- Vogelpflegestation Beitrag #601
kleiner Falke
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nach Kühle sieht es hier leider nicht aus... Fürs Wochenende haben die bis 38 Grad gemeldet, das ist ja fürchterlich. :shock: Gewitter sollte es geben, sie ziehen aber bei uns immer vorbei.
Momentan habe ich aber erstaunlicherweise keine neuen Segler erhalten. Bzw. doch, gestern, ein Altvogel. Der wurde mir gebracht, in der Annahme, es sei ein Junger. Auf meine Frage am Telefon, ob er helle Flügelumrandungen habe: JA!
Ja, wo? Ich hab die nicht gesehen, klar, war ja ein adultes Tier. Manchmal frage ich mich schon, was die Leute so schauen... Auf jeden Fall haben wir dem Grossen dann eine Starthilfe gegeben und der zischte ab wie ein Pfeil! :lol: Gut so, kann er seine Jungen weiterhin versorgen.
Die Pfleglinge in meinem "Job" sind ja immer das eine. Aber das Schlimmste sind die Anrufe. Das Telefon klingelt teilweise ununterbrochen. Man kommt zu nix. Ich starte 4 Anläufe mit Seglerfüttern, jedes Mal klingelt es wieder und ich muss unterbrechen. Irgendwann reicht es dann auch, ich unterbreche nicht, jetzt gibts Futter. Wollt Ihr ein paar Musteranrufe? Bitte schön. :lol:
[VERSTECK]- guten Tag, ich habe die Nr. von der Homepage. Ich hab ein Problem mit einem Spatz.
- ok, wie kann ich ihnen helfen, was genau ist das Problem?
- naja, ist ein Junger?
- was heisst das genau? Befiedert, nicht befiedert?
- ja, ja, komplett befiedert, hüpft auch rum und flattert.
- ok, sie haben meine Homepage gelesen?
- Ja?
- haben sie den Abschnitt mit den Aestlingen auch gelesen?
- Ja.
- warum rufen sie mich denn an?
- öööööööh, stotter, stotter... Ja, ich weiss schon, aber ich wollte den halt nicht einfach wieder raussetzen...
Nächster Anruf:
- Guten Abend. Ich habe ein Problem. Da steht ein Storch auf der Wiese.
- Guten Abend. Ok. Und wo ist das Problem? Steht er im Storchenverbot?
- "stille". Ööööööh, nein.
- ok, wo ist das Problem?
- naja, der steht halt nur so da rum.
- Ja, dann lassen sie ihn doch stehen. Bei der Hitze geht der nicht joggen...
- aber der geht halt nicht weg.
- wo soll er hin?
- ja, aber der steht schon seit 3 Stunden
- aber er steht?
- ja, er steht.
- wie nahe waren Sie schon an ihm dran?
- gar nicht, ich bin mit dem Auto durchgefahren...
Nächster Anruf:
- wow, endlich erreiche ich mal jemanden hier! (korrekt, keine Anrede, es ging gleich so los, den Ton kann ich schriftlich leider nicht imitieren, aber glaubt mir, er war sehr patzig!)
- guten Tag, Schwegler mein Name, mit wem habe ich es bitte zu tun und wie kann ich ihnen den Tag verschönern?
- ich hab einen Vogel (ok, das hätte ich jetzt auch so gemerkt aber etwas anders rum...)
- ja, was für einen?
- keine Ahnung. So ein grosser, brauner.
- ok, und wie kann ich ihnen jetzt helfen?
- naja, also ich hab ihn nicht wirklich. Aber der sitzt halt im Wald und fliegt nicht weg.
- ok. Und wo im Wald?
- (nun folgt eine 10-Minütige Beschreibung eines Waldes, 50 km meines Wohnortes entfernt wo ich noch nie war)
- gut, und wie kann ich ihnen nun helfen?
- naja, ich gehe mal davon aus, dass Sie diesen Vogel nun fangen gehen, oder?
