Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum?

Diskutiere Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? im Hunderassen Forum im Bereich Hunde Forum; Und warum nicht? Man kann aus jedem Hund einen Balljunkie machen- das hat nichts damit zu tun was dieser Hund sonst so treibt. Es ist nach wie...
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #61
Ein Hund der zum Arbeiten benötigt wird, wird sicher nie in die Verlegenheit kommen, zum Balljunkie zu werden.

Und warum nicht?

Man kann aus jedem Hund einen Balljunkie machen- das hat nichts damit zu tun was dieser Hund sonst so treibt.
Es ist nach wie vor eben schlicht und ergreifend eine Unsitte, dass viele Hundehalter ihren Hund über "Ballspiel" auslasten wollen und sich wundern warum der Hund das wirklich stuuuundenlang machen kann ohne müde zu werden.

Es hängt halt davon ab, ob der Halter weiß was er tut oder eben nicht.

Und das passiert sowohl bei Arbeitsrassen (bes. bei Bordern ja doch extrem schnell) als auch bei "Schoßhündchen".
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum?

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  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #62
Off-Topic
Man kann aus jedem Hund einen Balljunkie machen-
*Mo rüber schieb* :mrgreen:
Ach, ich fürchte, bei ihm ist der Zug doch schon abgefahren...^^
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #63
Off-Topic
Ach, der muss nur richtig in Fahrt kommen:p
Nein, Quatsch, sei froh, wenn er da keine Tendenzen hin hat;) Aber gerade sehr junge Hunde bekommt man da recht schnell zu...Aber war Mo nicht sowieso eher der "Jaja, schön, für dich. Muss das sein?"-Typ?:p
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #64
Ich denke es kommt sicherlich darauf an wofür man den HUnd haben möchte. [...] Und für einen Schäferhund finde ich relativ klar im Kopf(kenne da schlimmere).
Leider ist sie körperlich einfach nicht gesund, eine Hochzucht eben. Man kann sie überall und jederzeit in die Fussarbeit nehmen.
Ich würde wohl schon beim Schäferhund bleiben, aber ob ich dann wirklich eine Hochzucht möchte mag ich noch zu bezweifeln. Ich denke ich würde dann schauen nach einer Zucht wo die Eltern nicht so hoch ausgebildet wurden.
Sie sollten noch ansprechbar sein, nicht wie andere Schäferis, die wenn sie ihren Ball haben nichts mehr wahr nehmen. Vielleicht wäre ein Mix zwischen Leistung und Hochzucht ja etwas. Auf jeden Fall sollte es dann wieder ein Langhaar sein. Für mich gibt es eh viele Punkte(nicht übertrieben Triebstark), da ich nicht in den Schutzdienst sondern in der Rettungshundearbeit tätig bleiben werde.

Wie hoch ein Hund geführt wird, sagt doch aber nichts darüber aus, wie er charakterlich drauf ist und was er leisten könnte - gerade im IPO Sport geht es doch vor allem auch um den Hundeführer und seine "Qualitäten". Der Hund ist wichtig, sicher - aber nicht alle Hunde die auf Landes- oder sogar Bundesebene laufen sind "Ausnahmehunde" oder drehen durch, wenn sie nicht täglich arbeiten.

Ein "Mix" zwischen Leistung- und Hochzucht finde ich auch immer sehr schwierig. Das ist wie bei Mischlingen, man weiß nicht, was durchschlägt. Es ist ja nicht so, dass die Hunde dann automatisch gesünder sind und weniger anspruchsvoll/triebstark oder Ähnliches.

Gerade beim deutschen Schäferhund finde ich aber diese Vielfalt toll. Mir fallen auf Anhieb Züchter (Leistungshunde) ein, die selbst im Rettungshundesport aktiv sind und auch viele ihrer Welpen in den Rettungshundesport geben.

Ich kenne übrigens Hunde, die sowohl IPO machen, als auch Rettungshundearbeit. Das eine schließt das andere doch nicht aus - die Anforderungen an den Hund ähneln sich sogar.

