Der Mythos vom Trieb

Diskutiere Der Mythos vom Trieb im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Korrektur! Jagdhunde im eigentlichen Sinn, also nicht Apportier- und Vorstehhunde sprich Jagdbegleithunde, sind eigenständige Jäger und das seit...
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #21
.............Ein Jagdhund darf keinesfalls ein eigenständiger Jäger sein - das ist und war nie die Intension dieser Zuchtgattung. Ein Jagdhund ist stehts zur Unterstützung des jeweiligen menschlichen Jägers gedacht und als solcher in seiner spezifischen Art seit tausenden von Jahren, neben dem Hüte/Wachhund, ein ehemals unersetzlicher Gefährte zur Sicherung des Lebensunterhaltes - sprich Nahrung....................

Korrektur!

Jagdhunde im eigentlichen Sinn, also nicht Apportier- und Vorstehhunde sprich Jagdbegleithunde, sind eigenständige Jäger und das seit Jahrtausenden.

Podencos, Windhunde und andere Pariahunde, wie Basenji u.ä. wurden nie auf Gehorsam selektiert.

Die Pariahunde, die auch jetzt noch von Naturvölkern zur Jagd eingesetzt werden spüren die Beute auf und stellen sie, bis die Jäger sie töten können.
Das kommt dem, was Laufhunde machen schon sehr nahe.
Nur das man den Hunden mehr Entscheidungsfreiheit zugesteht, als es hier und heute der Fall ist.
Windhunde jagen und fangen die Beute eigenständig.
Podencos, Tasi und Taigan "fahren" das volle Programm, sie spüren das Wild auf verfolgen, fangen es und ggf. wird es getötet.
Kein Gehorsam, keine Befehle.
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #22
Einen Hund "Auslastungstechnisch" hüten lassen zu wollen stell ich mir auch ziemlich schwierig und vor allem blauäugig vor
Ist aber Treibball, zum Beispiel...
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #23
................
edit: Yvi: In dem Buch "Antijagdtraining" steht auch, dass es Hunde gibt bei denen es mehr oder weniger unmöglich ist. Und jedesmal wenn sie es doch schaffen ist´s ja auch noch super belohnt worden und es wird wieder schwieriger...
Nichts desto trotz finde ich´s gut, dass du nicht aufgibst, ich denke das ist das Wichtigste. Ich denke es geht darum, dass viele schon von vornherein aufgeben und gar nichts tun. Und das ist definitiv nicht der richtige Weg!

Ein Exemplar davon habe ich hier und ich kenne mehrere.
Zwei davon sind sogar nach einem längerem Agillity Training durch gegangen, um zu jagen.
Ich habe u.a. einen Podenco Andaluz grande und das andere waren Podenco, bzw. Podencomischling.

Nicht bei jedem Hund kann man etwas mit Auslastung, Leckerli, Spielzeug oder anderer Ablenkung erreichen.
Sie sind zum jagen geboren und wenn sie es, so wie meine Andaluz schon einige Jahre gemacht haben, dann bleibt es auch so.
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #24
Ist aber Treibball, zum Beispiel...
Treibball und hüten hat so viel gemeinsam wie ne Stricknadel mit nem Knäckebrot. Die einzige evtl. Friquenz die du daraus ziehen kannst ist das dein Hund etwas vor sich her treibt, was aber im keinsten Fall mit einem Lebewesen zu vergleichen ist. Das hüten verlangt dem Hund ein immenses Maß an Konzentration, Situationen (vor)erkennung/einschätzung eigener Impulskontrolle und Interaktion sowohl mit dir als auch dem Vieh ab! Das kann man mit so ein paar Bällen überhaupt nicht wiederspiegeln. Du kannst vllt Richtungen wie away und come by damit aufbauen... die frage ist aber ob der Hund die Richtungen dann am Vieh übernimmt.
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #25
Naja, aber es ist dem nachempfunden und spricht zumindest denselben Trieb an, oder nicht?
Ich meine, Reizangel ist auch weit entfernt von wirklichem Jagen, ist ja aber trotzdem ein Kanal dafür, oder nicht?

