Hallo,
so, jetzt versuche ich das mal alles zu beantworten.
@Foss
Wenn mein Hund nicht per Fuß geht bzw. bei mir gehen sie hinter mir damit ich die Kontrolle habe und jederzeit reagieren kann, und wie Du gesagt hast wenn er nicht mag dann mag er nicht, dann besteht doch jederzeit die Gefahr für sein Leben und das von anderen? Es gibt doch genügend Situationen in denen man seinen Hund zurückrufen muss. Und da geht es oft um Sekunden, d.h. wenn ich sage Komm dann meine ich sofort und nicht erst in 3 Sekunden. Soweit muss ich meinen Hund im Griff haben?
Rudelführer bin immer noch ich und ich erwarte von meinen Hunden dass ich dafür auch respektiert werde.
Allerdings muss ich zugeben dass ich mich mit Diensthunden nicht auskenne, bzw. was sie lernen müssen, wie sie sich in einzelnen Situationen zu verhalten haben usw. Da würde ich mir auch keine Erziehung zutrauen.
Wie gesagt, sind meine lieb und brav und ich kann mir ihnen überall hingehen ohne dass sie auffallen. ABER natürlich können sie auch zu Kampfbestien mutieren wenn ich in Gefahr bin.
Trotz meines "hohen Alters" wurde ich mal von einem ekelhaften Typen bei einem unserer Waldwanderungen tätlich sprich "sexuell" angegriffen. Als der Typ noch normal an uns vorbei ging haben sie keinen Ton gesagt, allerdings waren sie ganz gegen ihre Gewohnheit sehr angespannt. Aber anhand meiner Körpersprache/Haltung haben sie gemerkt dass alles in Ordnung ist.
Nach einigen Metern machte der Typ eine Kehrtwendung und packte mich von hinten. Da sind sie aber abgegangen wie ein Großer. Alle 5 haben sich in seine Füße/Wadeln, überall wo sie hinkamen, gebissen, verbissen usw. Es war Sommer und er hatte kurze Hosen an. Der ist fluchend, schreiend und blutend abgezogen. Ich war natürlich fix und fertig aber trotzdem unheimlich Stolz auf meine Minis.
Sie haben anscheinend viel eher erkannt dass er eine Gefahr darstellt aber sich an mich orientiert und daher erstmal Ruhe gegeben. Ich hatte daraus gelernt dass ich in Zukunft viel besser auf die Körperhaltung meiner Hunde achte und Gefahren eher abwehren kann.
Ich finde auch keinen Unterschied zwischen Land und Großstadt. Ich habe zwar das Glück sehr ländlich zu wohnen aber ab und zu besuchen wir auch eine Großstadt. Letzte Woche waren wir bei einem großen Stadtfest und wieder bin ich stolz auf meine Mäuse. Auch da sind sie eine kurze Strecke (die vielen Menschenbeine sind mir zu gefährlich) brav an der Leine knapp hinter mir durch die Menschenmenge gegangen ohne zu meckern und maulen, egal ob Hund, Kind oder Erwachsener.
@meinzwerg
ich stimme Dir 100% zu was das Verhalten im eigenen Revier anbelangt allerdings wiederspreche ich Dir bei Deiner Schilderung über das Verhalten von Chihuahua´s.
Es sind keinesfalls angriffsluste und sture Hunde und ihre Körpersprache ist genauso wie bei jeder anderen Rasse. Meine machen erstma einen Bogen bei Hundebegegnungen, wedeln mit dem Schwanz und knurren und kläffen nicht. Auch das ist Erziehungssache.
Du hast aber auch völlig Recht, bedingt durch schon erlebte Angriffe zeige ich natürlich auch Unsicherheit und meine Hunde merken das. Ich versuche das in den Griff zu bekommen und arbeite daran bzw. ich habe daran gearbeitet und hoffe es geschafft zu haben.
Leider kenne ich es auch dass manche Chi-Besitzer noch lachen wenn der Kleine ihnen hinten an die Wadeln hochspringt zur Begrüßung und reinkneift oder Jogger nachrennt und an ihnen hochspringt. Da kriege ich jedesmal einen dicken Hals. Das ist schlicht und einfach respektlos und der Hund steht auch unter ständigem Stress und das ist auch noch gesundheitlich schlecht. Manche vergessen einfach dass ein Chi kein Kuscheltier ist sondern wie ein normaler Hund behandelt werden möchte und auch muss.
Wenn ich schon sehe wie Teenager ihren "supersüßen Chi mit Modelkleidung und im schlimmsten Fall auch noch Kapuze" mit Halsband (tödlich für so einen kleinen Hals) und mörderischer Flexi (hat schon manchen Chi erschlagen) hinter sich erziehen oder ewig lange vor sich laufen lassen und dann auch noch lachen wenn der Kleine zitternd und kläffend einen Fahrradfahrer in die Quere kommt dann platzt mir wirklich der Kragen.
