Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung

Diskutiere Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo :) Meine Familie und ich haben uns am Samstag einen Hund aus dem Tierheim geholt. Nachdem unser alter schon seit einem halben Jahr...
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #1
R

RoylesPika

Beiträge
4
Punkte Reaktionen
0
Hallo :)

Meine Familie und ich haben uns am Samstag einen Hund aus dem Tierheim geholt. Nachdem unser alter schon seit einem halben Jahr verstorben ist, dachten wir, wir könnten es wieder mit einem neuen versuchen. Dies haben wir auch eingehend diskutiert und gut besprochen. Eine Woche lang sind wir dann von Tierheim zu Tierheim gedackelt und haben nach einem Hund gesucht, der uns gefallen könnte. Schliesslich hatten wir eine kleine, schwarze und 7 Monate junge Hündin gefunden, die trotz großer Zurückhaltigkeit uns alllen direkt ans Herz gewachsen ist. Uns war beim Kauf schon direkt klar, dass dieser Hund eine Menge Arbeit und Geduld mit sich bringt, denn das arme Tier war, als wir mit ihm Probe-spazieren gegangen sind, total verängstigt und hat sich buchstäblich nicht von der Stelle gerührt.
Trotzdem haben wir die arme mit zu uns genommen.

Die Hündin namens Lotta ist wie gesagt 7 Monate alt, kniehoch, Mischling (evtl. border collie mix) und wurde aus einem rumänischen Tierheim nach Deutschland gebracht, wobei jedoch wenig bekannt über ihre Zeit da war.
Sie lebt, seit sie bei uns ist, bei meine Schwester (20 Jahre) im Zimmer und hat dort ihr Körbchen. Nunja kommen wir zum eigentlichen Problem:
Lotta ist ein sehr verunsichertes und verängstigtes Tier, was uns natürlich auch von Anfang an klar war. Seitdem sie bei uns ist, hat sie ihr Körbchen nie freiwillig verlassen (es sei denn sie wollte ans Futter oder es war niemand im Zimmer). Da sie im Tierheim nicht an die Leine gewöhnt wurde, sondern immer nur von den Pflegern getragen wurde, tun wir das auch, wenn sie raus muss, da es leider im Moment keine andere Möglichkeit gibt sie raus zu schaffen, ohne sie total zu verängstigen. Lotta ist sehr verschreckt und erschreckt sich über beinahe jedes Geräuch (Rascheln der Blätter, Autos, Schritte). Wenn wir sie draussen in unserem Garten laufen lassen ist sie total gehemmt und traut sich kaum sich zu bewegen. Wenn wir zu schnell auf sie zugehen, um sie wieder ins Haus zu bringen rennt sie oft vor uns weg. Im allgemeinen scheint sie sehr viel Angst vor uns zu haben, obwohl wir uns mit allen Kräften bemühen sie möglichst stressfrei von ort zu ort zu verfrachten und sie ansonsten immer sehr liebevoll umsorgen und ruhig und geduldig mit ihr umgehen. Aber natürlich ist es auch nicht so, dass wir den ganzen Tag um sie herum wären. Lotta hat auch oft Stunden für sich alleine, wo niemand sie belästigt und in der Zeit traut sie sich auch ganz zögerlich mal im Zimmer herumzugehen.

So.... das wars zu unsererm lieben neuen Hund. Also ich würde einfach gerne wissen, ob jemand hier vielleicht Erfahrung hat mit extrem ängstlichen Hunden und wie man am besten mit ihnen umgeht, damit Lotta sich so schnell wie möglich an uns gewöhnt und, ob ihr vielleicht ein paar gute Tipps hättet.

Liebe Grüße
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung

Anzeige

  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #2
Hallo erstmal :).

