Absolut Roher Jährling

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  • Absolut Roher Jährling Beitrag #1
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Tamino

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Hallo an alle,

ich habe mich extra hier angemeldet da ich wirklich ein bisschen Hilfe gebrauchen könnte.
Also erstmal zu mir, ich bin mit Pferden aufgewachsen und reite schon länger als das ich laufen kann. vor 4 Monaten habe ich mir endlich mein Traum erfüllt und ein Pferd gekauft. Die Wahl viel auf einen 1 1/2 Jährigen Tinkerhengst. Diesen habe ich sofort kastrieren lassen da er mit einer Stute zusammen steht.
Vor einem Monat ist er zu mir umgezogen und die eingewöhnung war recht schwierig da er zu zwei Pferden gestellt wurde die lange zu zweit waren (1 Stute und 1 Wallach), nach 4 mal abhauen von meinem kleinen habe ich diese erstmal nebeneinander getrennt gestellt und nach 1 woche war auf einmal die feindschaft weg und mein kleiner ist in der kleinen Herde voll integriert und jetzt fangen die Probleme an.
Die zwei Männer die den Stall machen dürfen ihn überhaupt nicht anfassen und zu mir kommt er zwar aber wenn ich mit ihm am strick und halfter loslaufen möchte stellt er sich auf stur und ich bekomm ihn nicht weg von der Wiese. Er lässt sich nicht Putzen bzw noch nicht mal am Rücken und am Hintern anfassen (er dreht sich immer weg), er lässt sich nicht anbinden und bleibt auch nicht ruhig stehen.
klar ich weiß das er Jung ist und meiner ist auch sehr verspielt. Jedoch muss er diese Grunddinger einfach können bzw zumindest am Strick laufen ( da er nachts in den stall kommt)
Man muss dazu sagen, vom Verkäufer hab ich gesagt bekommen das er auf die Welt kam recht ungewöhnlich war weil er sich nie anfassen hat lassen!
Habt ihr Ideen und Hilfen?

Danke!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Absolut Roher Jährling

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  • Absolut Roher Jährling Beitrag #2
Hey,
na das hört sich ja nun echt Problembelastet an!

Anfassen, streicheln geht garnicht? (Also kein Kuschelpferd...)

Wenn er am Strick stehen bleibt dann schieb oder zieh ihn einfach um die Ecke damit er sich schon mal bewegt und daraus die Vorwärtsbewegung erzeugen. In einem schlauen Buch von mir steht dass man in dem Fall druck aufbauen soll bis das Pferd nachgiebt und dann natürlich auch nachgeben und loben und immer wiederholen bis er von alleine folgt.

Mag er Möhrchen? Vielleicht auch Bestechungsversuche.

Mit dem anfassen, da weiß ich auch echt nichts sei denn er interessiert sich mehr fürs Fressen im Stall als für anderes dann vielleicht dabei versuchen sich anzunähern.

Anbinden ist ein doofes Problem. Einen Langen Strick würd ich vorschlagen dessen Ende du immer in der Hand behälst, natürlich musst du den Strick noch irgendwo durchziehen oder so. Sonst ist das ja auch kein Anbinden.
Zappelt er denn rum oder hat er Panik wenn du ihn anbindest?

Beim anfassen wie sehr weicht er denn bzw wie verhält er sich dabei? (Ohren angelegt, einfach nur wegdrehen, drohen....)
 
  • Absolut Roher Jährling Beitrag #3
naja anfassen geht schon am Hals und seitlich am kopf, jedoch kann ich den kompletten hinteren bereich vergessen. er dreht sich dann einfach immer weg und wird auch recht böse (ohren angelegt und dann wegdrehen) und ich streichel ihn schon nur dann da wenn er frisst und somit abgelenkt ist
also mit dem laufen bin ich derzeit am versuchen ihn zu ziehen und bei jeder bewegung von ihm lass ich locker ( in der hoffnung das er merkt das er laufen muss um dem druck auszuweichen) nach ein paar schritten bekommt er karottenstücke jedoch funktioniert das trotzdem nicht so wirklich. für 10 meter brauch ich locker 20 Minuten.

mit dem anbinden ist erstmal noch zurückgestellt erstmal muss er glaub ich mal das laufen und anfassen lernen (zumal ich noch nichtmal bis zum anbindeplatz komme mit ihm!)

gegen die zwei Männer vom Stall wird er richtig böse, er tritt aus und buckelt und rennt dann weg. gegen mich und meine schwester hat er nichts. ich vermute mal er hat ein männer problem. aber das bin ich noch am testen...
 
