Dressurpferd und Springen?

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  • Dressurpferd und Springen? Beitrag #1
Ampere

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Hey :)

wie einige sicher mitbekommen haben, bin nun ich auch wieder stolze Pferdebesitzerin und das schon seit gut einem Monat! Fly ist nun aber eher das Dressurpferd und wurde auch nur Dressurmäßig geritten. Da ich Springen aber einfach total liebe, würde ich sie gerne mehr im Springen fördern. Also bevor wir sie gekauft haben, ist meine alte Reitlehrerin ja auch ihr geritten und ist sie auch gesprungen. Sie meinte zu mir, das Fly es auf jeden Fall bis A schaffen könnte. Doch ich habe das Gefühl das sie da nicht so begeistert von ist. Und ich würde ihr gerne zeigen wie viel Spaß das macht. Momentan fangen wir mit der Stangenarbeit an und feilen noch an meinem Sitz und dann würden wir gerne mit dem Springen starten. Ich finds nur einfach doof wenn sie da gar keine Lust dran hat und das dann nur macht, weil sie es muss. Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps wie man dem Pferd das schmackhafter machen kann? :D

ich bin dankbar für jede Antwort!
 
  • Dressurpferd und Springen? Beitrag #2
Schmackhaft kannst du ihr es machen, wenn du es immer als Abwechslung einsetzt. Also nicht jede Woche oder so, wenn sie mal zwei Wochen normal geritten wurde freut sie sich bestimmt ein bisschen hüpfen zu dürfen, aber wenn sie jetzt jeden Tag Stangen sieht ist es klar, dass es für sie langweilig ist.
Und wenn sie absolut keinen Spaß daran hat, kann man glaube ich nichts daran ändern. Wenn Pferd nicht will, will Pferd nicht :D
 
  • Dressurpferd und Springen? Beitrag #3
Naja bis jetzt sind wir ja noch gar nicht gesprungen, weil ich erstmal noch an meinem Sitz arbeiten muss ;) aber ich würde einfach gerne das sie daran Spaß hat. Was haltet ihr/du von Freispringen? Oder ich habe heute vielleicht vor, sie an der Longe über Cavalettis laufen/springen zu lassen... wäre schonmal ein Anfang :lol:
 
  • Dressurpferd und Springen? Beitrag #4
Freispringen ist ja schonmal super :) da merkt man auch ob sie jetzt Spaß daran hat oder nicht.
Ich dachte auch immer, meiner hat kein Spaß, seit er mal höher wie Cavaletti durfte ist er richtig heiß aufs Springen
 
  • Dressurpferd und Springen? Beitrag #5
Ich hatte auch mal so ein Dressurpferd, das so gar nicht springen konnte und natürlich nicht wollte. Dressur erfolgreich bis St. Georg, niedrigste Stufe Cavalletti - platsch, da legte er sich fast auf die Nase. Stangentreten klasse. Aktivität der VH und HH, hervorragend, damit hat er immer geglänzt. Er trat immer aktiv und zog niemals -auch nicht beim Freilaufen- auch nur einen Huf durch den Sand. Allein sein natürlicher Bewegungsablauf war in der HH ungeheuer aktiv.
Stangen oder gar Stangen mit nur etwas Luft zum Boden, waren ihm unheimlich und koordinativ von ihm nicht hinzubekommen. Ein echter Fachidiot eben.

Freispringen wäre eine Katastrophe geworden und er hätte sich sicher verletzt. Daher habe ich ihn nie mit der Situation allein gelassen, so dass er sich selber durchwursteln musste. Er war auf den Reiter, und nach der Bodenarbeit auch auf den Menschen am Boden, angewiesen. Er sollte beim Springen kein Negativgefühl haben. Daher hat er sofort Vertrauen zum Reiter gefasst was auch im Gelände enorm geholfen hat, da er ja zuvor auch nie wirklich im Gelände oder gar im Wald war.

Die Vorarbeit:
Bodenarbeit - Das Pferd lernte in verschiedenen Übungen mit Pylonen und Stangen zu spiegeln.
Stangenarbeit - erst am Boden, dann geritten durch ein Stangenmikado.
Bodenarbeit - geführt über ein mittelhoch gelegtes Cavalletti. Das erste Mal war eine Katastrophe. Er hat sich fast lang gelegt (ich wusste schon, warum ich geführt habe ;)). Als er das konnte haben wir bis 4 Cavellettis gesteigert.

