Ich überlege, ob ich hier nicht einfach still sein soll, aber ja, ich war mit zweien meiner Katzen bereits im Kindergarten.
Und ich kenne einen Kindergarten, der selbst zwei Katzen "hält". Das war das mit Abstand beeindruckenste was ich je gesehen habe.
Aber fangen wir Vorne an:
Den Besuchen ging jeweils ein Projekt voraus, in dem ich den Kindern Katzen allgemein, richtige Haltung, richtigen Umgang und ein paar Grundlegende Dinge bezüglich Tierschutz vermittelt habe. Eben soweit es bei Kindern in dem Alter möglich ist. Wir haben Spiele gemacht, ausgemessen wie groß ein Tiger ist und überlegt, was Trockenfutter mit Mäusen zu tun hat. Ich habe Katzen-Stofftiere angeschleppt und alle Bücher über Katzen die ich habe (das sind eine Menge ^^).
War wahnsinnig interessant und ich behaupte mal, ein paar von den Kids wissen heute noch mehr über Katzenhaltung als manche Eltern.
Ob ich die Katzen zwingend hätte mitnehmen müssen? Wohl eher nicht, aber es ist ein Erlebnis, das den Kindern ewig im Gedächtnis bleiben wird.
Die Voraussetzungen waren gegeben: Kein Kind der Gruppe und auch kein Kind vom gesamten Kindergarten hatte eine Allergie und mein Vater hatte Zeit, die Katze vorbei zu bringen (das heißt, der Besuch konnte KURZ ausfallen, weil die Katzen nicht mit mir in den Kiga mussten).
Größte Voraussetzung waren aber natürlich die Katzen selbst: Amira und Flyt waren verschmust, sehr an Menschen interessiert, erprobt Kindersicher (kleine Cousins und Geschwister in Mengen...), neugierig, jung (= weniger Revierfixiert) und transportfähig (ist Flyt heute leider nicht mehr, nachdem sie bei der Amputation ihres Beines das wohl irgendwie mit dem Auto in Zusammenhang brachte).
Der Ablauf: Die Kinder hatten einen festen Sitzplatz auf Kissen am Boden in einem Kreis. Sie mussten ganz leise sein (Katzen haben empfindliche Ohren und wir wollen ihr ja keine Angst machen!) und durften die Katze nur anfassen, wenn sie auf sie zukam.
Nach der letzten Einheit kam die Katze im Kindergarten an. Die Transportbox wurde am Ende des Raumes in einen abgeschirmten Bereich gestellt und die Tür geöffnet.
In der Mitte des Sitzkreises gab es ein Leckerchen. Ansonsten kein Einfluss von Seiten der Katze.
Beide Katzen haben sich beide Male ziemlich gleich verhalten. Erstmal aus der Box raus, zu mir hin, Raum erkundet und schließlich auch zu den Kindern hin. Flyt hat einen Turm auf dem Bauplatz zerstört, das war so ziemlich das Aufregenste was passiert ist.
Die Kinder waren absolut vorbildlich und haben sich kaum getraut zu flüstern.
Nach einer halben Stunde war der Zauber vorbei, die Kinder sind ganz leise aus dem Raum geschlichen, da der Kindergarten aus war. Ich bin mit der Katze im Gruppenraum geblieben, bis die Kids weg waren. Dann die Katzen wieder in die Transportbox und ab nach Hause.
Beide Katzen zeigten während des Besuches keine Anzeichen von Stress, gingen neugierig auf die Kinder zu und waren auch bei darauf folgenden Autofahrten völlig entspannt.
Die Aspekte die ihr hier nennt kann ich aber durchaus nachvollziehen. Es gibt ein Restrisiko und die Katzen muss man schon sehr genau kennen. Ich weiß nicht, ob ich es wieder machen würde und aktuell habe ich auch keine Katze, der ich das zutrauen würde. Wobei Flyt und Amira von allen meinen Katzen die einzigen waren, die überhaupt für so eine Aktion in Frage gekommen wären!
Nicht unterschätzen darf man vor allem die Kinder. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber wenn die die Kindergärtnerin oder man selbst nicht völlig Griff hat, kann man die Aktion getrost vergessen. In meinem Fall ging ein ganzes Projekt voraus und ich konnte die Kinder einschätzen, mit einer fremden Gruppe würde ich das niemals machen!
Dann noch etwas zum anderen Kindergarten, wo die Katzen praktisch dort "leben":
Die Kindergärtnerin ist sehr tierlieb und als eine Katze immer um den Kindergarten streunte, hat sie begonnen sie draußen anzufüttern. Der Hausmeister nahm die Katze bei sich auf und nach einer Weile kam ein zweiter Streuner dazu.
Die Katzen, bzw. eigentlich Kater leben also eigentlich nicht im Kindergarten, sondern in der Hausmeisterwohnung darüber.
Ein Kater bleibt lieber etwas auf Abstand, aber der andere ist ständig im Kindergarten, wenn irgendwo eine Tür offen ist. Eigentlich darf er auch nicht rein, aber wenn er immer nur gestreichelt, gelobt und verhätschelt wird und höchstens gaaaanz liebevoll mal vor die Tür gesetzt wird, ist das auch kein Wunder.
Also Klartext gesprochen: Im Gruppenraum spielen 25 Kinder, es ist laut, es ist leicht chaotisch und kaum ist die Tür offen spaziert der Kater in den Raum!
Die Kinder lieben ihn abgöttisch und einmal hat er uns sogar bei einem Spaziergang begleitet.
Ich will das Thema absolut nicht verharmlosen und ich gebe euch recht, dass die Besuche mit Katze im Kindergarten nicht empfehlenswert sind.
Aber naja, was soll ich sagen, ich habe auch andere Erfahrungen.
LG
blackcat