Vogelpflegestation

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  • Vogelpflegestation Beitrag #21
Urizen,

ich sehe, Du verstehst mich. Danke. Das ist genau das, was ich den Leuten immer erklären muss. Ich bin kein Tierarzt und ich kann nicht in die Tiere reinschauen. Ich kann nicht mehr als das tun, was in meiner Macht steht. Ich kann dem Vogel alle Möglichkeiten geben----aber packen muss er es! Zaubern kann ich nicht und das ist auch gut so.

Ich mache alle Vögel.... Hatte in den letzten 3 Tagen div. Anrufe wegen junger Amseln. Die geben Vollgas. Sind anscheinend schon fast fertig, also schon Aestlinge. Bisher konnte ich die Leute überzeugen, sie wieder in den Garten zu den Eltern zu setzen. Mal schauen, wie es weiter geht.

Der Kauz frass bisher nicht selber.... Habe ihm ein Kücken in Stücken verfüttert, dazu ein Präparat, um die ganzen Vitalfunktionen in Schuss zu bekommen (Amynin). Er ist vitaler, guckt, weicht auch aus, flattert schon mal weg. Dennoch wirkt er sehr kraftlos und guckt oft nur ins Leere. Gehe abends wieder raus, Futter bringen. Mal schauen, wie es geht. Hoffentlich überlebt er. Aber eben, auch hier wieder----man kanns nicht wissen. Wer weiss, was in ihm drinnen noch alles kaputt ist... :?
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #22
Hallo kleiner Falke,

ich find es toll, dass du dich so um die Wildvögel kümmerst.:023:

Dem hübschen Waldkauz scheint es jedoch wohl richtig schlimm erwischt zu haben, auch wenn er schon um einiges Lebhafter zu sein scheint... meinst du nicht, dass ein Tierarzt mal drauf schauen sollte? Vielleicht hat er wirklich sich ernsthaft was getan und hat schmerzen.:(



Liebe Grüße
Susan
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #23
Hallo Susan

Das Problem ist: selbst die Tierärzte können in so einer Situation nicht helfen. Denn für diesen Wildvogel ist ein erneutes Einfangen und Transportieren, in einer Praxis im Wartezimmer sitzen, derart Stress, dass ich ihm dies nur ungern antue.

Bei Verletzungen an den Flügeln (Brüche) oder auch an den Beinen (Brüche), da gehe ich zum Tierarzt um einfach mit einem Röntgenbild Klarheit zu erhalten, was genau los ist und ob der Bruch überhaupt "geflickt" werden kann.

Man muss ja immer berücksichtigen, dass dieses Tier nachher wieder in freier Wildbahn überleben können muss! Es soll kein Gehegevogel werden.

Bei Kopfverletzungen, da kann auch ein Tierarzt nichts machen. Und innerer Verletzungen, die sieht er auch nicht. Da müsste er Blut nehmen, dies untersuchen, dazu muss er aber auch noch die Daten von Wildvögeln haben und das haben (zumindest in meiner Umgebung) die wenigsten.

Im Gegenteil: ich habe hier oft sogar das Problem, dass die Tierärzte MICH kontaktieren, wenn sie einen Wildvogel erhalten, weil sie nicht wissen, was sie mit ihm machen sollen.... :?

Ich glaube, da seid Ihr in Deutschland einfach besser dran. Die Schweiz hinkt wieder mal... :eusa_shhh:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #24
'Nabend!
Versteh dich sehr gut,glaub ich.
Und auch Ärzte können in einen Autoanflugvogel nicht reingucken.
Amynin hätte ich auch gemacht,als aller erstes-am Anfang auch einfach NaCl...damit so 'n Tier erstmal Flüssigkeit hat und der Kreislauf wieder hochkommt.

Tja..und da hört's dann ja auch bald auf...was Abschwellendes noch,wenn Verdacht auf Trauma besteht und viel mehr könnte 'n Doc auch nicht machen.

Wie du schon sagst: Schaffen muss er es allein-ist immer wieder schwierig Findern das beizubringen.

Deinem Beitrag entnehme ich,dass du von aus Mitleid flugunfähig in Volis gehaltenen Greifen auch nichts hälst und Oberstes Ziel immer die Auswilderung ist?

Das wär nämlich toll,denn mit der Meinung steht man oft allein da.