Übrigens zur "Auslastung" von Arbeitshunden:
Ich kenne keinen Sportler, der ständig etwas mit seinem Hund macht, auf jedem Gassigang irgendwas übt, dies macht und jenes macht. Die meisten Hunde haben ihren Job im Sport, auch mehrmals die Woche wenn gewünscht und sind sonst ganz normale Familienhunde, die total entspannt "einfach spazieren gehen". ;)
Wenn die Leute Urlaub haben, dann haben auch die Hunde Urlaub, etc.
Hier könnte man den Eindruck bekommen, Gebrauchshunde müssten pausenlos täglich beschäftigt werden. Nein, müssen sie nicht. Die Qualität der Beschäftigung ist wichtig!
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #65
Hier könnte man den Eindruck bekommen, Gebrauchshunde müssten pausenlos täglich beschäftigt werden. Nein, müssen sie nicht. Die Qualität der Beschäftigung ist wichtig!

Amen.:angel:
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #66
Übrigens zur "Auslastung" von Arbeitshunden:
Ich kenne keinen Sportler, der ständig etwas mit seinem Hund macht, auf jedem Gassigang irgendwas übt, dies macht und jenes macht. Die meisten Hunde haben ihren Job im Sport, auch mehrmals die Woche wenn gewünscht und sind sonst ganz normale Familienhunde, die total entspannt "einfach spazieren gehen". ;)
Wenn die Leute Urlaub haben, dann haben auch die Hunde Urlaub, etc.
Hier könnte man den Eindruck bekommen, Gebrauchshunde müssten pausenlos täglich beschäftigt werden. Nein, müssen sie nicht. Die Qualität der Beschäftigung ist wichtig!
Es kommt halt drauf an was man fürn Sport macht. Unsere machen 4-5 die Woche training, je nachdem was gemacht wird sind 2-3 Tage Pause die Woche. Das ist natürlich nur in der Saison so, das heißt von Feb. bis Okt., in den anderen drei Monaten wird es andersrum gehand habt.
2-3 Tage und 4-5 Tage Pause. Ach ja, denn Urlaub den wir machen ist dann um auf Shows/Wettkämpfe zu fahren.

Wenn ich wegen Arbeit oder Krankheit mal nicht so kann wie sie es brauchen, werden sie schon nervig und hopsen wie Kängurus durch die Wohnung.
Sie belagern einen sogar bis man irgendwas macht. Für solche Fälle haben wir uns dann ein Laufband angeschaft, wo die lieben kleinen dann 40-60min im trapp laufen. Dann sind sie auch zu frieden. Es kommt auch drauf an ob man nur einen Hund hat oder mehrere, einer ist vielleichter auszulasten, da er sich die Aufmehrsamkeit nicht teilen muss.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #67
Ja, wie gesagt - es kommt darauf an, wie qualitativ hochwertig die Beschäftigung ist, wie man die Hunde erzieht, etc. Man kann aus nahezu jedem Hund einen Beschäftigungsjunkie machen, der überhaupt nicht damit klar kommt, nichts zu tun.
Man kann einen Hund auch zur Ruhe erziehen, der es erträgt, wenn man nichts los ist. Kommt eben drauf an, was einem wichtig ist.
Was macht ihr denn für Sport?

Die Border Collies in Schottland z. B. sind in der Wintersaison am Hof - und tun nichts. Die Schafe sind in den Ställen und für die Hunde gibt es keine Arbeit. Keiner dieser Schäfer wird auf die Idee kommen und nun seine Hundchen bespaßen...

Für viele Border Collies in der "Agi-Szene" undenkbar. Zumal die Hunde durch ihre "sportlichen Aktivitäten" so viel Adrenalin im Blut haben, dass sie schwer runterkommen.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #68
Off-Topic
Die Border Collies in Schottland z. B. sind in der Wintersaison am Hof - und tun nichts. Die Schafe sind in den Ställen und für die Hunde gibt es keine Arbeit. Keiner dieser Schäfer wird auf die Idee kommen und nun seine Hundchen bespaßen...

