:shock: **angst-ich-hab-aber-sagen-muß** :shock:
Anfangen möchte ich mal mit einer Pressemitteilung der internationalen Tierärzteorganisation animal health online aus Herbst 2002:
"Unna (aho) - Der Igel ist ein Wildtier. Daran sollten nach Meinung von
Sigrid Schmiedel-Köster vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Unna,
alle denken, die einen der stacheligen Gesellen finden und ihn zur
Überwinterung in Haus oder Wohnung aufnehmen wollen. Zwar ist solche
Unterstützung gut gemeint, aber "der Natur ist wenig geholfen, wenn
einzelne, alleine nicht lebensfähige Tiere durch menschliche Hilfe über den
Winter kommen," betont Kreis-Mitarbeiterin Sigrid Schmiedel-Köster. Sie
erinnert an die biologisch wichtige Auslesefunktion der kalten Jahreszeit,
die zur Gesunderhaltung der Population und damit zur Artenerhaltung
notwendig sei.
Wer Igeln helfen wolle, müsse vor allem seine Lebensräume erhalten und
verbessern. So könne das Nahrungsmittelangebot durch den Verzicht auf den
Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln in Garten und Park verbessert werden.
Reisig-, Laub- und Komposthaufen böten Igeln zudem den für sie in der
Winterzeit notwendigen Unterschlupf."
Das Probelm:
Leider kursiert allenthalben das Gerücht, Igel seien vom Aussterben bedroht, weil so viele im Straßenverkehr ihr Leben lassen müssen. Falsch und Falsch. Sie sind nicht vom Aussterben bedroht, sondern nur regional leicht gefährdet! Das auch nicht wegen des Straßenverkehrs sondern wegen fehlender naturnaher Lebensräume (Zu aufgeräumte Gärten!)
Igel gleichen die Verluste im Straßenverkehr leicht durch ihren Nachwuchs wieder aus. In Wirklichkeit ist die Überwinterungshilfe durch den Menschen die Hauptgefährdung für den Igel! Die Tiere, die vom Menschen aufgenommen werden, sind in der Hauptsache von der Natur ausgesonderte Tiere: zu klein, krank usw. Diese werden teils mit Tierärztlicher Hilfe über den Winter gebracht und im Frühling wohlgenährt und frei von Parasiten ausgesetzt. Dadurch haben sie gegenüber ihren allein überwinternden Kollegen einen "künstlichen" Vorteil. Dieser Vorteil führt wiederum dazu, dass genau diese, genetisch "schwächeren" Exemplare nur durch die menschliche Hilfe gepuschten Tiere zur Fortpflanzung gebracht werden. Letztlich führt die menschliche Hilfe also zu einer Verschlechterung des Gen-Pool´s der Igel!
Meine Empfehlung:
Keine Häuschen im Garten aufstellen, sondern natürliche Überwinterung möglich machen: Reisig- und Laub- und Komposthaufen bieten Schutz. Keine Gifte im Garten einsetzen. Nur in absoluten Notfällen, bei deutlich unterernährten Tieren mit Katzenfutter zufüttern (niemals Milch!) Geschwächte Tiere vom Tierarzt von Parasiten befreien lassen. Mehr nicht!
Ich möchte noch sagen, dass ich mir hier nix aus dem Ärmel geschüttelt habe. Ich schlage mich seit Jahren beruflich mit dem Problem herum. Was ich da geschrieben habe ist echt wissenschaftlich abgesichert.
Ach ja: bitte nich hau´n :roll:
Gruß + Kuß
AmalieSchüppenstiel