10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten?

Diskutiere 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo ihr Lieben - ich bin ganz neu hier und vermute mal, dass ich mit diesem Thread Themen anspreche, die sicherlich im Einzelnen schon...
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kopfkino

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Hallo ihr Lieben - ich bin ganz neu hier und vermute mal, dass ich mit diesem Thread Themen anspreche, die sicherlich im Einzelnen schon mehrmals beschrieben wurden... ;) Ich schildere mal meine Lage mit meinem Merlin:

Ich habe Merlin nun seit 4 Wochen, Mischling, er ist aus dem Tierschutz (Slowakei), über seine Vorgeschichte weiß man nichts, da er von der Polizei gefunden und ins Tierheim gebracht wurde. Er wurde auf ca. 10-11 Monate geschätzt, genau kann man das aber nicht sagen. Anfangs hatte er in der neuen Umgebung vor allem Angst - vor mir, Leine, Treppe, Aufzug, Auto, Worte, Leckerli, Spielzeug etc. etc. Aber das haben wir in ein paar Tagen ganz gut hinbekommen nach der Methode: Wo nix gefährliches ist, wird keine Beachtung geschenkt und dafür nach überstandener Panik loooooben, loben, loben.
Der Hundetrainer vermutet einen Border Collie mit drin, irgendeine Urhundrasse wird auch noch drinstecken, außer ich erliege hier einem verbreiteten Irrtum aufgrund seines Kringelschwanzes... :lol: Er sieht jedenfalls aus wie ein zu klein geratener Golden merle Border Collie mit Kringelschwanz.

Jedenfalls war ich mittlerweile 2x in der Hundeschule, wir arbeiten nun erst mal an der Bindung und der Aufmerksamkeit. Es ist schwierig, seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, draußen natürlich noch schwieriger. Er ist nicht sonderlich verfressen und mit Spielzeug kann ich ihn auch nicht motivieren. Habe schon viel versucht. Mir ist klar, dass es da an der Bindung noch fehlt. (Wobei Dinge wie "dem Rudel folgen" immer klappen. Wenn er sich nicht abrufen lässt, geh ich weg und er läuft mir sofort nach, da wird er dann kurz gelobt, abgesetzt und nochmal gerufen und dann richtig toll gelobt, weil er dann natürlich auf Anhieb kommt :lol:)
Naja. Das Thema Bindung denke ich muss hier nicht groß diskutiert werden, da liegt es an mir, mich interessant zu machen...falls dennoch jemand Tipps (außer Leckerli, Tonfall/Stimmlage, Bewegung und Spielzeug) hat - immer her damit :lol: Ich mach mich eh zum Clown, allerdings ein Zuviel davon löst bei ihm eher Unsicherheit aus. Hui.

Was mich momentan - ich gebe es gern zu - etwas überfordert ist die Tatsache, dass ich es nicht ganz schaffe zu unterscheiden, ob er sich in manchen Situation wirklich fürchtet oder ob er seine Grenzen austestet. Er ist ja doch ein kleiner Teenager. ;)

z.B. hab ich folgendes Problem:

Ich möchte ihn an sein Körbchen (Büro) und Box (Wohnung) gewöhnen (gestaltet sich im Büro gleich wie in der Wohnung). Er geht da, wenn er nicht hinein muss, total gern rein. Aber sobald ich mit ihm üben möchte, dass er dort hingehen und auch mal kurz bleiben SOLL, lässt er sich mit nichts dazu bewegen. Es ist, als würde er seine beiden Höhlen dann verabscheuen, obwohl er sie - wenn er selbst entscheidet - als Ruheort mag. Er zeigt dann Beschwichtigungssignale wie Kopf wegdrehen, wird fast starr und duckt sich weg. Ich habe versucht, ihn mit Leckerlies auf den Platz zu locken - dasselbe. Leckerlies auf den Platz werfen, sodass er dort bleibt - interessiert ihn nur wenig. Das Kaustangerl liegt seit 3 Stunden unberührt da drin. :eusa_eh: Er wollte es sich zwischendurch mal kurz schnappen und sich damit verziehen...
Ich habe anfangs auf Angst vor mir getippt. Aber jedesmal, wenn er sich davonstiehlt, geht er z.B. einmal um den Tisch und setzt sich neben mich, die Ohren nach vorne und sieht mich an a la: "Na? Und jetzt?" :eusa_eh:

