Sooo, sind eben wieder zurückgekommen. Was ein Stress, he :roll:
Glücklicherweise kamen wir schnell dran, das bin ich von Kliniken und Praxen auch anders gewöhnt

Einer der Klinikleitung und Internist hielt die Sprechstunde ab, Herr B. (ich schreibe den Namen mal nicht aus aber - wer suchet, der findet

). Ein wirklich super netter Kerl. Man merkte ihm auch eindeutig an, dass er recht großen Respekt vor der Op hat. Er fragte uns erstmal, wieso wir überhaupt da sind. Als wir ihm sagten, dass man darauf bestand, dass wir hier hinkommen, verdrehte er leicht die Augen *lach* Wobei er eben meinte, dass das schon richtig ist, wenn ein Fehler passiert, sind die die Gekniffenen.
Er erklärte uns alles sehr ausführlich. Die Diagnose sei von Gießen nicht besonders detailliert, da sie ja selber "nur" einen Ultraschall gemacht haben, der nicht so eindeutig ist, wenn man so eine Zappelnase auf dem Tisch liegen hat. Er meinte, er würde den Shunt eben vorher nochmal untersuchen, in Form einer Gewebeprobe, eines CT oder ein erneuter Ultraschall - alles würde aber Narkose bedeuten, da Hanna still halten müsste. Er wollte dafür zunächst einen separaten Termin machen, aber meine Eltern und ich waren uns schnell einig, dass sie das bitte zusammen mit der richtigen Op machen sollen. Einen Shunt gibt es ja mindestens, den sie operieren müssen und weitere können sie ja dann finden

Er stimmte zu, konnte es nachvollziehen, aber sagte eben, dass der Chirurg dann spontaner sein muss... nachdem er mir aber die Behandlung - die selber spontan verläuft - erklärte, sah ich da kein großes Problem.
Bei der OP selber sagte er mir etwas beruhigendes: Kein Hund mit Lebershunt ist bei ihnen je bei noch nach der OP daran gestorben. Es kann halt aber in 10% der Fälle passieren, dass man eine zweite OP braucht. Das hängt auch mit deren OP-Methode zusammen. Die operieren eigentlich recht spontan und tasten sich langsam heran, um zu sehen, ob der Druck zu stark ansteigt, wenn sie den Shunt leicht schließen. Wenn das passiert, kommt Flüssigkeit in den Körper - entsprechend müssten sie nochmal ran. Aber weil es eben so vorsichtig abläuft, haben sie bisher keine Todesfälle. Das sei mit den anderen Op-Methoden wohl nicht so super. Gerade in Gießen scheint man schon seit ein paar Jahren häufig mit deren Methode auf den Hintern gefallen zu sein. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Weiß jetzt nicht, wie gut die miteinander können, dass sich sich gegenseitig loben oder schlecht machen.
Der Aufenthalt wird relativ kurz, sofern es gleich beim ersten Mal klappt und wir haben auch sehr früh einen Termin bekommen. Am 3.1. bringen wir Hanna hin. Das ist ein Dienstag. Eigentlich wollte er uns schon einen Termin am 29.12. geben, sagte dann aber selber, dass er da nicht genug Zeit für Hanna hätte. Gegen Ende der Woche dürfen wir sie dann wieder abholen, wenn alles funktioniert hat. In Gießen muss der Hund wohl so lange bleiben, da der Hund aufgrund deren Op-Methode noch eine gute Woche Medis kriegen muss, die die Blutgerinnung aufhalten, damit der Shunt so besser zuwächst. Das müssen halt Ärzte und Pflegeleute machen. Aber die Methode wird ja nicht in Hofheim angewendet und Herr B. (der übrigens eine total abgefahrene Frisur hat, dass ich manchmal kaum zuhören konnte

) meinte eben auch, dass er die Tiere möglichst schnell zu den Besitzern bringen mag. Soll mir recht sein. 3-4 Tage sind schon lang genug *auf den Tisch hau*
Operieren wird ein Herr K. (ebenfalls in der Klinikleitung dabei). Hätte ich jetzt nicht mit gerechnet, denn auf der HP wurde sein Schwerpunkt anders vorgestellt, aber mir solls recht sein

Es wird wohl zunächst so ablaufen, dass Herr B. am Tag der OP am Anfang der Narkose alle 8 möglichen Stellen für einen Shunt absuchen wird, um zu sehen, ob es noch mehr gibt. Danach wird Herr K. direkt loslegen.
Die Kosten sind Gott sei Dank doch nicht ganz so hoch, wie man uns in Gießen sagte. Herr B. meinte, wir müssen mit 1800-2000 Euro (mit Mwst.) rechnen. Falls Hanna ein zweites Mal operiert werden sollte, müssten wir nochmal mit 800-1000 Euro rechnen. Das klingt auf jeden Fall alles human und das können wir auf jeden Fall - ohne extrem ans TA-Konto gehen zu müssen - bezahlen. Da bin ich sehr froh drum, zumal auch eine zweite Op drin wäre. Das hätten wir bei Gießen vermutlich nicht geschafft.
Herr B. ist auch sehr froh, dass Hanna so gut auf das Futter anspringt und verhältnismäßig wenig Symptome aufzeigt, damit muss sie nämlich keine AB-Therapie bekommen, damit sie operiert werden kann. Normalerweise sind Hunde mit Lebershunt sehr mäckelig (war sie bis zu dem Futter ja auch), aber das Futter frisst sie richtig gern. Sie wird es nach der Op - wenn alles funktioniert haben sollte - noch 3-4 Monate fressen müssen, aber das ist ok.
Naja, meine Eltern sagten dann etwas enttäuscht, dass sie zwar sehr zufrieden sind mit der Beratung, aber das wir das ja im Groben schon alles wussten und Herr B. war richtig nett. Er sagte, das täte ihm leid und er wüsste von unserer langen Anfahrt. Da er das leider machen musste, wollte er uns aber entgegenkommen und hat uns die Beratung nichts kosten lassen *lach* Er meinte, damit wären zwar der Sprit nicht bezahlt, aber zumindest wurde minimal gespart
Er war wirklich sehr nett und ich denke, ich kann ihnen meine Hanna ruhigen Gewissens anvertrauen. Er besteht auch drauf, dass er selber Hanna jeden Tag sehen und kontrollieren wird, das war auch der Grund, wieso er genau diesen Termin für uns wollte, weil diese Krankheit - wenn auch keine Seltenheit - zumindest nicht extrem häufig vorkommt und er da schon selber ein Auge drauf haben möchte.
So, das wars erstmal mit Berichterstattung über den heutigen Tag. Bin jetzt ganz müde und kaputt *lach*
Achja, Collie, die "freundliche" Telefontante wirst du sofort erkennen, wenn du reinkommst. Man sieht ihr direkt an, wer sie ist :mrgreen: Von "einem schlechten Tag" kann man also wirklich nicht reden *g*