Für viele Border Collies in der "Agi-Szene" undenkbar.
Die meisten "Sporthunde" dürfen ja froh sein, wenn sie auch nur annähernd ihr natürliches Schlafpensum bekommen dürfen. Und da wundert man sich dann, dass die kribbelig werden:p
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #69
Man kann einen Hund auch zur Ruhe erziehen, der es erträgt, wenn man nichts los ist.

Zu dem Stichwort fällt mir auch noch was ein. Das war auch etwas, worüber die Züchterin mit mir sprach. Wenn man den Hund vernünftig im Alltag und im Familienleben integrieren will, muss man ihm auch Ruhe beibringen.
Bei ihren dreien sprach sie dann von einer "anerzogenen Ruhe", denn sie konnten wirklich in einer Sekunde von Null auf Hundert hochfahren. Im Grunde seien sie immer in Alarmbereitschaft. Wobei ich schon fand, dass sie wirklich entspannt haben, wenn sie gemerkt haben, dass länger nichts los war. Saßen wir auf dem Sofa, waren alle völlig relaxed. Als wir gegessen haben zwar ruhig aber sehr, sehr aufmerksam :mrgreen:

Für mich ist das ein Kriterium für einen Hund bzw. jedes Tier, das in meinen Haushalt einzieht. Es muss Ruhe möglich sein, auch, wenn man mal aufsteht und zur Küche oder aufs Klo geht.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #70
Ja, wie gesagt - es kommt darauf an, wie qualitativ hochwertig die Beschäftigung ist, wie man die Hunde erzieht, etc. Man kann aus nahezu jedem Hund einen Beschäftigungsjunkie machen, der überhaupt nicht damit klar kommt, nichts zu tun.
Man kann einen Hund auch zur Ruhe erziehen, der es erträgt, wenn man nichts los ist. Kommt eben drauf an, was einem wichtig ist.
Was macht ihr denn für Sport?

Die Border Collies in Schottland z. B. sind in der Wintersaison am Hof - und tun nichts. Die Schafe sind in den Ställen und für die Hunde gibt es keine Arbeit. Keiner dieser Schäfer wird auf die Idee kommen und nun seine Hundchen bespaßen...

Für viele Border Collies in der "Agi-Szene" undenkbar. Zumal die Hunde durch ihre "sportlichen Aktivitäten" so viel Adrenalin im Blut haben, dass sie schwer runterkommen.

Wir machen weight pull, high jump, wall climb etc. Es ist halt blöd, wenn man trainiert und muss auf einmal auf Null fahren, wegen widriger Umstände. Dann ist es für einen Hund nicht so leicht runter zufahren. Sie fordern dann schon ihre Beschäftigung ein, bei den normalen Pausentagen ist auch ruhe. Oder im Winter, da wird es dann echt ruhig zu Haus, wenn sie vor dem knisternden Kamin liegen.

Weight pull ist ja ein anstrengender Sport, aber ruhig. Bei high jump etc. sind viele Hunde sehr beute geil und stehen auch voll unter Adrenalin, ich versuch meine so ruhig wie möglich zu halten. Je ruhiger sie sind je besser ist die Konzentration. Ich muss nur zu sehen das ich mich auch so brav konzentriere :lol:
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #71
Es ist halt blöd, wenn man trainiert und muss auf einmal auf Null fahren, wegen widriger Umstände. Dann ist es für einen Hund nicht so leicht runter zufahren.
Das verstehe ich, das wäre hier auch nicht anders - das finde ich auch normal. Wenn ein Hund die Arbeit gewöhnt ist und die entsprechende Kondition hat, will er die Energie auch rauslassen.

Mir gehts einfach darum, dass auch Arbeitshunde "normal" im Alltag sind und durchaus auch mal Pause haben (müssen). Das fehlt mir total oft...

Montag Agi, Dienstag UO, Mittwoch Agi, Donnerstag Trickdogging, Freitag Ausstellung und Samstag Turnier... Überzogen, aber so sieht so manch "Sporthundewoche" aus.

