Demonstrativer Freilauf

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  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #1
*Mischling*

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Hey,

ich hatte heute eine interessante Diskussion mit meinem Freund und wollte euch mal fragen, was ihr dazu meint: Es ging um Hunde, die mit aller Gewalt frei laufen müssen. Z.B. Hunde, die jagen, grundsätzlich nicht im Gehorsam sind, Jogger verfolgen usw.. Bei uns gibt es derzeit wieder einige Hunde, die ich nicht frei laufen lassen würde, zum einen weil sie eine Gefahr für andere sind, zum anderen weil sie eine Gefahr für sich sind (der eine wurde erst kürzlich beim Überqueren der Straße angefahren). Was mich dabei wundert ist die Reaktion der Leute, hier mal ein paar Highlights:

1. »Der muss ja frei laufen, wie soll er es sonst lernen?«
2. »Der hetzt das Wild ja bloß, kriegt es aber nicht.«
3. (Frau begegnet mir, Leo an der Schleppleine, ihrer kurz vor uns angeleint): »Wieso ist der denn an der Leine? Ist der aggressiv? Habe sie schon ein paar Mal gesehen und der arme Hund darf ja nie frei laufen.« Gespräch geht ein wenig weiter, ich erkläre das Training – schon eine Weile her – und frage, ob beide spielen dürfen, sie: »Das geht nicht, meine mag keine größeren Hunde, aber wenigstens kann sie frei laufen (sinngemäß, habs ein wenig gekürzt).« Wieso muss ich mir das anhören? Ihr Hund ist nicht sozial verträglich, aber Hauptsache ohne Leine unterwegs, aber meiner ist aggressiv und eine arme Sau?
4. Vor zwei Wochen, Leo wegen gezerrter Schulter an der Schlepp, parallel zu uns zwei Frauen mit je einem Hund, ich weiche so gut wie möglich aus, die laufen aber immer näher auf mich zu, kurz hinter einer Straße muss ich schließlich warten und sie vorbei lassen. Die eine Frau leint den Hund demonstrativ ab, der läuft los, bleibt stehen, fixiert uns, geht ein wenig weiter, bleibt wieder stehen usw.. Ich schwitze Blut und Wasser, bis der endlich weg ist, da kommt ein Jogger, die Frau hat sichtlich Angst, der Hund wird nicht angeleint. Erst als sie stehen bleibt wird der Hund unter Gemurre kurz her genommen.

Woher kommt das? Mit Schleppleine wird man hier derzeit wieder angeschaut, als sei man Tierquäler oder der Hund ein Monster, aber selber den eigenen Hund laufen lassen, obwohl er nicht folgt? Was denken sich solche Leute dabei? Ist es denn so schwer, mit dem Hund zu trainieren, bevor man ihn los macht? Abgesehen davon kann doch keiner wissen, wieso mein Hund an der Schlepp ist, derzeit eben, weil er nicht rennen darf. Aber auf Biegen und Brechen werden die Hunde einfach frei auf die Menschheit losgelassen und wenn man sich dann beschwert wird man noch dumm angemacht. Ist das Faulheit zur Erziehung oder wollen die es einfach nicht sehen, dass sowas gefährlich ist?
Selbiges mit Hunden, die einen Meter neben der Landstraße frei laufen, oder den vielen Angsthunden aus dem Ausland, die erst wenige Tage hier sind und dann vor Zug oder Auto kommen oder auf nimmer Wiedersehen abhauen – warum laufen solche Hunde überhaupt frei und warum ist es so verpönt, wenn ein Hund es mal nicht tut?

Freue mich schon auf eure Antworten :D.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #2
Hi,

diese Frage stelle ich mir immer wieder. Aber ein Hund muss doch spiiiieeeeelen!:roll:

Ne, im Ernst. In meinen Gassigegenden wird eigentlich auch alles frei laufen gelassen und meistens mit denselben Begründungen:

- der kommt schon irgendwann wieder
- der muss doch laufen
- das ist doch unnatürlich für den Hund wenn er an der Leine ist
- der muss doch spielen
- der zieht immer so an der Leine also mach ich den ab

Und mein absoluter Liebling: Ja, den kann ich eh nicht halten also mach ich die Leine gleich ab. :eusa_doh:

Schleppleine wird hier auch komisch angeguckt wobei ich gemischte REaktionen erlebt habe. Von einem sachten Belächeln dieser "neumodischen Erziehungsmöglichkeiten" über Unverständnis, Mitleid für den Hund und ehrliches Interesse, warum ich denn eine Schlepp benutze. Allerdings muss ich sagen, dass die positiven Reaktionen hier überwiegen. Oft werden Späße gemacht ala "So ein kleiner Hund und so eine lange Leine." Joah, da wird drüber gelächelt, nett geantwortet und weiter gegangen.

Was ich allerdings nicht verstehe. Die letzten paar Mal waren meine Mama und ich spazieren, und da ich ja mit meinem Fuß gehandicapt bin und meine Mama keine Schleppleinen mag, lief sie an der Flexi. Jut, Kommandos genau wie an der Schlepp, nur halt an der Flexi. Und da gibt es überhaupt keine Kommentare und das versteh ich nicht.

