Danke, das Buch kann man leider nicht online anschauen.
Den Begriff carniomnivor mag ich überhaupt nicht, das ist ein Modebegriff, der deutlich machen soll, dass es sich um einen Fleischfresser handelt, der auch Gemüse frisst. Das ist aber nicht dasselbe wie ein Omnivore und rechtfertigt keinen Gemüseanteil von über 50%. Außerdem wird der Begriff, wenn man mal Google bemüht, gerne auf Seiten verwendet, die auch behaupten, der Hund könne mühelos Getreide verdauen, daher sei er eben carniomnivor. Dass Getreide (Mais und Soja vorwiegend) vom Hund aber überhaupt nicht verdaut werden können ist eine Tatsache, da Frage ich mich doch, wie vertrauenswürdig solche Seiten dann im Allgemeinen noch sind.
Das Beispiel mit der Katze und der Maus finde ich auch sehr passend, denn der Gemüseanteil, den der Hund benötigt, entspricht wie bei der Katze auch der normalen Füllung des Magens seiner Beutetiere. Die Katze nimmt die Rohfaser über den Mageninhalt der Maus zu sich (auch wenn sie den nicht immer frisst), der Hund über die Innereien von Hasen usw..
Ein hoher Proteinanteil wird auch nur dann zum Problem, wenn der Hund an einer Knochenerkrankung (HD, Arthrose) oder einer Nierenerkrankung leidet. Ersteres ist erblich bedingt und wird nicht durch einen hohen tierischen Proteinanteil hervorgerufen, letzteres ist entweder erblich bedingt, altersinduziert oder eine Folgeerkrankung einer anderen Erkrankung. In allen Fällen ist nicht das tierische Protein schuld.
Das ist nichts persönliches gegen dich, aber ich vertraue solchen Aussagen nur ungern, wenn sie nur von einem Mann kommen, der zwar hochtrabend als "großer Theoretiker und Praktiker" bezeichnet wird, diese Bezeichnung aber leider überhaupt nichts aussagt. Es gibt auch einen Professor, der ernsthaft in einem Aufsatz versucht hat darzulegen, dass Feen und Klabautermänner existieren und das Gemüse nach dem Mondzyklus geerntet werden muss. Das ist jetzt etwas überspitzt, erklärt aber, wieso ich solche fundamentalen Aussagen erst Glauben schenke, wenn sie durch eine weitreichende Studie und diverse Erfahrungsberichte bewiesen wurden.
Mein Wissen stammt übrigens auch aus einem Buch, dessen Autorin mit Ernährungswissenschaftlern und Tierärzten gesprochen hat

. Daher vertraue ich auf meine 70% Fleischanteil.
Liebe Grüße