Ich persönlich war noch nie beim Treibball, keine Ahnung. Aber der Hund muss auch hier konzentriert sein (kann ja auch mal ein Ball über einen Hügel rollen und keine Ahnung was. Der Hund muss trotzdem auf Kommandos hören und seinen Impuls auch unter Kontrolle halten, er darf ja trotzdem nicht machen was er will.
Die Interaktion fehlt, sicher. Und die macht auch garantiert einen großen Teil aus. Aber ansonsten nichts.

Der Hund "hütet". Kein Vieh, aber der Trieb wird annähernd ausgelebt...
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #26
Nein eine Reizangel hab ich leider meistens nicht dabei. Patch würde auch ziemlich schnell lernen wann ich das Teil dabei hab und wann nicht. Zudem verhindere ich es meistens das er in die Versuchung kommt stiften zu gehen. Sehe ich das er immer wieder auf eine Spur geht kommt er an die Leine (wenn er versucht Stiften zu gehen, dann für gewöhnlich auf eine Spur).

Ob ich ihn Suchtechnisch auslaste? Nun er soll mal auf der Fläche arbeiten als Suchhund, aber bis die erste wirklich große Suche kommt dauert es wohl noch etwas, da er zur Zeit Rückschritte macht. Wenn er eine Person nicht weg gehen gesehen hat, geht er meist erstmal Privat los zum pinkeln und Co:evil:.

Lg Yvi
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #27
Treibball und hüten hat so viel gemeinsam wie ne Stricknadel mit nem Knäckebrot. Die einzige evtl. Friquenz die du daraus ziehen kannst ist das dein Hund etwas vor sich her treibt, was aber im keinsten Fall mit einem Lebewesen zu vergleichen ist. Das hüten verlangt dem Hund ein immenses Maß an Konzentration, Situationen (vor)erkennung/einschätzung eigener Impulskontrolle und Interaktion sowohl mit dir als auch dem Vieh ab! Das kann man mit so ein paar Bällen überhaupt nicht wiederspiegeln. Du kannst vllt Richtungen wie away und come by damit aufbauen... die frage ist aber ob der Hund die Richtungen dann am Vieh übernimmt.

Im Anbetracht der Tatsache, dass ich eine Arbeitslinien-Border-Hündin kenne, die durch fehlende Sozialisierung etc. irgendwann angefangen hat fahrende Autos zu hüten, sehe ich da durchaus Vergleichsmöglichkeiten zwischen dem Hüten von Objekten und Tieren.
Richtiges, professionelles Hüten zum Zwecke der tatsächlichen Arbeit, was Schäfer betreiben ist eben genau das: das professionalisieren genau dieser Hüte-Tätigkeit. Und das kann eine Privatperson in den allermeisten Fällen kaum leisten.

Treibball würde ich daher tatsächlich eher kritisch sehen, wenn jmd. das "nur" zur Auslastung machen will.
Aber das hat laui ja eig. schon gut begründet, warum entweder ganz oder gar nicht:)
Entweder man lässt den Hund etwas hüten und das richtig oder man sollte die Finger davon lassen sowas anzutesten.

Hab da vorhin mit meiner Kollegin auch nochmal drüber diskutiert wie das so aussieht bei Jagdhunden (Vorsteh - und Apportarbeit), wenn die mal konkreten Jagderfolg hatten.
Im Zweifelsfalle kann man die dann für die Jagd nämlich vergessen, weil es verflucht schwierig bis kaum möglich ist da dann für zu sorgen, dass die nicht noch einmal eigenständig Wild holen.
Off-Topic
Nicht umsonst erfreut sich das Teletaktgerät bei manchen Jägern immer noch großer Beliebtheit zur Ausbildung von Jagdhunden:eusa_shhh:
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #28
Off-Topic
Es liegt halt in der Natur der Hütehundes kontrollieren, stoppen, eingrenzen und voran treiben zu wollen. Deshalb sind sie vllt auch eher "empfänglich" für Sachen wie Treibball, trotzdem ist das wohl ein recht schwacher "Trost" im Gegensatz zum eigentlichen hüten und kann, falsch angewand, Probleme eher noch unterstützen als zur "Auslastung" des Hundes beizutragen. Man muss beides sehen und kennen um es richtig zu verstehen.
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #29
Ein klasse Thema, Suno! Sobald ich geistig wieder zu mehr in der Lage bin als "wöööäää sabbel sabbel* werde ich meinen Senf als Jagd- und Wachhundhalter kundtun :) Weiß aber, dass ich hier mit vielen übereinstimme. Kann aber jetzt schon sagen, dass ich sehr sehr froh bin, mit Hanna von anfang an gegen den Jagdtrieb angekämpft zu haben und stolz sagen kann, dass sie noch nie Jagderfolg hatte und ich sie bisher jedes Mal abrufen konnte, wenn sie auf Beute aufmerksam wurde (sowohl beim Fixieren als auch beim Zurennen, wenn ich gepennt hab). Ich wünschte, wir hätten bei Jerry damals schon das Wissen von heute gehabt. Das hätte viel Arbeit erspart. Daher mein Appell an alle Welpenhalter: So früh wie möglich, Kinners. Man hat so viel in der Hand, wenn man es von Anfang an richtig macht und den Hund schon so früh bei sich hat.

Liebe Grüße
Pewee
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #30
Nur schade wenn man den Hund erst mit 10 Monaten bekommt :?. Obwohl ich es nicht bereue ihn zu haben

Lg
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #31
@Pewee
Hast du denn direkt "am Wild" geübt?
Also direkt dort wo man ständig auf die Tierchen trifft oder an Dummys? Reizangel und Co?
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #32
@ yvi also ich war etwa 1 Jahr lang kurz vor der Verzweifelung und habe gedacht ok, dann sagst Du eben auch wie alle anderen, dass ist eben ein Dackel und der hat eben Jagdtrieb und ist stur. Das Antijagdtraining Buch hat mir auck keinen einzigen sinnvollen Tipp gegeben und dann habe ich von zwei Dackel erfahrenen Hundetrainern mehrere Prinzipien gehört und dann hat es hingehauen. 1. Antijagdtraining wird nicht in der Situation gemacht, sondern im Alltag. Der Hund lernt dass sich Gehorsam in jeder Situation lohnt. Also habe ich ihm alle möglichen Befehle beigebracht nur damit er lernt zu gehorchen. 2. Der Hund darf keine Fehler machen und nie auch nur kleine Jagdmöglichkeiten haben. Ich habe ihn also zunächst nur im stinklangweiligen Terain laufen lassen und er wurde für jedes Kommen überschwänglich gelobt. 3. Der Rudelführer wartet nicht. Nach zweimaligem Rufen bin ich konsequent in die andere Richtung gegangen. Wenn er dann ankam bin ich einfach weitergegangen und habe ihm nach 1-2 Minuten ein Sitz oder Platz gegeben und ihn dann gelobt. 4. Sobald ich Wild gesehen habe oder Enten oder Eichhörnchenboder Hasen. Habe ich Charly beschäftigt, Sitz Fleischwurt rein, Platz Fleischwurst rein, weil wenn man gerade auf Fleischwurst kaut jagt sich schlecht, manchmal bekommt er auch ein Rinderohr oder ähnliches. Vielleicht klappt es nicht bei jedem Hund meiner hört jetzt in fast jeder Situation, nicht immer, aber immer häufiger..
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #33
Ähm.... Meinzwerg dir ist aber schon klar, dass genau diese Tipps auch alle in dem Buch stehen?
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #34
Wie wirkungsvoll kann es denn sein, einen Trieb "umzulenken" und ihn nicht ausleben zu lassen?
Was bedeutet es denn für den Hund, den Trieb nicht ausleben, sondern "nur" Ersatzhandlungen machen zu dürfen?
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #35
Vielleicht sollte man nicht sagen "Trieb umlenken" sondern allgemein, dem Hund eine Aufgabe geben.
Sprich vernünpftige Auslastung, Körperlich geistig, dem Charakter des Hundes endsprechend.

Damit beuge ich meiner Meinung nach vor, das der Hund seinen "Trieb" selbständig auslebt
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #36
Hallo Willi,
Vielleicht sollte man nicht sagen "Trieb umlenken" sondern allgemein, dem Hund eine Aufgabe geben.
Sprich vernünpftige Auslastung, Körperlich geistig, dem Charakter des Hundes endsprechend.