Das klingt ja wirklich gar nicht gut :(. Ich finde es aber toll, dass ihr so einem Hund eine Chance gebt :clap:. Aber da habt ihr euch ganz schön Arbeit ins Haus geholt.
Ich würde euch dringend zu einem guten Hundetrainer raten, da werdet ihr bei einem so ängstlichen Hund nicht drum herum kommen.
Ihr müsst jetzt gleichzeitig behutsam, konsequent und souverän sein, das ist nicht einfach. Bei so einem Hund bereut man jeden Fehler, den man macht.
Wichtig ist vor allem, dass der Hund Vertrauen zu euch aufbaut und sich zu Hause sicher fühlt. Das braucht aber vor allem erst einmal viel Zeit und Geduld.
Für den Anfang würde ich euch dazu raten, erstmal eine Bezugsperson zu wählen, die primär mit dem Hund arbeitet und trainiert, der Rest arbeitet mit dem Hund nur am Vertrauen, sodass er sich an euch gewöhnt.
Um dem Hund zu zeigen, dass ihr ihm nichts böses wollt, würde ich mich erst einmal neben den Hund setzen, wenn er im Körbchen liegt. Nicht anfassen, nicht anschauen, nicht mit ihm reden - nur daneben sitzen und signalisieren, dass das in Ordnung ist. Außerdem würde ich das gesamte Futter aus der Hand geben.
Ich würde auch tagsüber einfach mal drinnen für ein paar Minuten Halsband und Leine anlegen, damit sie sich daran gewöhnt und auch hier sieht, dass nichts passiert.

Wenn sie Angst bekommt ist es wichtig, dass ihr nicht auf sie einredet, sondern ruhig bleibt und ihr zeigt, dass ihr das was auch immer nichts tut, indem ihr zum Beispiel selbst hingeht. Das hat aber nur Wirkung, wenn ein gewisses Vertrauen bereits da ist.

Für alles andere würde ich euch wirklich zu professioneller Hilfe raten.

PS: Wurde sie denn auf Mittelmeerkrankheiten getestet, wenn sie aus dem Ausland kommt? Ich würde mal ein Blutbild machen und eine Kotprobe auch Würmer und Giardien untersuchen lassen.

Liebe Grüße
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #3
Huhu,
Ich würde euch dringend zu einem guten Hundetrainer raten, da werdet ihr bei einem so ängstlichen Hund nicht drum herum kommen.
Bitte Bitte Bitte sucht euch sofort einen Trainer.
Einen, der auf Angsthunde Spezialisiert ist.
Das ist so unheimlich wichtig, das ihr jetzt daran arbeitet.
Und nicht erst in einem Jahr.

Ich kenne einen Hund, der genau das Problem hat, wie bei euch.
Darauf hin habe ich einen Angsthundetrainer rangeholt und der Trainer hat mir das bestätigt, was ich die ganze Zeit dachte.
"Die Besitzer hätten viel früher mit dem Training anfangen müssen."
Wenn ihr jetzt intensiv, mit einem Profi dran arbeitet, könnt ihr das noch rum reissen.

Ich mag hier ehrlich gesagt auch keine Tips geben.
Das ist alles viel zu riskant und kann so vieles verschlechtern.

Bitte Bitte Bitte, dem Hund zu liebe, such dir einen Trainer und hol ihn so schnell es geht.

Viel erfolg und alles liebe.
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #4
Huhu,

ich möchte mich da Mischling gerne anschließen.

Erstmal find ich schön, dass auch solchen Hunden eine Chance gegeben wird, auch wenn es sich bei diesen Hunden immer anbietet, dass man schon Erfahrung mit Angsthunden in "leichter Form" hatte, weil hier eigentlich jedes Blinzeln schon eine Bedrohung für ihn darstellt.

Ich denke, es ist sehr schwierig, jetzt Allroundtipps zu geben, einfach weil das ein sehr komplexes Thema ist und es wohl den Rahmen sprengen würde, wenn man dazu alles aufschreibt ;)

Prinzipiell ist es ja aber schonmal ein gutes Zeichen, dass sie sich soweit anfassen lässt, dass man sie raustragen kann. Dennoch würde ich schauen, dass man ihr zeigt, dass die menschliche Hand nichts Schlimmes ist. Das kann man schon mit kleinen Gesten erreichen, wie Leckerchen in ihre Richtung werfen, ohne sie groß zu beachten.

In erster Linie würde ich auch zum Hundetrainer raten - am besten einer, der auf solche Hunde spezialisiert ist. Außerdem - das soll nicht böse klingen - guckt euch den Trainer gut an. Es gibt bestimmt viele tolle Trainer, aber gerade hier im Inet hört man immer die dollsten Dinger und was man bei Angsthunden vergeigt, kann man nur ganz schwierig wieder kitten. Passt auf, dass der Trainer den Hund nicht mit irgendwelchen Holzhammer-Methoden von seinen Ängsten "befreien" will oder der Hund mit irgendwelchen Schreck-Methoden "erzogen" werden soll, weil er es gewagt hat, aus Angst zu bellen.

Außerdem rate ich bei Angsthunden immer gerne dazu, sich in entsprechende Literatur einzulesen oder Seminare zu besuchen. Bei solchen Tieren finde ich die richtige Körpersprache enorm wichtig. Liebe und Streicheleinheiten sind wichtig, aber nicht ausreichend. Man muss auch Ahnung von dem haben, was man tut. Außerdem lohnt es sich, spezielle Bücher zu Angsthunden zu lesen. Mit Pech wird sie immer ein ängstlicher Hund sein, aber ich habe auch schon Fälle erlebt, wo Hunde nach Jahren die glücklichsten und angstfreien Tiere waren und man nie für möglich gehalten hätte, dass sie eine miese Herkunft hatten. Das setzt aber voraus, dass man sich als Halter ins Zeug schmeißt und bereit dafür ist, auf diese Hunde voll und ganz einzugehen :001:

Ich wünsche euch viel Glück und Geduld!

Liebe Grüße
Pewee
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #5
Pewee: auch ein bisschen aus Eigeninteresse... kennst du gute Bücher zu Angsthunden?

Ich würde mich meinen Vorschreibern soweit anschließen. Beetlejuice lag auch die ersten 2 Tage nur unter dem Tisch, bis er sich raus getraut hat.
Wir haben derweil so getan, als wäre er nicht da. So konnte er sich die "Realität" ansehen, ohne mit eingebunden zu sein. So hat er gemerkt, wie wir uns verhalten, was wir so tun und dass von normalem hin- und herlaufen oder dasitzen oder was auch immer keinerlei Gefahr für ihn ausgeht.

Wenn ihr sie in den Garten bringt würde ich sie einfach mal kucken lassen. Evtl. nehmt ihr euch eine (nach unten isolierte) Picknickdecke mit und setzt euch sogar daneben :D Das kann man dann eine Stunde machen und einfach schauen.
Ruhe und Sicherheit vermitteln, kein großes Aufheben um den Hund machen ist meiner Meinung nach immer ein guter Start. Weil man damit vorhandene Ängste nicht unbedingt noch vertieft.

Nichts desto trotz schließe ich mich Knopfstern an: Bitte sucht euch sofort einen Hundetrainer, der sich auskennt. Er sollte sich mit der Körpersprache von Hunden auskennen, wie schon gesagt, keine Holzhammer-Methoden (wie z.B. einen Angsthund in eine absolute Paniksituation bringen a la damit muss er klar kommen...) und wie gesagt, auch keine Erschreck-Methoden in irgendeiner Form.
Meistens sind diese Hunde sehr sensibel und schon ein lauter gesprochenes Wort kann den Hund erschrecken.

Die von Pewee angesprochene Körpersprache möchte ich hier auch noch einmal betonen! Da ihr ja auch mehrere seid (da du schreibst er wohnt bei deiner Schwester im Zimmer geh ich jetzt einfach mal von mind. 4 Personen aus), kann man hier von 4 "Fehlerquellen" ausgehen. Man "überfährt" gerade schüchterne Hunde doch einfach mal gerne, indem man ihnen (aus Liebe/Zuneigung) dem Hund einfach viel zu nahe kommt als er in dem Moment noch zulassen kann (auch wenn man das weiß fällt es einem doch schwer, sich da zurück zu halten, merke ich immer wieder an mir selbst ;)) , kann dabei aber einiges kaputt machen.

Es ist einfach gut, wenn ein "Kenner" sich das objektiv ankuckt und Tipps gibt, wie man den Hund fördern und fordern kann, ohne zu viel von ihm zu verlangen und ihm die Zeit zu geben, die er braucht.