Und nein,nicht nur in der Schweiz hat man unfähige Ärzte-mich hat mal 'ne Tierklinik wegen 'nem Kauz angerufen,den sich niemand dort traute auch nur anzufassen,geschweige denn mal den zu untersuchen.:roll:

Gruß

Urizen


Edit:
Ich war gerade auf deiner Homepage-um Himmelswillen,wie bist 'n du an Schneeeulen gekommen?
Oder hast du die Bilder woanders gemacht?
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #25
Urizen: genau, so sehe ich das! Meine Station ist eine VogelPFLEGESTATION, kein Dauerlazarett!




Neues aus der Station:

Gestern eine junge Amsel erhalten. Katzenopfer. War wenige Stunden später tot! Katzenopfer, einmal mehr. Haben kaum Chancen.

Der Kauz ist fragwürdig. Sass nun immer am Boden, hatte schon Fliegen am Schnabel (holten Futterreste). Frisst aber gut, wenn ich das Futter in den Schnabel gebe. Flog dann heute auch plötzlich durchs Gehege und landete auf dem obersten Pfosten. Kraft hat er also. Irgendwie seltsam.... Sass dann dort oben sehr aufmerksam.
Gingen dann 4 Stunden mit den Hunden, abends sass er immer noch dort oben.... Mal abwarten.
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #26
Das ist ja mal ein interessanter Thread!
Ich Finde so etwas ja auch total spannend! Also wildvögel <3
Off-Topic
Vogelküken sind doch total süß! Also ich mag die nackigen kleinen Wesen total <3
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #27
Off-Topic
Pssssssssst, Dondon, erwähn das nicht.... Sonst krieg ich dann doch noch Bilder-Verbot... :mrgreen:
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #28
Off-Topic
Ich bin ja eher die Ausnahme und Eulen züchten??? Unmöglich:)
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #29
kleiner Falke ich bin wirklich schockiert über deine Aussage und ich finde es alles andere als richtig, dass du direkt zu solchen Mitteln greifst.
Wenn es in deiner nähe Pflegestationen gibt, die solch gehandicapte Vögel auch Dauerhaft bei sich aufnehmen und du keinen Platz für solche Tiere hast, warum bringst du sie nicht gleich dort hin?
Ich habe mir deinen Beitrag wirklich mehrmals durchgelesen, dennoch habe ich den oberen Teil nun editiert, nicht zuletzt, weil das von dir genannte Mittel zur Tötung nicht mehr zulässig ist!


Liebe Grüße
Susan
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #30
Liebe Susan

Es tut mir sehr leid, dass Dich unsere Regeln in der Schweiz betreffend Pflege verletzter Greife so schockiert haben.... ich werde dies bei Gelegenheit unserem Kantonstierarzt und dem BUWAL gerne mitteilen, allerdings befürchte ich, dass es sie nicht allzu sehr interessieren wird... :?

Ich befolge klare Richtlinien und glaub mir, eine Bewilligung für so eine Pflegestation bekommt man nicht einfach, wenn man mal nett lächelt! Neeeee...

Unten habe ich Dir einen kleinen Text kopiert, ein Auszug aus den "Richtlinien zur Haltung von Greifvögeln".

Punkt 4.2.2: Vögel, die ihre Flugfähigkeit nicht wiedererlangen und die nicht wieder- ausgesetzt werden können, sind zu töten oder im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bereich Wildtiere, zu Zuchtzwecken oder zur Haltung an eine anerkannte Fachperson oder Insti- tution abzugeben.

Auf meine explizite Anfrage beim Kanton, wie ich denn, als Nicht-Tierarzt, die Vögel töten kann, kam ganz klar die Antwort: Chlorophorm! Sorry, ist so.

Und betreffend zu Zuchtzwecken einsetzen: machen sie nur mit sehr seltenen Arten. Um die Bewilligung zu erhalten, einen Vogel so weiterzugeben, braucht es sehr viel, glaub mir!

Falls es Dich tatsächlich so sehr interessiert oder Du mir nicht glaubst (was schade wäre) kann ich Dir gerne die komplette pdf dieser Richtlinien zusenden.... Habe Dir so oder so noch ne PN geschickt!

Gruss
Danae
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #31
Hallöchen!
Ähm..hab ich hier was überlesen?
Chlorophorm?

Ansonsten @ Amber:

Gehandicapte Vögel behalten,meinst du?
Ich möchte ganz ehrlich sein: Das halte ich für absolut unsinnig.
Bei 'ner Gans oder Ente kann das angehen-die kann auch flugunfähig schön in Gefangenschaft auf einem Teich herumdümpeln und noch ein nettes Leben führen.

