Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum?

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  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #281
Ein solcher Hund steht so hoch im Trieb miteinem normalen Leinenzupfer am Lederhalsband erreichst du ihn nicht mehr. Dasist ihm egal, das hat ihm auch egal zu sein.
Wie bereits schon mal gesagt: Trieb muss über alles gehen,außer über den HF.

Darf ich als Laie mal fragen, warum man möchte, dass dem Hund "im Trieb" alles egal ist? Ich habe von "hat sich dabei das Genick gebrochen" und irgendwas von blutigen Schnauzen gelesen - verstehe ich das richtig: Es ist gewünscht, dass der Hund so 'im Trieb' ist, dass er alles dafür tun würde, sein Leben in Gefahr bringen und sich verletzen eingeschlossen?
Wenn ja: Warum möchte man das?

Wie gesagt: Ich bin ein Laie, will aber in ein paar Jahren selbst einen Hund haben und lese deshalb interessiert mit ;)
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum?

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  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #282
Darf ich als Laie mal fragen, warum man möchte, dass dem Hund "im Trieb" alles egal ist? Ich habe von "hat sich dabei das Genick gebrochen" und irgendwas von blutigen Schnauzen gelesen - verstehe ich das richtig: Es ist gewünscht, dass der Hund so 'im Trieb' ist, dass er alles dafür tun würde, sein Leben in Gefahr bringen und sich verletzen eingeschlossen?
Wenn ja: Warum möchte man das?

Wie gesagt: Ich bin ein Laie, will aber in ein paar Jahren selbst einen Hund haben und lese deshalb interessiert mit ;)
Man sucht normalerweise Hunde für die Arbeit, die man extrem gut motivieren kann (das ist bei Arbeitshunden auch einfach notwendig) - dabei ist es aber wichtig, dass richtige Level zu finden. So ein Hund, der von sich aus schon einiges Potential hat, würde ich nicht so pushen, dass er nicht mehr denken kann, zumindest nicht für die IPO Ausbildung. Denn dann ist es tatsächlich schwer, hinterher den Gehorsam in den Hund zu kriegen.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #283
Soweit ich weiß, geht es im IPO darum, dass Hund und Halter den Trieb vom Hund zu kontrollieren lernen. Auch der Hund selbst...
Wenn der Hund im Trieb absolut nicht mehr ansprechbar ist, ist doch wohl etwas schief gelaufen?
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #284
Darf ich als Laie mal fragen, warum man möchte, dass dem Hund "im Trieb" alles egal ist? Ich habe von "hat sich dabei das Genick gebrochen" und irgendwas von blutigen Schnauzen gelesen - verstehe ich das richtig: Es ist gewünscht, dass der Hund so 'im Trieb' ist, dass er alles dafür tun würde, sein Leben in Gefahr bringen und sich verletzen eingeschlossen?
Wenn ja: Warum möchte man das?

Wie gesagt: Ich bin ein Laie, will aber in ein paar Jahren selbst einen Hund haben und lese deshalb interessiert mit ;)

Dem Hund soll alles egal sein, weil er sich durch nichts von seinem Ziel abhalten oder ablenken lassen soll. Das kommt noch von der Arbeit an sich, bei dem ein Hund natürlich nicht loslassen sollte, wenn das "Opfer" ihm ein Kommando gibt und auch nicht, wenn derjenige ihn verletzt - nicht mal, wenn es sein Tod bedeuten würde. Der einzige der Einfluss auf den Hund haben soll ist der HF.
Mittlerweile ist es zu einem Sport geworden (außer bei denen, die tatsächlich noch arbeiten), aber die "Ziele" sind noch die Gleichen geblieben und werden viel zu oft auf Kosten der Hunde ausgelebt. Wie hier schon jemand schrieb: Die Hunde sind meistens nur noch Sportgeräte, die schnell und einfach zu funktionieren haben.
Wenn man hier so liest, was die junge Dame schreibt, könnte man meinen IPO sei ein "böser Sport". Das ist natürlich nicht allgemein so zu sehen. Es gibt sehr gute Trainingsplätze, wo man die Hunde auch als solche sieht und auch sehr gute Erfolge erzielt werden. Was IPO (Person) hier schreibt ist einfach "alte Schule", was an manchen Orten noch so gelehrt wird.




