. Hilfreich ist es, mit dem Hund so wenig wie möglich zu sprechen und lieber dabei auf die Sprache seines Körpers, seiner Gestik und sogar Mimik zu setzen. Dies bedeutet nicht, dass man mit seinem Hund nicht mehr reden sollte. Natürlich kann man seinen Hund bis zum Umfallen "zusabbeln", allerdings nur dann, wenn es nicht darum geht, von dem Hund etwas Bestimmtes zu wollen. Hunde lieben es, wenn sie unsere einlullende Stimme hören und am besten dabei noch streichelnde Hände genießen, doch geht es um die Befolgung von Kommandos, sollten diese kurz und knapp sein und die Körperspannung und –sprache diesem Kommando entsprechen. Wenn wir uns ganz bewusst bei unseren Kommandos auf maximal ein bis zwei Worte beschränken und ansonsten mit unserem Körper sprechen, wird unser Hund uns besser verstehen.

Auch die Fütterung bietet eine gute Möglichkeit für den Menschen die "Macht" über den Hund zu demonstrieren. Entgegen langläufiger Meinungen muss dabei der Hund nicht grundsätzlich nach dem Menschen seine Futterration bekommen, denn auch in reinen Hunderudeln überlässt der Rudelführer den Rangniederen die Beute direkt, wenn er selbst keinen Hunger hat. Viel wirkungsvoller ist dagegen die Demonstration des Besitzes dieser Ressource. Bei unseren Hunden können wir dies beobachten, wenn sie uns beispielsweise ihr Lieblingsspielzeug bringen. Sie gehen vor uns auf und ab, das Spielzeug ganz stolz in der Schnauze und demonstrieren und damit "meins". Wieso also kopieren wir dieses Verhalten nicht einfach und nehmen den Hund zur Fütterung mit in die Küche, anstatt ihm das Futter nur unbeobachtet hinzustellen? Der Hund soll ruhig sehen, wie wir "die Beute" aufteilen, wir können ebenso mit dem Napf in der Hand ein paar Mal auf und ab gehen, genauso wie unser Hund mit seinem Spielzeug. Unser Hund wird uns in diesem Moment sabbernd anhimmeln. Dann stellen wir den Napf auf den Boden und geben ihm das wohlwollende Kommando, dass er endlich fressen darf und schon haben wir einen weiteren Punkt auf unserer Rudelführerskala.
Es gibt noch weitere Grundsätze in einem funktionierenden Rudelgefüge. So verlässt z.B. der Rudelführer als erstes die schützende Höhle, um die Lage abzuchecken. Und er kehrt als letztes dorthin zurück, um sein Rudel bis zum Schluss abzusichern. Also sorgen wir Menschen dafür, dass unser Hund nicht vor uns durch die Haustür stürmt, sondern wir zuerst durch die Tür gehen. Beim Heimkommen machen wir es genau anders herum: wir sichern nach hinten ab, während unser Hund schon die Wohnung betritt. Ebenso gibt grundsätzlich der Rudelführer an der Leine Tempo und Richtung vor. Damit der Hund lernt, auf den Menschen zu achten, sollte man bei jedem Zug auf die Leine stehen bleiben oder direkt die Richtung wechseln bzw. ein paar Schritte rückwärts gehen. Kommen wir alleine nach Hause und der Hund wartet schon ungeduldig auf uns, sollten wir uns selbst trotz aller Wiedersehensfreude in unserer Begrüßung zügeln. Wie bereits am Anfang erwähnt, würde kein Alpha wie ein kleines Kind vor Freude ausflippen, nur weil er wieder bei seinem Rudel ist (oder das Rudel bei ihm). Also sollten auch wir uns zurücknehmen, erst in aller Ruhe Mantel, Taschen, Schlüssel ablegen und verstauen und dann, wie ein richtiger Chef, das andere Rudelmitglied gnädig aber reserviert begrüßen. Innige Knuddeleinheiten können wir uns auch später noch mit unserem Hund gönnen.