Einem Greif tut man mit Mitleid keinen Gefallen-diese Tiere müssen Fliegen-alles andere ist wider ihrer Natur.
Und ein solches Tier behalten,nur weil es ja auch ein Recht auf Leben hat und es da die nächsten 20 oder 30 Jahre in einer Voli versauern lassen,wo es definitiv psychisch abbauen und innerlich sterben wird...hast du so einen Vogel schonmal erlebt?
Das ist schlimmer als Euthanasie.
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #32
ich habe mich mit kleiner Falke bereits per Pn ausgetauscht.

Privat halten kann man solche großen Wildvögel natürlich nicht, dennoch bin ich der Meinung, wenn die Möglichkeit besteht, dass das Tier zu jemandem kommen könnte bei dem es ein Ansatz weise Artgerechtes Leben führen könnte (richtig mit Aufgaben und Artgenossen) dann sollte man dies auch versuchen.
Beim kleiner Falke besteht jedoch ein anderes Problem, was ich vorher nicht wusste und für ihre Situation habe ich jetzt auch vollstes Verständnis, da bei ihr alles richtig verläuft.

Wie gesagt haben wir uns ausgetauscht und ich habe es ihr zwar schon bereits geschrieben, dennoch tut es mir hiermit sehr leid, dass ich zu vorschnell gehandelt habe.:uups:



Liebe Grüße
Susan
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #33
Achso...ja,dann kann ich den Schriftwechsel ja auch gar nicht verstehen...

Ich bleibe bei meiner Meinung:
Artgerechte Haltung eines flugunfähigen Greifvogels ist nicht möglich.
Das ist,als wolle man einen Hochleistungsflieger wie den Mauersegler in einer Voliere halten.
Für das Tier ist es eine Qual.

Anyway-meine Meinung,meine Erfahrungen mit der Sache.

Ein Thema über das man stundenlang diskutieren könnte-belassen wir es hierbei.

Gruß

Urizen

PS: Hab den ersten rachitischen Amselnestling in privater Pflege-wurde auch mal Zeit,dass ich wieder was zum Päppeln kriege..;)
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #34
Hallo zusammen

Alles klar, alles gut. Mit Amber habe ich mich, wie sie bereits schrieb, ausgetauscht, alles gut. ;)

Nach wie vor, bin ich der Meinung, Wildvögel, die schwere, unheilbare Verletzungen haben, nicht einfach zu behalten. Da stimme ich Urizen nach wie vor zu, das ist kein Leben für so ein Tier! Das mache ich nicht, kommt für mich, nicht nur aus ethischen Gründen, auch nicht in Frage. Ich kann nur nochmals erwähnen, was ich oben schon schrieb: wenn keine Chance auf Wiederauswilderung besteht, dann kommt für mich, bis auf wenige Ausnahmefälle, nur die Euthanasie in Frage. Ich habe auch mal einen Wanderfalken, mit schlecht verheiltem Flügelbruch einem Falkner weitergegeben und dem Tier geht es dort gut. Dies ist aber für mich eine Ausnahmesituation. Oder auch ein Singvogel, wenn nun der kleine Grünfink nicht mehr 100% fliegen kann und die Kollegin ihn mit ihren Kanarienvögeln, die eine riesen Voliere haben, vergesellschaften kann, dann ist das sicher ok.... Aber viele andere Vögel, voralem Tag- und Nachtgreife, die haben ein solch trauriges Schicksal hinter Gittern nicht verdient.

Und ja, das ist leider so, wenngleich diese Lösung für mich auch nicht optimal ist, leider arbeite ich mit Chlorophorm. Um an andere Mittel heranzukommen, fehlt mir das Veterinairpatent, ich bekomme auch keine Zulassung für andere Medis als eben das Chlorophorm. Falls aber hier jemand wirklich noch was anderes vorschlagen kann, was für mich, auch ohne Zulassung, gehen könnte, dann bitte meldet es mir (Urizen?) Ich bin sehr offen für andere Mittel. Nur, ich kann halt auch nicht jeden Piepmatz, den ich erhalte, immer zum nächsten Tierarzt fahren und dort dann, nach 30 Minuten Wartezeit im Wartezimmer mit bellenden Hunden und mauzenden Katzen, "korrekt" einschläfern lassen. Dies passt dann für mich auch nicht mehr, rein ethisch. Ist für das Tier unnötiger Stress.
Und bitte berücksichtigt auch, dass ich in der Schweiz zu Hause bin. Ich denke, die Schweiz ist in vielerlei Hinsicht um einiges strenger als Deutschland.