Damit beuge ich meiner Meinung nach vor, das der Hund seinen "Trieb" selbständig auslebt


das hast du sehr treffend und klar ausgedrückt.

Ich gehe natürlich davon aus, daß ein Hundehalter vorher weiß was für ein Schätzchen er sich da ins Haus holt. Wenn man sich einen z.B. einen Setter / Vizslar / Beagle / Dackel etc. ins Haus holt sollte man nicht überrascht sein wenn dieser Tendenzen zur Jagd aufweist - und wenn man sich wie ich Schäferhunde aussucht - sollte man dies im Wissen tun , daß diese arbeitseifrig bis übermotiviert sind, Energiegeladen und als Begleit - Wachhundehunde eine meist dominante Ader haben und eine konsequente Führung brauchen.

Dann geht man in sich und überlegt - wie weit gestehe ich meinem Hund seine jeweilige Veranlagung zu. Und dann arbeite ich mit diesen Veranlagungen gegen die ein oder andere übertriebene Auslebung.

Ein Beispiel, nicht weil ich ja so toll bin - sondern weils ganz einfach funktioniert.

Meine ach so brave Schäferhündin, darf sich täglich bevor der Alltag beginnt erstmal aller Energie entledigen und zwar indem wir zwischen 15 und 20 km Fahrradfahren - vor dem Frühstück.(meiner Figur kommt das auch zugute)

Ihren Wachtrieb (Anschlagen und anderen den Zutritt zum Gelände verwehren) habe ich mit ihrem Arbeitstrieb umgewandelt. Es klingelt oder jemand betritt das Gelände und sie "meldet" es mir, indem sie schnurstracks zu mir gegast kommt (auch aus dem Garten den ich vom Büro nicht einsehen kann) , sich vor mich hinsetzt und falls ich nicht reagiere mich mit ihrer Pfote stupst....etc.
Da bei uns so saumäßiges Wetter war/ist habe ich angefangen ihr verschiedene Gegenstände zum Holen bei zu bringen. Kong, Ball, Teddy, Seil.....fürs ertse. Es klappt noch nicht immer - aber wenn, : es ist kaum zu wie glücklich der Hund gucken kann, wenn sie es richtig gemacht hat....

@Miwok
Soweit ich in die Seele meines Mädchens blicken kann, ist sie mit ihrem Umgelenkten Wachtrieb super glücklich - denn sie darf ja "melden" und das macht sie mit Eifer.

Dieses Thema ist ja nicht ausschließlich auf Jagdhunde gemünzt.
Aber einem Jagdhund (meinem geliebten Setter) habe ich eine Jagdalternative angeboten - sie (Toy) sah einen Hasen und stand vor - ich habe just in diesem Moment den Down befehl gegeben - ein Apportiergegenstand geworfen - ihre Aufmersamkeit war also bei mir - und dann durfte sie es (im hohen Gras / Wasser) aufspüren und mir bringen. Auch mit ihr bin ich täglich morgens (damals noch Schüler) Fahrrad gefahren.....

"Gegen" den Trieb zu arbeiten, war ja nur eine der vielen Theorien, die wir hier , wenn wir Lust haben, gemeinsam diskutieren können.

LG Suno
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #37
Hahaha, direkt mal den Thread vergessen :uups:

Hast du denn direkt "am Wild" geübt?

Anfangs natürlich nicht, weil ich das noch nicht gut einschätzen konnte. Wir waren allerdings schon im Welpenalter viel auf dem Remstecken (Eine Art Wildpark hier bei uns in der Gegend), wo sie Ponys, Rehe, Hirsche, Wildschweine, Schafe und Ziegen aller Art kennenlernte. Ich zeigte mit dem Finger auf jedes Tier und sagte "nein!" :lol: Ne, aber ich hab ihr direkt gezeigt "das ist normal für uns - das jagen wir nicht". Habe direkt vom Welpenalter an mit der Schleppe für mehrere Monate gearbeitet. Auch wenn das damals im Prinzip noch nicht nötig war, da sie einen guten Folgetrieb hatte, aber ich bereue es nicht - ihr Rückruf ist top. Das hätte ich damals schon bei Jerry machen sollen.
Ab Übergang Welpen- und Junghundalter kamen dann die ersten Dummyübungen dazu, als sie ausgewachsen war dann auch die Reizangel. Noch später ZOS, was wir aber inzwischen leider relativ stark vernachlässigt haben, weil ich derzeit lieber an anderen Sachen übe.