Was aber auch wichtig ist: uns hier auf dem Laufenden halten :D Ich persönlich finde so etwas immer wahnsinnig interessant, weil ich ja auch so einen Angsthund "leichter Form", wie Pewee so schön sagte, sitzen habe...
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #6
Pewee: auch ein bisschen aus Eigeninteresse... kennst du gute Bücher zu Angsthunden?

Nicht besonders leicht. Entweder sind die "Angsthund"-Bücher eher auf schüchterne und nicht gleich panische Hunde zugeschnitten, grottenschlecht oder stammen aus Amerika und da ist die Hundehaltung einfach ganz anders als unsere. Fiel mir auch immer mal bei Patricia McConnell auf, dass sie da Dinge als selbstverständlich sieht (auch wenn sie es selbst nicht machen würde!), wo ich erstmal den Kopf schütteln muss. Während so ein Günther Bloch in "Affe trifft Wolf" völlig selbstverständlich sagt "man muss mit seinem Hund mindestens 2 Stunden vor die Tür gehen und zwar im Freilauf" sind Autoren bei Ami-Büchern schon froh, wenn die Leute sich überhaupt aufraffen, um mit dem Hund rauszugehen. Deswegen ist die Hälfte mancher Bücher für uns schon intuitiv einleuchtend und eigentlich nicht "lesenswert". Dass ich mir Gedanken machen soll, mit meinem Hund zu arbeiten statt ihn einzuschläfern, sollte zumindest in diesem Forum jedem bewusst sein :lol:

Was ich jetzt so an "guten" Büchern kenne, sind:
Patricia McConnell - Traue nie einem Fremden. Ein Buch für fortgeschrittene Halter, finde ich. Leider wurde nur ein Fallbeispiel angegeben und ich denke, Leute, die noch nicht viel Ahnung haben, werden das nicht ohne Weiteres auf andere Ängste übertragen können.

Nicole Wilde - Der ängstliche Hund: Stress, Unsicherheiten und Angst wirkungsvoll begegnen. Gut für Hundehalter, die noch in den Kinderschuhen stecken, was Hundeerziehung angeht. Es wird von vielen gängigen Methoden etwas rausgepickt (Körpersprache, Herangehensweise bei Angstsituationen usw.). Lohnt sich, wenn man Calming Signals und Autoren wie McConnell nicht oder nur wenig gelesen hat. Ansonsten wiederholt sich viel.

Sind aber, wie angedeutet, beide aus Amerika. Muss man also mit Vorsicht lesen. Da sind auch durchaus Tipps dabei, die ich nie anwenden würde. Aber da muss man dann eben auch mit dem eigenen Köpfchen lesen.

Abschließend:

Anders Hallgren - Stress, Angst und Aggression bei Hunden: Vorbeugen und Abbauen.
Selbst (noch) nicht gelesen, aber reingeschnuppert und viele Empfehlungen bekommen. Hier gehts nicht nur um "leichte Formen" von Angst, sondern auch um richtige Dauergestresste. Ist allerdings relativ wissenschaftlich geschrieben und könnte etwas schwierig zu lesen sein. Schätze ich ähnlich "schwierig" ein, wie "liebst du mich auch?" von McConnell. Zeigt aber auch Trainingsmethoden, wie man dagegen angehen kann. Wie man mir berichtete sind es nur "Weichkeks"-Methoden, das stimmt mich froh :lol:
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #7
Wahrscheinlich hat sie in ihrer Prägephase auch vieles nicht kennengelernt, was sie jetzt durchlebt. Bis der Hundetrainer da ist...

Das leben sollte für sie so vorhersehbar wie möglich sein. Ich würde sie auch gar nicht alleine lassen. Kann sie in euer Wohnzimmer? Legt sie doch dort ins Körbchen. Sie kann sich das ganze Geschehen angucken, ohne dass einer direkt daneben sitzen muss. So lernt sie für sich die ganze Altagssituation abzuschätzen.