So, nun aber noch zu den, leider, traurigen News aus der Station:

Ich war über Ostern ein paar Tage weg, meine Stellvertretungen haben sehr gute Arbeit geleistet.
Als ich am Donnerstag abend das letzte Mal noch dort war, ging es beiden Kauzen gut, beide haben gefressen.
Am Freitag abend rief mich dann die Kollegin an und meinte, der rote Kauz habe ein Problem mit dem linken Bein (die Seite, wo er auch das Auge lange nicht aufmachen wollte). Es wurde dann ein Piketthabender Zootierarzt geholt, der doch einige Erfahrung mit Wildvögeln hat. Er meinte dann, es kann gut sein, dass der Vogel, bei seinem Autounfall einen Schlag seitlich erhalten hatte und diesen auch das Bein, bzw, das Gelenk insofern beschädigte, dass man lange nichts bemerkte, das Gelenk aber dennoch verletzt war und er nun eine blöde Bewegung (was auch immer?!) gemacht hatte----er hatte nun das Bein ausgekugelt.
Der Tierarzt sah sich alles gut an, nahm den Vogel auch noch mit zum Röntgen und meinte, da bleibe leider nur das Einschläfern.... :(

Schade, um den wunderschönen Kauz. Er hatte sich in den letzten Tagen wirklich toll entwickelt! Aber eben, das ist das harte Leben einer Vogelpflegestation....

Und ja, meine Kollegin bekam dann auch noch 2 junge Amseln (von 2 Orten), die leider auch beide in der ersten Nacht verstarben. Die eine hatte eine Katze gebracht, diese Vögel haben leider, (kann ich aus 5 jähriger Erfahrung sagen) kaum Chancen.
Die andere war in einer Waschküche gefunden wurden, war anfangs total munter, lag dann aber am nächsten Morgen doch tot im Nest.... "seufz"
Ja, ja, mal schauen, wieviele Jungvögel wir in diesem Frühling durchbekommen.... :? es ist immer sehr schwierig....
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #35
News aus der Station

Momentan bin ich gerade 3 Jungspatzen am Aufpäppeln. Drückt mir die Daumen, dass sie durchkommen.

Und: morgen (Mittwoch) Nachmittag habe ich einen Termin mit dem Veterinäramt. Werde dort einige Dinge ansprechen um wirklich mal Klarheit zu erhalten, unter anderem sicher auch das Thema Chlorophorm.
Halte Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden...
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #36
Hallo, ich melde mich wieder mit Neuigkeiten:

den 3 Spatzen geht es gut, dazu kam nun noch eine Kohlmeise. Ein Aestling, dumme Sache, die hätte die Frau besser gelassen wo sie ist, die wäre von den Eltern versorgt worden. Kann auch bereits recht gut fliegen, frisst aber noch nicht alleine. Ist immer ne dumme Situation. Vor mir als Mensch hat sie doch etwas Angst, nimmt Futter aus der Hand also nur zögerlich und füttern ist immer Stress. Alleine fressen kann sie aber auch noch nicht.... Blöd...
Das die Leute aber auch immer alles einpacken müssen. :roll:

Hatte auch diverse Telefonate in den letzten Tagen, vorallem wegen Jungvögeln. Und konnte zum Glück viele Leute davon überzeugen, dass man Aestlinge dort lassen soll, wo sie sind, sofern sie nicht wirklich in akuter Lebensgefahr sind! (dazu gibt es ja auch mehr als genügend Merkblätter)


Dann hatte ich gestern noch den Termin beim Kantonstierarzt (meiner oberen Instanz, meinem Bewilligungsgeber!)

Punkt 1 Chlorophorm, habe ich natürlich angesprochen. Der Vet meinte, es sei tatsächlich die bisher empfohlene Variante, da alles andere einfach andere Voraussetzungen an die Personen braucht (Tierarztausbildung). Allerdings wird er sich noch schlau machen, was es sonst für Lösungen gibt, ich erwarte diesbezüglich in den nächsten Tagen (so wie ich den kenne wohl eher Wochen....) eine Mail!
Die eine Dame vom Tierschutz, welche auch anwesend war, meinte, sie würden die Tiere mit Co2 töten. (sie fand das super). Der Tierarzt winkte nur ab und meinte, das sei auch nicht besser als Chlorophorm, im Gegenteil, Chlorophorm habe wohl sogar noch eine leicht betäubende Wirkung, daher bekommen die Vögel da sogar noch weniger mit als bei Co2.