(Witzig, die Sparte hatte ich mir schon gedacht - lebst du in den USA?)
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #72
Off-Topic
Zerberus ich habe eben mal bei Youtube geschaut. Wahnsinn :shock: Finde ich alles sehr spannend
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #73
Das verstehe ich, das wäre hier auch nicht anders - das finde ich auch normal. Wenn ein Hund die Arbeit gewöhnt ist und die entsprechende Kondition hat, will er die Energie auch rauslassen.

Mir gehts einfach darum, dass auch Arbeitshunde "normal" im Alltag sind und durchaus auch mal Pause haben (müssen). Das fehlt mir total oft...

Montag Agi, Dienstag UO, Mittwoch Agi, Donnerstag Trickdogging, Freitag Ausstellung und Samstag Turnier... Überzogen, aber so sieht so manch "Sporthundewoche" aus.

(Witzig, die Sparte hatte ich mir schon gedacht - lebst du in den USA?)

Im Alltag ist bei uns normal auch ruhig, jeder macht Pause wenn er soll (zb jetzt, alles ruhig und wir machen Abendbrot). Zu viel Arbeit übersäuert auch nur die Muskeln und damit schneidet man sich nur selbst ins Bein.

Nee, in Deutschland :mrgreen: Daher müssen wir zu den Veranstaltungen schon ein ganzes Stück fahren. Max. 5 Show/Wettkämpfe sind im Jahr drin, den Rest der Zeit wird trainiert.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #74
Off-Topic
Zerberus, hast du auch Bilder von euch? Das ist wirklich sehr interessant finde ich.
*Bei Youtube schaut*
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #75
Sehr interessantes Thema!

Ich mag hier auch mal meine Erfahrungen schildern:
Blindenhunde: Kenne ich persönlich nur einen, ein Rassehund (mir ist gerade der Name entfallen :uups:) und eine Seele von einem Hund. So stelle ich mir einen Blindenhund vor – gelassen, entspannt, konzentriert, bekommt aber auch die nötigen Auszeiten, Aufmerksamkeit und Freiheit, sodass er sich entspannen kann, was ich für äußerst wichtig halte und was m.W. in den letzten Jahren auch bei der Polizei und anderen professionellen Ausbildern immer mehr an Gewicht gewinnt.
Ob er auch ein Mischling sein könnte? Ich denke ja, nur ebenso wie nicht jeder Rassehund für diese Arbeit geeignet ist, ist es halt auch nicht jeder Mischling. So eine Ausbildung ist zeitintensiv, kostspielig, anstrengend. Ein geschultes Auge kann sicherlich die ein oder andere Begabung bereits am Welpen ablesen, aber ob ich diese Zeit und Mühe lieber in einen Rassehund investieren würde, bei dem die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass er der Aufgabe gewachsen ist? Vermutlich.

Rettungshunde sind da zum Beispiel ein wenig anders. Dort habe ich viele Rassehunde, aber auch Mischlinge gesehen, die gleich gut für die Arbeit geeignet waren und sich auch gut in die Gruppen eingefügt haben.

Bei den Polizeihunden habe ich schon alles gesehen, von wirklich gut ausgebildeten Tieren bis hin zu überforderten Hunden oder dem hier in unserer Straße, der mit etwa drei Jahren nicht sozial verträglich ist und nicht einmal ohne zu ziehen an der Leine laufen kann. Hier wurde wohl die Zuchtlinie über die richtige Ausbildung gestellt, was eindeutig auch nicht zum gewünschten Ergebnis führt.