Hüpferchen bis zum Springen:
Anfangs über ein mittelhoch gelegtes Cavalletti im Schritt, Trab und dann Galopp.
Dann kam ein kleines Kreuz und später ein 40cm hoher Hüpfer. Als das klappte, bekam er in dieser Höhe eine Reihe aufgebaut, kleine Hüpferchen aus geraden Stangen, Kreuzen und Winzoxern mit verschiedenen Abständen. Er heimste ungeheuer viel Lob ein und hatte Spaß. Wenn es ihm zu schwer erschien und er stehen blieb, konnte er immernoch locker im Schritt drübergehen, so dass er das Hindernis immernoch schaffte und Lob einheimsen konnte.
Dann im Galopp angeritten ein einzelner kleiner Hopser. Ich versuchte ihn so nah wie möglich an den Sprung zu reiten, damit er sich vor dem Absprung auf den Reiter konzentriert und taxieren lernt. Unsichere Pferde springen immer groß. Ist er ausgefallen, sind wir eben im Schritt drüber - machte auch nix.
Wir haben dieses Training 2-4x pro Woche gemacht.
Wenn ein Pferd Freude am Springen bekommen soll, muss es viel springen, aber ohne dabei belastet zu werden. Das Springen muss eben leicht fallen. Also haben zusätzlich zum sonstigen Programm oft ein Hüpferchen aufgebaut.
Die Hüpferchen wurden immer selbstverständlicher, er freute sich richtig drauf und sogar dieses Pferd zog auf einmal zum Sprung (ein eigener Wille beim Reiten - uiii das war neu).
Die Sprünge wurden nach und nach höher und interessanter. Als Stange mal eine alter Bürste aus einer Autowaschanlage, die fröhlich im Wind flatterte und unter dem Oxer saß mal ein alter Teddybär oder dazwischen stand schräg eine aufgeblasene Luftmatratze. Alles kein Problem.
Nach und nach gewann er Freude am Springen. Nach relativ kurzer Zeit schaffte er den Sprung von A nach L. Die anstrengenden und höheren Sprünge -also das Springtraining- waren dann nur noch alle 1-2 Wochen. Ansonsten haben wir nach der Arbeit einfach nur mal einen kleinen Hopper zur Motivation gemacht, eben statt Gelände, was sonst nach der Arbeit auf dem Programm stand.
 
  • Dressurpferd und Springen? Beitrag #6
Also das vorletzte Mal im Unterricht, hat meine RL auch mal ein Cavaletti hingestellt (niedrigeste Stufe) und Fly ist er so halb rübergetrabt und ein bisschen gesprungen und dann ist sie einmal richtig rübergesprungen :D als ob das ein riesen Sprung gewesen wäre, hehe! Also es scheint ihr soweit schon mal Spaß zu machen, auch wenn sie die Cavalettis und Stangen immer erst total entgeistert anschaut :D

ich wollte jetzt anfangen das ich beim Longieren ein Cavaletti hinstellte und dann immer ein wenig höher mache, was haltet ihr davon?
 
  • Dressurpferd und Springen? Beitrag #7
Würde ich nicht machen. Ein Dressurpferd fühlt sich dann schnell alleingelassen. Es ist gewohnt auf Anweisungen des Reiters zu reagieren und erwartet vom Reiter Hilfe. Wenn das Pferd nun an der Longe alleingelassen wird, kann es schnell anschlagen und sich weh tun. Das Pferd fühlt sich so schnell unsicher und verbindet Springen mit Unsicherheit.
Ich würde das Pferd erstmal im Schritt und Trab über das Hindernis führen, dann reiten und erst longieren, wenn das Pferd mehrere Cavaletti beherrscht und sich selber einschätzen kann. Zusätzlich kann man das selbständige Taxieren eines Sprunges üben. Eine auf dem Boden liegende Stange, ist für ein Pferd recht schwierig zu taxieren.
Daher lege ich gern 3 lange Stangen in einem großen Stern. An die offene Sternseite (da wo die 4. Stange liegen sollte), stehen mehrere Pylonen als Tore. Das Pferd wird nun im Galopp durch den Stern geritten.
Man beginnt recht weit außen (Endpylone an den jeweiligen Stangen nicht vergessen) und arbeitet sich erst dann langsam nach innen, wenn das Pferd die Stangen ohne großartige Taktänderung ruhig und wie selbstverständlich absolviert. Dann kann man wie eine Schnecke rein und raus reiten. So lernt das Pferd seinen Galoppsprung selbständig zu verkürzen.
 
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