Wo ist da der Unterschied für die Leute? Beides lange Leinen, mit Beiden könnte man den Hund "rannangeln" und mit Beiden können sehr unangenehme Unfälle passieren. Versteh ich nicht. Ehrlich. :eusa_think:

Lg Demona
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #3
Vielen Dank für deine Antwort, irgendwie interessant, dass es das auch woanders gibt und es vielleicht nicht nur an meiner Wahrnehmung liegt :lol:.

Was ich allerdings nicht verstehe. Die letzten paar Mal waren meine Mama und ich spazieren, und da ich ja mit meinem Fuß gehandicapt bin und meine Mama keine Schleppleinen mag, lief sie an der Flexi. Jut, Kommandos genau wie an der Schlepp, nur halt an der Flexi. Und da gibt es überhaupt keine Kommentare und das versteh ich nicht.
Stimmt, da sprichst du einen Punkt an, den wir heute ganz vergessen hatten. Es gibt auch hier ein paar Hunde an der Flexi, dann allerdings nicht auf den Feldern, sondern in der Stadt – da schaut keiner blöd :eusa_eh:.
Ich hatte schon überlegt, ob Schleppleinen einfach bolliger aussehen oder ungewohnter sind?
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #4
Gutes Thema, Mischling - sehr gutes Thema! :D

Ich denke mal es gibt genug Leute, die einen Hund haben ohne wirklich zu wissen warum...:roll: Spazierengehen heißt Leine ab, Hund beschäftigt sich selbst, man selbst tratscht am besten noch mit anderen Hundehaltern gleicher Einstellung und dann geht man mit dem Gefühl nach Hause der beste Hundehalter der Welt zu sein, weil der eigene Hund ja zwei Stunden Freilauf hatte...*boing* Ob der Hund nun hört, Jogger zum Anbeißen gerne hat und andere Hunde belästigt - EGAL - das ist doch normales Verhalten. Jo klar.

Dass zum Gassigehen Beschäftigung MIT dem Hund auch dazu gehört, haben leider einige Hundehalter noch nie gehört. Einfache Sachen wie den Abruf üben, Leckerli verstecken, streckenweise mal ein "Fuß" einfordern, den Hund auf Distanz absetzen/ablegen oder, oder, oder...reichen ja schon, man muss ja nicht immer und jeden Tag mit Futterdummy, Reizangel oder Sonstigem seine Runden drehen. Aufeinander und auf die Umwelt achten, würde ja schon reichen...*seufz*

Bei mir gibt es auch oft Begegnungen wie du sie beschreibst: Mein Podi ist nun mal jagdlich bedingt immer an der Schlepp - wenn er an der Kinzig mal rennen kann/darf/will, dann bleibt die Schlepp als "Rettungsspaghetti" dran - Rennen ohne Leine gibt es für ihn 2-3 Mal die Woche auf umzäuntem Gelände. Pina kann an der Kinzig eigentlich ohne Leine laufen, nur für Hundebegnungen muss sie an die Leine, da sie sonst stiften geht - inzwischen klappt es auch schon ganz gut ohne Leine nur mit Ranrufen ins "Bei", aber da trainieren wir noch. Sonny kann im Prinzip immer und überall ohne Leine laufen und tut es auch meisten - außer im Dunkeln oder im Wald.

Hier gibt es eine Frau mit einem Podimix (sie erzählt überall rum es sei ein "echter Podenco" - Hund hat schwarzes Pigment, ist dunkelbraun und hat Schäferhundfell...:roll:) und einen anderen Mix. Der Rüde hört keinen Deut, geht immer fleißig auf Bisamrattenjagd, hat auch schon Rehe, Enten und Hasen auf dem Gewissen, läuft aber grundsätzlich ohne Leine, alles andere ist Tierquälerei...:shock: Sie ist immer ganz empört, wenn ihr Rüde mit Tom spielen will, ich das aber nicht zulasse, da ich keine Böcke habe meinen Podi rennen zu lassen, ihr Hund geht stiften und meiner mit oder was? Nein danke! So gut funktioniert Tom dann auch wieder nicht. Aus dem Spiel abrufen - ja. Von der Jagd abrufen - ja, wenn die anderen sich auch abrufen lassen. Zumindest in 80-90% der Fälle. Abgehauen ist Tom aber noch nie, der Podimix geht pro Gassi mindestens ein Mal verloren...und ich darf mir dann Sachen anhören wie "Der aaaaaarmeeee Hund...nie ohne Leine, nie spielen...das ist ja schrecklich!" Theatralisches Augenrollen und vorwurfsvoller Blick inklusive...Na danke.

Klar ist es manchmal doof für Tom, dass er nicht immer gleich kann, wie er will und es eben Strecken gibt, wo ich auch die Schlepp nicht einfach loslassen kann. ABER er hat ja mehrmals pro Woche Auslauf ohne Leine - da rennt er dann auch wie ein Spasti, zumal da dann noch eine Horde Whippchen dabei ist, die ihn schön animiert, außerdem reizangle ich mit ihm, fahre Fahrrad wenn das Wetter passt, gehe reiten usw. da hat er auch mit Leine oft genug die Chance seinen Rennfreude auszuleben und ansonsten mäuselt er eh am liebsten oder himmelt Vögel und Eichhörnchen an...:mrgreen: Ich bin also weit entfernt davon meinen Hund zu quälen und habe lieber einen Podi an der Schleppe in meinem Einflussradius und führe ihn unfallfrei an Straßen, Bahnschienen und wuseligem Getier vorbei, als einen Hund der stundenlang weg ist, Tiere reißt und am Ende noch platt gefahren wird...