So, nun die Frage:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn, wenn er wie versteinert im Korb sitzt (wenn ich ihn dann doch reinbekomme, kann ja nicht jede Übung abbrechen...), dann auch gleich wieder rauslassen soll, oder abwarten, bis er sich in irgendeiner Form entspannt. Er versucht dann, sich davonzuschleichen, was ich unterbinde, indem ich ihm zeige, dass er jetzt noch bleiben muss. Die Leckerlies, die im Korb liegen, bleiben leider derweilen unberührt. Wenn er dann nicht mehr versucht, zu entwischen, dann warte ich noch ein paar Sekunden und zeige ihm dann, dass er gehen darf. Aber das hat irgendwie nichts mit positiver Verknüpfung zu tun. Das Körbchen soll ja keine Strafe sein sondern ein Rückzugsort. Nur soll er halt auch mal auf Hörzeichen dorthin gehen und sich entspannen, wenn z.B. Kunden/Besucher kommen. Irgendwie finde ich da keinen Zugang zu ihm. Meine bisherige Erfahrung beschränkt sich halt eher auf erwachsene Hunde, die ihre Grenzen nicht mehr großartig ausgetestet haben ;)

Jedenfalls zeigt sich ähnliches Verhalten in mehreren Situationen.
Zum einen scheint er mir in vielen Situationen schon recht gut zu vertrauen - z.B. am Hundeplatz kann ich ihn ohne Druck zu allem Möglichen bewegen. Er geht mit mir über ungewohnte Untergründe, klettert auf die "Gittertreppe", über die Wippe, alles ohne die Leine zu gebrauchen. Das klappt sogar ohne Leckerchen in der Hand. Solche fremden Situationen meistern wir als Team.

Aber sobald es um etwas geht, was er entweder tun soll aber nicht will (z.B. ins Körbchen gehen) oder nicht tun soll obwohl er will (z.B. Sitz einfach selbst auflösen) und ich dann dran bleib und das Ganze von vorne mache, senkt er seinen Kopf und dreht ihn weg, dreht sich seitlich zu mir. Seine Körpersprache zeigt dann Abwehr aber auch Unsicherheit, die Rute wandert nach unten.

Ich habe viel Geduld und sie geht mir noch laaaange nicht aus, wollte ja schon seit ich denken kann einen Hund und war mir über etwaige Teenieallüren im Klaren, als ich mich für ihn entschied - aber ich möchte es ihm (und natürlich auch mir) leichter machen. :)

So, das war jetzt viel Geschreibsel. Es gäbe noch viel mehr, und dass die Grundthemen Vertrauen und Rangordnung die vorwiegenden Probleme sind, steht für mich außer Frage. Ich wäre über Tipps wirklich sehr dankbar!

DANKE schon mal im Voraus an die, die sich das tatsächlich ganz durchlesen :lol:

P.S.: Im Übrigen ist er ansonsten kein wirklich ängstlicher Hund. Er mag alle Menschen (Männer noch lieber als Frauen), Kinder, Hunde und markiert schon mal den Obermacker am Hundeplatz, aber laut Trainer nicht aggressiv, nur etwas übermütig, aber für sein Alter "normal". :lol: Er bellt nicht mit den anderen Hunden mit, wenn sie sich z.B. über Passanten/Radfahrer aufregen. Er schaut halt, was zum Geier die da so verbellen. Und irgendwann legt er sich dann einfach etwas abseits vom Trubel, in meiner Nähe, hin und beobachtet weiter.
 
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  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #2
Hallo Kopfkino,
herzlich willkommen im Forum. Es ist immer wieder ein besonderes Vergnügen, schön geschriebene und klare Beiträge zu lesen.

Könnte es sein, daß du ein sehr ehrgeiziger und energiereicher Mensch bist? Das sind tolle Eigenschaften , aber Du machst da ganz schön viel auf einmal und stellst hohe Forderungen an Dich selbst und den Hund.
So ein klein wenig "in der Ruhe liegt die Kraft" hilft manchmal extrem beim Bindung aufbauen, chillen und zusammen Spass haben.:mrgreen:

So würde ich auch das im Körbchen bleiben angehen. Lass ihn dort hinein gehen, setze dich in Ruhe daneben (mit einem Buch?! / Laptop) und warte bis er sich total entspannt ablegt, ja vielleicht sogar einschläft. Möchte er vorher raus dann - heißt es NEIN bleib - bis er entspannt.
Erst nach der Entspannung....die durchaus einwenig andauern darf ...loben und auflösen.