Tja, da hatte der gute Herr sich leider getäuscht... Diese Kapazitäten habe ich definitiv nicht!
Nächster Anruf:
- guten Tag,ich hab nen jungen Spatz.
- ok, wie alt? Schon befiedert?
- ja, ja, hüpft und flattert und die Eltern haben ihn auch gefüttert aber es hat halt soooooo viele Katzen, ich wollte ihn wegnehmen.
- das ist nett gemeint, hilft aber nicht. Was Sie gemacht haben ist Kindsentführung, setzen sie das Tier bitte wieder am Fundort aus!
- nein, das kann ich nicht.
- bitte tun Sie es. Alles andere hilft dem Tier nicht.
- nein, ich kann das nicht. Sie müssen den nehmen.
- nein, ich muss gar nichts und ich werde den nicht nehmen. Ich unterstütze Entführungen nicht. Wenn sie helfen wollen, dann verscheuchen sie die Katzen!
- nein, das geht nicht (dann hängte sie auf)
2 Stunden später:
- guten Tag, ich bin es nochmals mit dem Spatz. Er frisst nicht.
- ich sagte ihnen, bitte wieder raussetzen.
- nein, das mache ich nicht.
- gut, und jetzt, was erwarten sie von mir?
- dass sie ihn holen und sie können den sicher füttern.
- nein, kann ich nicht. Das ist ein Aestling, der steht bei ihnen grad Todesängste aus und sucht seine Eltern, bitte setzen sie ihn zurück.
- nein, das mache ich nicht. Ich werde ihnen den vorbei bringen.
- nein, werden sie nicht. Ausserdem bin ich nicht zu Hause, ich bin auf der Arbeit.
Stille am anderen Ende, sie hatte abgehängt.
3 Stunden später, Erhalt eines SMS.
Frau Schwegler, ich war bei ihnen aber sie haben nicht aufgemacht. Ich habe den kleinen Spatz nun vor die Türe in den Busch gesetzt. Ich finde es eine Schweinerei, dass sie mir nicht geholfen haben. [/VERSTECK]
Jou, so geht das hier tagtäglich. Ich glaube, ich sollte ein Buch schreiben. :lol:
Der kleine Eichelhäher hat es übrigens nicht geschafft. Futter wurde wieder hochgewürgt und ne hässliche braune Flüssigkeit hinterher. War wohl das Katzenfutter, was ihm der Tierarzt gegeben hatte... :roll:
Kara: ich finde es schön, dass Du den kleinen Gangstern Deine Deko zum Spielen zur Verfügung stellst. :004: aber sieh's positiv: solange sie mit der Deko beschäftigt sind, ärgern sie wenigstens keine anderen Vögel.
Unser ausgewilderter Eichi hat gestern einen Erdhaufen, den wir geschaufelt hatten (heben gerade einen zugetrockneten Weiher wieder aus) als ideales Depo für seine Nüsse angesehen. Der hat dann ganz schön dumm geguckt, als wir immer mehr Erde drauf schaufelten und seine Nüsse dann zu unterst waren. :lol: Der Kerl spricht übrigens wie ein Buch. Sitzt auf meinem Arm, döst (und ich kann nicht weiterarbeiten, haha). Kommt ne Fliege, summt um den keinen rum. Der öffnet die Augen, schnappt nach der Fliege, ich hör den Schnabel richtig knallen und denk noch, wow, zum Glück war mein Finger nicht dazwischen. Er erwischte die Fliege allerdings nicht und liess dann so ein richtig frustiertes, lautes Krächzen raus. Ehrlich, der hat geflucht! "verdammt, Fliege nicht erwischt!" :lol: Ich hab Tränen gelacht. Wahnsinnig intelligente Tiere, absolut genial.