  • Absolut Roher Jährling Beitrag #4
Ich weiß nicht ob das richtig ist alles so fand ich aber beeindruckend. Bei YouTube "Rangers Week 1-..." Sind mehrere Videos, geht um einen Mustang der sanft "gezähmt" wird. Vielleicht kann dir das ja in den anfängen helfen, bezüglich des anfassens.

Das kann natürlich sein dass er ein Problem mit Männern hat.

Ich hab vllt den ersten Teil angehängt weiß nicht wie das geht:


EDIT (automatische Beitragszusammenführung)



OK dann den Link vom ersten :)
 
  • Absolut Roher Jährling Beitrag #5
Das braucht alles seine ZEIT..... Geduld, Einfühlungsvermögen, gerne einen reichlichen Erfahrungsschatz.....

... was ist über sein bisheriges Leben bekannt? Wie ist er aufgewachsen?

Ich würde auch raten jemanden als Hilfe und Unterstützung zu suchen, der mit "solchen Pferden und Situationen" Erfahrung hat!

... selbst "Pferdeflüsterer" spielen geht leider oft in die Hose (bitte nicht falsch verstehen).....
 
  • Absolut Roher Jährling Beitrag #6
Ich unterschreib mal den Beitrag von Seeley!

Da kommt viel Arbeit auf dich zu und das braucht wirklich viel Zeit...
Wir haben vor vielen Jahren eine Stute gekauft sie war 4 Jahre...und ist richtig auf Menschen losgegangen....
nach Jahren ging das dann...und hat viel Zeit, Nerven und Arbeit gekostet...
Heute ist die Stute 21 Jahre immer noch bei uns und was soll ich sagen eine super süße Maus (auch wenn sie gerne mal zickt)
Dann hatten wir eine total rohe 2 Jährige auch das hat ein paar Jahre gedauert und am Ende war es die liebste Stute überhaupt...leider ist sie im Alter von 16 Jahren gestorben...
Hengste hatten wir auch einige aber bis auf ab und an mal austesten waren die sehr umgänglich ;)
(Wir haben früher gezüchtet)....
Du braucht Zeit...Zeit...Zeit...
Geduld... Geduld und nochmal Geduld...
 
  • Absolut Roher Jährling Beitrag #7
Also schonmal vorweg, Geduld habe ich. Hab mir auch schon selbst gesagt das ich ihn auch erst mit 5 einreite wenn er noch nicht so weit ist. also die habe ich wirklich.

also aufgewachsen ist der absolut super mit 5 weiteren Pferden (3 Jährlinge gleichen Alters und dann noch sein Papa (ehemaliger Deckhengst) und sein Vollbruder) Klar von seinem Papa wurde er öfters mal ziemlich runtergeputzt aber das ist okay.
In den 1 1/2 JAhren wurde mit Ihm rein gar nichts gemacht, also er stand wirklich nur auf der Weide (ausser als fohlen mal ein Halfter anlegen). Bei den Besitzern kann er nichts schlechtes erlebt haben, da bin ich mir eigendlich sicher.
Also das mit der Hilfe habe ich mir auch schon überlegt es aber gleich wieder verworfen da ich denke das es zu diesem Zeitpunkt noch nicht passt. Der kleine hat ja null vertrauen zu mir. Immoment geh ich jeden Tag auf die Wiese hoch rede mit Ihm setz mich zu ihm und gebe ihm Futter und lauf wie oben beschrieben immer ein stück mit ihm. das er mich auf diese Weise kennenlernt. Oder meint ihr das wäre Sinnvoll jetzt schon jm dazu zu holen?
 