Punkt 2: Pfleglinge: Die Idee war, dass ich nur noch bei sehr seltenen Arten Entschädigungen vom Kanton erhalten soll. Da bin ich dann aber auf die Hinterbeine gestanden. Nach langem Hin und Her und vielen sehr heissen Diskussionen sind wir so verblieben, dass ich nun einfach eine feste Summe jährlich erhalte (die wird aber nicht hoch sein, vermutlich sogar nur im 3 stelligen Bereich... :(, da muss ich das Geld halt selber aufteilen und, so sagte der Tierarzt sehr spöttisch, sei es dann halt mein Problem, wenn ich das Geld in junge Amseln oder gar Krähen (die im Winter eh gejagt werden dürfen, weil es halt zuviele geben soll....) "verschwende".

Harte Worte, das kann ich Euch sagen. Da ich es aber ethisch auch nicht vertreten kann, einer Person, die mich anruft wegen einem Spatz, zu sagen "ja sorry, den nehme ich nicht, lassen sie den halt sterben, gibt eh genug---fragen sie den Kantonstierarzt, der hat das gesagt", werde ich nach wie vor alle Vögel aufnehmen und muss halt schauen, wie ich das finanziere! Gut, aber das ist auch ok, so kann ich den Leuten auch endlich klar kommunizieren und ihnen auch Facts auf den Tisch legen. Beispiel: ich bekomme vom Kanton pro Jahr eine Pauschale von CHF 800.--, das reicht mir gerade als Futtergeld für 4 Monate, den Rest muss ich selbst finanzieren. So, dies ist dann für die Leute aber auch klar, dann sind sie auch gerne bereit, etwas zu spenden.

Fakt ist. Krähen sind ein Sonderfall. Da ich auch unter dem Patronat des Gymnasiums stehe (Volieren stehen in einer Gymnasiumsanlage) muss ich mich auch an die Regeln vom Gym halten. Die sind der gleichen Meinung wie der Kanton. Keine Krähen!

Und daran muss ich mich halten, ich kann nicht den Krähen helfen, dadurch die Bewilligung verlieren, kann dann gar keinem Vogel mehr helfen.
Da helfe ich lieber den Krähen nicht direkt, kann dann aber allen anderen Vögeln helfen. Keine leichte Entscheidung, aber alles aufs Spiel setzen wegen 5 junger Krähen pro Jahr das will ich dann echt auch nicht! Sorry. Ich mag Krähen. Habe auch schon diverse aufgezogen. Ich weiss aber auch, was für Probleme dies bringt, wenn man zahme Krähen in der Nachbarschaft hat. Die können wirklich zur Plage werden!!

Aber bevor ihr mich nun auseinander nehmt: ich bin ja weiterhin auch in der Storchenstation Möhlin mit dabei. Ist ein anderer Kanton, und die haben andere Regeln, sie dürfen Krähen nehmen. Also schleuse ich einfach alle Krähen nach Möhlin durch.... :mrgreen: Denn die, die bekommen sogar für Krähen Entschädigung! :cool:

Diesbezüglich habe ich am Samstag eine Sitzung. Mal schauen, wie wir hier verbleiben. Halte Euch da sicher auch auf dem Laufenden (sofern es überhaupt jemanden interessiert :?)
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #37
Sorry,aber das ist ja jetzt mal für'n Ar***.

Keine Krähen...also ehrlich...immerhin hast du da 'ne Lösung.

Was die finanziellen Mittel angeht: Wer kennt das nicht..?:roll:
Ich hau die Leute auch immer an.
Über Futterspenden freut man sich immer oder seien es alte Handtücher und Näpfe.
Geld ist natürlich auch immer willkommen,aber ich hab die Erfahrung gemacht,dass die Leute sich bei Sachspenden richtig ins Zeug legen.
Da werden kartonweise Käfige und Handtücher geliefert,die man noch irgendwo stehen hatte und ich glaube,die Menschen haben dann das Gefühl "etwas Sinnvolles übergeben zu haben"-Geld ist nicht materiell genug.

Was die Euthanasiemethoden angeht,schreib ich dir gleich lieber 'ne PN..


Gruß

Urizen
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #38
glaub mir Urizen, der Typ ist wirklich ein A....
Aber irgendwo kann ich ihm ja nicht mal böse sein, denn er macht auch nur seinen Job und hat ebenfalls Weisungen von Oben. Da sind die ganzen Nationalräte, Ständeräte, das ist dann ein hoch brisantes politisches Thema.
Nun haben wir wenigstens einen Grünen drin (neu gewähnt), vielleicht ändert sich ja nun mal was in Sachen Naturschutz.