Ich sage mir immer: ich bin verantwortungsvoll mir, meinem Hund und der Umwelt gegenüber. Und die anderen können mich mal gerne haben...;)
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #5
Mit Schleppleine wird man hier derzeit wieder angeschaut, als sei man Tierquäler oder der Hund ein Monster, aber selber den eigenen Hund laufen lassen, obwohl er nicht folgt?

Das stimmt, ist hier leider auch nicht anders. Haargenau so wie du es beschreibst.
Hier gibts Felder, Wiesen Wälder - da werden die Hunde einfach laufen gelassen. Man hat einen weiten Sichteradius und kann (Gott sei dank) schon von weitem sehen, ob ein anderer Hund, Mensch, Wild daher kommt. Ich denke, das auch viele Menschen diese Weitsicht einfach "geniessen" und daher nutzen. Da wird telefoniert, geplaudert oder sonst irgendwas während Hund in der Pampa rumrennt, mal einen Hasen verfolgt oder sonstiges.
Außer mir habe ich in den 4 Jahren in denen ich hier wohne nur eine einzige andere Frau gesehen, die eine Schleppleine hat.
Ich benutze die Schleppleine meistens nur, wenn jetzt zb. Akos verletzt ist und er sich nicht zu viel bewegen darf - das schafft er ohne Begrenzung nämlich nicht. (Wer bremst, verliert ^^)
Aber respektiert wird das nicht. Da stürmt ein Jacky heran, der Besitzer steht auf der Strasse und der Hund geht meinen eh schon humpelnden und Schmerzen habenden Akos an.

(Ich komme mir immer blöd vor, wenn ich an den "nur" Spaziergängen mit Wega Frisbee spiele, Unterordnung mache, Tricks übe - die meisten gehen eh nur stumpf spazieren und versauern dann im Garten. Zitat: "Die Frau R. ist irgendwas zwsichen Zollbeamte und Tiertrainerin". Ähm...jo...:mrgreen: )

Warum menschen diese Meinung haben? Schwer zu sagen, ich denke es hängt auch einfach mit der Entwicklung und der Wahrnehmung von den hündischen Bedürfnissen ab. Früher galten Hunde ja einfach nur als Wächter und wurden verschlossen hinter den Zäunen gehalten, da hat auch nie jemand drüber nach gedacht. Da war man auch noch der Meinung, das Kinder eine "gesunde Watsch'n brauchen".
Es ändert sich halt Vieles, ein Umdenken findet statt - nur neigen manche Menschen dazu, nicht zu differenzieren sondern alles für wahr zu halten, was sie irgendwo mal gelesen/gehört haben.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #6
ich schüttel da nur noch mit dem Kopf und gehe weiter......:roll:

Es ist schade das es unter den Hundehaltern im allgemeinen so wenig Akzeptanz und Rücksicht gibt!
ICH habe meinen Hund ja unter Kontrolle! DU mußt wohl noch an dir arbeiten..... :eusa_doh:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #7
Das erlebe ich hier ganz ähnlich wie du. Viele Hunde laufen frei, obwohl sie nicht sicher abrufbar sind oder gerne mal einer Fährte hinterher gehen und im Wald verschwinden. Jogger, Spaziergänger und andere Hunde haben halt Pech gehabt, wenn sie gerade da lang kommen.

Wenn ich mit Paco an der Schleppleine unterwegs war, wurde ich anfangs angestaunt wie das 8. Weltwunder, musste immer wieder erklären, warum mein Hund an so einer Wäscheleine hängt und wurde mehr als einmal darauf hingewiesen, ich solle doch eine Flexi nehmen, das sei viel bequemer und er könne sich trotzdem bewegen :eusa_doh:.

Wenn ich erklärt habe, dass er halt noch jung ist und das Abrufen noch nicht so zuverlässig klappt, weswegen wir an der Schleppleine üben, wurde mir meist gesagt, ihr Hund hätte auch ewig gebraucht um das zu lernen und das komme schon noch - als ob er das als natürlichen Entwicklungsschritt irgendwann einfach so machen würde ;). Meistens kam sowas dann von Haltern, die echte Probleme hatten, ihre Hunde nach dem Spiel zum Weitergehen zu bewegen, während mein Jungspund an der Schlepp ganz brav ankam, wenn Frauchen gerufen hat.

Bei manchen Haltern, die wir regelmäßiger treffen, hat inzwischen ein gewisses Umdenken stattgefunden. Sie konnten Pacos Fortschritte über Wochen und Monate miterleben und viele sind inzwischen begeistert, welche Erfolge unser Training gezeigt hat. Von einer Halterin habe ich neulich sogar mal zu hören bekommen, sie wünschte sich, auch mehr in der Richtung mit ihrem Hund gemacht zu haben, als er jung war und genau diesen Hund habe ich vor wenigen Tagen an der 10m-Leine getroffen.