Ich hab sie dann im Laufe der Zeit auch an "Kleintier" herangeführt. War dann entsprechend in Gegenden, wo man Kaninchen/Hasen trifft und Vögel (die ja aber eh irgendwie überall sind). Die sind auch im Prinzip gefährlicher für unseren Rückruf, denn sie hat es mit Abstand am meisten auf Vögel abgesehen. Die fixiert sie und würde sie auch jagen bzw. rennt auch los, wenn ich ihr Fixieren verpennt habe. Aber bisher war sie immer abrufbar, auch mitten im Lauf. Das Problem bei Vögeln ists ja schon, dass ein Jagderfolg besteht, wenn die Vögel nur wegfliegen, das will ich um jeden Preis vermeiden. Damit hat derzeit eine Freundin Probleme, deren Setter auch furchtbar gerne Vögel jagt und... nicht sooo gut abrufbar ist ;):roll:
Jeder hat ja irgendwo ein kleines Problemchen mit seinem Hund, aber ich bin ganz froh, dass ich mit Hanna keine Probleme zwecks Jagen habe. Wäre mir ein Graus, wenn was aus dem Gebüsch springt und Hanna wäre nicht abrufbar. Wir gehen auch sehr oft in die Rheinanlagen, wo Schwanengehege sind, da können wir auch problemlos hin, ohne dass es Geschnetzeltes gibt. Schwäne sind mittlerweile relativ normal für sie.

Wie wirkungsvoll kann es denn sein, einen Trieb "umzulenken" und ihn nicht ausleben zu lassen?
Was bedeutet es denn für den Hund, den Trieb nicht ausleben, sondern "nur" Ersatzhandlungen machen zu dürfen?

Ich würde mich Willis Ausführungen anschließen. Die Frage ist ja, ob ein Hund das "echte Jagen" vermissen würde, wenn er es nie getan hat? :eusa_think:

Zum eigentlichen Thema: Ich reagiere auch sehr oft gereizt, wenn jemand sagt "naja, der macht das halt so". Oft heißt das nämlich "ich hab keinen Bock, dass sich was ändert". Ganz klar sind diese Leute natürlich von Leuten wie Yvi zu unterscheiden, denn es ist natürlich immer viel viel schwieriger, den Trieb eines Hundes umzulenken, der schon Jahre oder zumindest in den prägenden Monaten alles erdenklich Blöde gelernt hat. Deswegen denke ich schon, dass es Hunde geben kann, wo man sagt "das krieg ich nicht mehr aus ihm raus". Wir reden ja nicht nur von Hunden mit Jagderfolg, sondern von Hunden mit falschem Jagderfolg - selbst herbeigeführtem Jagderfolg und keine Zusammenarbeit zwischen Jäger und Hund. ABER ich denke nicht, dass man diese Ausrede so ohne Weiteres bringen kann. Ich glaube das den Leuten erst, wenn sie entsprechend lange geübt haben. Ich sag ja auch nicht "ja, die Hanna ist ängstlich, so isse eben, da kann ich nix machen" - ich versuche trotzdem sie täglich immer ein Stückchen mutiger zu machen. Mit dem Training aufzuhören ist für mich der Beginn zum Rückschritt.
Es gibt leider immer noch zu viele, die meinen, dass ein Hund in 2 Wochen alles verlernt haben muss, was er zuvor kennenlernte. Wie kann ich von einem Hund den perfekten Rückruf erwarten, wenn er 2 Jahre zuvor machen durfte, was er wollte? Trotzdem sehe ich Leute, die nicht mehr daran arbeiten. Die Schleppe wird dann einfach als verlängerter Arm genommen, damit man den Hund unter Kontrolle hat, er aber trotzdem rennen kann. Training? Nö.

