Serie von kranken Blaumeisen

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  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #1
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nakrawe

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Hallo,

ich wollte mal fragen, ob ihr das auch schon erlebt habt.
Wir füttern schon seit vielen Jahren regelmäßig die Wintervögel und hatten sicherlich hin und wieder auch mal kranke Vögelchen dabei.
Allerdings scheint es in diesem Jahr deutlich schlimmer zu sein. Wir haben nun schon einige Blaumeisen mit den selben Krankheitssymptomen über Tage hinweg beobachtet, bis sie dann schließlich (vermutlich) daran starben.
Es fängt mit allgemeiner Schwäche, Müdigkeit, Aufplustern an. Dann treten Schwierigkeiten beim Fressen und beim Flug auf. Die Augen sind fast nur noch geschlossen, offenbar ist das Sehvermögen beeinträchtigt. Das Fressen scheint schwer zu fallen, so als hätten sie Schluckbeschwerden. Häufig schlafen sie mitten beim Fressen ein mit dem Kopf nach oben gestreckt. Gegen Ende sitzen sie nur noch da und schlafen mit dem Kopf zwischen den Flügeln, verlieren jede Scheu.
Eine Meise habe ich dabei beobachtet, wie sie zunehmend die Kontrolle verlor, beim Schlafen von unseren Futterhäuschen runterfiel und sich am Boden nur noch stolpernd/robbend fortbewegen konnte und immer wieder mit dem Kopf nach unten auf der Erde landete. So als hätte sie Lähmungserscheinungen. So hat sie vielleicht noch 1 m geschafft, bis sie dann schließlich starb.
Ich habe sie vorsorglich vergraben, damit sich, was auch immer sie hat, möglichst nicht durch Fraß durch einen Räuber weiterverbreitet.
Täglich sehe ich wieder Blaumeisen mit ähnlichen Symptomen und habe langsam Angst, dass sich das ausbreitet.
Wir achten schon darauf, Futterstellen regelmäßig zu reinigen, das Wasser zu wechseln und wenn eine kranke Meise längere Zeit im Futter saß und hineingekotet hat, haben wir das Futter entfernt.
Habt ihr so etwas schon mal erlebt? Ist das nur allgemeine Schwäche nach dem langen Winter, oder spricht dies für eine der typischen Vogel-Infektionskrankheiten (H5N1 / Usutu Virus)?

Grüße
Nadine
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #2
Hallo und Willkommen Nadine,
kann nur für mich sprechen, aber mir ist das 1. noch nicht aufgefallen und 2. kann es wohl oder übel alles Mögliche sein.
Es gibt ja alle paar Jahre Populationseinbrüche, kürzlich die Amseln, davor die Finken, aber von einer meisenspezifischen Sache würde ich jetzt erstmal nicht ausgehen.
Es kann auch einfach sein, dass bei euch in der Gegend gerade Viren, Bakterien oder Pilze die Runde machen.

Ist dir das ausschließelich bei Blaumeisen aufgefallen?
Was schätzt du wie viele Meisen bereits Symptome zeigten?

Für absolute Klarheit gibt es leider nur die Möglichkeit einem vogelkundigen TA ein totes Tier zu überlassen, damit er es mal auf alles durchcheckt.
Die Symptome sprechen leider für vieles, weshalb eine Auskunft aus der Entfernung unmöglich ist.

Gruß

Urizen
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #3
Im letzten Jahr hatten wir bei uns in der Pflegestation auch ganz massiv Probleme mit jungen Meisen, überwiegend Blaumeisen.
Es sind nur ganz wenige durch gekommen, was sonst nicht üblich ist. Was es allerdings genau war kann ich jetzt nicht sagen.
Einige Tiere sollten ins Labor um die Ursache zu finden, kann bei Bedarf noch mal nachfragen...
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #4
Hallo Nadine,

was ist denn aus den Blaumeisen geworden, hast du nochmal welche gesehen mit dem beschriebenen Krankheitssymptom gesehen?

