Tierheim vs. Züchter
Ja, da hab ich auch eine Geschichte, nein, zwei Geschichten beizusteuern:
Meine Oma hatte immer Wellensittiche. Als die dann aber so langsam wegstarben, dachten wir so bei uns, nachdem sie immer mit so viel Liebe und Begeisterung unsere Katze gesittet hat, wenn wir im Urlaub waren, dass wir ihr eine Katze holen, am besten etwas älter, weil das vom Temperament her gepasst hätte. Meine Oma war zu dem Zeitpunkt 86, wohnte in einer eigenen Wohnung, war fit, hat selbst gekocht, geputzt, eingekauft etc. Meine Mutter hat sie trotzdem drei Mal die Woche besucht, um ihr schwerere Sachen abzunehmen.
Tierheim:
Wir fuhren also nach München-Riem in das Tierheim, um uns zu erkundigen. Da hieß es dann, dass sie einer so alten Frau keine Katze mehr geben würden.
Es war immer völlig klar, dass nach dem Tod meiner Oma wir (großes Einfamilienhaus auf dem Land) das Tier problemlos übernehmen könnten, da wir ja auch schon seit Jahren Katzenhalter waren und meine Mutter auch zu Lebzeiten regelmäßig nach meiner Oma schaut. Wir alle hatten Erfahrung mit Katzen. Außerdem dachten wir, vermessen wie wir waren, dass ein älteres Tier dankbar auf ein liebes Zuhause warten würde. Fehlanzeige. Nein, auch mit diesen ganzen Bedingungen würden sie uns keine Katze vermitteln.
Natürlich waren wir erst mal stocksauer. Da erzählte uns die Kollegin meiner Mutter von einer Züchterin für Hl.Birma, von der sie ihre Katzen hätte. Hl. Birma seien sehr verschmust, anhänglich, trotz langen Fells pflegeleicht. Und wir beschlossen, uns das mal anzusehen.
Züchter:
Die Züchterin war zwar etwas schrullig (und ehrlich gesagt erinnere ich mich an die Bedingungen dort nicht mehr so richtig), und sie gab ihre Katzen nur an bestimmte Sternzeichen ab (keine Waagen oder Skorpione!), aber am Ende waren wir so begeistert vom Wesen der Hl. Birmas, dass wir uns für einen kastrierten Kater entschieden, vier Jahre alt, Pierre-beau (meine Oma taufte ihn gleich mal in Peterl um). Wir hatten noch nie so viel Geld für eine Katze ausgegeben (also nur für die Anschaffung). Wir hätten auch nie über eine Rassekatze nachgedacht, hätte uns das Tierheim keine Absage erteilt.
Fazit:
Meine Oma und der Kater lebten 5 Jahre zusammen, total süß die zwei. Er schlief in ihrem Bett, sie spielten, schmusten und waren ein Herz und eine Seele.
Als meine Oma dann 2001 mit 91 Jahren gestorben ist (in ihrer Wohnung, erstickt am Lungenödem), da hat sie gleich nach dem Notruf die Tür aufgemacht und den Katzenkorb offen rausgestellt, damit der Kater sich darin verstecken kann. Nachdem dann der Notarzt meine im Flur verstorbene Oma wieder ins Bett gelegt hatte (die Tür war auf, Rettungskräfte sind rein und raus) und wir dazu kamen, fanden wir den Kater mit traurigem Blick in seinem Katzenkorb, ganz still und brav lag er da und harrte der Dinge. Er hätte abhauen können, aber er hat gewartet.
Wir haben ihn dann wie versprochen zu uns geholt. Der arme Kerl hatte es dann doppelt schwer: die Umstellung, meine Oma weg und dann auch noch eine Kätzin, die ihn erst mal nicht akzeptieren wollte.
Letztes Jahr mussten wir ihn einschläfern lassen, weil er immer dürrer wurde, ständig Durchfall hatte und auch Schmerzen, wir wissen nicht woher, aber irgendwann mussten wir ihn gehen lassen. Aber bis zu seinem Tod hatte er nach der Eingewöhnungsphase schöne Jahre in unserem Haus, da auch meine Eltern an seinem lieben Wesen einen Narren gefressen hatten.
Nach seinem Tod habe ich meinen Eltern wieder eine Hl. Birma, diesmal von einer Züchterin aus Kallmünz (b. Regensburg), besorgt, diesmal eine Kätzin, auch vier Jahre alt und genauso menschenbezogen und verschmust. Lenja und die nun 11 Jahre alte Kätzin (die auch bei Peterls Einzug schon zickte) verstehen sich nun einigermaßen (sie lassen sich in Frieden, sagen wir es mal so, ab und an spielen sie sogar miteinander), aber am liebsten ist Lenja bei meinen Eltern und fühlt sich "katzenwohl" ;-) Sozusagen ein Happy End...
Tierhilfe:
Meine eigene Katze habe ich von der Tierhilfe, weil das Tierheim Regensburg mir keine Katze geben wollte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine 1-Zimmer-Wohnung, stand aber kurz vor dem Umzug in eine 3-Zimmer-Wohnung. Trotzdem, keine Chance.
Da rief ich bei der privaten Tierhilfe an (Nummer stand in einer Zeitungsanzeige) und die Dame (die sich sehr intensiv nach meinen Katzenhalterkenntnissen und -umständen erkundigte und mir nach der Vermittlung auch einen Kontrollbesuch abstattete) meinte, sie hätte zwei Katzen (eigentlich drei, eines war ein Geschwisterpärchen), die auf mich passen könnten. Wir fuhren also gemeinsam zu den Pflegefamilien. Und in die einzelne, getigerte Katze verliebte ich mich auf den ersten Blick. Die Geschichte, vom anfänglichen Hass auf Menschen bis zum heutigen Dream-Team könnt ihr ja auf meiner Seite lesen, aber besser hätte es nicht werden können, trotz viel Energie und Mühe, die wir beide aufwenden mussten.
Das andere Katzenpärchen hätte mich schon auch gereizt, zumal ich immer eine schwarze Katze wollte (beide waren schwarz-weiß) und eh ein Pärchen. Aber Liebe auf den ersten Blick kann man halt schlecht überbieten ;-)
Aber Gott sei Dank ist meine Kleine so eine Liebe, dass sie sich mit anderen Katzen super versteht, daher wird einer zukünftigen Vergesellschaftung außer meiner momentanen finanziellen Situation sonst nichts im Wege stehen...
Also noch mal Happy End...;-)