Ich würde ihr in der Wohnung ein Geschirr oder Halsband anlegen. Immer! Das ist einmal doof, aber sie gewöhnt sich dann daran, dass das nichts schlimmes ist. Frisst sie aus der Hand? Mit Handfütterung (auch Nassfutter) kann man eine gute Bindung aufbauen. Handfütterung würde ich aber dann ausschließlich anbieten, so dass sie praktisch keine andere Wahl hat.

Wenn sie erstmal ein bißchen rumgelaufen ist, ruhig die Leine in der Wohnung dran machen. Muss ja keine schwere sein. Nur dass sie lernt, Leine ist auch nicht böse. Und dann damit rumlaufen lassen. Auch im Garten. Die Leine sollte neutral für sie werden.

Wichtig ist - leitet den Hund. Am besten, wie hier schon erwähnt - eine Person. Stellt Regeln auf, was sie darf und was nicht. Das was ihr für das Zusammenleben als nötig haltet. Von Anfang an. Hunde brauchen ein Leittier. So vermittelt ihr auch Sicherheit. Das wird sicher nicht so schnell gehen, wie bei einem nicht ängstlichen Hund, weil sie euch als solches erstmal erkennen muss. Aber es ist der beste Weg ein klares Verhältnis zu schaffen. Nicht der Regeln wegen, sondern der ihr vermittelten Sicherheit wegen.

Mein Oskar lag auch platt in der Wohnung. Da wo man ihn hingelegt hat. Er war hier "mitten im Leben". Bei drei Kindern (älteste 10) gibt es keine Ruhe. Wir haben nur darauf geachtet, dass der Hund in Ruhe gelassen wird. Aber der Alltag ging weiter. Haushaltsgeräte liefen, die Kinder liefen auch :D usw.

Ich habe Oskar für eine Nacht mit ins Bett genommen. Er war auch total steif, als ich ihn neben meinem Kopfkissen legte. Ich hab mich hingelegt, Licht aus und habe geschlafen, so als wäre er gar nicht da. Der Unterschied am nächsten Tag war deutlich erkennbar.

Als es besser wurde, ist er auch immer vor mir weggelaufen, wenn ich auf ihn zugelaufen bin. Also hab ich mich hingehockt und habe gewartet bis er kommt. Ich habe ihn mich beschnuppern lassen und ihn gelobt. Ohne anfassen. Ich habe mich im Garten auf die Decke gelegt und gewartet bis er zu mir kommt. Als er entspannt neben mir saß oder lag, habe ich angefangen ihn mal zu streicheln, habe ihn irgendwas erzählt (Inhalt spielt keine Rolle, ich habe Oskar die Pläne für unseren Hausbau erklärt :mrgreen: ). Es wurde immer besser.

Nur so als Ansatz, falls ein Trainer für Angsthunde jetzt nicht gerade in der Ecke wohnt und morgen einschneit.
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #8
Guten Abend :)

Vielen vielen Dank für die ganzen Antworten und Ratschläge. Ich habe meiner Mutter die Nachrichten alle Nachrichten gezeigt und wir haben jetzt schon einen Hundetrainer kontaktiert :)
Wir hoffen, dass wir mit ihm ein bisschen besser auf Lottas schwieriges Verhalten eingehen können....

Nunja zu ein paar ungeklärten Fragen:
Also aus der Hand essen tut sie (wenn aber auch nur extrem zögerlich) und das mit der Leine haben wir auch schon gemacht, damit sie sich ein bisschen dran gewöhnt, nur läuft sie nun nicht einmal im Garten herum....Nunja ok. Ich denke man muss da durch :/
Achja und gut erkannt, wir sind momentan ein 4-Leute Haushalt und das Lotta bei meiner Schwester untergekommen ist, ist eigentlich noch am vorteilhafsten, weil dieser Raum auch von uns allen genutzt wird, mehr noch als das Wohnzimmer^^

Nunja...Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten ;)

Liebe Grüße
Antonia
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #9
Was bei Gundel ja schon anklang, aber meiner Meinung nach deutlicher betont werden muss:
Ohne Anfassen! :D
Auch bei der Handfütterung. Wenn du sagst, sie macht das nur sehr zögerlich, wird sie bestimmt auch den Hals richtig lang machen, oder?
Man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig es ist, sie dabei erstmal nicht anzufassen! Es reizt, und wenn der Hund schonmal so nah ist... aber lasst es! :D