Die Frage, ob nun »jeder« so einen Hund halten kann/sollte finde ich schwierig. Einen Blindenhund braucht nunmal nicht jeder und nicht einmal jeder Blinde käme mit so einem Tier zurecht. Bei Diensthunden ist auch klar, dass diese nur von der Polizei geführt werden. Schwierig wird es dann, wenn Leistungszuchten sowieso schon anspruchsvoller Rassen in private Hände kommen. Ich habe sowohl schon völlig überspannte Leistungszuchtmalis erlebt, als auch erst heute vom Herdenschutzhund gehört, wo die Überforderung bereits mit einem gewissen Schutztrieb begonnen hat. Das sind Beispiele, wo ich mir denke: Nein, nicht jeder sollte so einen Hund halten. Es ist für mich aber nichts anderes, als wenn sich jemand den Nonplusultra-Problemmischling von der Straße holt, der gehört auch nicht in Jedermanns Hände. Andererseits gibt es Menschen, die wunderbar mit ihren Tieren klar kommen, dann aber auch entsprechend Arbeit und Zeit in diese investieren.

Ich denke, es ist in dem Bereich nicht anders als bei anderen Tieranschaffungen: Es sollte immer eine bedachte Anschaffung sein. Wie hier schon gesagt wurde: Es prüfe, wer sich ewig bindet.

Den Reiz besonders »schwieriger« Rassen konnte ich nie nachvollziehen. Es mag Leute geben, die bewusst die Herausforderung suchen, das ist nicht meine Art von Hundehaltung. Ich habe selbst eine Rasse, die manchen als schwierig erscheint, wir passen aber zueinander, weshalb mein Hund für MICH nicht schwierig ist. Meiner Meinung nach sucht man sich einen Hund, der zu einem passt und dem man gerecht werden kann, für den einen ist es der Jagdhund, für den anderen eben der Begleithund, HSH o.ä.. Passt man zusammen, ist der Hund nicht schwierig für einen, egal ob er einer Arbeitsrasse angehört oder ein Mischling ist. Passt man nicht zusammen, kann der zahmste Labbi ein echter Alptraum für seinen Halter werden.

Theoretisch wäre denke ich auch ein Mischling für die verschiedenen Arbeiten geeignet, denen Hunde so nachgehen, die Frage ist nur wie oben beschrieben, wie wahrscheinlich es ist, einen solchen Mischling zu bekommen, und ob sich die Investition dann auch lohnt. Sicher kann man da auch beim Rassehund daneben liegen, aber die Wahrscheinlichkeit ist vermutlich geringer. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass man den Hund nicht für den Sport sucht, sondern den Sport für den Hund, was aber realistisch betrachtet bei Ausbildungen, die bereits im Welpenalter beginnen müssen, nur schwer machbar ist. Hier wird sich allerdings auch schnell zeigen, ob der Hund geeignet ist oder nicht, nur wer schlägt eine solche Laufbahn mit einem Mischling ein? Mischlinge sind eben doch eher Freizeittiere in diesem Bereich, bei denen man sich vll erst später entscheidet, zum Beispiel in eine Rettungshundestaffel zu gehen. Hier hat man auch die Zeit, sich den Hund erst entwickeln zu lassen, seine Talente auszuloten und dann zu entscheiden.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #76
Off-Topic
Zerberus ich habe eben mal bei Youtube geschaut. Wahnsinn :shock: Finde ich alles sehr spannend
Off-Topic
Mal zwei negative Beispiele fürs weight pull.



und so sollte es aussehen

(wo bei dieser Verein mir zu "lieblos" ist)



(da arbeitet man mehr "mit" dem Hund)

Hier noch was vom anderen Sport:




Das andere schick ich dir morgen per PM ;)
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #77
Bei den Polizeihunden habe ich schon alles gesehen, von wirklich gut ausgebildeten Tieren bis hin zu überforderten Hunden oder dem hier in unserer Straße, der mit etwa drei Jahren nicht sozial verträglich ist und nicht einmal ohne zu ziehen an der Leine laufen kann. Hier wurde wohl die Zuchtlinie über die richtige Ausbildung gestellt, was eindeutig auch nicht zum gewünschten Ergebnis führt.
Was hat "gut ausgebildet" mit Sozialverträglichkeit zu tun? Wenn die Polizei Hunde sucht, dann steht da im Anforderungsprofil: gesund, triebstark, klar im Kopf, etc.
Dinge wie andere Hunde knutschen, von Menschne streicheln lassen und nicht an der Leine ziehen, sind für Diensthunde - je nach Job - einfach total unwichtig. Das hat weder etwas mit "richtig erzogen" noch mit "genug gearbeitet" zu tun - manche Hunde haben nichts für andere Hunde/Menschen über. Diesen Hunden bringt man dann bei, sich gescheit zu benehmen, aber das ist auch schon das höchste der Gefühle.