Im Grunde unterscheidet sich ein Rudelführer nicht sonderlich von dem Chef einer großen Firma. Auch dieser ist meist ein etwas arroganter, eingebildeter, ignoranter und über allem erhabener Typ, der reserviert bis leicht unterkühlt daher kommt und einem bestenfalls auf der Weihnachtsfeier freundschaftlich kollegial auf die Schulter klopft. Doch im Gegensatz zu uns Menschen, die wir diesen Chef zwar respektieren, aber für sein Verhalten nicht sonderlich sympathisch finden, wird uns unser Hund für genau dieses Verhalten nicht nur respektieren, sondern förmlich anhimmeln. Und schließlich haben wir ja mit unseren Hunden auch nicht nur einmal im Jahr eine Weihnachtsfeier, sondern bekuscheln sie, so oft es nur geht, gerne und ausgiebig. Und so liebt unser Hund unsere arrogante Souveränität und lebt für unsere Zuneigung.
 
Elstertier

Elstertier

25.06.2007
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:clap:Ich war mal so frei und habe diesen Text oben festgepinnt, denke das sagt alles. ;)
 
Pewee

Pewee

21.10.2009
13.964
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Richtig, finde den Text auch super. Der ist es wirklich wert, oben angepinnt zu werden, damit man ihn jederzeit für Interessierte verlinken kann :)
 
Lilly-Walker

Lilly-Walker

14.08.2008
1.510
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Klasse geschrieben und kann ich absolut unterschreiben.

Bis auf ein klitzekleines aber. Ich zitiere dich mal eben.

Off-Topic
Somit sollte der Mensch niemals einfach über seinen Hund hinweg steigen oder gar um ihn herum gehen, wenn dieser mal im Weg liegen sollte


Über dieses niemals bin ich gestolpert und ich denke da muß man als Mensch differenzieren.

Als meine Hündin alt und gebrechlich wurde, habe ich von ihr nicht mehr verlangt das sie aufsteht wenn ich vorbei wollte.

Sie hatte mittelschwere HD und Arthrose in beiden Vorderläufen, zudem einen so tiefen Schlaf das sie einfach nicht mehr mitbekam das ich vorbei wollte.

Sie wäre immer und ohne murren sofort aufgestanden jedoch wollte ich ihr das mit den schmerzenden Knochen nicht mehr zumuten.
 
Dogma

Dogma

Foren-Engel
18.05.2010
2.491
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Danke für den zahlreichen Zuspruch und ebenso fürs Anpinnen. Ich hab mir einfach gedacht, es ist weniger Arbeit, wenn man es einfach einmal grob zusammenfasst und nicht immer wieder aufs neue einzeln runterbeten muss.

Danke auch dir, Lilly-Walker, denn ich gebe dir absolut Recht. Ich habe mich da wirklich etwas unglücklich ausgedrückt, zumal ich vergessen habe zu erwähnen, dass man nicht permanent jeden Punkt immer zu 100% befolgen muss. Wenn man sich an die Mehrheit der Punkte hält, kann man auch über mal den ein oder anderen zwischendurch "gnädig" hinwegsehen.

Obendrein erhebe ich hier auch absolut nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ich hab den Post mal eben neben dem Fernsehen her geschrieben und bestimmt auch noch nennenswerte Dinge vergessen. Aber dazu sind Threads ja da... man kann sie korrigieren und/oder mit eigenen Ideen bereichern. Und ich würde mich freuen, wenn noch ganz viele Gedanken und Ideen dazu kommen, eben so wie der Post von dir, Lilly-Walker, dem ich absolut zustimme.

Off-Topic
Auch ich bin schon über meinen Hund hinweg gestiegen, wenn ich es eilig hatte und meiner Stellung als Chefin im Haus hat es keinen Abbruch getan, weil ich ansonsten meinen Job in der Führungsetage gewissenhaft erledige. ;)
 
haeckse

haeckse

06.12.2010
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Hallo, dazu mal noch zwei Fragen:
Wenn der Hund im Weg liegt oder auf dem Sofa und ich da hinwill, soll ich sagen "Auf!" oder gar nichts und stehen bleiben, bis sie geht?
 
Dogma

Dogma

Foren-Engel
18.05.2010
2.491
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Ich habe es zu Beginn immer so gemacht, dass ich, wenn einer meiner Hunde im Weg lag, ich ihn vorsichtig mit dem Fuß "angeschoben" habe. Zuhause bin ich eh Sockenläufer, wodurch ich sicher sein konnte, dem Hund dabei nicht weh zu tun. Männer, die nach der Arbeit mit Sicherheitsschuhen das Haus betreten, sollten natürlich lieber von dieser Methode Abstand nehmen. Ein Kommando dafür kannst du natürlich gerne ebenso einführen, doch merkt der Hund in der Regel sehr schnell, dass sein Mensch auf sein Wegerecht besteht und wird nach kurzer Zeit in der Regel von selbst aufstehen.

Ähnlich habe ich es auch gemacht, wenn mein Hund den "Chefplatz" auf der Couch in Beschlag genommen hat. Eigentlich hab ich immer so getan, als hätte ich ihn überhaupt nicht gesehen und mich langsam hingesetzt. Da ich bisher immer den Vorteil der größeren Masse für mich verbuchen konnte, konnte ich mich zur Not auch so auf die Couch schieben, dass der Hund mir jeweils unweigerlich Platz machen musste, wollte er auch nur noch halbwegs bequem liegen und dabei atmen können. (Auch hier gilt das Prinzip, dass der Hund auf den Menschen zu achten hat und nicht umgekehrt). Da Hunde sehr schnell lernen, werden sie dieses Kräftemessen bald beenden und freiwillig vor dem großen, sich beängstigend auf sie zu bewegenden Popo reißaus nehmen (Zumindest die Dimensionen meines eigenen Popos haben dazu bisher immer ausgereicht - Schoki sei Dank).

Wichtig ist auch hier eigentlich wieder, dass dies absolut in Ruhe geschieht. Man braucht dazu keine hektischen Bewegungen und auch nicht einmal zwingend ein Kommando. Zur Sicherheit, dass man den Hund nicht gleich zerquetscht, kann man sich ja besonders langsam hinsetzen, um ihm somit genug Zeit zu geben, sich auch wirklich aufrappeln zu können. Auch hier wird der Hund nach einiger Zeit schon vorher das Feld räumen und man braucht dieses vorsichtige Drücken und Schieben dann nicht mehr.
 
Morastbiene

Morastbiene

12.01.2009
2.620
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Kann mich den lobenden Worten hier nur anschließen. :D
Ganz toller Text, Dogma und auf logischer Ebene gut nachzuvollziehen, auch für Laien.

Ich bin kein Freund pseudopsychologischer Machtkämpfe, die auf veralteten Ideen beruhen ("Der Hund erkennt dich nur als Alphatier an, indem du beweist, dass du stärker bist - Also wirf' ihn ruhig auf den Rücken, wenn er...") und der gern leichtfertig gestellten Diagnose "Dominanzproblem"...

Beiträge wie dieser dabei helfen hoffentlich dabei, dass der ein oder andere Mensch "Hund" besser versteht. :023:
 
Pewee

Pewee

21.10.2009
13.964
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Wobei ich den Beitrag schon eher als "sollte man immer so machen" einstufen, gerade bei Haltern deren Rangfolge mit dem Tier nicht geklärt ist. Zumindest so lange, bis die Rangfolge klar ist.
Ich bin auch die letzte, die im Haus ständig mit hocherhobenend Hauptes den Hunden zu verstehen gibt, dass sie jetzt sofort weggehen sollen und dennoch wissen sie, wer hier Chef ist ;) Aber wenn das nicht eindeutig ist, wäre ein mal so mal so eher kontraproduktiv und letztendlich richtet sich dein Post ja auch die Leute, die das noch nicht wissen.

Im Übrigen mag ich auch deine Darstellungen... sehr plastisch :D Habe es eigentlich ähnlich gemacht. Früher habe ich unbewusst immer dabei gesagt "stehst du mal auf?!" und Jerry versteht diesen Satz immer noch, scheinbar spreche ich immer in der selben Sprachmelodie :roll: Habe es einmal zu einer Freundin gesagt und lustigerweise ist er dann direkt aufgestanden :lol:
 
Fini

Fini

15.02.2006
4.222
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Finde den Text auch schön geschrieben!
Gerade die Souveränität fehlt so einigen Hundebesitzern, dass kann ich leider öfter feststellen. Das ist einfach eine Sache die schnell unterschätzt wird. Unsere Hunde sind Meister im beobachten und sie kennen uns teilweise sogar besser als wir uns selbst. Eine vorgespielte Sicherheit nimmt ein Hund nicht ernst. Oft müssen Hundehalter zuerst an sich selbst arbeiten. Es fehlt an Ruhe und Gelassenheit, an Sicherheit und Führung.