Auch, sollte sie schnuppern kommen: Schnuppern lassen! Nicht anfassen! :D
Es ist wahnsinnig schwer und man muss sich irrsinnig zusammen reißen, aber es ist einfach die beste Methode für den Moment :D

Aber es ist schön, dass ihr euch die hier gegebenen Ratschläge zu Herzen nehmt und das Beste für den Hund wollt. Auch super, dass ihr schon einen Hundetrainer kontaktiert habt!
Mit 7 Monaten ist ja noch nichts verloren. Und auch, wenn sie vielleicht nie der waghalsigste Hund wird... souverän kann sie werden :D
Bin dann bald sehr gespannt auf ihren Vorstellungsthread mit Bildern und Erlebniserzählungen :mrgreen:
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #10
Guten Abend :)

Vielen vielen Dank für die ganzen Antworten und Ratschläge. Ich habe meiner Mutter die Nachrichten alle Nachrichten gezeigt und wir haben jetzt schon einen Hundetrainer kontaktiert :)
Wir hoffen, dass wir mit ihm ein bisschen besser auf Lottas schwieriges Verhalten eingehen können....

Nunja zu ein paar ungeklärten Fragen:
Also aus der Hand essen tut sie (wenn aber auch nur extrem zögerlich) und das mit der Leine haben wir auch schon gemacht, damit sie sich ein bisschen dran gewöhnt, nur läuft sie nun nicht einmal im Garten herum....Nunja ok. Ich denke man muss da durch :/
Achja und gut erkannt, wir sind momentan ein 4-Leute Haushalt und das Lotta bei meiner Schwester untergekommen ist, ist eigentlich noch am vorteilhafsten, weil dieser Raum auch von uns allen genutzt wird, mehr noch als das Wohnzimmer^^

Nunja...Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten ;)

Liebe Grüße
Antonia
 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #11
Hallo nochmal :)

Also es gibt schon ein paar interessante Weiterentwicklungen bei unserer Lotta:
Also erstmal, den Hundetrainer haben wir zwar schon kontaktiert, allerdings ist dieser noch zurzeit im Urlaub und wird sich erst ab nächster Woche unsere Lotta mal anschauen...
Naja bis dahin machen wir erstmal alles so wie vorher: Futter nurnoch aus der Hand geben, auf dem Arm nach draussen tragen etc.

Eigentlich machen wir, wenn wir Lotta nach draussen tragen auch immer die Leine dran, damit sie sich dran gewöhnen kann, doch ab und zu lassen wir sie auch einfach so laufen, weil sie dann viel viel lebhafter ist. Nunja zu der Entwicklung:
Lotta hat sich, wenn sie draussen war eigentlich immer sehr schnell 'einfangen' lassen, da sie, wenn man auf sie zugekommen ist, in eine Art Angststarre verfallen ist und man sie somit problemlos hochnehmen konnte. Dies hat sich jetzt jedoch geändert und ich weiss nicht, ob ich das positiv oder negativ ansehen sollte. Es ist nämlich so dass, wenn Lotta ohne Leine draussen im Garten rumrennt, sie mittlerweile vor uns abhaut, wenn wir auf sie zukommen. Allerdings weiss ich nicht, ob dies ein ängstliches Verhalten ist... Sie scheint eher ihre Grenzen ausprobieren zu wollen. Jedenfalls ist sie immer ganz aufgeregt, wenn sie dann vor uns wegrennt, kommt dann aber nach kurzer Zeit wieder (so 2 meter Abstand) um dann wieder abzuhauen, wenn wir uns zu ihr wenden. Bisher konnten wir dann nur 'einfangen', wenn wir zB gezielt zu 2 auf sie zugegangen sind. Dann hatte sie scheinbar wiueder soviel Angst, dass sie wieder in ihre Angststarre verfällt und wir sie wieder hochnehmen können.