Ich kann diese ewige Laier von wegen Erziehung und Sozialisation nicht mehr hören - ich hab mittlerweile echt einige Hunde kennengelernt, die noch so schön in der Welpenstunde gespielt haben (oder sogar da schon keine Lust auf Sozialkontakt) und mit dem Erwachsenenalter einfach keinen Bock mehr auf Andere hatten.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #78
Und was hat "gut ausgebildet" mit Sozialverträglichkeit zu tun? Wenn die Polizei Hunde sucht, dann steht da im Anforderungsprofil: gesund, triebstark, klar im Kopf, etc.
Dinge wie andere Hunde knutschen, von Menschne streicheln lassen und nicht an der Leine ziehen, sind für Diensthunde - je nach Job - einfach total unwichtig. Das hat weder etwas mit "richtig erzogen" noch mit "genug gearbeitet" zu tun - manche Hunde haben nichts für andere Hunde/Menschen über. Diesen Hunden bringt man dann bei, sich gescheit zu benehmen, aber das ist auch schon das höchste der Gefühle.

Ich kann diese ewige Laier von wegen Erziehung und Sozialisation nicht mehr hören - ich hab mittlerweile echt einige Hunde kennengelernt, die noch so schön in der Welpenstunde gespielt haben (oder sogar da schon keine Lust auf Sozialkontakt) und mit dem Erwachsenenalter einfach keinen Bock mehr auf Andere hatten.
Wenn ein Diensthund die Straßenseite wechseln muss, weil er nicht gesittet an meinem Hund vorbeilaufen kann, dann ist der für mich nicht gut ausgebildet. Solche Hunde müssen zumindest mit der Möglichkeit leben, einmal einem anderen Hund zu begegnen, auch im Dienst, da kann sowas doch einfach nicht sein? Leinenführigkeit ist etwas, was ich schon von einem Freizeithund erwarte und erst recht von einem Diensthund, der vll auch mal durch eine Fußgängerzone laufen muss.
Ob er nun »knutschen« will oder nicht ist mir latte, aber gerade dieses »gescheit benehmen« sollte der meiner Erwartung nach beherrschen, egal was er nun von dem anderen Hund will.

Und mit sozialer Verträglichkeit meine ich nicht, dass er jeden anderen Hund zum küssen gerne haben muss. Aber 1. sollte die Erziehung so weit vorherrschen, dass er sich in Anwesenheit anderer Hunde gesittet benehmen kann und 2. ist es m.E. eben nicht normal, wenn ein Hund nicht einen einzigen anderen Hund in seinem Leben kennen lernt, mit dem er zumindest zusammen spazieren gehen und ab und an mal spielen kann. Wenn ein Hund keinen einzigen anderen Hund auch nur so weit toleriert – ja, dann hat der meiner Meinung nach ein Problem. Das ist keine ewige Leier, keine unrealistische Forderung. Mein Hund darf gerne den ein oder anderen Hund nicht mögen, aber er sollte diesen deswegen weder töten/zerfleischen wollen, noch sollte das auf jeden einzelnen anderen Hund zutreffen.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #79
Grüß dich,

Ja, das Sozialverhalten wurde mir von meinem Ausbilder auch "aberzogen" :mrgreen:
Diensthund soll arbeiten, sich an seinen Führer bin und nicht automatisch jeden anderen Menschen als "lieb" ansehen...wäre fatal, wenn eine Arbeit gefordert wird und Hundi plötzlich nach rechts um die Ecke rennt, weil eine alte Dame ihn gelockt hat und er sich durchknuddeln läßt - oder vielleicht einfach mit anderen mitgeht.
Zitat: "Oder hast schon mal einen Diensthund freilaufend auf der Donauinsel gesehen? Nein...eben nicht."