Ich würde allerdings schon soweit gehen und von "Trieb" sprechen. Das beinhaltet natürlich eine Komponente des Unkontrollierbaren, aber so ists für mich auch irgendwie. Ich werde meinen beiden NIE sagen können "leg den Trieb mal ab". Ich werde nie entscheiden können, wann sie ihn haben dürfen und wann nicht. Ich kann höchstens entscheiden, wann sie ihn ausleben dürfen. Das ist ein Unterschied. Ich sage durchaus "Hanna ist ein Jagdhund, das ist eben so", aber ich sage nicht damit "sie ist ein Jagdhund, da kann ich eben nix machen, wenn sie anfängt, Tieren nachzurennen". Ersteres schließt für mich - im Gegensatz zu zweiteren - nicht aus, dass ich daran arbeiten kann, es zu kontrollieren. Bei zweiterem habe ich mit meiner Aussage offensichtlich aufgegeben.

Was ich besonders schade finde: Es gibt viele schöne Ideen, Jagdhunde auszulasten. Die meisten Sportarten sind ja irgendwie darauf ausgelegt. Klar, Hütetrieb ist ja auch irgendwie nur eine bestimmte Art Jagdtrieb. Aber es gibt sooo wenig für Wach- und Schutzhunde, wo man wirklich explizit gegen den Trieb ankommt und es auch ohne professionelle Hilfe schafft. Natürlich gibts den Schutzhundedienst, die viele Komponenten enthält. Aber damals war ich 15 und kannte diese Materie noch gar nicht. Jetzt ist Jerry 9 *lach* Vielleicht liegts daran, dass ich mit Hanna früher gearbeitet habe als mit Jerry, aber Jerry hat mir bzgl. seines Triebes wesentlich mehr Probleme und Schwierigkeiten bereitet als Hanna. Mittlerweile ist er in einem geschätzten Alter, wo es nicht mehr jeden Tag am besten 6 Stunden rausgeht, aber sein Geist ist genauso frisch wie vor 5 Jahren. Auf der anderen Seite gibt es viele Dinge, die er nicht gern macht. Dummy findet er doof, Reizangel stinkt ihm auch gewaltig (wieso nimmt Frauchen aber auch immer das Quietschie weg, wenn er gerade zupacken will? ;)), aber das sind für mich eigentlich Paradesportarten, wo Geist UND Körper effektiv ausgelastet werden. Bei Jerry muss ich deutlich kreativer sein :) Und trotzdem kommt sein Wachtrieb phasenweise immer mal wieder stärker hervor. Vielleicht weil ich zu lange gewartet habe, bis ich effektiv was gemacht hab. Er hat und wird immer diesen gewissen Drang haben, den ich nur in Maßen umlenken kann. Aber ich freue mich immer über neue Ideen. Suno, ich würds super interessant finden, wenn du mal erklärst, wie du Rosi das Anzeigen von Gästen beigebracht hast :) Vielleicht in einem entsprechenden Thread? Ein Wachtriebthread? ;)
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #38
Wie wirkungsvoll kann es denn sein, einen Trieb "umzulenken" und ihn nicht ausleben zu lassen?
Was bedeutet es denn für den Hund, den Trieb nicht ausleben, sondern "nur" Ersatzhandlungen machen zu dürfen?

Meiner Meinung nach nimmt man dem Hund nicht unbedingt etwas, wenn man, wie Suno, dem Hund Ersatzhandlungen anbietet. Denn im Normfall weiß der Hund nicht, dass es eine Ersatzhandlung ist, sondern es ist schlicht und ergreifend eine Tätigkeit, die ihm "im Blut" liegt.
Sunos Rosi (Rosi ist richtig, oder?) z.B. ist mit Sicherheit nicht unglücklich damit zu melden...Weil sie gar keine Alternative kennt und ihrem Bedürfnis Heim und Hof zu schützen trotzdem nachkommen kann.

Manchmal wird da irgendwie doch immer noch sehr vermenschlicht.
Ein Hund ist nun mal ein Hund und macht sich vermutlich keine Gedanken darüber was der böse Mensch ihm da gerade vorenthält, sondern er freut sich über seine Aufgabe/Beschäftigung etc. und ist dankbar für die Befriedigung seines "Triebes" (auch wenn ich den Begriff immer noch sehr unglücklich finde...)