@*Pigeon*: mich würde interessieren, was aus der Laboruntersuchung geworden ist. Wenn du es erfährst, kann du ja mal berichten.
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #5
Hallo,

also die meisten Meisen mit diesen Symptomen sind irgendwann einfach nicht mehr aufgetaucht, sie sind also vermutlich dann irgendwo verendet (oder ihr Zustand hat sich über Nacht so massiv verbessert, dass sie einem nicht mehr aufgefallen sind, halte ich aber für unwahrscheinlich).
Es sind aber in letzter Zeit nicht mehr so viele betroffen gewesen, höchstens allgemeine Schwäche oder Verletzungen an den Augen/Füßen (geht wahrscheinlich schon auf die beginnenden Rangeleien zwischen den Männchen bzw. um das Futter zurück). Da ich, bis auf eine Meise, nie eine habe Sterben sehen, bzw. tot aufgefunden habe, war das mit der Untersuchung natürlich hinfällig.
Vielleicht lag es aber auch tatsächlich an dem überdurchschnittlich langen Winter, so dass sich eine allgemeine Schwäche eingestellt hat. Ich habe neben dem normalen Winterfutter dann auch noch Insekten zugefüttert (Mehlwürmer und Heimchen), um den Proteinmangel ein bisschen auszugleichen, dies wurde jedoch von den Blaumeisen kaum angenommen (die Kohlmeisen, Amseln und Stare hingegen waren richtig scharf darauf :D).
Aber da ich jetzt soweit herauslesen kann, dass dies nicht weiter bekannt ist, bzw. auch von anderen beobachtet wurde, schließe ich mal aus, dass da eine spezielle Infektionskrankheit oder einer der bekannten Viren dahintersteckt.
Hoffen wir mal, dass es das gewesen ist und sich nicht doch noch weiter ausbreitet.
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #6
kranke Meisen

Seit ein paar Tagen habe ich nicht nur kranke Blaumeisen, sondern auch kranke Tannen- und Sumpfmeisen beobachtet. Mit den selben Symptomen wie Nadine sie beschrieb. ich habe noch nie zuvor kranke Vögel beobachtet und das zu Beginn der Brutzeit. Seltsamerweise hat noch kein Sperber die auf dem Boden still sitzenden Vögel geholt.
jollyjumper
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #7
In Schweden?
Das ist ja interessant.:eusa_think:
Beobachte das bitte mal weiter,ja?
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #8
Heute konnte ich nicht viel beobachten, da es stürmisch ist und die Vögel sich da mehr direkt im Wald aufhalten. Ich habe heute morgen wieder eine ganz normal wirkende Tannenmeise gesehen, weiss aber nicht, ob dass die kranke von vorgestern war, da wir viele Meisen um uns herum haben. ich hoffe sehr, dass sich die meisten wieder erholen und bald mit der Brut beginnen.
Jetzt gehe ich noch mal mit dem Hund raus - hoffe, den Waldkauz zu hören.
Grüsse von jollyjumper
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #9
Hallo an alle

Das Problem mit den kranken Blaumeisen beobachte ich auch seit 2 Wochen. Erst sind die Vögel ganz aufgeplustert, sitzen am Vogelhaus, würgen mühevoll das Futter herunter, fliegen nicht weg und stecken apathisch den Kopf unter das Gefieder.
Einer Blaumeise ging es besonders schlimm , sie konnte ihr rechtes Auge kaum noch öffnen, war stark abgemagert und vollkommen teilnahmslos.

Diese Meise habe ich vor einigen Tagen gefangen und zur örtlichen Vogelschutzstation gebracht. Dort wurde ihr Antibiotika gegeben und sie war nach 3 Tagen wieder fit. Die Krankheit blieb jedoch unbekannt.
Statt den Vögeln beim sterben zu zusehen, wäre es besser sie einfach kurz einzufangen und in fachkundige Hände zu geben. :064:

Heute habe ich wieder ohne große Mühe eine solche Meise eingefangen. Diese ist wesentlich besser dran als ihr Vorgänger, doch scheint sie jegliche Scheu vor Menschen und Tieren verloren zu haben. Sie schläft auch nicht auf der Stange, sondern auf dem Boden, stört sich nicht an unserer Anwesenheit und wirkt sehr neugierig. Ich kann außer ihrem sonderbaren Benehmen keine anderen Auffälligkeiten erkennen. Gefieder und Kot sind ebenfalls in Ordnung. Mir ist das Ganze inzwischen ein wenig unheimlich, denn es sind trotz verstärkter Hygienemassnahmen noch einige andere Blaumeisen davon betroffen- alleine heute habe ich 5 ! andere Vögel gezählt, die sich entweder sehr langsam bewegt haben, aufgeplustert waren oder Schluckbeschwerden hatten. Leider ließ sich keine andere bisher einfangen. In einigen Tagen wird das wohl anders sein.

