- Mythen über Listenhunde Beitrag #41
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Wuschelhundfan
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@Infano (und andere Entsetzte): Es ist ein Stereotyp, kein Klischee. Und Stereotypen bildet man, weil man sich an irgendwas im Leben orientieren muss. Es ist eigentlich ganz einfach: Ich will mit meinen Hunden möglichst konfliktfrei durch's Leben gehen, ihnen aber trotzdem so viel Freiheit und Artgenossen-Kontakt wie möglich gönnen. Und da kann ich mir nunmal nicht bei jedem Hundehalter, dem ich begegne, erst mal die Referenzen einholen. Deswegen arbeite ich mit bedingten Wahrscheinlichkeiten: Ich treffe auf einen Labbi mittleren Alters, an der Leine eine Frau mittleren Alters, ohne hervorstechende Merkmale. Ich gehe davon aus, dass die Frau einen Familienhund hält, den seit Jahren hat und kennt und es wüsste, wenn der Hund unverträglich ist und mich zu ihrem Selbstschutz darauf hinweisen wird. Ich kann irren, die Frau könnte schwer neurotisch, psychotisch oder einfach "normal" durch den Wind sein, der Hund könnte bis an seine Belastbarkeitsgrenze gestresst sein und sich deswegen bei erster Gelegenheit auf meine Wuschels stürzen - es ist aber nicht sehr wahrscheinlich und deswegen ein vertretbares Risiko. Treffe ich dagegen auf einen jungen AmStaff (und natürlich weiß ich, dass nicht alle Listenhunde Ratten fingen, viele Listenhunde wurden aber ursprünglich zu einem eher kämpferischen Zweck gezüchtet, deswegen ist Friedfertigkeit bei denen erst seit relativ wenigen Generationen ein Auswahlkriterium in der Zucht) mit einem Halter, der selbst eher jung ist und deswegen noch eher unbelastet von Verantwortung ist, demonstrative Insignien trägt, die Anspielungen auf ein gewaltverherrlichendes Umfeld machen (a.k.a. so rumlaufen wie die ganz harten Jungs in GTA, wenn sie eine Nutte zusammenschlagen gehen), dann gehe ich nicht davon aus, dass der verantwortungsbewusst mit seinem Hund umgeht und möglicher Aggression durch Aufmerksamkeit und gute Erziehung begegnet. Ich bezweifele stark, dass der seine Wochenenden auf dem Hundeplatz verbringt, "Am anderen Ende der Leine" gelesen und verinnerlicht hat und Zufriedenheit daraus zieht, mit seinem Hund an einer guten Hund-/Mensch-Interaktion zu arbeiten. Ich kann irren, aber ich lass es nicht drauf ankommen. Dafür kenne ich zu viele Pittis, AmStaffs etc., die genau solchen Leuten weggenommen wurden. Bislang lag ich häufiger richtig als falsch, deswegen bleibe ich dabei. Im Vergleich zu möglichen Tierarztrechnungen sind die 10€ für die Klischeekasse echt wenig. Wegen den Absätzen: Keine Frage, dass die die Lesbarkeit erhöhen würden. Der Browser scheint anderer Auffassung zu sein.