Bis ganz bald
Suno
 
  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #3
Hallo Suno,

vielen Dank für deine Antwort und vor allem für deine SEHR LIEBE Antwort :D Beim Verfassen des Beitrags kam mir das alles selbst sehr wirr vor, weil es eben soviele Punkte gibt, in denen ich unsicher bin, weil ich halt meinem Hundi soviel Sicherheit wie nur möglich geben möchte und merke, dass das nicht so einfach ist, wie bei manch anderen Hunden. Dabei bin ich sogar froh, dass Merlin nicht "mit dem Bauch denkt" :roll: :lol: Zum Trainieren wäre es natürlich einfacher. Aber so bleibt die Herausforderung wenigstens. :p

Energiereich trifft zu, ehrgeizig - bedingt. Beim Thema Hund auf jeden Fall ehrgeizig. Ich möchte mit ihm ein richtiges Team bilden, vor allem, da ich die Therapiehundeausbildung mit ihm machen möchte (natürlich erst, wenn der Trainer und ich uns einig sind, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist).

Zusammen Spaß haben - da fängt es schon an. Er lässt sich nur schwer zum Spielen animieren. Am ehesten NUR mit mir, ohne Spielzeug, und da eher zaghaft, mit ein bisschen am Fingerle knabbern, mit den Pfoten am Boden herum tapsen, auf meinen Schoß krabbeln wenn er darf und den Bauch kraulen lassen, in die Pfote "zwicken" etc. Ob ihm das Spaß macht? :lol: Mir schon, ich find's vor allem mehr als süß! Ich hab halt beobachtet, wie er mit anderen Hunden umgeht und versuche, das zu imitieren. Aber ein ausgelassenes Spiel würd ich ihm ja auch wünschen. Ich renne halt dann beim Gassi stückchenweise mit ihm, das gefällt ihm. Laufen ist sein Elixier, mir scheint. :roll:

Hm OK, ich werde das zuhause mal genauso versuchen, wie du schreibst. Allerdings liegt er in der Wohnung sehr gerne allein, z.B. im Vorraum am Teppich und pennt dort vor sich hin. Dann kommt er wieder mal um nachzusehen, ob ich noch am Sofa sitze und lese, dann verzieht er sich entweder zum Ausgangspunkt oder in seine Box. Ich habe den Tipp bekommen, ich solle ihm "seinen" Platz so toll wie möglich machen. Auch wenn er von sich aus reingeht, ihn ganz ruhig dafür loben. Entweder nur mit Worten vom Sofa aus, oder auch mal streicheln und/oder Leckerli. Aber: Sobald ich ihn lobe, wechselt er ein paar Sekunden später den Platz wieder. Dabei kennt er "fein" und "braver Bub" mittlerweile aus den normalen Trainings (z.B. Sitz, Platz, Bleib etc.) und freut sich da auch wie ein Schnitzel drüber. Mir kommt's so vor, als ob er einfach seine Ruhe haben will, wenn er wo liegt und in seiner Ruhe dann auch nicht gelobt werden oder meine Nähe haben will. Tja. :roll:

Liebe Grüße,
s'Kopfkino
 
  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #4
Off-Topic
Also ich weiß das man für die Therapiehundausbildung eigentlich Hunde vom Züchter nimmt die einen guten Start ins Leben haben und die auf ihre Aufgabe vorbereitet. Ich denke es ist nicht unmöglich, aber warum hast du dir selber den so schwierige Vorraussetzungen gelierfert? Also nen Hund der vielleicht (nicht unbedingt) immer Angst vor verschiedenen Dingen haben wird ist an sich vielleicht niemals zur Therapiehundeausbildung taugen? Wenn man fragen darf. ;)
 
  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #5
Hallo Smoothie,

nachdem ich mit einem Trainer, der u.a. Therapiehunde ausbildet gesprochen habe und ihm meinen Tierheimhundplan aufgetischt habe, hat er gemeint, er mache da keinen Unterschied. Natürlich kommt's auf eine grundlegende Eignung an. Am wichtigsten wäre es, dass er Menschen und Hunde mag und er grundsätzlich lernwillig ist. Das ist er auf jeden Fall, verträglich ist er mit allem und jedem ;) Kinder liebt er, da ist er ganz sanft und geduldig.
Klar ist es einfacher, mit einem Welpen von Grund auf anzufangen. Aber der Trainer meinte, er habe schon einige Tierheimhunde zu glücklichen Therapiehunden heranreifen sehen. :) Also lass ich es auf einen Versuch ankommen - und wenn Merlin nun doch gar nicht dafür geeignet ist, dann werde ich ihn sicher nicht zwingen oder verbiegen :) MICH therapiert er ohnehin schon einfach durch seine bloße Anwesenheit :lol: Und alles andere wird die Zukunft weisen.
Ich wünsche mir, dass mich mein Hund später auf meinen Besuchen z.B. in Altenheimen, Psychiatrien oder Krankenhäusern in der Ergotherapie begleiten und dort zum Teil in die Arbeit mit einbezogen werden kann. Er soll keinen 24h Job ausführen wie z.B. ein Partner- oder Blindenhund, dafür wäre er sicherlich nicht geeignet.

Ich hoffe, ich hab damit deine Frage gut beantwortet und ja - "man" darf fragen :D
 
  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #6
Hey,

hast du mal mit deinem Hundetrainer deiner Körpersprache während des Befehlgebens analysiert ?
Da er massiv beschwichtigt, kann es sein, dass du für ihn "zu dominant" auftrittst :eusa_think: manchmal ist der Ergeiz bei unsicheren Hunden einfach too much.
 
  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #7
Hallo Nienor,

ich habe den Trainer bereits am ersten Tag darum gebeten, mich in meiner Körpersprache ggfls. zu korrigieren. Es stellt sich als etwas schwierig dar, weil er sich am Hundeplatz nicht so verhält. Selbst, wenn ich ihn korrigiere, fängt er nicht an zu beschwichtigen, im Gegenteil.
Es liegt sicher an meinem Verhalten, ich merk es selbst, wenn ich etwas "unbedingt" will (wie z.B. JETZT Körbchen üben...), dann bin ich wohl zu verkrampft. Weil gestern hat es dann einmal aus der normalen Sitz, Platz, Up etc. Übung heraus (bei der er immer der Musterhund schlecht hin und voll bei der Sache ist :lol:) dann plötzlich geklappt - mit Leckerli irgendwohin schmeißen, NEIN, eins aus der Hand, dann SUCH. Und das war dann im Körberl plötzlich auch möglich. Und im Körberl landeten dann natürlich gefühlte tausende Leckerlies. Heut hat er auch sein Futter da drin bekommen, immerhin mit den Vorderbeinen drin. :roll: :lol: Tja und jetzt liegt er neben dem Korb. :roll: Naja, wie Suno schon schrieb: In der Ruhe liegt die Kraft. Ich sollte das wohl zu meinem temporären Lebensmotto machen :lol:

Nienor, hast du Tipps, wie man sich als Hundehalter in angespannten Situationen entspannen kann? Er dreht z.B. völlig durch, wenn er Pferde sieht, da will er unbedingt hin (nur bei Pferden, Schafe und Kühe findet er nett, aber das war's). Selbst wenn die Pferde dann schon läääängst aus der Sicht sind (einige Kilometer weiter) ist er wie auf Drogen und ich kann ihn einfach nicht mehr beruhigen. Da zieht er in alle Richtungen und seine Aufmerksamkeit lässt sich mit nichts mehr gewinnen. Nicht mal die Leberpaste bewegt sein Näschen :roll: :lol:

Liebe Grüße,
s'Kopfkino
 
  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #8
Hallo Kopfkino,
so ich habe einwenig Zeit....:

Es ist wohl wirklich so, daß man immer den Hund "bekommt" den man selbst "braucht". (bezieht sich auf deine Frage, wie du als Halter eine enspanntere Haltung einnehmen kannst - das ist das was dein Hund braucht und du eben offensichtlich auch :clap:)

Zunächst würde ich versuchen Wege ohne Pferde Begegnungen zu suchen. Mach da nicht noch eine Baustelle auf, immer schön eins nach dem anderen. Lass doch den "Kleinen" erstmal richtig bei dir ankommen. Und du, lass dir Zeit ihn ebenfalls richtig kennen zu lernen. Versuche seine Körpersprache zu lesen, entdecke ihn wie ein neues Land. Ich garantiere dir die Entdeckung Amerikas war gar Nichts, gegen all das was man bei seinem Hund entdecken kann!:mrgreen:

Und lass ab und zu mal "fünfe" gerade sein.
Solange bis du das Gefühl hast jede Muskelzuckung, jede Gefühlsregung deuten zu können, sein unterschiedliches Bellen erkennen kannst, am Körper erkennen kannst ob er gerade freudig aufgeregt, genervt aufgeregt, einfach nur aufmerksam.....schelmisch oder ängstlich...etc ist.Einfach so, ohne Zweifel....das ist ein tolles Gefühl.