  • Absolut Roher Jährling Beitrag #8
Lass ihm Zeit!
Erst einmal braucht er Zeit zum Eingewöhnen. Aus seiner Sicht, kam er ja in eine Parallelwelt. Alles ist anders, die anderen Pferde anfangs eher feindlich gestimmt. Er war ganz allein in einer gefährlichen Welt, zu der eben keine Menschen gehören. Für ihn ist der Mensch ein Störfaktor.
Bei Fohlen, die sehr scheu sind, gehe ich folgendermaßen vor:
Ich ignoriere sie erst einmal und kümmer mich in ihrer direkten Nähe um ein anderes Pferd, dem sie vertrauen. Dieses Pferd wird geputzt, bekommt eine entspannende Massage, wird verwöhnt. Eben alles, was zeigt, dass das Pferd sich in meiner Nähe entspannt und sich wohl fühlt. Das Jungpferd lernt durch Zusehen. Es wird sich unweigerlich für dich interessieren, wenn die anderen Pferde deine Nähe suchen wird es das nach und nach auch tun. Sieh zu, dass die anderen Pferde deine Nähe suchen. Führe auch die anderen Pferde einfach mal über die Wiese. Das Jungpferd wird erstaunt sehen, dass diese Pferde dir gern folgen, entspannt und an dem was du mit ihnen machst interessiert sind.
Wir haben das Glück, dass wir auf unserer großen Wiese einen Roundpen stehen haben, so bekommen die Jungpferde einfach mit, dass ein anderes Pferd dort arbeitet und sich dabei wohl fühlt. Das Jungpferd ist dann viel entspannter, wenn mit ihm die Arbeit beginnt.
Das musst du aber nicht haben. Wenn die anderen Pferde geritten oder an der Hand gearbeitet werden, verabrede dich mit den Besitzern und komm mit deinem kleinen Schatz einfach mit. Dein Pferdchen wird aber komplett ignoriert, wenn die anderen Pferde interessante Sachen machen dürfen.
Wenn es in der Box ist, stelle ich mir für lange Zeit vor die Box, unterhalte mich entspannt mit Stallkollegen, putze Sattelzeug oder mache sonst irgendetwas. Das junge Pferdchen soll und darf alles sehen. Neugier ist bei Jungpferden immer da. Wenn sich das Pferdchen nähert kraule oder berühre ich es kurz, spreche es freundlich an (ruhige und freundliche Stimme, die normal klingt, so wie eine Unterhaltung) und ignoriere es dann wieder.
Das Jungpferd soll mich als ruhigen Pol, als sicheren Ort, interessant aber berechenbar kennenlernen. Etwas Interessantes habe ich immer dabei. Das sind nur selten Leckereien zum Fressen - ich bin ja kein Futterautomat. Das kann auch ein Taschentuch, ein Ball, ein Strick oder eine Bürste sein.
Sobald dir dein Pferdchen dann vertraut kannst du das momentane Wetter nutzen. Kommt das Pferd nass und kalt rein, kannst du mit einem großen Handtuch kommen und trockenrubbeln. Selbst das ängstlichste Jungpferd erkennt nach sehr kurzer Zeit den enormen Vorteil. Das Überlegen von Decken, das Berühren und das Aufnehmen der Hufe kann so auf angenehme Weise völlig stressfrei geübt werden.

Ganz wichtig ist, dass du erst einmal stressfrei arbeitest. Sobald das Jungpferd jedoch frech wird, beißt, steigt, gezielt tritt (ohne Angst, sondern weil es Dinge einfordern will)... wird es hart bestraft. Die härteste Strafe ist dann, dass du das Pferd mit Drohgebärden auf Distanz hältst und auch nicht zu den anderen Pferden lässt (dazwischen stehen, das Pferd durch Fixieren, Draufzugehen und Drohgebärden fernhalten). Ein Pferd allein ist ein schwaches Pferd. Diese Strafe darf nie zu lange dauern (!) und muss wohldosiert eingesetzt werden. Du arbeitest damit an den Urängsten deines Pferdes, dass muss dir klar sein.
Immer schnell wieder gut sein und das Pferd zu dir lassen, sobald es Schwäche zeigt und nachgibt (z.B, still stehen und dir seine Seite zeigen).

Beim Führen kannst du auf der Wiese beginnen. Immer nah bei den anderen Pferden. Bis dahin sollte es einfach beim Führen auf die Wiese nah bei den anderen Pferden ohne großartigen Zug am Strick laufen dürfen. Dann in der Herde einfach mal im engen Kreis führen, so dass das Pferd dem Zug am Strick folgt. Nach und nach die Distanz vergrößern und dich interessant machen. Du kannst dann anfangen Bälle, Pylonen etc. mit einzubauen. Die anderen Pferde auf der Wiese finden das sicher auch ganz interessant.

Wenn dein Pferdchen so weit ist, dass es sich gern aufhalftern und angstfrei von der Herde weg führen lässt, es so weit ist, dass es den Reitplatz oder die Halle (was immer ihr habt) zusammen mit den anderen Pferden kennt, kannst du mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Das hat aber noch gut 6 Monate Zeit.

Dieses ist die lange Version, die pferdegerecht ist. Es gibt noch eine schnelle Version, die ich nur anwende, wenn die äußeren Gegebenheiten eine sofortige Änderung unbedingt notwendig machen. Diese Version würde ich jedoch niemals posten, da man sehr genau wissen muss, was man wann macht.
 
  • Absolut Roher Jährling Beitrag #9
Wow danke Machtnix für die tollen Tipps, mit dem laufen habe ich gestern begonnen. und wenn die anderen pferde mitlaufen macht es dem kleinen jetzt schon spaß und er läuft wirklich gerne dann mit! vielen dank! die anderen tipps werde ich nach und nach umsetzen!!! :)
 
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