@Blacky95:
Die Hemmschwelle eines Hundes kann man sehr gut trainieren. Ich habe einen Pit Bull Terrier, der von nervösen Eltern und einem Vermehrer kommt. Als er klein war, hatte er bei Überforderung( und die kam im Vergleich zu anderen Welpen schnell) Tobsuchtsanfälle. Wie ein ADHS- Kind:/
Ich habe mehr als ein Jahr gebraucht, aber jetzt kann ich mit gutem Recht behaupten, dass er geistig ziemlich stabil ist.
Obwohl er natürlich nie von sich aus so viel Ruhe behält, wie ein Bernhardiner aus guter Zucht, ist er neben mir ein anständiger Hund. Aber auch so kann man von keinem Hundeindividuum einhaltliche Aphatie und stets angemessene Reaktionen von Anfang an erwarten

Und ansonsten muss ich exe schon wegen der Notwendigkeit von "Biss" rechtgeben!
Wenn du deinen Alauntbull Dschin meinst, der hat mit einem Pit genauso wenig gemein, wie eine Kuh mit einem Vogel. (das mal nebenbei)
@exe, deiner Ausführung zur Reizschwelle und Aggression schließ ich mich voll und ganz an.
Ich hab mal ein paar generelle Frage an die Listenhundkenner, bzw. die Pitti-Experten. Rein aus Interesse, weil das Wort "Hundekampf" ja ganz gern in den Raum geworfen wird, aber ich mir darunter jetzt eigentlich garnicht soviel vorstellen kann. Um was ging es in diesen (legal oder nicht sei jetzt mal aussen vor) Kämpfen? Sollten die Hunde sofort angreifen und töten und man hat möglichst viel Blut erwartet? Sollte der Kampf der längeren Unterhaltung dienen? Wurden die Hunde irgendwann abgerufen, wenn ein Hund regungslos am Boden lag oder lies man ihn "zerfleischen"? Was machte einen guten "Kampfhund" aus? Strategie? Kraft? Aggression? Gab es bestimmte Gestiken des Gegners, auf die die Hunde speziell geschult wurden? Also z.B Augenkontakt und dann haben sie in den Hals gebissen oder eher in die Beine, usw.? Und wielange wurden Pittis z.B überhaupt auf solche Hundekämpfe trainiert? Reden wir hier von 50 Jahren, von 100 Jahren, von mehr oder weniger? Und am wichtigsten... im Hundekampf waren ja vermutlich beide Hunde auf Schärfe trainiert. Was wäre aber passiert, wenn der Gegner sich sofort untergeordnet und unterworfen hätte?
Ich frage mich das die ganze Zeit schon. Ganz ohne Hintergedanken, sondern vielmehr zu meinem Hundeverständnis. Vielleicht könnt ihr da ein wenig Licht ins Dunkel bringen? Vielleicht ergibt sich darauf ja auch bereits die ein oder andere Schlussfolgerung auf zu erwartendes Verhalten der jeweiligen Rasse. Ich denke da z.B daran, dass man ja durchaus sagt, die Pits mussen sehr menschenfreundlich sein, damit die Idioten die solche Kämpfe veranstalteten sie jederzeit kontaktieren konnten. Hierbei würde sich ja bspw. erklären, wieso man von einem Pit schonmal definitiv keine Aggression gegen Menschen erwarten muss. Versteht ihr meinen Gedankengang? Etwas diffus, aber ich kann mich gerade nicht anders ausdrücken.
Genau weil ich das auch wissen wollte, hab ich mir ganz viele Bücher zu dem Thema zugelegt, alte wie neue.
Bei den Kämpfen geht es ums gewinnen, damals war es das Selbe als würde man zu einem Boxkampf gehen. Wie schon geschrieben, ist Aggression beim Kampf hinderlich. Es ging um Intelligenz, Stärke und Technik. Die Hunde machen wie ein Sportler auch ein monatelanges Training durch, damit sie körperlich fit sind. Abrichten kann man einen Kampfhund nicht, entweder er kämpft oder halt nicht. Schärfe gibt es dabei nicht.
Bevor ein Hund überhaupt zum Kampf antritt, wird der junge Hund (ab 12 Monaten), in die Pit gesetzt und mit einem erfahrenden Hund.
Wie eine Art Schule. Der Junge Hund hat 3 Möglichkeiten, entweder er türmt (springt raus), er bleibt stehen oder er Kämpft.
Erst wenn der Hund die Schule erfolgreich absolviert hat, wird er für einen Kampf trainiert.
Ums töten oder viel Blut geht es dabei nicht, und das die Verlierer immer getötet werden stimmt auch nicht. Wenn ein Hund nicht aufgibt und selbst unterlegen immer weiter macht, hat er zwar verloren, aber er ist gut und das ist auch was wert.
Ein durchschnittlicher Kampf geht zw. 1 bis 2 Stunden, wo bei es auch längere und kürzere Kämpfe gibt. Daher ist das Training auch sehr wichtig.
Ist der Hund schlecht trainiert, kann es passieren das er körperlich nicht mehr kann und auch wenn das andere Hund von der Technik schlechter ist, das der gewinnt. Menschenfreundliche Hunde lassen sich halt besser trainieren, auch sind in der Pit ständig 3 Menschen anwesend und der Hund darf auf keinen der Menschen los gehen.
Der Hundekampf ist für die Züchter, eine Art Selektionsmethode. Nur die Besten und gesündesten gehen in die Zucht.
Der Pit wird bis heute (auch wenn fast überall illegal ist) über die Pit selektiert.
Was auch erstaunlich ist, das halt einige Kampfhund in der Pit ihren "Job" tun und zu Haus, mit einem anderen Hund oder anderen Tieren zusammen leben oder auf der Straße eher schüchtern mit anderen Hunden sind.
Ich hoffe das war verständlich
Oder c) sie genetisch eher zum kämpfen als zum flüchten neigen
Und auch das muss nicht negativ sein...
Genau :!:
Viele Terrierrassen gehen ehrer nach vorn als zu flüchten, sonst wäre eine Baujagd unmöglich.
Wie inzwischen mehrfach angeführt: Auch Hunde mit genetischer Prädisposition können sich durchaus normal entwickeln und "ohne" Warnung geht schon mal gar kein Hund einfach so auf einen anderen los.
Das einfach auf die Genetik zu schieben ist den Hunden gegenüber absolut unfair- da sind ergänzend zur vllt. vorliegenden genetischen Veranlagung noch mindestens mangelhafte Sozialisation und/oder fehlendes Wissen des Halters hinzugekommen.
Kein Hund kommt als Beißer auf die Welt, sondern wird in 99,9% der Fälle dazu gemacht!
Einen Kampfhund kann man nicht machen, entweder er will kämpfen oder nicht.
Wenn sich zwei kampfwillige Hunde gegenüber stehen, reichen Sekundenbruchteile bis die losgehen.
Ein Pit warnt wesentlich unterschwelliger als andere Hunderassen (in den meisten Fällen jedenfalls).
Für Außenstehende kann es so wirken als ob es ohne Vorwarnung passiert, ist es aber nicht.
Hier sollte man seinen Hund kennen und ihn lesen können.
Pits sind auch mal gerne A.löcher, erst tun sie lieb und nett, bis der andere so nah ist das man beißen kann :roll: