Hi,
Off-Topic
Danke für's Nettbleiben, ihr zwei!
ich kann den anblick nicht ertragen wenn meine schweine in so einem käfig mal rennen wollen und sofort an der anderen ecke kleben.
ich genieße es meinen tieren zuzusehen, wie sie gas geben und nicht nur faul den ganzen tag rum liegen weil sie keinen platz haben.
und meine schweine genießen das auch.
grundsätzlich sehe ich das auch so. Und grundsätzlich gilt natürlich: Zu groß geht nicht!
Wenn ich sehe, wie meine zum Auslauf die komplette Wohnung nutzen, und halt schon mal mindestens 5 Meter am Stück brauchen um richtig flitzen zu können...
Leider sind diese Tierchen ja oft so genügsam, dass sie auf wenig Platz eben einfach „nur“ faul“ werden. Dann werden sie einmal in der Woche aus dem Käfig gegriffen und in den unterschlupflosen Auslauf gepackt, hocken ängstlich (weil sie gefangen wurden, weil alles neu ist, weil's nix zum Verkriechen gibt) in der Ecke – und Mensch interpretiert: Die wollen ja gar keine Bewegung, die sind glücklich wenn sie im Käfig sind...
Ich sehe das allerdings mit den Mindestmaßen nicht so streng, bzw. von mehreren Faktoren abhängig.
Mein persönliches "Da möchte ich nicht drunter gehen"-Mindestmaß ist der so oft zitierte halbe Quadratmeter Grundfläche (d.h. ohne Etagen) pro Schwein, bezogen auf Tiere in Innenhaltung mit täglichem, mehrstündigen Auslauf auf einer weitaus größeren Quadratmeterfläche.
Ich denke, das sind Dimensionen, auf denen die Schweine mit viel Auslauf angemessen leben können und in denen sich der Egoismus, Haustiere halten zu wollen, und der Anspruch, diesen Tieren ein möglichst artgerechtes Leben bieten zu können, ungefähr die Waage halten.
Schon klar: Diese Maße generieren sich für mich letztendlich natürlich auch nur aus meinen Möglichkeiten: Auf 40 m² Wohn- und teilweise Arbeitsfläche kann ich im Grunde nicht mehr rausholen, als die 2,5 bis 3 m² Bodengehege. Nach Nenas Rechnung z.B. sollte ich da aber nun nicht mehr als 2 Tiere halten - was ich aber in Anbetracht der Tatsache, dass Meerschweinchen Sippentiere sind, wiederum auch nicht sinnvoll fände...
Wenn ich z.B. hier im Forum Empfehlungen zur Mindestgröße ausspreche, muss ich halt auch immer schauen, an wen sich das richtet. Wenn hier einer mit 'nem Einzelschwein in einem 80er-Käfig ankommt, dann müsste man ihm ja empfehlen, sich 3 bis 6 m² Eigenbau zu zimmern und schweinemäßig so aufzustocken (aber aus dem Tierheim oder der Notstation!), dass er mindestens einen 3er-Harem hat. Und das TroFu und die Knabberstangen soll er noch wegschmeißen und seine Schweinchen regelmäßig wiegen, und, und, und... Ich denk, da kommt man mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und umsetzbaren Forderungen („Hol ein Schwein aus dem Tierheim dazu, und kauf einen 140er-Käfig.“) erst mal weiter...
Letztlich führt uns das alles ja zu der Frage, warum man überhaupt Haustiere halten muss/sollte, wenn man ihnen doch immer nur annähernd die Bedingungen bieten kann, die sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum vorfinden würden. Andererseits natürlich die Frage, warum die Meerschweinchen sich überhaupt domestizieren ließen?!
Ich denke, dass zur Haustierhaltung klar Mindestangaben eingehalten werden müssen und ich denke, die 0,5 m²-Grundfläche-plus-Auslauf-Empfehlung für Innenhaltung und kleine bis mittelgroße Weibchen-/Haremsgruppen ist meiner Meinung nach sowohl angemessen für die Tiere, als auch für die Halter zu gewährleisten.
Viele Grüße,
Sawyer
PS: Jetzt könnte ich natürlich noch ewig ausholen: Außenhaltung - ganz- und halbjährlich, Gehegegrößen ab x m², kleine Bockgruppen, große Bockgruppen, Mehrkastratengruppen, Innenhaltung ohne Auslauf – das sind ja nochmal alles Beispiele für andere Platzbedarfe...