Ich glaube, dass zumindest bei uns in der Gegend die Trainingsmöglichkeiten mit Schleppleine zu wenig bekannt sind und kaum ein Halter macht sich da über Internet und diverse Bücher kundig. Der Hund hört nicht, das ist eben so. Aber wirklich mit dem Tier arbeiten tut hier kaum jemand. Ob das nun Faulheit oder eher Unwissenheit ist, weiß ich nicht. Klar, ein Hund muss sich austoben und bewegen, das ist den meisten klar. Und wenn man einen Hund sieht, der seinen Freilauf genießen kann, ist das ja auch was Schönes. Da wird dann wohl oft leichtfertig abgeleint ohne sich über mögliche Risiken Gedanken zu machen.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #8
Das haben wir hier leider auch.
Erst heute hatte ich eine sehr nette begegnung.
Ich mit Luna im Wald, Luna an der Leine.
Sehe schon von weiten, das die Weimeraner Hündin mit ihrem Frauchen und ein Jack Russel mit seinem Herrchen uns entgegen kommen.
Ich also mit Luna zur Seite, sie absitzen lassen und auf einmal schießen beide Hunde knurrend und Bellend auf uns zu. :evil:

Also versucht Luna hinter mir zu halten und die Hunde mit den Füßen abgewert, die Frau ist einfach weiter gegangen, der Mann hat wenigstens versucht seinen Hund zu rufen.
Die Hündin hat von mir nen tritt bekommen, hat die aber nicht wirklich interessiert.

Ich hab dann versucht seitlich weiter zu gehen, Luna hinter mir und ich vorne die Hunde abgewehrt, hinter uns ging es ein meter runter und da war der Fluss. :evil:

Und hier gibt es auch einen Rüden, der mit anderen Rüden nicht klar kommt, der regelmäßig auf andere Rüden drauf geht und dem Hund einer Freundin ein stück aus dem Ohr gebissen hat. :evil:
Trotzdem wird er Freilaufen gelassen und die Besitzerin greift nichtmal ein, weil sie Angst hat gebissen zu werden.


Das einemal wurden zwei Freundinen angemacht, weil sie zwei Hunde an der Leine hatten und halt geübt haben. Der Wald wäre ja schließlich ein Freilauf gebiet. :evil:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #9
Hi,

mhm, andere Hundehalter mit Schleppleine?:eusa_think: Das kann ich an einer Hand abzählen. Wobei es mich wiederrum gewundert hat, dass es die vier Mal (Ja, ich habe mitgezählt weil das echt selten ist. :mrgreen:) alles Damen um die 45 - 50 waren. Erst letztens wieder eine Dame mit irgendeinem Terriertier, sah sehr reinrassig aus aber ich konnte nicht fragen. Meine Mama und ich sitzen mit dem Bellatier an der Flex auf der Bank, die Dame kommt, Hund perfekt an der lockeren Leine neben ihr. Hat zwar geguckt, sah auch interessiert aus aber ist eins A top neben Frauchen geblieben.

Auf dem Rückweg dasselbe GEspann getroffen, wir wieder auf der Bank, Hund diesmal nicht neben Frauchen. Die hat wohl dann gerufen, Hund hingehüpft und wieder perfekt vorbei. Ich konnte mir ein Kompliment für das wunderhübsche Tier nicht verkneifen, die Dame hat sehr nett zurückgelächelt und scheinbar war das für Hundchen das Kommando, der ist plötzlich sehr fröhlich an der Leine getanzt - tat mir fast leid aber er hat nicht irgendwie gezerrrt oder so. Da hat man sehr genau gemerkt, dass die DAme sich mit ihrem Hund beschäftigt und erzieht.

Die Schlimmsten Kommentare hatte ich als ich die Schäferhündin aus dem Tierheim an der Schlepp hatte, erst weil ich sie noch nicht kannte und dann war sie gleich läufig also Schlepp dran. Da sind mir sogar teilweise Leute mit großem Hund aus dem WEg gegangen. Ich habe dann mal nachgefragt und zurück kam,

"Ihrer ist doch aggressiv, der wäre ja sonst nicht an der Leine." :eusa_eh: Joah, klar. :eusa_doh:

Wobei ich echt Glück hier habe, die Meisten sind sehr nett, lassen mit sich reden und die Hunde sind wirklich verträglich. Da kommt öfters mal der Spruch "Der tut nix" oder "Der will nur spielen" und bis jetzt hat es immer gestimmt. Ich hoffe, es bleibt so.

Lg Demona
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #10
Danke euch allen!

Hier gibts Felder, Wiesen Wälder - da werden die Hunde einfach laufen gelassen. Man hat einen weiten Sichteradius und kann (Gott sei dank) schon von weitem sehen, ob ein anderer Hund, Mensch, Wild daher kommt. Ich denke, das auch viele Menschen diese Weitsicht einfach "geniessen" und daher nutzen. Da wird telefoniert, geplaudert oder sonst irgendwas während Hund in der Pampa rumrennt, mal einen Hasen verfolgt oder sonstiges.
Das könnte hier durchaus auch der Fall sein. Wir fahren ja extra mit dem Auto hier hoch, eben weil die Felder schön groß und übersichtlich sind – wo soll ich auch sonst drei Stunden im Stechschritt hinlaufen? :mrgreen:
Hier ist eigentlich im Verhältnis zu anderen Gebieten recht wenig los was andere Hunde angeht, eben weil es wenig Parkmöglichkeiten gibt und der Weg in die hinteren Gebiete dann doch sehr weit ist. Vielleicht verlassen sich da auch viele drauf, dass einfach nichts und niemand ihren Weg kreuzt. Ich selbst gehe ja aus demselben Grund da hoch.