@infanfo
Wie Du an meiner Überschrift erkennen kannst habe ich das ganze als Frage formuliert da ich bzw. meine ganzen Bekannten ausschließlich mit großen schwarzen und Schäferhunden böse Erfahrungen gemacht haben.
Unsere Hunde wurden noch nie von Doggen, Mastiffs, Bulldoggen, Terrierarten, Bracken, Windhunde etc. angegriffen worden.
Viele Leute erkennen einfach bei Hundebegegnungen nicht die Gefahren für so kleine Hunde. Es passiert mir ständig dass uns große Hunde begegnen. Meistens läuft es so ab:
Ich sehe schon von weitem 2 große Doggen auf uns zutraben, Besitzer ist als ganz Kleines Männchen weit, weit hinten zu sehen.
Ich rufe meine Hunde zu mir und möchten zügig vorbeigehen, ohne Randale.
Die Doggen werden schneller, der Besitzer auch und ruft von weitem: Die tun nix!!
Klasse, darauf muss ich mich nun verlassen?
Aber ich weiß Doggen sind gutmütige, Körperhaltung freundlich, meine Hunde sind entspannt.
Also lasse ich natürlich den Kontakt zu. Es wird geschnuppert, umkreist, usw.
Wo ist die Gefahr? Ein freundschaftlicher und wirklich lieb gemeinter "Fußstupser" AUF den Kopf und schon ist das Genick gebrochen. Alles schon erlebt und hierbei geben wir natürlich nicht der Dogge oder dem Besitzer die Schuld, sie wollte wirklich nur spielen und kann das natürlich nicht abschätzen welche dramtischen Folgen die lieb gemeinte Geste haben kann.
Oder es wird einfach nur spielerisch getobt, einmal zu fest über den Mini getrampelt und schon ist die Querschnittslähmung perfekt. 2 kg gegen 40 kg, keine Chance.
Aber wir als Minihundbesitzer werden dann belächelt wenn wir die Kleinen nicht spielen lassen, hochnehmen (allerdings schlecht, Blick von oben ist in der Hundesprache nicht gut), schnell weitergehen (da ist man unhöflich und Arrogant) aber wir kennen die Gefahren und handeln entsprechend im Vorfeld.
@
MilkyWay04
nein, es waren immer verschiedene Hunde, andere Orte, usw. Usedom, München, Landshut, Bremen, Dortmund, Stuttgart, Berlin usw.
Das mit dem Jagdtrieb kann ich so auch nicht stehen lassen. Einer meiner Mädels ist bzw. war als ich sie bekam eine fanatische Jägerin. Jedes Reh, Hase usw. war ihr Beuteschema. Ich habe lange mir ihr daran gearbeitet und heute kann ein Reh direkt vor ihrer Nase die Straße überqueren, sie bleibt bei mir. Sollte ich den Ansatz verpassen (kann alles passieren, meine machen auch Fehler) und sie sprintet los dann dreht sie sich auf Zuruf noch in der Luft um und kommt zurück.
@miwok
nein, dazu kann ich leider nichts sagen. Von den Besitzern dieser Hunde von denen unsere Kleinen immer wieder angegriffen und getötet wurden hört man immer nur: DAS hat er aber noch nie gemacht, normalerweise hört er gut!
Das ist wirklich der Standartsatz, ich kann ihn bald nicht mehr hören.
Meine Bekannte, deren Chi gestern von einem Schäferhund getötet wurde ist heute morgen zu der Besitzerin des Hundes gefahren um Namen und Adresse zu bekommen. Da steht dann eine alte Dame (ca. 70) leicht gebrechlich in ihrem Garten (Zaun eigentlich nur für Dackelgröße geeignet) und versuchte verzweifelt ihre 3 Schäferhunde festzuhalten.
Die zerrten, käfften und fletschten ihre Zähne und hätten sie fast umgeworfen. Da frage ich mich wirklich ob es nicht doch zwingend notwendig wird dass ein Hundeführerschein Pflicht wird. Und daher bleibe ich dabei, wenn ich meine Hunde (egal welche Rasse) nicht im Griff habe dann darf ich keine halten.
Meine Bekannte ist natürlich wieder gegangen da sie wirklich Angst hatte vor den Hunden.
Ich hasse auch den Begriff "kampfhunde" denn diese Hunde kommen auch als liebe Welpen zur Welt und werden vom Menschen so verhunzt. Klar hat jede Rasse ihre Eigenheiten, verschiedene Hemmschwellen, mal mehr Sturheit, mal weniger usw. Aber wenn ich mir als Mensch diesen Charaktereigenschaften bewußt bin und meine hunde dementsprechend erziehe bzw. behandele dann kann ich ihnen auch gerecht werden.
lg