Hallo anscha,
ich habe hier selbst eine "Angst-Hündin" sitzen, die aufgrund schlechter Erfahrungen vor Menschen und speziell vor Männern Angst hat. Sowas ist wirklich trainierbar, wenn du dich richtig auf deine Hündin einstellst.
Trotzdem möchte ich dir raten, Geld zu sparen um einen fähigen Hundetrainer die Sache nochmal betrachten zu lassen. Eine zweite - fachkundige - Meinung hilft oft sehr.
Grundsätzlich kann ich dir raten, dass du deine Körperhaltung deiner Hündin gegenüber sehr minimierst. Das heißt, dass du dich ihr am besten nie frontal näherst oder sie direkt ansiehst. gehe etwas seitlich - nicht schleichen - auf sie zu und geh schon bevor du bei ihr bist immer in die Hocke.
Beuge dich nie von oben herab, das ist für den Hund eine Bedrohung und schüchtert sie ein.
Desweiteren ist Handfütterung wichtig.
Sie muss nicht direkt aus deiner Hand fressen, setzt dich zu ihr (zur Not anfangs einen Meter entfernt) und wirf ihr Bröckchen Trockenfutter zu. Wenn sie die frisst, lob sie leise und fröhlich. Nach und nach kannst du ihr Bröckchen direkt hinhalten, schau sie aber nie an, wenn du so etwas tust, auch das wäre eine Bedrohung.
Wichtig ist, dass sie erstmal lernt einer Person - dir - zu vertrauen. Lass solange nicht deinen Freund mit ihr raus gehen oder sonst wen. Das wäre ein Vertrauensbruch, weil die Hündin denkt, du würdest sie diesem Mann ausliefern. Lass sie unbedingt an der Leine! Das wurde hier ja schon beschrieben, denn sonst ist es einfach zu gefährlich.
Draußen gewinnst du ihr Vertrauen, wenn du ihr Sicherheit gibst.
Nimm sie NIE auf den Arm!!!! Und halte nicht an, nur weil die Hündin anhält
Damit zeigst du dem Hund nur, dass du auch unsicher bist.
Wenn du andere Leute siehst, auch schon von weitem, dann mach ein leises "scht, hab ich gesehen" zu deiner Hündin und nimm die Leine kürzer, sodass sie bei dir läuft.
Lass die Leine erst wieder lockerer, wenn du merkst, dass sie sich beruhig und sagt dann fröhlich "okay", wenn die 'Gefahr' überstanden ist. Mach dieses Ritual auch immer, wenn sie sich vor etwas erschreckt oder wegspringen will, etc. So merkt deine Hündin, dass du die Situation im Griff hast und sie beschützt.
Bevor sie dir nicht vertraut, solltest du mit ihr keine Gehorsamsübungen machen. Hintern runter drücken für "Sitz", zB machen viel kaputt (und es funktioniert eh nicht so). Mach mit ihr Suchspiele im Haus, bleib im Abstand zu ihr sitzen und werf ein paar Leckerlis in den Raum, die sie dann holen muss.
Genrell vergeht Angst bei Hunden, wenn sie souverän geführt werden.
Ich habe hier eine tschech. Wolfshündin und die hat auch schon ordentlich was erlebt.
Trotzdem ist es uns möglich gewesen, sie innerhalt von 3 WOchen (solange wohnt sie nun bei uns) soweit zu bringen, dass sie von selbst an anderen Hunden schnuppert, abrufbar ist, Grundkommandos beherrscht und mittlerweile sogar schon von meinem Mann Futter nimmt (und vor ihm hat sie mächtig Angst).
Es ist wirklich machbar!

Du musst nur ganz entspannt den Überblick behalten. Am besten nicht mit Kopfhörern auf den Ohren spazieren gehen, sondern einen Rundumblick behalten, damit du deiner Hündin rechtzeitig signalisieren kannst, dass ihre Angst unbegründet ist