Ich sag statt Rudel-Chef gerne "Rudel-Manager". ;) Denn wir treffen die Entscheidungen und managen unsere Hunde.

Zum Thema Alphawurf (wie sich das schon anhört), ich dachte eigentlich das selbst die letzten, die ihn praktizieren und ernsthaft empfehlen mittlerweile ausgestorben sind. Ich wurde vor kurzem eines besseren belehrt. :roll: Wie konnte ich nur annehmen, dass sich das nun auch zum letzten herumgesprochen haben sollte. Und die Begründung dazu... naja lassen wir das. Hoffen wir nur, dass die Hundebesitzer, die das von einem Trainer (!) hören, kritisch genug sind, das als Schwachsinn zu erkennen.
 
Saphi09

Saphi09

29.08.2009
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Ja, das hört sich alles logisch an und schön erklärt :) Dennoch habe ich eine Frage.
Ist aufdringliches Betteln des Hundes nicht auch eine "Frechheit" dem Alpha gegenüber? Wie unterbindet man das mit Körpersprache? Ein "Nein" finde ich dafür zu weich.
 
Kasary

Kasary

24.08.2009
1.949
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Klasse geschrieben und wirklich sehr nachvollziehbar.
Was ich noch ergänzen würde wäre Folgendes: Man kann noch so souverän und gelassen daher kommen, wenn der Hund die Ausführung eines Kommandos nicht richtig gelernt hat, dann kann man es auch nicht einfordern.
Alles rund um das Thema SITZ; PLATZ, BLEIB ist vom Menschen gewollt und kommt auf diese Weise nicht im Rudel vor. Der Hund brauch hier also auch eine etwas andere Lernmotorik und kann, selbst wenn er möchte, nicht alles immer zu unserer Zufriedenheit ausführen, solange das Kommando nicht vollständig im Kopf plaziert ist.

Und es zeichnet einen souveränen Rudelführer auch nicht aus, immer und in jeder Situation Forderungen an den Hund zu stellen. Der Hund muss nicht funktionieren wie eine Maschine, er darf in seiner Rolle auch Hund sein und man rückt sich selbst in ein wesentlich besseres Licht, wenn man seine Kommandos und Aufforderungen bedacht gibt und damit auch darauf achtet, das der Hund in diesem Moment das Eingeforderte auch befolgen kann.

Viele Menschen neigen dazu in Umgebung von Bekannten den Dicken raushängen zu lassen und zu zeigen, wie toll ein Hund das oder das kann. Das ist aber weder nötig noch förderlich, wenn man den Hund mit einer Aufforderung in Stress versetzt.
Der Hund sollte gerne ein Kommando befolgen, einfach weil die Arbeit mit dem Alpha Spaß macht und er bereitwillig und aus Hundeverstand folgt und nicht, weil wir in jenem Moment etwas Besonderes erwarten. Also immer schön in den Grenzen des Hundes arbeiten, alles andere hilft nämlich ebenfalls dabei, die Hierarchie ein wenig ins Wanken zu bringen.
 
suno

suno

16.10.2008
3.730
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Hallo Dogma ,
"so werde ich Rudelchef"...danke für den Beitrag.

Den ich inhaltlich top finde - und es ist immer wieder wunderbar deine korrekt ausformulierten und strukturierten Texte zu lesen.


Zwar weiß ich was du in dem Absatz- "Beispiel Firmenchef -Weihnachtsfeier" meintest, ich würde da aber gerne noch einen drauf setzten.
Richtig, souverän und in der Oberliga der Führungsqualitäten mitspielend, sind die Menschen, die freundlich und herzlich sein können -ohne auch nur ein Fitzelchen ihres Ansehens zu verlieren.

Wahrer Respekt und freudige "Folgsamkeit" resultieren aus erarbeiteter Ehrfurcht, vertrauensbildenden und erfolgreichen Anweisungen und vermittelter Liebe.

Ein Diktator wird gefürchtet,ein Anführer geliebt.
 
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