@Syn
1.Beitrag:
Natürlich hast du nicht von einem Stachelhalsbandgesprochen. Das braucht ein guter Hund aber im SD früher oder später oder manein Weichei bzw. ein HZ Schäfer.
Das ist auch keinesfalls den Hund brechen, aber das istGehorsam. Ich kenne deine Definition von Gehorsam nicht, aber für mich istGehorsam z.B. der Hund rennt volle Kanne auf einen anderen Hund zu, wildbellend, bereit diesen niederzuwerfen und sich in ihn zu verbeißen und 1m vordem anderen Hund ruft man Platz und der eigene wirft sich sofort auf den Boden,nimmt Blickkontakt zum Hundeführer auf und ist ruhig.
DAS und nichts anderes ist Gehorsam.
Ich kenne das unter Verhaltensketten. Zuerst bekommt derHund die Bestätigung für ein Schritt Fuß, dann für zwei Schritte, für drei usw.
Außerdem (in Bezug auf deinen dritten Beitrag glaube ich)beginne ich nicht erst mit dem Hund zu arbeiten, wenn er 1 Jahr ist. Aber derGehorsam im SD beginne ich erst, wenn der Hund dieses Alter erreicht hat, auchtatsächlich einzubauen und zu verlangen.
@Mischling
Also bevor sich der Hund den Hals bricht, habe ich ihn an derkurzen Leine keine Sorge.
Und doch, bevor ich vom Hund verlange, sich von einem Hasenabrufen zu lassen, muss er verstanden haben was Hier bedeutet. Natürlich kannich ihn vorher bestrafen, aber was bringt mir das? Gar nichts, weil der Hundgar nicht weiß warum und vor allem für was er bestraft wird, weil er die Übungnicht begriffen hat.
Wenn mein Hund aber weiß was Hier ist, dann kann ich das injeder Situation verlangen. Egal was da ist.
So, jetzt wird aber verhindert, dass der Hund dem Hasenhinterher rennt. Der Hund ist nicht blöd, der weiß genau, wann er an der Leineist und wann nicht. Deshalb „muss“ man für den Hund als allmächtig sozusagenerscheinen und ihn immer und überall loben bzw. strafen können. Man ist überallund nirgendwo.
Aber bevor ich strafen kann, muss der Hund wissen, was ichvon ihm will.
Das sind auch keine fragwürdigen Tricks in meinen Augen. Dassind Hilfen bei einer Prüfung, wo eben immer deutlich mehr schief gehen kann,eben weil sich die Aufregung des Hundeführers auf den Hund überträgt.
Jeder hier macht den Hund selbst vor einer BH vor dem Platznochmal richtig heiß auf den Ball und lässt ihn dann unauffällig bei einemVereinskollegen verschwinden. Aber der Hund glaubt, der Ball ist wie immer daund auch glaubt er, dass er ein Stachel anhat und jederzeit korrigiert werdenkann. Also gibt er alles, um möglichst schnell an die ihn belohnende Situationzu kommen.
@Tayet
Glaubst du wir machen was anderes? Wir gehen auch mit 8Wochen auf den Platz und beginnen in Fährte, Unterordnung und Schutzdienst.
Nur sind die Aufgaben unterschiedlich.
In der Fährte beginnen wir mit 10 Schritten in jedem einLeckerchen. Bis zum 1. Jahr sollte der Hund in der Lage sein eine Fährte von200-250 Schritt mit zwei Gegenständen und vielleicht 50-100 Leckerchenauszuarbeiten.
Mit 18 Monaten ist der Hund dann in der Lage eine Fährte von300-350 Schritt mit zwei oder drei Gegenständen und vlt. 10 Leckerchen zusuchen. Dann kann ich ohne Probleme mit 18 Monaten in die Prüfung gehen.
In der Unterordnung beginnen wir mit Futtertreiben. Danngibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder stelle ich den Hund mit ca. 6 Monaten um aufSpielzeug oder ich bleibe bei der Futterbestätigung. Der Hund lernt ohne jedeStrafe oder Korrektur Sitz, Platz, Steh, Fuß usw.
Beispiel Apport: Hund wird heiß auf Apportel gemacht, sitztvor und bekommt es in die Schnauze. Hält er es ruhig, wird er gelobt, lässt eres fallen, wird es kommentarlos aufgehoben und Übung wiederholt.
Das verändert sich aber. Mit ca. 10 Monaten sollte der Hundsoweit sein, dass er alle Übungen verstanden hat und (meistens) zuverlässigausführt. Jetzt kommt die Strafe bzw. die Korrektur ins Spiel. Entweder habeich einen führerweichen Hund, der auch auf ein Lederhalsband usw. reagiert oderich habe einen führerharten Hund, bei dem muss ich eben größere Geschützeauffahren.
Also kommt mit ca. 10 Monaten der Stachel drauf, weil wirmal von einem guten Hund ausgehen. Der Hund weiß was die Fußposition ist undkann diese für um die 150 Schritte halten, geht aber manchmal noch zu weit wegund schaut nicht immer nach dem HF. Und wann immer der Hund einen solchenkleinen! Fehler macht, wird er mit dem Stachel korrigiert. Aber nicht mit einemRiesenleinenruck, sondern mit einem Zupfer, der aber unangenehm genug ist,damit der Hund einen Sinn darin sieht, seine Position wieder zu verbessern. Dierichtige Fußposition muss für den Hund IMMER angenehm und positiv sein, damiter in dieser sich frei entfaltet und sie gerne einnimmt.
Dasselbe mit Sitz, Platz oder Steh. Der Hund weiß was dasist, macht es aber sehr langsam oder sitzt nicht immer durch oder läuft nach.Auch hier wird der Hund mit dem Stachel korrigiert. Irgendwann fliegt der Hundins Platz, stolpert fast ins Steh weil er so schnell stehen bleibt, dass erfast Übergewicht bekommt und beim Sitz knicken ihm die Hinterbeine weg, als wiesie wären plötzlich gelähmt. Und trotzdem habe ich einen freudig arbeitenden Hund.
Noch ein Beispiel beim Apport: Der Hund weiß er hat das Apportelruhig zu halten. Der Ball ist unterm Kinn eingeklemmt. Knautscht der Hund gibt’smit der flachen Hand eine auf die Nase (auch nicht fest, aber eben unangenehm),der Hund hört auf zu Knautschen und sofort wird gelobt und der Ball fliegt.
Mit 15 Monaten sollte der Hund dann in der Lage sein eine BHzu laufen, mit Zusatzelement Apport und Voraus. Die technischen Übungen aus derBewegung werden dann in drei Monaten erarbeitet, damit der Hund mit 18 Monatenzur Prüfung geführt werden kann.
Im Schutzdienst dagegen wird im 1. Jahr nur Trieb gemacht.Dann erarbeitet man den vorher in der UO erlernten und gefestigten Gehorsam auchim Schutzdienst. Das Trockenrevieren wird ebenfalls mit eingebaut. Insgesamthat man für den Gehorsam im SD 6-7 Monate Zeit. Dann wird der Hund mit 18 Monatenauf seiner IPO I vorgestellt und liefert, sofern richtig ausgebildet auch guteErgebnisse.
In diesen Situationen wo ich oder die anderen knallhart seinmüssen, sind die Hunde aber so hoch im Trieb, dass ihnen deine Gestik oderdeine Stimmlage vollkommen egal ist.
@Keisuke
Warum man das möchte? Damit der Hund möglichst aktivfordern, drang- und druckvoll und vor allem triebig arbeitet. Man möchte einenHund, der unter Hochspannung steht, das bekommt man aber nur, wenn der Triebhochgefahren wurde und dann wieder runtergeriegelt.
Heißt: Mein Hund ist komplett heiß auf seinen Ball, ichwerfe ihn, Hund rennt wie ein Bekloppter hinterher, man ruft Platz und der Hundlegt sich ab.
Ein guter Hund ist in dieser Platzposition absolut inHochspannung, nimmt den Blick nicht ab und ist absolut in der Triebkontrolle.Auch du kannst mir jetzt nicht erzählen, dass das nicht toll aussieht. Und wasgut aussieht gibt eben nun mal Punkte.
Auch im Obedience wird ja so geführt, wie geführt wird, aberbestimmt nicht, weil sich die Hunde die PO ausgedacht haben, sondern weil vielenMenschen eben genau das gefällt.
Und im IPO gefällt eben ein sehr triebiger Hund, der ganzkurz vor der Unhändelbarkeit ist.
Wie Bart Bellon einmal sagte: Man fährt nicht mit 220 Triebdurch die Kurve und fällt um, sondern mit 180 Trieb und bleibt stehen.
(Und Bart Bellons Hunde arbeiten absolut genial)
@Exe und Kiwi
Doch im 1. Jahr muss der Hund sozusagen unkontrollierbarsein, damit er glaubt, er kann sich jederzeit gegen den Helfer durchsetzen. Ermuss lernen, dass Bellen, Ziehen usw. ihn weiter bringen. Der Gehorsam, den manvorher in der UO erarbeitet hat, wird dann mit 11 Monaten bis 1. Jahr in denSchutzdienst eingebaut.
Der Hund muss ein immenses Selbstbewusstsein aufbauen. Ermuss bereits früh zeigen, dass er bereit ist den Ärmel zu verteidigen. Mit 1,5Jahren entwickeln sich die Aggressionen beim Hund, die echten. Diese kommendann ebenfalls mit herein, damit der Hund, der mit 18 Monaten die IPO I läuftund hohe Punktzahlen erreicht, mit diesen Aggressionen auf die IPO II und IPOIII hin arbeiten kann.
Der Hund arbeitet dann um einiges helferbetonter undernsthafter, weiß aber durch das 1. Jahr Aufbauarbeit, dass er sich mit einemfesten, vollen Biss in den Ärmel gegenüber dem Helfer behaupten kann und siehtsich nicht gezwungen, in andere Körperteile zu gehen.
@Foss
Ich kann dich beruhigen, bei uns wird niemand in Grund undBoden gebrüllt. Weder der Hund, noch der Besitzer. Kannst dir gerne mal Videoseiner BSP ansehen. Das laute „Geschrei“ muss sein, damit der Hund einen indieser hohen Trieblage überhaupt wahrnimmt.
Außerdem möchte ich keinen Mali führen, sondern einen DSH.Und die, wie in diesem Zitat beschrieben, stecken das weitaus besser weg. Miteinem Mali oder einem Herder würde ich ganz anders arbeiten.
Du meinst du bist ein Fan von Militärhunden und co. Nun auswelchen Zuchten kommen diese Hunde? In Deutschland hat vor kurzem der erstereine Polizeihundewurf das Licht der Welt erblickt. Der große Rest stammt ausSporthundezuchten.
Deshalb bin ich der Meinung, dass wir als Sporthundehalterund –Züchter auch die Verantwortung haben diese Härte und Triebe in unserenGebrauchshunden zu erhalten.
@omfgjen
Ich würde einen Hund, wenn er aus gesundheitlichen Gründennicht mehr im Schutzdienst arbeiten kann nicht abgeben. Man kann immer nocheine UO laufen (natürlich ohne die Sprünge) und man kann auch immer nochfährten kann. Immerhin gibt es ja auch die Fährtenprüfungen 1 und 2.