Ich benutze die Schleppleine meistens nur, wenn jetzt zb. Akos verletzt ist und er sich nicht zu viel bewegen darf - das schafft er ohne Begrenzung nämlich nicht. (Wer bremst, verliert ^^)
Dito, mein Indianer kennt keinen Schmerz :mrgreen:. Ist aber auch interessant, dass die Schlepp gleich mit Aggression und nicht mit Ungehorsam oder Verletzung in Verbindung gebracht wird.

Warum menschen diese Meinung haben? Schwer zu sagen, ich denke es hängt auch einfach mit der Entwicklung und der Wahrnehmung von den hündischen Bedürfnissen ab. Früher galten Hunde ja einfach nur als Wächter und wurden verschlossen hinter den Zäunen gehalten, da hat auch nie jemand drüber nach gedacht. Da war man auch noch der Meinung, das Kinder eine "gesunde Watsch'n brauchen".
Es ändert sich halt Vieles, ein Umdenken findet statt - nur neigen manche Menschen dazu, nicht zu differenzieren sondern alles für wahr zu halten, was sie irgendwo mal gelesen/gehört haben.
Das finde ich auch sehr interessant, da waren wir auch nicht drauf gekommen – danke für die Anregung :D.


@Tompina: Deine Geschichte ist einfach göttlich – das könnte ich mir bei manchem Hundehalter hier im Original auch so vorstellen! Wer mal von einer Frau angepampt wurde, weil IHR freilaufender Hund auf meinen frisch operierten zukam, fühlt da mit dir :roll:. Das scheint manchmal eine dermaßen verschobene Wahrnehmung zu sein, dass es nur noch weh tut...
Ich finde dein Verhalten übrigens sehr verantwortungsbewusst und genau richtig!

@fluty: Das finde ich aber irgendwo auch schön zu hören – dass zumindest irgendwann der Fortschritt akzeptiert und das dann auch angenommen wird, wenn auch nicht von allen, aber das kann man ja nie erwarten.

@Lubaya: Das sind dann wieder die Paradebeispiele von »mir alles egal« :?. Das sind so Situationen, in denen ich nachher mit meinem als die Dumme dastehe, weil der sich da nichts gefallen und sich nicht lange bitten lässt. Kommt der andere freundlich her oder verzieht sich gleich wieder ist alles ok, wenn aber einer schon knurrend auf ihn zustürmt liegt der schneller im Dreck, als Herrchen »Bestie!« schreien kann. Interessant ist nur, dass dann immer der mit dem Hund an der Leine schuld zu sein scheint.

Was mir hier auch in den Sinn kam: Leo ist mir drei Mal in seinem Leben zu fremden Hunden ab (ich war jedes Mal kurz abgelenkt und hab zu spät gerufen :?). Jedes einzige Mal wurde das bestens akzeptiert, das eine mal bei einer noch knapp läufigen Hündin :shock:. Die Leute waren total freundlich und gelassen, weil der ja so lieb ankam, der eine ist einfach weiter, bevor ich mich entschuldigen konnte, und hat seinem Hund einen Stock geworfen :eusa_eh:. Also entweder ist es den Leuten einfach egal, oder es kommt tatsächlich so oft vor, dass es für die meisten schon normal ist? Mir war das sterbenspeinlich...
Vielleicht ist es auch ein Stück Selbstwahrnehmung? Dass man sich nicht eingestehen will, dass der Hund vll nicht so super folgt und Training braucht?
Wobei ich das mit der Beschäftigung genauso sehe: Viele laufen eben nur. Mich sieht man zwar meist auch nur laufen, wenn ich aber 2-3 Stunden unterwegs bin gibt es eben auch mal größere Strecken, auf denen Leo sich mehr oder minder »alleine« mit schnuppern vergnügt.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #11
Da fällt mir noch was ein zum Thema Leinenzwang.

Die Gassistrecken bei Bella sind alle als Landschaftsschutzgebiet gekennzeichnet, sprich, eigentlich Leinenzwang aber daran hält sich keiner. Gut, es stört hier auch niemanden, es wird nicht kontrolliert und normal kommen alle gut damit klar. Aber...!

In genau diesem Gebiet gibt es eine inoffizielle Hundewiese, eigentlich nur ne Wiese im Wald wo sich gerne Leute mit Hunden treffen und die dort dann spielen lassen. Joah, jetzt gibt es natürlich auch normale Spaziergänger, am Wochenende gerne auch mit Kindern, die da drüber laufen. Und es gibt jetzt wirklich Hundehalter, die sich darüber aufregen. O-Ton: "WArum laufen die auch über ne Hundewiese?" "Da müssen sie damit rechnen, angesprungen zu werden." "Da wird man halt mal dreckig, ist halt ne Hundewiese."

Und wenn man dann die Leute aufklärt, dass das eigentlich ein Landschaftsschutzgebiet ist und die Hunde eigentlich an die Leine gehören, wird man so dämlich angeguckt. :eusa_eh::shock: Wahlweise auch ne Mischung zwischen Beiden.