Für die, die es interessiert: Man kann den Blaumeisen seltsamerweise so nahe kommen, als wären es Jungvögel. Sie bleiben einfach sitzen und lassen sich bereitwillig aufsammeln. Erst in der Hand scheint ihnen bewußt zu sein das sie in der Falle sind.
Unsere Kohlmeisen scheinen nicht davon betroffen zu sein. Allerdings sind von den vielen Kohlmeisen kaum noch welche am Futterhaus anzutreffen.

Wenn ich die Meise morgen in der Station abgebe werde ich die Beobachtungen der anderen User aus diesem Forum mal erwähnen. Ein Virus kann es wohl eher nicht sein, denn das Antibiotika hat umgehend geholfen. Vielleicht hat irgendein Mitleser doch eine kleine Ahnung um was es sich handeln könnte?

Liebe Grüße
Shiro 'ken
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #10
Hallo Shiro 'ken ,

mich würde interessieren, ob vor der AB Gabe Abstriche entnommen werden?
Durch diesen müsste sich theoretisch der Erreger finden lassen...








Liebe Grüße
Amber
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #11
Hallo,habe mich gefreut, dass das Antibiotika bei der Blaumeise so gut gewirkt hat. Bei den toten Seevögeln vor ein paar Jahren vermutete man Futtermangel, Umweltgifte und/oder Bitamin B Mangel. Inzwischen (vor 5 tagen) habe ich zwei tote Blaumeisen gefunden. Die anderen sind unauffällig und beginnen wohl bald zu brüten. Hoffe, das bleibt so. Habe in die Vogeltränke u. Ausbuchtungen im Felsen 1-2 Tropfen Echinacin zur Abwehrstärkung getan. Ob das was helfen könnte? An die Futterstellen kommen auch Eichhörnchen und Kaninchen. Deshalb nehme ich es mit der Hygiene sehr genau. Da es hier immer noch durch den kalten Wind und den niedrigen Nachttemperaturen kaum Insekten gibt, möchte ich mit dem Füttern noch nicht aufhören. Ein Trauerschnäpper holt sich regelmässig Mehlwürmer, Mönchsgrasmücken holen sich von den Vivara Fettblöcken.Viele grüsse!Jollyjumper
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #12
Wenn die Meisen durch die Gabe eines Antibiotikums wieder gesund geworden sind, muss es sich um eine bakterielle Infektion handeln, mit der sich die Tiere an Futterstationen infizieren.

Deshalb wäre es sinnvoll, die Fütterungsstationen sofort dicht zu machen, gründlich zu desinfizieren und bis zum nächsten Winter zu schließen. Es gab schon häufig derartige Epidemien, die von Futterstellen ausgingen.

Die Wildvögel brauchen jetzt nicht mehr unbedingt Fütterung durch den Menschen, auch wenn sie für die Aufzucht der Küken hilfreich sein könnte. Im Moment scheint jedoch die davon ausgehende Gefahr größer zu sein.
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #13
Ich habe heute auch so eine Blaumeise beobachtet.

Wir haben am Montag 3 Meisenknödel frisch in den Baum gehangen, ansonsten wird nirgendwo in der Nähe gefüttert. Heute morgen sass eine Blaumeise (es muss ein Jungvogel sein) ganz aufgepustert und schlafend auf dem Ast direkt neben den Meisenknödeln mit dem Kopf tief ins Gefieder gesteckt und hat geschlafen. Die liess sich weder von mir, noch von den anderen Vögeln die dort fressen kommen stören. Den Vormittag über habe ich beobachtet, dass sie in Abständen immer mal frisst, ohne zu würgen, ganz normal, aber sie bleibt aufgeplustert. Sie ist auch kurz weggeflogen, als ein Buntspecht fressen kam, war aber nach einiger Zeit wieder da und schlief wieder in der Nähe des Meisenknödels. Von Kohlmeisen, Grünfinken und anderen Blaumeisen lässt sie sich nicht stören.