Nunja soviel dazu. Was meint ihr zu dieser Entwicklung? Ich denke mal, dass unsere Aktion den Hund zu kriegen, indem wir zu mehreren auf sie losgehen und sie damit wieder in Angst versetzen, nicht der richtige Weg ist. Aber andererseits fällt uns auch einfach nichts anderes ein. Es ist wirklich schwierig ihr klare Regeln beizubringen, da sie ja immer noch Angst vor uns hat und uns scheinbar nicht als Rudelmitglieder akzeptiert hat...

Liebe Grüße

Antonia

 
  • Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung Beitrag #12
Das dauert! Ich denke, als Rudel wird man relativ schnell angenommen, den Eindruck hatte ich jedenfalls bei meinem :D Das hat aber nichts mit Vertrauen zu tun, das muss sich nun einmal erst entwickeln und man muss es sich auch Tag für Tag erarbeiten.
Also immer schön geduldig bleiben und nicht verzweifeln :D

Schätzt du das draußen als spielen ein oder doch eher wegrennen? Nach deiner Beschreibung klingt das für mich nämlich schon sehr gut, da das ja ein erster Schritt, dass sie aus sich raus kommt :D
Angst wäre eingeklemmter Schwanz, geduckter Körper... das merkt man eigentlich, vor allem, da ihr sie ja kennt :D
So klingt das eher so, als würde sie ein Jagd- und Fangspiel anfangen wollen... wenn dem so ist, lasst euch gerne mal darauf ein, so etwas stärkt auch die Bindung ;) Lasst sie euch jagen und dann dreht euch um und jagt sie... am Anfang würde ich nur nicht so wild und schnell machen.

Ich würde ihr draußen trotzdem eine Leine anlegen, da es natürlich kein Erfolgserlebnis für euch ist, wenn sie euch an der Nase herum führt ;) Aber in Angst versetzen kann auch mMn nicht der richtige Weg sein.
Es gibt relativ leichte Schleppleinen, die ihr dafür benutzen könntet. Die meisten Hunde merken relativ schnell, dass sie sich damit frei bewegen können (man sollte natürlich nicht ständig daran zuppeln) und spielen auch damit.
Beim rein gehen könntet ihr dann versuchen, sie zu locken und im Notfall doch die Leine benutzen.

Kann sie denn schon Kommandos? Die könnt ihr auch schon üben (Sitz und Platz funktionieren ja bei den meisten Hunden dank Leckerlie auch ohne anfassen. Das würde ich generell vermeiden, bei ihr aber besonders. ).
Generell: alles, was ihr zusammen unternehmt, stärkt ihr Vertrauen in euch und lässt eure Bindung dicker werden... (Gaaaanz langsam, wie immer, nichts überstürzen :) )

Wie ist sie denn sonst so bei euch zuhause? Traut sie sich schon mehr? Kommt sie raus, schnuppern?
Gibt es schon einen Vorstellungsthread mit Bildern?
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Thema:

Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung

Extrem ängstlicher Hund und Ratlosigkeit bei Erziehung - Ähnliche Themen

Verändertes Verhalten der Hündin: Ich möchte zuerst anmerken, dass mir klar ist, dass hier keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann und wir haben auch bereits einen Termin...
Suche nach der richtigen Papageien- oder Sittichart: Hallo liebes Vogelforum und Hallo an alle Vogelhalter mit Erfahrung! Ich würde sehr, sehr gerne hier ein paar Ratschläge und Erfahrungsberichte...
Wenn der Hund zwickt, oder Menschen "maßregeln" möchte.: Hallo liebes Forum, ich habe folgendes Problem, bei dem ich mir gerne so viele Meinungen wie möglich anhören möchte und an dem ich selber auch...
Hund zum 4. Mal vom Nachbarshund angegriffen: Hallo Ihr Lieben Unsere Wohnsituation ist momentan etwas schwierig und ich würde sehr gerne eure Meinungen zu meiner Situation hören. *Vorsicht...
Aggressiv ängstlicher Hund HILFE: hallo, erst mal zu der ganzen geschichte. ich bin 20 jahre alt und wohne mit meinen eltern und kleinem bruder 14 zusammen und wir haben schon...

Neueste Beiträge

Oben