Off-Topic
Natürlich gibts den Schutzhundedienst, die viele Komponenten enthält.
Und zur Zeit wieder ganz massiv in der Diskussion steht bis hin zu einem geforderten Verbot für Privatpersonen:eusa_shhh:
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #39
Ich gehe natürlich davon aus, daß ein Hundehalter vorher weiß was für ein Schätzchen er sich da ins Haus holt. Wenn man sich einen z.B. einen Setter / Vizslar / Beagle / Dackel etc. ins Haus holt sollte man nicht überrascht sein wenn dieser Tendenzen zur Jagd aufweist - und wenn man sich wie ich Schäferhunde aussucht - sollte man dies im Wissen tun , daß diese arbeitseifrig bis übermotiviert sind, Energiegeladen und als Begleit - Wachhundehunde eine meist dominante Ader haben und eine konsequente Führung brauchen.

Das find ich immer doof. Weil man das eben nicht immer sagen kann.
Und auch Rassehunde haben ja manchmal ganz eigene Vorstellungen davon, wie ihre Rasse denn aussehen sollte ;)
Ich finde es immer wichtiger, sich den Hund als Ganzes anzuschauen. Sicher, wenn ich mir einen Rassehund hole dann sollte das entsprechende Wissen mitgebracht werden. Aber man kann eben nicht immer sagen, ob nun Jagdhund oder Hüter oder was weiß ich ist.

Off-Topic
Muss jetzt mal die Flagge für die unerkannten Mischlinge hochhalten. Das nervt mich nämlich schon länger :D
 
  • Der Mythos vom Trieb Beitrag #40
Hallo alle,
@Pewee
Ich denke es braucht kein neues Thema, dies hier ist ja all umfassend (Trieb oder Veranlagung) gedacht:lol:

Das mit Rosis Wachtrieb war viel, viel einfacher als ich dachte.

Zunächst neben den Grundkommandos...habe ich aus Spaß Rosi Biiiitte bei gebracht (von Anfang an - als Welpe) . Also die Pfote heben und dafür ein Leckerchen bekommen. (kommt super bei Kindern, Verwandten und Omas an....hehe ist mir Vorsicht zu genießen - das macht sie nämlich immer wenn sie von jemandem was will).

Im Laufe der Zeit hat sich mein Mädel als Wachhund verstanden und jeden ganz furchtbar angebellt der auf das Gelände kam - ICH wußte es war nicht aggressiv - aber ein Fremder ? Wenn fast 40 Kilo schwarzer Schäferhund auf einen zurast . Ne das ging gar nicht.
Also ich habe mich in Hab acht Stellung in den Flur (geht direkt aufs Gelände) gesetzt und gelauscht und beobachtet - sobald ich etwas gehört/gesehen habe ...BEVOR sie losging....habe ich Rosi gerufen, Biiiitte manchen lassen und ihr ein Stück heißgeliebte Puten Wurst geschenkt.

Das war es auch schon. Nach ungefähr 4 Tagen....kam jemand und Madam kam angerast Pfote in die Höhe und Leckerchen ins Maul....

Inzwischen macht sie es auch ohne Leckerchen - das fliegt nur noch ab und an....

Also keine große Sache....aber die "Kleine" ist halt auch ein echter WTB:mrgreen:

@Infano
das sehe ich etwas anders.
Besonders gezüchtete Rassen, haben von der Basis her immer die ein oder andere Veranlagung . Wie stark ausgeprägt ist - da gebe ich dir Recht - von Tier zu Tier unterschiedlich.
Bei Mixen - (die ich toll und bezaubernd finde) hat man eher ein Überraschungspaket am laufen. Also z.B. Schäfer-Setter Mix - da kommt es dann ganz auf die stärke der jeweiligen Gene an.Schlimmstenfalls bekommt man einen jagenden Schutzhund - dann hat man zwei Baustellen - kann auch sehr interessant sein.

LG Suno
 
Thema:

Der Mythos vom Trieb

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