Was meint ihr, wie ich mich nun am Besten verhalten soll? Nur diese eine Blaumeise hat diese Symptome. Alle anderen Vögel (und es kommen gerade sehr viele Jungvögel - Kohlmeisen, Blaumeisen, Buntspechte, Grünfinken, etc) verhalten sich ganz normal.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Kurzes Update: ich habe die Blaumeise nun eingefangen und in die Hände einer Vogelauffangstation gegeben, damit sie schnell mit Medikamenten versorgt werden kann (vielleicht braucht sie ja auch Antibiotikum). Mir wurde dort gesagt, die Meise wäre stark abgemagert, was ich aufgrund des starken Aufplusterns selbst gar nicht festgestellt hätte. Dort ist sie nun in besten Händen und wird hoffentlich schnell wieder gesund.
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #14
Hi, ich habe vorhin beinahe eine Kohlmeise angefahren, die einfach nur auf dem Weg rumsaß. Sie ist nicht weggeflogen und ich hab sie in meinen Garten getragen. Sie bewegt sich kaum noch, ist aufgeplustert und sabbert. Aber in der Nähe gibt es keine Vogelstation. Wisst ihr was ich tun soll? Das scheint mir auch dieselbe Infektion.
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #15
Pack sie und dann ab zum Vogelkundigen TA und das am besten heute noch, sonst muss sie sehr leiden und ist Morgen unter Qualen gestorben.
Es kann auch sein das sie gegen ein anderes Auto geflogen ist und nun eine Gehirnerschütterung hat, aber das ist von weiten leider schlecht zu beurteilen :(

Hier findest du Vogelkundige TÄ




Ich drück die Daumen
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #16
Der Vogel ist kurz danach gestorben. Bevor ich ihn zum TA bringen konnte.
 
  • Serie von kranken Blaumeisen Beitrag #17
Symptome

Hallo,

die beschriebenen Symptome (Aufplustern, Einnicken, Kopf in die Federn stecken, Scheu verlieren, Neugierig gucken, am Fressplatz verweilen) habe ich auch erlebt.
Ich habe ein kleines Vogelhäuschen am Fenster mit Nüssen, Weintrauben. Ich habe einen französischen Balkon und die Fenster sind im Sommer immer offen. Der Baum vor meinem Fenster beherbergt zahlreiche Blaumeisen, die gelegentlich auch mein Vogelhaus besuchen und Nüsse picken.
Erst gestern saß plötzlich eine kleine Blaumeise auf meinem Sofa. Die Augen waren tief geschlossen. Als ich ihm Nüsse zwischen Sofa und Fenster auf den Boden stellte, ergriff das kleine Kerlchen aber sofort die Gelegenheit. Auch nach 24 Stunden war der Vogel immer noch bei mir. Er pickte Nüsse und dann schlief er wieder. Gelegentlich nahm der Vogel auch ein Bad, aber dann steckte er wieder den Kopf in die Federn. Abends verkroch sich der kleine unter dem Schreibtisch neben dem Fenster. Als ich mich ihm dann näherte, schien er keine Notiz von mir zu nehmen. 10 min später war er jedoch verschwunden und ich sah ihn unten auf dem Gehweg liegen. Als ich ihn unten aufpickte, lebte er zum Glück noch. Kurze Zeit später pickte er wieder Nüsse und schlief danach im Wechsel. In einer Vogelauffangstation diagnostizierte die Expertin ein Untergewicht und vermutete eine Gehirnerschütterung. Der Vogel hatte aber keinen Bruch. Es handelte sich zudem um einen Jungvogel. Er bekommt jetzt alles was er braucht (Maden, Heimchen, Vitamine, etc). Ich hoffe sehr, dass der kleine durchkommt.
 
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