Eine geminderte Hemmschwelle ist für mich genetische Aggression.
Wenn der Hund aus einer Linie kommt wo immer nur die mit den schwächsten Nerven verpaart wurden kann das doch gut sein.
Bei uns Menschen gibt es doch auch Situationen die uns aufregen, wo wir einfach nicht ruhig bleiben können und ausrasten. Situationen wo ein anderer Mensch vlt mit den Schultern zuckt und "na und?" sagt.
Ein Hund aus so einer Linie ist also leicht reizbar.
Stellt euch vor wir hätten ein sehr reizbares Kind hier, es dreht durch wenn's ihm nicht schmeckt, es dreht durch wenn ein anderes Kind seine Stifte benutzen will, es dreht durch wenn's Langeweile hat.
Wahrscheinlich könnten wir dieses Verhalten für den Moment korrigieren, aber sobald dies nicht mehr geschieht fällt es in sein altes Muster zurück.
Ein Kind würde vlt. im Laufe seines heranwachsens verstehen das ihn dieses Verhalten absolut nicht weiter bringt.
Einem Hund "fehlt" aber dieses "denken".
Er muss sich nicht in eine Gesellschaft eingliedern die auf Rücksicht und Toleranz basiert.
Es sei jetzt dahin gestellt ob Dackel, Labbi oder Pitti ist egal! Hund bleibt Hund.
Öhm, eine "geminderte Hemmschwelle" bzw. geringe Reizschwelle, hat erstmal überhaupt nichts mit Aggression zu tun.
Eine geringe Reizschwelle sagt erstmal nur, dass "geringe Reize" (kann auch rassespezifisch sein) stark wahrgenommen werden und wie/wann darauf reagiert wird. Dazu gehören nicht nur Konflikte, sondern auch Bewegungen, Töne oder auch Schmerz.
Schwache Nerven und eine geringe Reizschwelle hängen durchaus zusammen, aber wohl ein bisschen anders, als du dir das vorstellst. Auch ein Hund mit guten Nerven kann auf entsprechende Reize schnell und stark reagieren.
Ein Jagdhund reagiert auf Wild,
der Schäferhund auf Bedrohung,
der Hütehund auf Schäfchen
alle haben keine "hohe Reizschwelle" in ihrem Arbeitsgebiet. Sonst wären die Hunde unbrauchbar.
Wie viele Hunde mit "geringer Reizschwelle" (und schlechten Nerven), kennst du denn? Ich habe so einen Hund daheim. Und der rastet nicht wegen jedem Mist aus, dreht nicht durch wenn er langeweile hat, lässt sich ohne Probleme korrigieren - und lernt daraus. Diese Fähigkeiten haben Hunde nähmlich. Sie wissen, wann ein Verhalten sie nicht weiterbringt. Das können die meisten Tiere, weil dieses denken unglaublich wichtig zum überleben ist.

Davon ab möchten auch die meisten Hunde sich in eine "Gesellschaft" (nämlich die Familie) eingliedern; Hunde sind hochsoziale Tiere.
Du redest hier von Aggression. Was ist für dich Aggression?
Für mich ist Aggression nichts schlechtes. Aggression ist nämlich etwas anderes, als wild um sich zu beißen oder alles niederzumähen, was einem nicht passt. Jedes Lebewesen braucht ein gewisses Aggressionspotential zum überleben. Sogar die Taube auf der Straße kämpft täglich ums überleben.
Durchhalten, für eine Sache kämpfen, Hindernisse beseitigen oder überwinden, Probleme lösen - das alle ist ohne Aggression nicht möglich! Und wenn das fehlt, taugt der Hund zu nichts mehr. Kein guter Rettungshund, kein guter VPG-Sporthund, kein guter Agilityhund. Dem Hund fehlt was - der nötige Biss.