Der Kantonstierarzt ging gestern sogar soweit, dass er eine Zeitlang sogar ansprach, die Pflegestationen total schliessen zu lassen, da (seine Aussage), nur durch diese Station quasi der Bedarf geschaffen wird. So nach dem Motto: "wüssten die Leute nicht, dass es solche Stationen gibt, wo sie die Vögel loswerden, würden sie auch keine einsammeln...."
Nur, da wiederspreche ich, denn die sammeln trotzdem ein, bringen sie dann dem Zoo, den Tierärzten, dem Tierheim. Also sollte es wiederum auch in derem Interesse sein, meine Station zu unterstützen, damit sie entlastet werden.

Also Du siehst, hochbrisant, hochpolitisch----aber Du kennst das ja... :eusa_shhh:

Wegen Euthansie: freue mich über eine PN, danke.

Betr. Krähen: wie gesagt, habe da halt nicht "nur" meinen Bewilligungsgeben mit dem Messer im Rücken sondern auch noch den "Chef der Anlage", sprich, das Gymnasium auf dessen Gelände die Volieren stehen. Ich bin ein Querulant und habe keine Bedenken, meinen Weg zu gehen. Aber in Anbetracht der Situation, auch dass meine Station noch neu und daher etwas auf wackligen Beinen steht, muss ich mich vorab einfach zurückhalten und die Zeit für mich arbeiten lassen.... Wenn die Station mal einige Zeit gut lief, dann kommt auch keiner mehr kontrollieren, dann kann auch mal ne Krähe in der Anlage sitzen.... Wir verstehen uns?! ;)
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #39
Nee, um Himmelswillen lehn dich da bloß nicht auf.
Wenn da wer Macht über dich hat,scheut er sich auch nicht,diese auszunutzen.

Aber eine Frage hab ich da:
Gilt das für alle Krähen?

Saatkrähen beispielsweise stehen in Deutschland unter Artenschutz,Kolkraben auch.
Was ist mit Hähern und Elstern?

Oder ist das Verbot jetzt nur auf die Standard-Rabenkrähe bezogen?

Gruß
 
  • Vogelpflegestation Beitrag #40
habe mich eben auch gewundert. Er hat das auf ALLE Rabenvögel bezogen.

Gut, die Chance auf einen Kolk besteht kaum, den würde ich aber sicher nehmen!

Saatkrähen sind auch bei uns geschützt, klar. Das Problem ist, dass unser lieber Herr Obertierarzt ornithologisch ne absolute Pfeife ist. Und der Hauswart der Anlage auch. Heisst, egal ob ich ne Saat oder ne Rabenkrähe in der Anlage habe, für den ist das einfach ne Krähe, punkt.
Also muss ich aufpassen.

Elstern und Häher sind eigentlich auch dabei. Wobei ich da vielleicht noch eher ne Ausnahme mache. Je nach Situation halt.

Wenn mir einer eine Elster bringt, die eine Hirnerschütterung hat und 2 Tage Ruhe braucht, dann nehme ich die. Schau auf meiner Homepage, da hatte ich auch schon einen Häher. Also da bin ich dann je nach Situation schon recht strikt und lasse mir auch nicht sagen, dass ich sie nicht nehmen darf.

Es geht in erster Linie halt auch um die Jungvögel, die man aufpäppeln sollte. So ne junge Rabenkrähe (aber auch Saatkrähe) die wird dann halt zahm, sucht Kontakt zum Menschen und in einer Schulanlage----da hat die das Paradies.
Das ist eben auch der Konflikt mit der Schule... :?

Wir hatten in Möhlin eine junge Rabenk. aufgezogen, die war total zahm. Haben sie ausgewildert, 3 Stunden später brachte sie einer wieder. Sie war im Schwimmbad gewesen und hatte den Leuten die Taschen ausgeräumt und die Kinder erschreckt... :mrgreen:

Wir behielten sie 1 Tage, dann liessen wir sie wieder raus. 2 Tage war Ruhe, dann hörten wir Gezeter vom Kinderspielplatz hinter der Anlage. Kam eine Frau panisch angerannt, da sei ein Rabe, der würde die Kinder picken... Naja, kannst Dir ja vorstellen, welcher das war...

Irgenwdann haben wir sie in der Pampa im Wald rausgelassen. Da war Ruhe...
 
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