Es gibt sogar recht viele Pferde, die Probleme haben rückwärts aus dem Hänger zu gehen. Sie haben Angst zu fallen.
Genau aus diesem Grunde sind Hänger mit Frontausstieg damals entwickelt worden.
Du bist also nicht allein.
Zum Trost, jedes Pferd kann rückwärts aussteigen.
Übe an der Hand Rückwärtsrichten. Das Pferd soll dabei rundweg pos. Erfarhungen machen. Übe Rückwärts in Stangen, Stangen L, und mit Pylonen - eben alles was man so findet. Du kannst auch Sitzbänke, Autoreifen etc. verwenden.
Achte darauf, dass du bei Rückwärtsrichten niemals vor dem Pferd stehst, sondern immer seitlich vor ihm - also mit Abstand, wie in einem Hänger, wenn du auf der freien Seite stehst. Das Pferd muss willig auf Stimmkommando mehrere Meter zurücktreten und rangierbar sein.
Zum Rangieren des Pferdes lässt du es stehen und trittst an seine Seite oder nach hinten, dort berührst du das Pferd und schiebst es sanft.
Übe dann nach Möglichkeit das Rückwärtsgehen am Hand, wenn das Pferd schon geritten wird auf einem Ausritt oder beim Spazierengehen.
Man kann das sehr schön auf einem Spaziergang beim grasen machen. Irgendwann klettert ein Pferd einen gar nicht mal unsteilen Hang hoch um dort zu fressen. Gestatte ihm dann also nicht, sich zu drehen und seitwärts wieder runterzugehen, sondern führe es Rückwärts - es wird erst recht unsicher sein, aber bei Grasen ist ja meist nur die VH am Hang.
Normalerweise sind solche Übungen jedoch überflüssig, es geht eigentlich auch ohne. Du musst das also nicht wirklich machen, nur wenn du selber ängstlich und unsicher bist.
Beim wirklichen Ausladen dann gibt es verschiedene Tricks. Je nach Pferd und je nach Helfern. Aber bitte das Pferd niemals allein lassen. Ist das Pferd nach 4 Std. noch nicht aus dem Hänger bitte die Trennwand rausnehmen und das Pferd drehen. Überlässt man das Pferd sich selbst, kann es stürzen, panisch werden und aus Angst mit einem Verzweiflungssprung den Hänger verlassen. Auf jeden Fall ist das Pferd ängstlich und verunsichert und eben allein. Das ist ein Negativgefühl und du riskierst, dass dein Pferd irgendwann den Hänger gar nicht erst betreten will.
Methode 1
Du benötigst 1 sehr ruhigen Helfer, der den Mund halten kann und nicht alles besser weiß - eben nur macht was notwendig ist bzw was du sagst.
Du öffnest die Klappe und betrittst den Hänger auf der freien Seite.
Du begrüßt das Pferd, ziehst leich am Strick und lässt es einen Schritt vortreten, so dass die hintere Stange es nicht mehr berührt. Du löst den Anbindestrick und befestigst einen langen Führstrick. Diesen hältst du so, dass das Pferd merkt, dass es nicht zurücktreten darf (also ganz ganz leichte Spannung aber kein Druck).
Ein Helfer steht auf der Seite wo das Pferd steht direkt am Hänger, neben der Rampe. Er macht sich kurz bemerkbar (mit dir sprechen), legt seine Hand locker neben die Schweifrübe und entfernt dann die hintere Stange. Danach ist dieser Helfer still!
Du gibst das Kommando zum Rückwärtsgehen.
Sobald das Pferd mit den Hinterbeinen auf die Schräge tritt, legt der Helfer sanft seine Hand seitlich ans Pferd. Sollte das Pferd schräg gehen, darf der Helfer auch den Druck verstärken. Geht das Pferd vorsichtig, muss der Helfer mit den Händen seitlich am Pferdeleib mit entlanglaufen (der Helfer bleibt am Platz stehen und tappert mit den Händen über das Pferd).
Das Pferd sollte nicht plötzlich ins Helle laufen, also einen schattigen Platz suchen. Der Helfer darf nicht so stark drücken, dass das Pferd mit der anderen Seite an die Trennwand kommt.
Lasst euch dann ganz viel Zeit immer ein kleines Schrittchen nach dem anderen.
Du gehst vorn auf der freien Seite mit (niemals vor dem Pferd stehen) und ermunterst es mit den ihm bekannten Signalen.
Ist das Pferd nur noch mit der VH auf der Rampe unbedingt weitermachen und nicht meinen jetzt ist es geschafft. Fertig ist erst, wenn das komplette Pferd gerade von der Rampe ist, dann darf es gucken und sich drehen.
Methode 2
Du stellt den Hänger dicht an eine Wand. Hervorragend sind dafür Torbögen, da auch hier kein grelles Licht ist. Die Lichtverhältnisse draußen und drinnen sollten möglichst gleich sein (eine Wand mit Schatten tuts also auch). Du beginnst wie bei Methode 1, legst aber einen Strick über die Kruppe des Pferdes (nicht hinten um die HH).
Methode 3
Du bist allein.
Du stellst die Hänger wie bei Methode 2. Du betrittst den Hänger wie bei Methode 1, lässt das Pferd vortreten, befestigst den Führstrick und löst den Anbindestrick. Dann legst du den Führstrick quer über den Rücken des Pferdes, so dass du ihn greifen kannst wenn du hinter dem Pferd neben der Rampe stehst (Standort des Helfers bei Methode 1).
Immer neben der Rampe stehen (ganz vorn) so bist du in Sicherheit, wenn das Pferd rausspringt oder tritt. Außerdem wird das Pferd sich lieber neben dich stellen als dich umzurennen.
Du gibst nun das Kommando zum Rückwärtstreten und zupfst am Strick. Das Pferd wird dadurch in eine Außenstellung von dir weg gezupft.
Sobald das Pferd rückwärtstritt fährst du fort wie der Helfer bei Methode 1.