- Welcher Igel benötigt wann Hilfe? Beitrag #1
Urizen
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Aus aktuellem Anlass möchte ich im Groben aufführen, welcher Igel hilfebedürftig ist und welcher nicht.
Wer sich hier also bezüglich eines Igelfundes informieren möchte, sollte sich bitte zunächst einmal diesen Thread durchlesen-viele Fragen werden hier wahrscheinlich schon vorab beantwortet.
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Zunächst sollte jedem bewusst sein, dass Igel ihre Junge erst im Spätsommer bekommen.
Findet man einen nackten Igelsäugling außerhalb des Nestes, dann stimmt definitiv etwas nicht und das Tier benötigt unbedingt menschliche Hilfe.
Manchmal kommt es auch vor,dass man bei unterschiedlichen Gartenarbeiten ein komplettes Nest freilegt.
Dann hat man schlichtweg Mist gebaut und sollte den Schaden so gering wie möglich halten.
In solchen Fällen bitte das Nest wieder nach allen Möglichkeiten abdecken und einfach hoffen, dass die Mutter es wieder annimmt.
Das kann funtkionieren, muss aber nicht.
Hoffen reicht da natürlich nicht aus.
Die Zusammenführung muss natürlich über Tage hinweg kontrolliert werden.
Also muss sich dann Zeit genommen und aus größerer Entfernung beobachtet werden, ob Mamaigel das Nest regelmäßig wieder aufsucht und auch so lange darin verschwindet, dass davon auszugehen ist, dass sie ihre Jungen säugt.
Ist das nicht der Fall, sollte sich baldmöglichst um eine Pflegestelle für die Kleinen bemüht werden.
Eine solche Zusammenführung ist nicht einfach- je nach Beschädigung des Nestes und Temperament der Igelmutter ist so ein Nest in der Vergangenheit wieder angenommen worden, häufig ist dies aber auch einfach nicht der Fall gewesen- die Anzeichen für eine Aufgabe der Jungtiere sind schwer zu deuten.
Junge Igel verlassen recht früh das Heim und sind auch tagsüber unterwegs- dabei sind sie gerade mal handgroß. Dadurch, dass sie nur eine gewisse Zeitspanne bis zum Winterschlaf haben, müssen sie sich möglichst schnell ein gutes Fettpolster anfressen, notfalls, indem sie auch tagsüber auf Futtersuche gehen.
Deshalb gehen die Jungtiere auch später in den Winterschlaf als die adulten Igel.
Ein bei anhaltendem Frost oder geschlossener Schneedecke aufgefundener oder augenscheinlich kranker Igel benötigt Hilfe- hier ist es natürlich schwierig den genauen Zeitpunkt festzulegen, ab welchem ein Igel wirklich hilfebedürftig ist, zumal das auch immer regional unterschiedlich ist.
Während im Norden Deutschlands bereits eine erste Schneedecke liegt, kann es im Süden gerade das erste mal frieren und umgekehrt.
Meist hilft es einfach das Tier mal hochzunehmen und sich genauer anzuschauen.Wirkt es kränklich, abgemagert, dehydriert, unterkühlt oder rollt es sich nicht ein, sollte man es zumindest kurzzeitig mit reinnehmen, Futter anbieten und schauen, ob es am nächsten Tag wieder an gleicher Stelle rausgelassen werden kann .
Es nützt nichts Igel prophylaktisch einzusammeln, da sie eventuell den Winter nicht überstehen könnten- man sollte wirklich erst eingreifen,wenn es soweit ist.
Das wäre genau so unsinnig, als wenn man im Sommer vorsorglich alle Jungvögel einsammelt, damit sie keiner Katze zum Opfer fallen.
Hier darf das Tier auch nicht vermenschlicht werden- es ist noch immer ein Wildtier, welches auf die Außentemperaturen abgestimmt ist und in der Regel genau weiß, wie für das eigene Wohl zu sorgen ist.
Unterstützung vor dem Winter durch Zufüttern der Tiere ist im Grunde immer sinnvoll.
Hier kann von Katzenfutter über diverse Insekten bis hin zu Ei und Eintagsküken alles angeboten werden, Igel sind selten wählerisch.
Auch können Überwinterungsmöglichkeiten für Igel angeboten werden.
Die oben aufgeführten Richtlinien beruhen auf meinen Erfahrungswerten.
Ich kann keine Garantie übernehmen, dass ein nach diesen Ratschlägen behandelter Igel den Winter übersteht- dafür sind die Situationen und der "Patient Igel" jedesmal viel zu individuell und im Zweifelsfall sollte einfach hier im Forum nachgefragt oder das Tier einem igelkundigen TA vorgestellt werden.
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Kein Wildtier hat eine größere Lobby als der Igel- es gibt sehr viele "Experten", die alle eigene Meinungen zu diesem Thema haben (die im Übrigen auch sehr weit auseinander liegen können)-irgendwo dazwischen liegt dann auch die richtige Behandlung für das jeweilige Fundtier.
Ich bin bisher immer ganz gut mit meiner Einstellung gefahren und empfehle diese deshalb weiter- ob sich nun daran gehalten wird oder nicht, muss jeder für sich entscheiden.
