@Blacky95: Ihr macht wenigstens was mit dem Hund. Ich kenne genug Eigenhausbesitzer, die den Hund sich selbst überlassen. Ist echt super nach einer halben Nachtschicht von dem kläffenden Monster geweckt zu werden, weil andere Hundehalter es sich einfach nicht angewöhnen können, mal einen der anderen vier Wege zu ihrem Haus zu gehen! Nein, man muss ja immer DIESEN Weg gehen und schnauzt mitten in der Nacht den Hund auch noch an, lautstark, damit alle wach werden... Aber genau diese Leute sind es, die sich beschweren, wenn nachts die Pumpe von einem Teich läuft, dass sie nicht schlafen könne... :eusa_think:
Oder wenn ich Uni hab und um fünf aufstehen muss, mehrfach nachts von der aus dem Schlaf gerissen zu werden, nur weil es die Halter nicht hinbekommen, abends die Terrassentür zu schließen. Und 3x4 Meter ersetzen nun mal kein Gassigang. Der Hund macht ja auch immer in den Garten und weggemacht wird es nicht. Der Hund ist total unterfordert, aber raus gehen ist doch viel zu anstrengend und dann auch noch drei Mal am Tag...
Und die jenigen, die zumindest 15min laufen, machen nichts mit ihren Hunden. Stupides laufen, es wird kein Schnüffeln erlaubt, sondern sich nur bewegt. Kein Spielen mit anderen Hunden. Man hat keine Zeit, um mehr mit dem Tier zu machen. Deswegen habe ich z.B. auch einen von diesen Hunden nun zwei Mal in der Woche, damit sie das kleine Hundeeinmaleins lernt. Bei mir klappt das auch gut, weil ich konsequent bin. Kein ziehen an der Leine seitens des Hundes, kein Ballspiel (der Hund ist ein Junkie und kann nicht mehr aufhören, beginnt zu bellen, zu schnappen und kneift auch aus Frust zu, wenn man nicht schnell genug wirft) mit dem Hund, sondern: schnüffeln lassen, gezielte Übungen zur Impulskontrolle, Suchspiele, Apportieren, rennen und den Hund einfach mal mit anderen spielen lassen. Danach ist die so platt, dass sie sofort in ihr Körbchen geht und drei Stunden pennt! Also ich mache nicht jedes Mal alles, manchmal nur Suchspiele und apportieren, manchmal nur Impulskontrolle...
Allerdings finde ich Gassigänge wichtig, wegen der Eindrücke. Selbst wenn man keine anderen Hunde trifft, so hinterlassen Kaninchen, Vögel, Mäuschen auch Spuren... Ich war mal mit einer belgischen Schäfermixhündin im Wald. Null Jagdtrieb, aber die war überall am schnuppern und nach einem drei Stunden Gassi so platt, dass sie auf einem Parkplatz einschlief, der direkt an einer viel befahrenen Bundesstraße liegt. Und wer schon mal einen Malinois hatte, weiß, dass es so einfach eigentlich nicht geht
Man kann auf Gassigängen so viel machen. Siehe oben. Manchmal muss der Hund aber auch einfach mal schnüffeln dürfen. Es gibt ja Menschen, die IMMER was mit ihrem Hund machen und so auch eine Erwartungshaltung beim Hund heranerziehen, die sie gar nicht wollen. Klar an manchen Sachen sollte man immer üben, wenn man zum Beispiel an der Leinenpöbelei oder Jagdtrieb arbeitet, aber zum Beispiel immer einen Dummy, ein Spielzeug oder dergleichen beizuhaben, ist auch nicht unbedingt förderlich, finde ich. Denn der Hund sollte sich auch mal selbst in einem gewissen Rahmen beschäftigen können.