Hey,
da ich ausgelernte TFA bin, kann ich vielleicht ein wenig helfen.
Wie Troublechen schon sagte, richten sich deine Arbeitszeiten je nach Bedarf des Betriebs, wobei eine Mindestanzahl an wöchentlichen Stunden im Ausbildungsvertrag fesgehalten ist (musst du mal bei der Landestierärztekammer deines Bundeslandes suchen).
Zu den wöchentlichen Arbeitsstunden zählen auch die Schulstunden abzüglich der Pausen; der Weg von der Schule zum Arbeitsplatz zählt ebenfalls zur Arbeitszeit - sofern die Praxis keine Mittagspause hat und du somit direkt nach der Schule zur Arbeit musst.
Ich hatte zwei Mal wöchentlich Schule, jeweils von 8-13 Uhr. An einem dieser Tage hatte ich nach der Schule frei, am anderen musste ich direkt danach bis 20 Uhr arbeiten (plus x, manchmal bis 21 Uhr, selten auch mal deutlich länger als 20 Uhr).
An den anderen Tagen waren wir in Früh-, Früh-früh-, Spät- und Spät-spät-Dienste eingeteilt.
Samstags mussten wir alle paar Wochen ran (da 12 Tierarzthelferinnen/Azubis zur Verfügung standen, aber nur 2-3 pro Samstag benötigt wurden). Theoretisch gingen die Samstagsdienste von 9 bis 14 oder 15 Uhr, aber es wurde oft länger, selten auch mal abens, bis man dann wirklich gehen konnte.
Aber das war eben eine Klinik mit Notdienst und keine normale Praxis.
In einer kleinen Praxis sind die Chancen zwar höher, die Wochenstunden halbwegs einhalten zu können (wenn die Feierabend oder schwierige Fälle haben, überweisen die eben in eine Klinik

), andererseits lernt man in einer Klinik für gewöhnlich deutlich mehr, da eine ganz andere und vielfältigere Ausstattung vorhanden ist, z.B. digitales Röntgen, CT, tägliche Ultraschall-Untersuchungen etc.
Vor der Schule brauchst du meiner Meinung nach keine Angst zu haben. Ich weiß, dass man eine Angststörung nicht einfach abschalten kann, nur kann ich dir versichern, dass der Unterricht dort viel harmloser abläuft als auf normalen weiterführenden Schulen und du dir somit im Vorfeld nicht noch mehr Gedanken machen musst, als du es ohnehin schon tust.
In meiner Klasse waren mit mir 24 Mädels jeglichen Alters, die Jüngsten waren 16, die Älteste war 29. Bunt gemischt, alle Schulabschlussarten waren vertreten und eigentlich haben sich immer alle gut verstanden - bis auf die üblichen Zickereien unter Mädels. :lol:
Meine Erfahrung ist ebenfalls, dass Berufsschullehrer wesentlich pädagogischer vorgehen, als es z.B. an dem Gymnasium der Fall war, an dem ich mein Abi gemacht habe.
Berufsschullehrer müssen sich eben auch jeden Tag mit Schülern befassen, die die unterschiedlichsten Probleme haben, z.B. nur schlechtes oder wenig Deutsch sprechen, da an einer Berufsschule teilweise auch Schulabschlüsse im Rahmen einer Ausbildung nachgeholt werden können.
Vorlesen musste man bei uns eigentlich nur im Englisch-Unterricht, ansonsten war alles viel prasxisbezogener oder es wurde still gelesen und danach über den gelesenen Text diskutiert.
Die Angst, die du beim Vorlesen erleidest, ist sie ähnlich wie Prüfungsangst? Angst, zu versagen, Angst, dass andere lachen etc.?
Ich habe mich früher immer sehr geschämt, mich im Unterricht zu melden, weil ich Angst hatte, es könnte falsch sein, was ich sage (auch noch in der Oberstufe). Referate waren mein Tod. Ich bekam Herzrasen, Schweißausbrüche, hab gezittert, wollte am liebsten nur heulen, wegrennen und einmal habe ich den Klassenraum verlassen müssen, weil mir schlecht wurde. :?
Aber auch das war in der Berufsschule plötzlich anders, irgendwie gings auf einmal. Keine Ahnung, wieso.
Hab meine Kurse auf dem Gymnasium auch immer sehr gemocht und nie ernsthaft Streit mit einem Mitschüler/einer Mitschülerin gehabt.
Ich frage deshalb nach Prüfungssitauationen, weil es mir zu Beginn der Ausbildung aufgrund dieser "Präsentations-Angst" schwer fiel, ans Telefon zu gehen (man saß immer zu zweit an der Anmeldung und ich hatte Angst, dass ich etwas Falsches sage), wenn ich den Chefs assistieren musste, bin ich vor Aufregung fast gestorben, wenn ich Fehler gemacht habe, hätte ich heulen können usw.
Das waren ziemlich harte Zeiten, möchte ich meinen, denn in der Praxis
musst du das dann machen - ganz egal, wie du dich grad fühlst oder wie stressig die Situation ist.
Rückblickend war es aber das Allerbeste, was mir passieren konnte, denn heute bin ich nur noch zu wirklich wichtigen Anlässen nervös, telefoniere auch mit fremden Menschen sehr souverän, kann genau und freundlich mein Anliegen ausdrücken und weiß, was ich kann und was nicht.
Abgesehen davon: es ist ein toller Beruf!

Du solltest dir nur vorher darüber im Klaren sein, dass man ziemlich wenig verdient (als Ausgelernte in den ersten 3 Jahren nach der Ausbildung grad mal 1000€ netto, in der Ausbildung natürlich deutlich weniger) und keine richtig geregelten Arbeitszeiten hat (unbezahlte Überstunden sind normal) und die Arbeit an sich einen recht hohen Stressfaktor mit sich bringt.
Beim Rewe an der Kasse verdient man mehr, aber die Arbeit mit Tieren ist dafür umso schöner.
LG