Und öhm, nein, es ist nicht so, dass ich jetzt grad keine Vögel habe und Euch zutexten möchte. Aber ich bin auf Arbeit und habe keine, also dachte ich mir, nutze ich die Zeit, Euch etwas Einblich in mein "Tun" zu geben.
Momentan habe ich aber erstaunlicherweise keine neuen Segler erhalten. Bzw. doch, gestern, ein Altvogel. Der wurde mir gebracht, in der Annahme, es sei ein Junger. Auf meine Frage am Telefon, ob er helle Flügelumrandungen habe: JA!
Ja, wo? Ich hab die nicht gesehen, klar, war ja ein adultes Tier. Manchmal frage ich mich schon, was die Leute so schauen... Auf jeden Fall haben wir dem Grossen dann eine Starthilfe gegeben und der zischte ab wie ein Pfeil! :lol: Gut so, kann er seine Jungen weiterhin versorgen.
Die Pfleglinge in meinem "Job" sind ja immer das eine. Aber das Schlimmste sind die Anrufe. Das Telefon klingelt teilweise ununterbrochen. Man kommt zu nix. Ich starte 4 Anläufe mit Seglerfüttern, jedes Mal klingelt es wieder und ich muss unterbrechen. Irgendwann reicht es dann auch, ich unterbreche nicht, jetzt gibts Futter. Wollt Ihr ein paar Musteranrufe? Bitte schön. :lol:
[VERSTECK]- guten Tag, ich habe die Nr. von der Homepage. Ich hab ein Problem mit einem Spatz.
- ok, wie kann ich ihnen helfen, was genau ist das Problem?
- naja, ist ein Junger?
- was heisst das genau? Befiedert, nicht befiedert?
- ja, ja, komplett befiedert, hüpft auch rum und flattert.
- ok, sie haben meine Homepage gelesen?
- Ja?
- haben sie den Abschnitt mit den Aestlingen auch gelesen?
- Ja.
- warum rufen sie mich denn an?
- öööööööh, stotter, stotter... Ja, ich weiss schon, aber ich wollte den halt nicht einfach wieder raussetzen...
Nächster Anruf:
- Guten Abend. Ich habe ein Problem. Da steht ein Storch auf der Wiese.
- Guten Abend. Ok. Und wo ist das Problem? Steht er im Storchenverbot?
- "stille". Ööööööh, nein.
- ok, wo ist das Problem?
- naja, der steht halt nur so da rum.
- Ja, dann lassen sie ihn doch stehen. Bei der Hitze geht der nicht joggen...
- aber der geht halt nicht weg.
- wo soll er hin?
- ja, aber der steht schon seit 3 Stunden
- aber er steht?
- ja, er steht.
- wie nahe waren Sie schon an ihm dran?
- gar nicht, ich bin mit dem Auto durchgefahren...
Nächster Anruf:
- wow, endlich erreiche ich mal jemanden hier! (korrekt, keine Anrede, es ging gleich so los, den Ton kann ich schriftlich leider nicht imitieren, aber glaubt mir, er war sehr patzig!)
- guten Tag, Schwegler mein Name, mit wem habe ich es bitte zu tun und wie kann ich ihnen den Tag verschönern?
- ich hab einen Vogel (ok, das hätte ich jetzt auch so gemerkt aber etwas anders rum...)
- ja, was für einen?
- keine Ahnung. So ein grosser, brauner.
- ok, und wie kann ich ihnen jetzt helfen?
- naja, also ich hab ihn nicht wirklich. Aber der sitzt halt im Wald und fliegt nicht weg.
- ok. Und wo im Wald?
- (nun folgt eine 10-Minütige Beschreibung eines Waldes, 50 km meines Wohnortes entfernt wo ich noch nie war)
- gut, und wie kann ich ihnen nun helfen?
- naja, ich gehe mal davon aus, dass Sie diesen Vogel nun fangen gehen, oder?
Tja, da hatte der gute Herr sich leider getäuscht... Diese Kapazitäten habe ich definitiv nicht!