Gruß
Urizen
Wer sich hier also bezüglich eines Igelfundes informieren möchte, sollte sich bitte zunächst einmal diesen Thread durchlesen-viele Fragen werden hier wahrscheinlich schon vorab beantwortet.
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Zunächst sollte jedem bewusst sein, dass Igel ihre Junge erst im Spätsommer bekommen.
Findet man einen nackten Igelsäugling außerhalb des Nestes, dann stimmt definitiv etwas nicht und das Tier benötigt unbedingt menschliche Hilfe.
Manchmal kommt es auch vor,dass man bei unterschiedlichen Gartenarbeiten ein komplettes Nest freilegt.
Dann hat man schlichtweg Mist gebaut und sollte den Schaden so gering wie möglich halten.
In solchen Fällen bitte das Nest wieder nach allen Möglichkeiten abdecken und einfach hoffen, dass die Mutter es wieder annimmt.
Das kann funtkionieren, muss aber nicht.
Hoffen reicht da natürlich nicht aus.
Die Zusammenführung muss natürlich über Tage hinweg kontrolliert werden.
Also muss sich dann Zeit genommen und aus größerer Entfernung beobachtet werden, ob Mamaigel das Nest regelmäßig wieder aufsucht und auch so lange darin verschwindet, dass davon auszugehen ist, dass sie ihre Jungen säugt.
Ist das nicht der Fall, sollte sich baldmöglichst um eine Pflegestelle für die Kleinen bemüht werden.
Eine solche Zusammenführung ist nicht einfach- je nach Beschädigung des Nestes und Temperament der Igelmutter ist so ein Nest in der Vergangenheit wieder angenommen worden, häufig ist dies aber auch einfach nicht der Fall gewesen- die Anzeichen für eine Aufgabe der Jungtiere sind schwer zu deuten.
Junge Igel verlassen recht früh das Heim und sind auch tagsüber unterwegs- dabei sind sie gerade mal handgroß. Dadurch, dass sie nur eine gewisse Zeitspanne bis zum Winterschlaf haben, müssen sie sich möglichst schnell ein gutes Fettpolster anfressen, notfalls, indem sie auch tagsüber auf Futtersuche gehen.
Deshalb gehen die Jungtiere auch später in den Winterschlaf als die adulten Igel.
Ein bei anhaltendem Frost oder geschlossener Schneedecke aufgefundener oder augenscheinlich kranker Igel benötigt Hilfe- hier ist es natürlich schwierig den genauen Zeitpunkt festzulegen, ab welchem ein Igel wirklich hilfebedürftig ist, zumal das auch immer regional unterschiedlich ist.
Während im Norden Deutschlands bereits eine erste Schneedecke liegt, kann es im Süden gerade das erste mal frieren und umgekehrt.
Meist hilft es einfach das Tier mal hochzunehmen und sich genauer anzuschauen.Wirkt es kränklich, abgemagert, dehydriert, unterkühlt oder rollt es sich nicht ein, sollte man es zumindest kurzzeitig mit reinnehmen, Futter anbieten und schauen, ob es am nächsten Tag wieder an gleicher Stelle rausgelassen werden kann .
Es nützt nichts Igel prophylaktisch einzusammeln, da sie eventuell den Winter nicht überstehen könnten- man sollte wirklich erst eingreifen,wenn es soweit ist.
Das wäre genau so unsinnig, als wenn man im Sommer vorsorglich alle Jungvögel einsammelt, damit sie keiner Katze zum Opfer fallen.
Hier darf das Tier auch nicht vermenschlicht werden- es ist noch immer ein Wildtier, welches auf die Außentemperaturen abgestimmt ist und in der Regel genau weiß, wie für das eigene Wohl zu sorgen ist.
Unterstützung vor dem Winter durch Zufüttern der Tiere ist im Grunde immer sinnvoll.
Hier kann von Katzenfutter über diverse Insekten bis hin zu Ei und Eintagsküken alles angeboten werden, Igel sind selten wählerisch.
Auch können Überwinterungsmöglichkeiten für Igel angeboten werden.
Die oben aufgeführten Richtlinien beruhen auf meinen Erfahrungswerten.
Ich kann keine Garantie übernehmen, dass ein nach diesen Ratschlägen behandelter Igel den Winter übersteht- dafür sind die Situationen und der "Patient Igel" jedesmal viel zu individuell und im Zweifelsfall sollte einfach hier im Forum nachgefragt oder das Tier einem igelkundigen TA vorgestellt werden.
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Kein Wildtier hat eine größere Lobby als der Igel- es gibt sehr viele "Experten", die alle eigene Meinungen zu diesem Thema haben (die im Übrigen auch sehr weit auseinander liegen können)-irgendwo dazwischen liegt dann auch die richtige Behandlung für das jeweilige Fundtier.
Ich bin bisher immer ganz gut mit meiner Einstellung gefahren und empfehle diese deshalb weiter- ob sich nun daran gehalten wird oder nicht, muss jeder für sich entscheiden.
Gruß
Urizen