Ich rufe Bella immer ran wenn da Leute auftauchen - in 95 % aller Fälle hört sie sogar - aber die Selbstverständlichkeit, mit der diese Hunde als "Hundewiese" deklariert wurde, finde ich schon manchmal sehr seltsam. Allerdings sind nicht alle so, es gibt genug Hundehalter hier, die sehr rücksichtsvoll sind. Hunde werden rann gerufen, jagen keine Jogger oder Radler, rennen nicht auf Kinder oder ERwachsene zu - nur bei anderen Hunden stellen die Meisten hier auf Durchzug. :mrgreen:

Dazu muss man allerdings sagen, dass es hier eine Art ungeschriebene Regel gibt. Laufen Beide Hunde frei und es macht keiner Anstalten anzuleinen oder zurückzurufen, wird laufen gelassen. Bei angeleinten Hunden versuchen zumindest fast alle ihren Hund rann zurufen und anzuleinen. Habe ich jetzt mit Bella an der Flex erlebt, die Leute rufen ihre Hunde rann und fragen ob Kontakt erwünscht ist - sehr nett. :)

Lg Demona
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #12
Ob Luna sich wirklich wehren würde, keine Ahnung. Im Spiel lässt sie sich sehr viel gefallen und ich würde mir wünschen, wenn sie da mal richtig zeigt, wenn es ihr zu viel ist.
Letztens als sie Krank war und auf dem Sofa lag, hat sie das erste mal aus tiefster Seele geknurrt und dem anderen Hund so klar gemacht, das sie ihre ruhe haben will. :clap:

Also entweder ist es den Leuten einfach egal, oder es kommt tatsächlich so oft vor, dass es für die meisten schon normal ist?


Das frage ich mich auch.

Heute hatten wir leider auch, das Luna vor gerannt war und vor mir zwei Hunde an der Leine gesehen hatte und hin gerannt ist.
Luna tut definitiv nichts, trotzdem soll sie das natürlich nicht. Hab mich dann auch bei der Frau entschuldigt und sie meinte alles wäre gut. Ist es hier wahrscheinlich auch schon gewöhnt. :eusa_doh::evil:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #13
Huhu!

Dieses Thema kennen wir hier auch nur zu gut.
Wenn ich mit der Schleppleine unterwegs bin, werde ich grundsätzlich immer gefragt ob ich denn einen Jagdhund dabei hätte. :eusa_eh:
Sonst bräuchte ein Hund sowas doch nicht. Wenn ich dann erklären möchte, dass er die Schleppi dran hat zum Rückruftraining wird nur mit dem Kopf geschüttelt. "Liebe" kann man nicht erzwingen - sowas wird mir dann teilweise an den Kopf geworfen wärend der Hund von dem Besitzer schon am Fuß eines Radfahrers hängt. :roll:
Grundsätzlich heißt Schleppleine hier, man wäre ein Totalversager, der Hund ist aggressiv oder der Besitzer ist ein gemeines Wesen und lässt Fiffi nicht frei laufen.
Ist alles schon vorgekommen. Manchmal frage ich mich dann, warum man seinen Hund dann ein meinen super aggressiven an der Schleppleine hängenden Hund ran lässt. Man könnte ihn ja auch zurück pfeifen - und genau hier ist das Problem. Die Hunde hören einfach nicht und genau das möchte ich nicht haben...

Eine Frau hat mir mal erklärt, dass der Hund ohne Leine geboren worden ist (och, echt?) und man es dabei belassen soll. Sie hat es so selbverständlich gesagt... mir kamen schon fast die Tränen.
Laut ihr sollte auch kein Hund an der Straße laufen. Ein Hundebesitzer hat grundsätzlich ein Auto zu haben, Hund rein, los gehts. Wenn wir anhalten MUSS der Hund dann sofort frei laufen können..alles andere wäre ja auch Tierquälerei. :lol:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #14
Hey,

ich schätze das liegt daran weil die meisten HH ihre Hunde nicht kennen. Oder sich nicht eingestehen können dass da alles ABSOLUT falsch läuft...

Der Rüde knallt regelmäßig auf andere? Der ist doch nicht aggressiv- der wurde bloß provoziert!

Der Hund geht jagen? Ist halt Natur, da kann man ja nix machen.

Der Hund darf nicht viel laufen weil verletzt? Raus damit in den Garten oder 5min um den Block reichen



Soll heißen- die Leute können sich gar nicht vorstellen dass man mit einem kranken/verletzten Hund auch aufs Feld oder in den Wald geht. Und dann muss der Hund an der Schlepp doch unverträglich sein.

Ich gehe hier mit Abbey ja nur an der Schlepp gassi, da werd ich auch komisch angeschaut. "warum leinens die net gleich ab, dann habens wenigstens die hände frei". Auf die Antwort "weil sie sich gern mal vor ihrem eigenen Schatten erschreckt und dann kopflos losrennt" kommt dann meist nur dass sie ja eh heimfinden würde. Tja, nur liegen zwischen "hier" und "heim" mal eben 3 größere Straßen....