Nächster Anruf:
- guten Tag,ich hab nen jungen Spatz.
- ok, wie alt? Schon befiedert?
- ja, ja, hüpft und flattert und die Eltern haben ihn auch gefüttert aber es hat halt soooooo viele Katzen, ich wollte ihn wegnehmen.
- das ist nett gemeint, hilft aber nicht. Was Sie gemacht haben ist Kindsentführung, setzen sie das Tier bitte wieder am Fundort aus!
- nein, das kann ich nicht.
- bitte tun Sie es. Alles andere hilft dem Tier nicht.
- nein, ich kann das nicht. Sie müssen den nehmen.
- nein, ich muss gar nichts und ich werde den nicht nehmen. Ich unterstütze Entführungen nicht. Wenn sie helfen wollen, dann verscheuchen sie die Katzen!
- nein, das geht nicht (dann hängte sie auf)
2 Stunden später:
- guten Tag, ich bin es nochmals mit dem Spatz. Er frisst nicht.
- ich sagte ihnen, bitte wieder raussetzen.
- nein, das mache ich nicht.
- gut, und jetzt, was erwarten sie von mir?
- dass sie ihn holen und sie können den sicher füttern.
- nein, kann ich nicht. Das ist ein Aestling, der steht bei ihnen grad Todesängste aus und sucht seine Eltern, bitte setzen sie ihn zurück.
- nein, das mache ich nicht. Ich werde ihnen den vorbei bringen.
- nein, werden sie nicht. Ausserdem bin ich nicht zu Hause, ich bin auf der Arbeit.
Stille am anderen Ende, sie hatte abgehängt.
3 Stunden später, Erhalt eines SMS.
Frau Schwegler, ich war bei ihnen aber sie haben nicht aufgemacht. Ich habe den kleinen Spatz nun vor die Türe in den Busch gesetzt. Ich finde es eine Schweinerei, dass sie mir nicht geholfen haben. [/VERSTECK]
Jou, so geht das hier tagtäglich. Ich glaube, ich sollte ein Buch schreiben. :lol:
Der kleine Eichelhäher hat es übrigens nicht geschafft. Futter wurde wieder hochgewürgt und ne hässliche braune Flüssigkeit hinterher. War wohl das Katzenfutter, was ihm der Tierarzt gegeben hatte... :roll:
Kara: ich finde es schön, dass Du den kleinen Gangstern Deine Deko zum Spielen zur Verfügung stellst. :004: aber sieh's positiv: solange sie mit der Deko beschäftigt sind, ärgern sie wenigstens keine anderen Vögel.
Unser ausgewilderter Eichi hat gestern einen Erdhaufen, den wir geschaufelt hatten (heben gerade einen zugetrockneten Weiher wieder aus) als ideales Depo für seine Nüsse angesehen. Der hat dann ganz schön dumm geguckt, als wir immer mehr Erde drauf schaufelten und seine Nüsse dann zu unterst waren. :lol: Der Kerl spricht übrigens wie ein Buch. Sitzt auf meinem Arm, döst (und ich kann nicht weiterarbeiten, haha). Kommt ne Fliege, summt um den keinen rum. Der öffnet die Augen, schnappt nach der Fliege, ich hör den Schnabel richtig knallen und denk noch, wow, zum Glück war mein Finger nicht dazwischen. Er erwischte die Fliege allerdings nicht und liess dann so ein richtig frustiertes, lautes Krächzen raus. Ehrlich, der hat geflucht! "verdammt, Fliege nicht erwischt!" :lol: Ich hab Tränen gelacht. Wahnsinnig intelligente Tiere, absolut genial.
Und öhm, nein, es ist nicht so, dass ich jetzt grad keine Vögel habe und Euch zutexten möchte. Aber ich bin auf Arbeit und habe keine, also dachte ich mir, nutze ich die Zeit, Euch etwas Einblich in mein "Tun" zu geben.