Die drei Herder einer Züchterins ind von haus aus aufgrund ihrer Rasse/Ausbildung sowieso nicht artgenossen veträglich...ist für mich persönlich völlig in Ordnung.
Blickkontakt/Fuss Kommando und einfach vorbei gehen, fertig.
 
  • Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #80
Wenn ein Diensthund die Straßenseite wechseln muss, weil er nicht gesittet an meinem Hund vorbeilaufen kann, dann ist der für mich nicht gut ausgebildet. Solche Hunde müssen zumindest mit der Möglichkeit leben, einmal einem anderen Hund zu begegnen, auch im Dienst, da kann sowas doch einfach nicht sein? Leinenführigkeit ist etwas, was ich schon von einem Freizeithund erwarte und erst recht von einem Diensthund, der vll auch mal durch eine Fußgängerzone laufen muss.
Ob er nun »knutschen« will oder nicht ist mir latte, aber gerade dieses »gescheit benehmen« sollte der meiner Erwartung nach beherrschen, egal was er nun von dem anderen Hund will.

Vielleicht wechselt der Mann auch die Straßenseite, weil er sich vor zu kontaktfreudigen Mitmenschen (+ Hunden) sichern will? Wie oft habe ich es schon erlebt, dass man die Hunde "mal gucken" lassen wollte - ich wechsel auch die Straßenseite, wenn ich die Leute nicht kenne. Als Vorsichtsmaßnahme und weil so alle Beteiligten weniger Stress haben. So ein Bürgersteig ist einfach extrem schmal und Leinen sind mir zu lang.
Das würde überhaupt nicht auffallen/stören, wenn die Menschheit nicht denken würde, jeder Hund wäre zum kuscheln und spielen da.
So kriege ich zu hören: "Och, der arme - darf er nicht spielen?" - "So kann das ja nichts werden" - usw.

Ja, ich finde, benehmen muss sich ein Hund. Das ist wirklich Erziehungssache.

2. ist es m.E. eben nicht normal, wenn ein Hund nicht einen einzigen anderen Hund in seinem Leben kennen lernt, mit dem er zumindest zusammen spazieren gehen und ab und an mal spielen kann. Wenn ein Hund keinen einzigen anderen Hund auch nur so weit toleriert – ja, dann hat der meiner Meinung nach ein Problem. Das ist keine ewige Leier, keine unrealistische Forderung. Mein Hund darf gerne den ein oder anderen Hund nicht mögen, aber er sollte diesen deswegen weder töten/zerfleischen wollen, noch sollte das auf jeden einzelnen anderen Hund zutreffen.
Wieso muss ein Hund sozialverträglich sein? Dazu noch ein Diensthund?
Und wieso hat der Hund ein Problem, wenn er Andere nicht leiden mag? Das Problem haben die Menschen, die falsche Erwartungen an den Hund haben.
Mein Hündchen kam mit 4 oder 5 Monaten zu mir, da hat sie alles getackert und beseitigen wollen, was sich ihr in den Weg gestellt hat. Andere Hunde sind bis heute ein rotes Tuch, andere Menschen braucht sie auch nicht unbedingt... joa, in der Familie ist sie schnuckelig süß und unproblematisch. Passt doch dann.

Es war nie normal, dass man Hunde auf Spielwiesen zusammengeworfen hat, damit diese "schön spielen"; die Hunde hatten, wenn überhaupt, Zuhause ihre Hundegruppe und damit wars erledigt. Wer sich mal anguckt, wie eine Hundegruppe auf der Straße auf einen "Eindringling" reagiert, wird überrascht sein... ;)

Dass DU für dich diese Anforderungen an einen Hund hast, ist ja okay. Aber deshalb müssen nicht alle Hunde danach "funktionieren".
 
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