Off-Topic
Wobei ich mit Cici auch oft das gegenteil erlebe, wenn sie mit ihren 13 Jahren unmotiviert neben mir herzuppelt und sich für NICHTS interessiert außer uns nicht zu verlieren. Die weicht keine 2m von mir, geschweige denn würd sie fremden Menschen/Hunden zu nahe kommen. Trotzdem wurde ich schon öfter angemault warum der Hund denn nicht an der leine ist, man (oder der fremde Hund) fühle sich belästigt. Dabei ist mein Stubbelchen in 2m Abstand zu den anderen mit etwas Abstand zu mir ruhig und ohne nen Blick vorbeigewatschelt. Wir sind ihr oft einfach zu schnell, deshalb darf sie ihr Tempo machen und wir gehen halt 2-3m vor und warten immer auf sie.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #15
Ist mir auch alles unverständlich was ihr da so erzählt und eine erklärung hat man für so ein Verhalten nicht.

Hab hier auch welche, die haben eine Terrier. Der Jagd extrem und entweder ist er frei und jagd oder an der kurzen handelsüblichen Leine. Antijagdtraining, als ich ihr von erzählte brach sie in begeisterung aus, habs ihr ausgedruckt aber machen? Nö. Ne Schleppleine? Super Idee aber dann müsste man die ja erst kaufen usw. usw. :eusa_doh: Also besser nicht

Auch wurde ich noch nie gefragt ob mein Hund kontakt haben darf, ich frage aber wurde noch nie selber gefragt. Schleppleinen werden belächelt.
Heute hat sich ein Hund meinem so angebidert der wurde richtig knartschig. Aber sienen Hund mal abrufen? Nö, der muss da durch wenn Yuukan eben ihn zurechtweist. Ich musste hin und meinen Yuukan aus der Situation von diesen kleinen Charmebolzen retten. Der Hund ist wirklich lieb und wir kennen den auch schon lange, aber dennoch. :roll:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #16
Mit Schleppleine wird man hier derzeit wieder angeschaut, als sei man Tierquäler

Tjaaa das kenn ich :lol:
Und wenn man noch gleich vom ordnungsamt ne Verwarnung bekommt, weil man ja mit nem Lasso unterwegs ist, geht man noch mehr an ne Decke... weil Flexis sind ja alle (ALLE!!!!!) auf 2 Meter begrenzt...



Vertickt da Zooplus illegale Ware :eusa_think:

Ansonsten kommen auch die gleichen Kommentare.
Warum denn mein Hund solch lange Leine um hat. Ich sag dann immer, weil ich mit meinem Hund arbeite und er nicht mit mir spazieren geht (wenn omi grade wieder an ner Flex hinterhergezogen wird...)
Und abends?... ach, lassen sie ihn doch den Spaß mit den Häschen... ja klar, und mit dem zermatschen Kopf an der Stoßstange. Das findet er sicher urst komisch.

Aber leider ist hier in meinem Renter Gebiet die Meinung noch sehr vertreten, das Hund keine Erziehung brauchen und arbeiten mitn Hund? Ja bitte? :eusa_eh:

Am kanal habe ich schon öfter jmd gesehen der mit ner Schlepp arbeitet. Und im Wald auch. Ansonsten bin ich hier wohl ein Unikat.
Einige erschrecken sich auch wenn sie um de Ecke schießen und ich keine Zeit hab zum aufwickeln und nur "Leine" rufe.

Jedoch hat sich das mittlerweile in dem Jahr schon rumgesprochen. Viele sehen die Fortschritte, viele die Arbeit.
Von den Querschlägern lass ich mir nichts einreden. Weil, ich weiß es besser ;)
Naja und Rentner wissen ja sowieso vieles besser, weil damals haben sie sowas ja nicht gemacht.

Andere Hundebesis reagieren sehr unterschiedlich. Meistens hab ich Glück und zu den Uhrzeiten wo ich mit der Schlepp gehe, treffe ich keinen.
Einige sind irritiert, andere meinen ich gönne meinen Hund nichts...
Das ich ihm dadurch mehr Freiheiten geben kann... na ach, davon brauch ich erst garnicht anfangen zu erzählen xD

Und als ich letztens die beiden Hunde von den, naja... Trinkern getroffen habe... das ist mir einmal passiert das die mich so angehen. Dann müssen sie eben lernen, das man den Hund unter Kontrolle zu bringen hat und der nicht Zähnefletschend auf andere los gehen darf.
Auch wenn das nur mit ner Ladung Pfefferspray klappt... mir solls Recht sein.
Schade ums Tier, aber wenn man so ein ignoranter Mensch ist... :?
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #17
Ich finde die Sache besonders schwierig, wenn man sich in Gebieten mit Leinenpflicht aufhält und die Leute ihre Hunde trotzdem frei rennen lassen. Meine Morgenrunden finden öfter mal in solch einer Zone statt. Die Hunde schnuffern in Ruhe, ich höre in Ruhe auf einem Ohr meine Audiobooks und wir werden alle langsam wach. Immer wieder erlebe ich da frei laufende Hunde - und was noch schlimmer ist: Die Besitzer lassen sie bewusst frei rumrennen, obwohl sie um die Leinenpflicht wissen (kontrolliert ja auch kein Schwein). Versteht mich nicht falsch. Wenn nichts los ist, also weit und breit niemand zu sehen ist, lasse ich die Hunde in ruhigen Ecken auch schonmal frei, aber doch nicht, wenn da Leute sind. Vor allem wenn die Hunde angeleint sind :eusa_eh: Außerdem sind meine Hunde abrufbar. Wenn ich sehe, dass überraschend jemand kommt, rufe ich die sofort.

Das Problem ist für mich als Halter mit angeleinten Hunden das schlimmste: Die Hunde verheddern sich in der Leine. Jerry und Hanna haben keine richtigen Ausweichmöglichkeiten und können keine Distanz zu den anderen Hunden aufbauen. Da beide natürlich jeweils eine Leine haben, habe ich auch noch das Problem der doppelten Verwicklung. Das ist mir in manchen Phasen täglich (!) passiert, sodass selbst der gütmütige Jerry irgendwann unverträglich wurde und bei Hunden, die weiter weg waren, den Macker markiert hat. Musste dann also zu Uhrzeiten gehen, wo ich diese Piepen nicht mehr hochkonzentriert erleben musste und seitdem gehts wieder mit ihm und er kann ohne zetern anderen Hunden hallo sagen und auch wieder ab und an spielen.

Heute auch wieder: Ich gehe mit den Hunden die morgendliche Runde an der Leine und gehe an einem Mann vorbei, der einen ebenfalls angeleinten Hund hat. Jerry blieb interessiert stehen und ich signalisierte schon deutlich mit einem "nein, Jerry, komm wir gehen weiter", dass ich Kontakt nicht wünsche. Was macht der Mann? Lässt den Hund mit gespannter (!) Leine zu Jerry hin. Beide verwickeln sich ineinander, schnüren sich die Beine ab und tun sich weh. Mehr als ein entnervtes "ja, genau deswegen wollte ich keinen Kontakt" viel mir nicht mehr ein. Der Mann ging dann wortlos weiter :roll:

Ich kann um ehrlich zu sein nicht erklären, wieso viele Hundehalter so sind. Und das kann ja kein Zufall sein. Ich habe (wenn man den Wohnort meines Freundes mit einrechnet) ca. 10 Stammrouten, die ich mit meinen Hunden gehe und da sind ALLE so. Zu 99% kriege ich nicht einmal eine Entschuldigung. Erst einmal habe ich dieses Jahr erlebt, dass sich zwei Halter entschuldigt haben, weil ihre zwei Hunde unangeleint auf meine angeleinten zugepest sind - aber natürlich erst, als sie sich köstlich über Hanna amüsiert hatten, die gestresst bellte, weil sie der Situation nicht entfliehen konnte und die Leute dann mein ziemlich angesäuertes Gesicht gesehen haben. Ich hab den Eindruck, dass viele ihre Hunde vielleicht frei laufen lassen, um genauso sowas zu vermeiden. Viele Hunde vertragen sich ohne Leine eben besser und dann spart man sich auch noch das Leinentraining :roll:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #18
Naja und Rentner wissen ja sowieso vieles besser, weil damals haben sie sowas ja nicht gemacht.

Früher wars aber egal wenn der Hund vors Auto gelaufen oder im Mähdrescher gelandet ist. Wurde halt ein neuer angeschafft.

Die Menschen glauben einfach nicht dass ihnen das passieren kann. Bis der Hund platt ist, DANN kommt die späte einsicht. Oder der Hund vom Jäger geschossen oder geklaut wird. Dann ist das Gejaule groß...
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #19
Bis der Hund platt ist, DANN kommt die späte einsicht.

Und sau gefährlich. Hier ist mal ein auswachsener Senne unangeleint in blinder Panik mit einer enormen Geschwindigkeit am Straßenrand gerannt und ist zwischendurch auch auf die Straße. So ein Kalb wollte ich nicht in meiner Windschutzscheibe haben :shock: Keine Ahnung, was aus dem Hund geworden ist. Wir haben ein wenig bei der Suche geholfen, aber man weiß ja nicht, wie lang und wohin das Tier in blinder Panik rennt. Dann kam noch die Polizei, hab aber nie wieder was davon gehört :|

Ich werde aber recht selten auf die Leine selbst angesprochen. Selbst bei der Schlepp sagte niemand was. Bei uns ist das irgendwie so ein stillschweigendes "ist mir egal, was du machst, aber MEIN Hund rennt frei. Lebe damit". :eusa_think: Machts natürlich nicht besser, weil ich die Ignoranz ohne Rechtfertigung beinahe noch schlimmer finde :lol:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #20
Ich möchte kurz noch einwerfen, dass es durchaus Hunde gibt die gar nicht wollen, dass man mit ihnen beim Spaziergang "arbeitet", sondern wirklich schlicht und einfach mitlaufen wollen und denen das auch vollkommen ausreicht. Mein Askan ist ein solcher. Habe das hier nun öfter gelesen; Dieses "Die Leute gehen einfach nur spazieren und arbeiten gar nicht mit ihren Hunden". Manchen Hunden ist das absolut Recht und das muss nichts damit zutun haben wie gut sie hören, wie gut sie ausgelastet sind und auch nicht ob und warum sie nun an einer Leine sind oder nicht. ;)

Ansonsten ist mir nach dem Lesen hier aufgefallen, dass es wirklich ein Mysterium ist, dass Leute mit Flexileine (auch in den Feldern) als völlig normal wahrgenommen werden, mit Schleppleine ist man aber gleich "unnormal" und ein Tierquäler. :eusa_think:
Ich habe hier genau einen einzigen anderen Hundehalter mit Schleppleine gesehen. Ich selber hatte bei Mylo mal fast ein Jahr die Schleppleine dran und kenne die Reaktionen leider noch gut genug. :?
 
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