Erst mit einem Jahr zu trainieren, dass der HF doch plötzlich als einziger über allem zu stehen hat, ist einfach blödsinnig (und nimmt der Hund auch gar nicht so wahr). Vor allem entbehrt es jeglicher Logik. Es dürfte KEINE Strafe geben die hart genug ist, um den Hund zu erreichen, ansonsten wäre ja das "Ziel" schon versaut.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #285
Off-Topic
Ich verstehe, wenn ein Hund so ausgebildet wird, der später über Leben und Tod seines Hundeführers entscheiden muss. Als Sport finde ich die Methoden einfach daneben und unüberlegt...
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #286
Off-Topic
Ich verstehe, wenn ein Hund so ausgebildet wird, der später über Leben und Tod seines Hundeführers entscheiden muss. Als Sport finde ich die Methoden einfach daneben und unüberlegt...


Wie gesagt geht es so ja nicht auf allen Plätzen zu. Der Sport an sich, auch Wettbewerbe, erfordern diese "Absolute" nicht. Es ist für viele Hunde eine schöne Auslastung, wie andere Sportarten auch. Es wird auch an vielen Orten ganz normal trainiert, ohne Druck, ohne Schmerzen, ohne "Brechen" der Hunde und auch ohne das extreme Pushen des Triebes (nutzen muss man ihn natürlich trotzdem, aber eben nicht so ins Extreme treiben).
Das sind alles nur Methoden, die schnell und einfach "harte und beeindruckende" Ergebnisse bringen und deswegen noch so oft benutzt werden.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #287
Ich habe sehr lange überlegt, ob ich etwas schreiben soll....

Wenn man hier so liest, was die junge Dame schreibt, könnte man meinen IPO sei ein "böser Sport". Das ist natürlich nicht allgemein so zu sehen. Es gibt sehr gute Trainingsplätze, wo man die Hunde auch als solche sieht und auch sehr gute Erfolge erzielt werden. Was IPO (Person) hier schreibt ist einfach "alte Schule", was an manchen Orten noch so gelehrt wird.

Dem schließe ich mich absolut an - und genau deshalb bitte ich die Leute auch immer, sich einen Platz sehr genau anzuschauen. Es gibt sie auch - die Hundeplätze/Trainer, die nur mit ner Ketten und Geschirr trainieren. Die den Hund im ersten Jahr Hund sein lassen und sich langsam vortasten ohne den Hund zu überlasten. Die schauen, wo die Grenzen des Hundes zur Überforderung sind und so trainieren und den Hund heran führen, das der Hund nicht komplett k.o. vom Platz robbt.
Plätze, auf denen kein Kadergehorsam herrscht (wo auch die Besitzer in Grund und Boden gebrüllt werden) - und trotzdem sind dort top Diensthunde zu finden. Ohne Stachler, ohne XY.

Gerade bei Malis und Herdern halte ich das für sehr grenzwertig....ich zitiere mal wieder:

Der Spruch "Trieb macht blöd" beschreibt Malis wohl ziemlich gut. Ein Mali hört nicht einfach auf, egal womit.
Entweder er findet etwas noch Interessanteres, oder man verbietet ihm, was er gerade tut, oder er fällt um vor Erschöpfung. Ansonsten macht er weiter, ohne Rücksicht auf Verluste. Sprich: der Ball wird erst in Ruhe gelassen, wenn er atomisiert ist. Der Knochen wird erst in Ruhe gelassen, wenn er komplett im Magen ist, die Tür wird erst in Ruhe gelassen, wenn sie auf ist.
Beim Lernverhalten finde ich persönlich, dass der Mali dem DSH überlegen ist. Malis scheinen schneller zu verstehen. Gerade in diesem Bereich kommt es aber natürlich immens auf die Art der Ausbildung an.

Die alte Hau-Ruck-Methode funktioniert wundersamerweise bei vielen DSH. Ich habe häufig Junghunde gesehen, die so geknickt und traurig gingen, dass einem übel wird. Ein paar Monate später sieht man sie wieder, und alle Zwänge sind vergessen und vorbei, der Hund läuft fröhlich und freut sich über sein Bällchen. Das ist beim Mali selten, da scheint mir schneller ein Point-of-no-return erreicht zu sein, wo der Hund ein für allemal das Vertrauen verliert. Malis sind in meinen Augen sehr sensible Hunde, wesentlich sensibler als DSH.

Ich denke in vielen Bereichen zeigen gerade junge Malis aufgrund ihres Triebes ein Verhalten, dass ungeübte Hundeführer als Stärke oder Reife fehlinterpretieren (wie dies z.B. beim DSH der Fall wäre). Im Schutzdienst zum Beispiel springen Malis oft sehr früh (schon im Alter von wenigen Monaten) auf Belastung an, zeigen zum Beispiel erwünschtes Aggressionsverhalten. Geistig sind sie aber völlig überfordert, sie sind "Kinder".

Lange wurde im Schutzdienst so gearbeitet, dass junge Hunde einfach nur gehetzt wurden, also vom Schutzdiensthelfer mit Sack oder Ärmel animiert wurden und beißen durften. Viel Gehopse, Geschrei und Peitschengeknalle förderte die gewünschten Triebe. Irgendwann kam dann der Punkt, wo Gehorsam "drauf musste", meist mit ca. 1 Jahr. Der Hund wurde dann mit üblen Zwängen in das Korsett der Prüfungsordnung gezwängt, und fertig war die Prüfung. Damals dominierten DSH auf den Hundeplätzen.

Mit den Malis funktioniert das so nicht. Entweder der arme Hund ist mit 1 Jahr so nervenverrückt, dass er panisch alles beißt was zu nahe kommt, oder aber er ist so stark geworden, dass er nicht mehr regelbar ist (Anm: Mit denen dürfen sich dann Diensthundführer rumschlagen, und danach der Tierarzt).
Malis brauchen keine derartige Triebförderung, im Gegenteil: Guter Junghundaufbau sieht von außen meist total langweilig aus. Ganz viel Ruhe, ganz viel lieblieb, ganz viel Sicherheit.

Der Mali ist an der Grenze von Genie und Wahnsinn gezüchtet und bedarf daher ein sehr einfühlsames Händchen.

Wenn ein unerfahrener HF sich einen solchen Hund als Familienhund zulegt, wird das in aller Regel unschön enden.

Auch auf nen Mali kann man nicht immer nur draufhaun, sondern muss sein Hirn einsetzen.

Ich glaube, was viele Leute nicht verstehen können ist, dass Dinge oder Lebewesen, mit denen man überdurchschnittliches erreichen kann, im Allgemeinen nicht leicht zu bedienen bzw. zu handhaben sind.


Quelle:

Ich verstehe natürlich die Aspekter, die dahinter stecken und jeder, der mich kennt, weiß, das ich ein absoluter Fan von Militärhunden und co. bin.
Jedoch sind das Hunde mit einer Arbeit, die ein Leben schützen müssen - ohne Rücksicht auf Verluste. Es ist deren Job bei Schießereien, den Hundeführer zu beschützen, sie gehen jeden Tag durch Bombengebieten, springen in Autos, werden vom Heli abgeseilt...

Das DIESE Hunde, diese Härte und Triebe an den Tag legen, ist in meinen Augen absolut korrekt und auch wichtig und richtig. Aber das sind wirkliche Diensthunde - und keine Sporthunde.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #288
P.S mal ne Frage...nehmen wir an dein Hund bekommt mit 5 Jahren Spondylose und darf kein IPO mehr machen..oder bricht sich das Bein weil er so vergeilt hinter dem Ball her fliegt, weil du es ja so toll findest, oder du schleuderst in an der Leine weil er gewagt hat aufzustehen oder ein Schritt gelaufen ohne dich anzuschauen...also was auch immer..dein Hund ist verletzt und kann kein IPO machen...schiebst du denn wieder an deine Mutter ab?

Auf diese (evtl traurige) Antwort warte ich noch.
Ich kann einfach so überhaupt nicht nachvollziehen einen Hund SO erziehen zu wollen. Und wo lebst du denn, dass Schläge mit der Leine keine Gewalt sind?:eusa_eh::eusa_doh:
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #289
@Syn
1.Beitrag:
Natürlich hast du nicht von einem Stachelhalsbandgesprochen. Das braucht ein guter Hund aber im SD früher oder später oder manein Weichei bzw. ein HZ Schäfer.
Das ist auch keinesfalls den Hund brechen, aber das istGehorsam. Ich kenne deine Definition von Gehorsam nicht, aber für mich istGehorsam z.B. der Hund rennt volle Kanne auf einen anderen Hund zu, wildbellend, bereit diesen niederzuwerfen und sich in ihn zu verbeißen und 1m vordem anderen Hund ruft man Platz und der eigene wirft sich sofort auf den Boden,nimmt Blickkontakt zum Hundeführer auf und ist ruhig.
DAS und nichts anderes ist Gehorsam.
Ich kenne das unter Verhaltensketten. Zuerst bekommt derHund die Bestätigung für ein Schritt Fuß, dann für zwei Schritte, für drei usw.
Außerdem (in Bezug auf deinen dritten Beitrag glaube ich)beginne ich nicht erst mit dem Hund zu arbeiten, wenn er 1 Jahr ist. Aber derGehorsam im SD beginne ich erst, wenn der Hund dieses Alter erreicht hat, auchtatsächlich einzubauen und zu verlangen.
@Mischling
Also bevor sich der Hund den Hals bricht, habe ich ihn an derkurzen Leine keine Sorge.
Und doch, bevor ich vom Hund verlange, sich von einem Hasenabrufen zu lassen, muss er verstanden haben was Hier bedeutet. Natürlich kannich ihn vorher bestrafen, aber was bringt mir das? Gar nichts, weil der Hundgar nicht weiß warum und vor allem für was er bestraft wird, weil er die Übungnicht begriffen hat.
Wenn mein Hund aber weiß was Hier ist, dann kann ich das injeder Situation verlangen. Egal was da ist.
So, jetzt wird aber verhindert, dass der Hund dem Hasenhinterher rennt. Der Hund ist nicht blöd, der weiß genau, wann er an der Leineist und wann nicht. Deshalb „muss“ man für den Hund als allmächtig sozusagenerscheinen und ihn immer und überall loben bzw. strafen können. Man ist überallund nirgendwo.
Aber bevor ich strafen kann, muss der Hund wissen, was ichvon ihm will.
Das sind auch keine fragwürdigen Tricks in meinen Augen. Dassind Hilfen bei einer Prüfung, wo eben immer deutlich mehr schief gehen kann,eben weil sich die Aufregung des Hundeführers auf den Hund überträgt.
Jeder hier macht den Hund selbst vor einer BH vor dem Platznochmal richtig heiß auf den Ball und lässt ihn dann unauffällig bei einemVereinskollegen verschwinden. Aber der Hund glaubt, der Ball ist wie immer daund auch glaubt er, dass er ein Stachel anhat und jederzeit korrigiert werdenkann. Also gibt er alles, um möglichst schnell an die ihn belohnende Situationzu kommen.
@Tayet
Glaubst du wir machen was anderes? Wir gehen auch mit 8Wochen auf den Platz und beginnen in Fährte, Unterordnung und Schutzdienst.
Nur sind die Aufgaben unterschiedlich.
In der Fährte beginnen wir mit 10 Schritten in jedem einLeckerchen. Bis zum 1. Jahr sollte der Hund in der Lage sein eine Fährte von200-250 Schritt mit zwei Gegenständen und vielleicht 50-100 Leckerchenauszuarbeiten.
Mit 18 Monaten ist der Hund dann in der Lage eine Fährte von300-350 Schritt mit zwei oder drei Gegenständen und vlt. 10 Leckerchen zusuchen. Dann kann ich ohne Probleme mit 18 Monaten in die Prüfung gehen.
In der Unterordnung beginnen wir mit Futtertreiben. Danngibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder stelle ich den Hund mit ca. 6 Monaten um aufSpielzeug oder ich bleibe bei der Futterbestätigung. Der Hund lernt ohne jedeStrafe oder Korrektur Sitz, Platz, Steh, Fuß usw.
Beispiel Apport: Hund wird heiß auf Apportel gemacht, sitztvor und bekommt es in die Schnauze. Hält er es ruhig, wird er gelobt, lässt eres fallen, wird es kommentarlos aufgehoben und Übung wiederholt.
Das verändert sich aber. Mit ca. 10 Monaten sollte der Hundsoweit sein, dass er alle Übungen verstanden hat und (meistens) zuverlässigausführt. Jetzt kommt die Strafe bzw. die Korrektur ins Spiel. Entweder habeich einen führerweichen Hund, der auch auf ein Lederhalsband usw. reagiert oderich habe einen führerharten Hund, bei dem muss ich eben größere Geschützeauffahren.
Also kommt mit ca. 10 Monaten der Stachel drauf, weil wirmal von einem guten Hund ausgehen. Der Hund weiß was die Fußposition ist undkann diese für um die 150 Schritte halten, geht aber manchmal noch zu weit wegund schaut nicht immer nach dem HF. Und wann immer der Hund einen solchenkleinen! Fehler macht, wird er mit dem Stachel korrigiert. Aber nicht mit einemRiesenleinenruck, sondern mit einem Zupfer, der aber unangenehm genug ist,damit der Hund einen Sinn darin sieht, seine Position wieder zu verbessern. Dierichtige Fußposition muss für den Hund IMMER angenehm und positiv sein, damiter in dieser sich frei entfaltet und sie gerne einnimmt.
Dasselbe mit Sitz, Platz oder Steh. Der Hund weiß was dasist, macht es aber sehr langsam oder sitzt nicht immer durch oder läuft nach.Auch hier wird der Hund mit dem Stachel korrigiert. Irgendwann fliegt der Hundins Platz, stolpert fast ins Steh weil er so schnell stehen bleibt, dass erfast Übergewicht bekommt und beim Sitz knicken ihm die Hinterbeine weg, als wiesie wären plötzlich gelähmt. Und trotzdem habe ich einen freudig arbeitenden Hund.
Noch ein Beispiel beim Apport: Der Hund weiß er hat das Apportelruhig zu halten. Der Ball ist unterm Kinn eingeklemmt. Knautscht der Hund gibt’smit der flachen Hand eine auf die Nase (auch nicht fest, aber eben unangenehm),der Hund hört auf zu Knautschen und sofort wird gelobt und der Ball fliegt.
Mit 15 Monaten sollte der Hund dann in der Lage sein eine BHzu laufen, mit Zusatzelement Apport und Voraus. Die technischen Übungen aus derBewegung werden dann in drei Monaten erarbeitet, damit der Hund mit 18 Monatenzur Prüfung geführt werden kann.
Im Schutzdienst dagegen wird im 1. Jahr nur Trieb gemacht.Dann erarbeitet man den vorher in der UO erlernten und gefestigten Gehorsam auchim Schutzdienst. Das Trockenrevieren wird ebenfalls mit eingebaut. Insgesamthat man für den Gehorsam im SD 6-7 Monate Zeit. Dann wird der Hund mit 18 Monatenauf seiner IPO I vorgestellt und liefert, sofern richtig ausgebildet auch guteErgebnisse.
In diesen Situationen wo ich oder die anderen knallhart seinmüssen, sind die Hunde aber so hoch im Trieb, dass ihnen deine Gestik oderdeine Stimmlage vollkommen egal ist.
@Keisuke
Warum man das möchte? Damit der Hund möglichst aktivfordern, drang- und druckvoll und vor allem triebig arbeitet. Man möchte einenHund, der unter Hochspannung steht, das bekommt man aber nur, wenn der Triebhochgefahren wurde und dann wieder runtergeriegelt.
Heißt: Mein Hund ist komplett heiß auf seinen Ball, ichwerfe ihn, Hund rennt wie ein Bekloppter hinterher, man ruft Platz und der Hundlegt sich ab.
Ein guter Hund ist in dieser Platzposition absolut inHochspannung, nimmt den Blick nicht ab und ist absolut in der Triebkontrolle.Auch du kannst mir jetzt nicht erzählen, dass das nicht toll aussieht. Und wasgut aussieht gibt eben nun mal Punkte.
Auch im Obedience wird ja so geführt, wie geführt wird, aberbestimmt nicht, weil sich die Hunde die PO ausgedacht haben, sondern weil vielenMenschen eben genau das gefällt.
Und im IPO gefällt eben ein sehr triebiger Hund, der ganzkurz vor der Unhändelbarkeit ist.
Wie Bart Bellon einmal sagte: Man fährt nicht mit 220 Triebdurch die Kurve und fällt um, sondern mit 180 Trieb und bleibt stehen.
(Und Bart Bellons Hunde arbeiten absolut genial)
@Exe und Kiwi
Doch im 1. Jahr muss der Hund sozusagen unkontrollierbarsein, damit er glaubt, er kann sich jederzeit gegen den Helfer durchsetzen. Ermuss lernen, dass Bellen, Ziehen usw. ihn weiter bringen. Der Gehorsam, den manvorher in der UO erarbeitet hat, wird dann mit 11 Monaten bis 1. Jahr in denSchutzdienst eingebaut.
Der Hund muss ein immenses Selbstbewusstsein aufbauen. Ermuss bereits früh zeigen, dass er bereit ist den Ärmel zu verteidigen. Mit 1,5Jahren entwickeln sich die Aggressionen beim Hund, die echten. Diese kommendann ebenfalls mit herein, damit der Hund, der mit 18 Monaten die IPO I läuftund hohe Punktzahlen erreicht, mit diesen Aggressionen auf die IPO II und IPOIII hin arbeiten kann.
Der Hund arbeitet dann um einiges helferbetonter undernsthafter, weiß aber durch das 1. Jahr Aufbauarbeit, dass er sich mit einemfesten, vollen Biss in den Ärmel gegenüber dem Helfer behaupten kann und siehtsich nicht gezwungen, in andere Körperteile zu gehen.
@Foss
Ich kann dich beruhigen, bei uns wird niemand in Grund undBoden gebrüllt. Weder der Hund, noch der Besitzer. Kannst dir gerne mal Videoseiner BSP ansehen. Das laute „Geschrei“ muss sein, damit der Hund einen indieser hohen Trieblage überhaupt wahrnimmt.
Außerdem möchte ich keinen Mali führen, sondern einen DSH.Und die, wie in diesem Zitat beschrieben, stecken das weitaus besser weg. Miteinem Mali oder einem Herder würde ich ganz anders arbeiten.
Du meinst du bist ein Fan von Militärhunden und co. Nun auswelchen Zuchten kommen diese Hunde? In Deutschland hat vor kurzem der erstereine Polizeihundewurf das Licht der Welt erblickt. Der große Rest stammt ausSporthundezuchten.
Deshalb bin ich der Meinung, dass wir als Sporthundehalterund –Züchter auch die Verantwortung haben diese Härte und Triebe in unserenGebrauchshunden zu erhalten.
@omfgjen
Ich würde einen Hund, wenn er aus gesundheitlichen Gründennicht mehr im Schutzdienst arbeiten kann nicht abgeben. Man kann immer nocheine UO laufen (natürlich ohne die Sprünge) und man kann auch immer nochfährten kann. Immerhin gibt es ja auch die Fährtenprüfungen 1 und 2.

 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #290
Nun auswelchen Zuchten kommen diese Hunde?

Grundsätzlich kenne ich es so, das die Behörden sowieso eigene Züchter unterhalten. Zumindest ist es in der USA so.
Dort es gibt die Lackland Base, die einen eigenen Zwinger unterhalten und rein auf Leistung für den Militärgebrauch züchten. Auch bei uns hier in Österreich findest du die weltgrößte Rottweiler-Zucht für Rottis im Dienst.
Jedoch hat man zu diesen Hunden als Otto-Normal-Hundehalter oder gar als Sportler so gut wie gar keinen Zugang...außer man einen Kontakt, vom Kontakt vom Kontakt...oder ein Hund wird ausgemustert und taugt nicht. Und selbst da bleibt der Hund meistens in den Familien von Militär-Angehörigen wo ein Fam.Mitglied Soldat ist und Hunde-Erfahrung hat.

Über die Zuchten/Geschehen im SV habe ich mittlerweile kaum einen bzw. nur einen bedingten Überblick, da mir die Herder und WSS Schäferhunde vom Interesse mehr liegen. Wenn du da weitere Infos hast, würde ich mich sehr über eine PN freuen.

Ich kann dich beruhigen, bei uns wird niemand in Grund undBoden gebrüllt
Miteinem Mali oder einem Herder würde ich ganz anders arbeiten.

Das finde ich gut :038:Gibt ja leider auch noch Plätze, wo man als Halter/Führer in Grund und Boden gebrüllt wird. Und das braucht man definitiv nicht.

Deshalb bin ich der Meinung, dass wir als Sporthundehalterund –Züchter auch die Verantwortung haben diese Härte und Triebe in unseren Gebrauchshunden zu erhalten.

Stimme ich dir völlig zu - kommt halt auch immer auf den zukünftigen Besitzer an und was der mit dem Hund macht. Wenn ich als Beisapiel mich jetzt der Zucht von Leistungs-Herdern verschrieben hätte, dann würde von mir jedoch kein "reiner Sportler" einen Hund bekommen, sondern wirklich nur die Behörden.
Ich finde, das man hier auch natürlich selektieren sollte. Ist halt meine persönliche Meinung, da ich für mich selbst zwischen Sporthund- und Diensthund unterscheide. (Ein Dank an meinen Ausbilder, der mir stets eingetrichtert hat, zu unterscheiden.)

Off-Topic
Hier mal seine Philosophie:

niemals physischen oder psychischen Schmerz zufügen
- über Bezug zum Halter Gehorsam erzielen
- Zwang ist kontraproduktiv
- der Hund lernt, selbständig zu denken und wird auch dann sicher und stabil, wenn der Hundeführer nicht anwesend ist
- nie mit Futter oder mit Beutebestätigung arbeiten
- gute Eigenschaften des Hundes erhalten und einsetzen
- nur mit Geduld und Lob arbeiten, immer leise bis lautlos


- Kann man einen Teil der Diskussion vielleicht nicht abtrennen und im Arbeitsrassen-Thread fortführen? Ich finde das Ganze super Interessant.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #291
armselig. Von einem 10 Monate alten Hund zu erwarten dass er es perfekt beherrscht und dann dafür noch bestrafen. Pfui. Leben wir noch in der Steinzeit, dass man solche Methoden verwenden muss.

Hier meine Hündin bei dem Länderduell Deutschland gegen Niederlande. Klasse 2. Vorzüglich mit einem 2 Platz von 24 Starter. Ja sie läuft vllt nicht perfekt die Winkel und Kehrtwendungen, aber da bin ich eher ihr Handycap nicht sie. Mich stört es nicht. Wenn ich mehr daran arbeiten würde, wird sich das auch bessern. Und ich betone nochmal alles ohne Stachel und Peitsche.




aber scheinbar redet man eh gegen eine Wand. Und ja auch wenn der Hund hoch im Trieb ist, kann man es mit der Stimme erreichen dass er zuhört, ohne Brüllen und ohne alles. Probier es doch einfach aus...
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #292
Nun in Deutschland gab es bisher nur ein oder zwei Würfe rein aus Polizeihunden für den Polizeidienst.
die Polizistin bei uns auf dem Platz hat ihren Hund über DHD24 bekommen und sie stammt aus einer ganz normalen Sporthundezucht.
Deshalb sage ich wenn ich züchten würde und ich hätte zwei Welpen und ein Polizist und ein IPOler stehen vor mir es müsste egal sein wem ich welchen Welpen gebe, da beide die nötige Härte usw. für diese zukünftige Aufgabe haben müssten.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

@Tayet
nein hier redet man nicht gegen eine Wand.
natürlich kann der Hund mit 10 Monaten nicht alles perfekt aber er hat das Grundprinzip der Übungen verstanden deshalb kann ich jetzt korrigierend einwirken.
perfekt können sollte er es mit spätestens drei bis vier Jahren. Es muss aber mein Ziel sein den Hund so nah wie möglich an die PO zu bringen
und für Obedience kann ich nicht beurteilen damit habe ich mich nie wirklich befasst. Aber ich finde wenn du sagst 2. Platz dann sieht das sehr gut aus würde aber für einen 2. Platz bei einem Pokalkampf Unterordnung nach IPO Standard niemals reichen.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Nochwas. Ja ich habe ausprobiert mit einer Hündin leise zu reden. Die hat lauter gebellt als ich reden konnte. Da hat sie noch nicht einmal mit den ohren gezuckt geschweige denn gehört. Und an Aus war gar nicht zu denken.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #293
ja und was spricht gegen andere Methoden zu verwenden? Warum muss man die Strafe so machen, wenn es auch anders geht? Ohne Stachel usw.
Denn wie gesagt wer sowas braucht um Hund auszubilden..ist einfach unfähig.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #294
Weil es ein führerharter Hund ist. Heißt je größer das Selbstbewusstsein und der Egoismus desto besser der Hund.
der interessiert sich nicht für einen Anstupser.
es ist schwer zu erklären aber ich suche mal ein video vom Triebaufbau....
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #295
Es braucht niemals Stachelhalsband oder Schmerzen. Das ist einfach Blödsinn. Es geht nur schnell und einfach im Gegensatz zu anderen Methoden. Eine Verstärkungskette ist etwas ganz anderes, als du dort beschrieben hast. Mit einer Verstärkungskette benutzt du sozusagen bestimmte Verstärker, um dem Hund klar zu machen, dass darauf der Primärverstärker folgt. Das kann ALLES sein, was dem Hund wichtig ist, auch der von dir so hoch geschätzte und gepushte Trieb. Ein Beispiel was jeder kennt ist z.B. der Clicker. Der Clicker selber ist für den Hund ein sogenannter Sekundärverstärker.
So ein Training erfordert eben wesentlich mehr Zeit, Konsequenz und Können des Halters, als es ein Stachelhalsband (oder andere Schmerzreize) braucht.

Schau dich doch mal auf anderen Plätzen um, wo IPO nicht nur nach Steinzeit Methoden gelehrt wird und Hunde mehr sind als Sportgeräte. Ich garantiere dir: Sie sind nicht schlechter!
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #296
@Syn
dann ist es aber komisch wenn scheinbar nur mit Stachel geführte Hunde die gewünschte Leistung erbringen. Denn komischerweise werden nur die Hunde Bundessieger und Weltmeister die mit Stachel und auch mit Tacker ausgebildet wurden da brauchen wir uns nix vormachen.
3mal Weltmeister Hank Weinbergblick wird noch nach der ganz alten Methode ausgebildet da wird nur draufgehauen der bekommt noch nichtmal ein Ball für gute Arbeit.
trotzdem wird er dreimal Weltmeister. Also muss er doch irgendwas richtig machen oder?
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #297
Stimmt. Bilde deinen Hund doch so aus! Dann kannste auch auf WM-Niveau gehen...

Nichts, aber auch wirklich GAR NICHTS kommt bei dir an. Langsam kommt mir der Verdacht hoch, dass du hier nur rumtrollst... Kann es wirklich sein, dass jemand so dermaßen auf seiner Meinung beharrt, obwohl zig andere erfahrene Hundehalter dir aufzeigen, dass deine Trainingsmethode murks ist?

Ist es wirklich dein Ziel dass dein Hund pariert, weil er Angst hat?
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #298
Nephilim für mich ist das hier eine ganz normale Diskussion.
bei mir kommt einiges an und ich habe nicht vor auf WM Niveau zu gehen wäre komisch wenn mir das mit diesem Hund falls ich ihn bekomme gelingen würde weil die Richter viel zu parteiisch sind. Da wäre es ein Riesenerfolg überhaupt nur auf die LGA (Quali zur Bundessiegerprüfung) zu kommen was auch schon über meinen Erwartungen wäre.

und nein mein Hund soll nicht parieren weil er Angst hat. Er soll gehorchen weil er Motivation auf seinen Ball hat und er diesen nur bekommt wenn er gehorcht. Kein Hund führt ein Kommando aus weil er sein Herrchen oder Frauchen so sehr liebt. Alle Hunde haben irgendwann mal sitz gelernt aber ich denke viele Handtaschenkläffer werden von ihrem Halter sehr doll geliebt und bekocht und Mäntelchen gestrickt usw. Aber wie viele von denen würden denn Sitz auch in einer Reizlage ausführen? Die allerwenigsten oder?
also entweder führt mein Hund das Kommando aus weil er seinen Ball will (was auf dem Platz zu 99,99% der Fall ist weil dort gibt es nichts was mehr trieb auslöst als der Ball dort ist der Stachel nur ankommende Korrektur genauso wie bei deinem Hubd die Körpersprache ankommende Korrektur ist) oder weil er Angst vor Strafe hat (was auf ein Minimum reduziert werden muss und nur im Alltag vorkommen sollte und nur bei Situationen die dem Leben des Hundes Gefahr bringen könnten wie beispielsweise beim Hetzen von Wild, hier kann der Stachel auch als Erziehungsmaßnahme eingesetzt werden die dem Hund schadet ohne ihn zu verletzen damit er sein Verhalten abbricht und danach belohnt werden kann)
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #299
Nur weil ein Mensch den Hund bei dem WM führt, heißt es lange nicht, seine Methoden sind Non Plus Ultra und absolut richtig. Es ist immer noch ein Tier, ein Freund, ein Familienmitglied und kein Mittel fürs eigens Ego. Viel toller wäre es zu sagen, wow schau mal dieses Mädchen an. Sie hat es geschafft ohne sowas bei der WM zu laufen. Ohne Stachel ohne alles. Aber ist ja scheinbar ganz schön schwer sowas. Wozu sich die Mühe machen, wenn die Stachel es doch so "perfekt" machen. Pfui..
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #300
Da die meisten Leute die Ausbildungsmethoden nicht kennen würde das auch niemand sagen. Ich weiß dass von Hank nur weil unser Ausbildungswart seinen HF kennt.
undvon den anderen Hunden existieren meistens irgendwelche Videos.
was ich schade finde dass keine Rückmeldungen zu dem Video zum Triebaufbau kommen. Ich habe mir hier auch jedes Video angesehen und dazu etwas gesagt.
 
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