Solange würde ich erstmal nur die Grundregeln zu Hause einführen. Bett/Couch ja oder nein, deine Art zu Füttern, wer geht zuerst zur Tür raus....wie möchtest du deinen Tagesablauf mit Hund gestallten und kannst du das dem Hund /Dir anpassen....und lass ihn an DEINEM Leben teilnehmen. Der Hund muss sich weitgehend dir anpassen, natürlich unter Berücksichtigung seiner Bedürfnisse. (es ist wie bei jungen Eltern, manche schmeißen ihr ganzes Leben um - und haben dadurch immer Stress und finden "es" anstrengend, andere leben ganz einfach mit ihren Kindern zusammen ihr Leben - und ziehen ganz gechillt 3 Kids gross)
Er wird es dir danken. Denn so bindest du ihn an dich, ganz natürlich und ohne Lehrbuch.

Klar kannst du in die Hundeschule, aber geh das doch mit Spaß und Spiel und erstmal ohne großes Ziel an. Zumindest wenn du deinen Hund als Freund und Partner haben möchtest.....Ausbildung etc. kommt später.

Ich bin der Meinung, daß Hunde die etwas machen WOLLEN, weil sie es abgefahren cool finden wenn Frauchen sich freut und sie lobt....um einiges besser hören, einfacher lernen und irgendwie mehr "lachen" - als die Hunde die nach Lehrbuch zu perfekten Hund werden.

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Zum Körbchen wollte ich dir noch was sagen. ich habe eine tolle, liebe, entspannte und sehr gelehrige Schäferhündin. Sie ist ein echter WTP und würde für mich durch Feuer und Flamme gehen (letzteres gilt auch umgekehrt).

Nur eines wollte sich absolut nicht - nämlich in "ihr" Körbchen...ein riesen Ding aus Bast. Ihre Vorgängerin hat es geliebt, natürlich wurde es für die Kleine nach Babes Tod tiefen gereinigt, abgestrahlt....neue Matratze und Decken. Aber nein Rosi wollte einfach nicht dahinein.

Nun, ich bin ein Mensch der selbst nicht gerne Dinge aufgezwungen bekommt und akzeptiere das bei Menschen und auch bei meinen Hunden, vor allem wenn es Dinge sind die nicht Lebenswichtig sind und die man ändern kann.
Es wird einen Grund haben, oft sagt einem bzw. den Hunden, der Körper was gut ist und was nicht. Man muss nur genau hinsehen, oder hinhören....vielleicht hatte die Kleine ja eine Bastallergie...wer weiß.

Ich bin dann allen ernstes mit ihr in ein Fachgeschäft und habe sich selbst eine Schlafstätte aussuchen lassen. Rosi wählte eine Art Hundecouch aus Leder, hübsches Teil - ich nahm mir das Recht zumindest die Farbe aus zu suchen.:mrgreen: (sie drauf zu, hat dran geschüffelt und sich drauf gesetzt)
Es wurde kaum geliefert, lag mein Mädchen bester Laune auf ihrer Couch und das ist bist heute so geblieben.

So, und weil das jetzt ein ganzer Roman war zu Abschluss einer meiner Liebligssätze die mich immer "runter holen", wenn ich verkrampfe:
Frage ich mich:" IST ES WIRKLICH WICHTIG?" : " NEE, SO RICHTIG, WICHTIG IST ES NICHT":clap:

LG Suno
 
  • 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #9
Hallo Suno,

danke für deine zweite (sehr ausführliche) Antwort, hihi :)

Tja da hast du absolut Recht, er fordert mich genau in den Punkten, in denen ich mich selbst oft...naja, unzulänglich fühle :roll:

Auf die Pferdebegegnung war ich nicht gefasst, muss ich zugeben, und ich konnte noch nicht ahnen, wie er da reagiert. Schafe und Kühe haben wir ja schon gesehen und da war seine Reaktion interessiert, aber nicht weiter ungewöhnlich oder aufgedreht. In Salzburg (Ö) gibt es einfach viiiiele arme Pferde, die leider Gottes die Touristen durch die Stadt kutschieren müssen. Und da sind wir gleich 3 hintereinander begegnet, einen Ausweg gab's da nicht, außer den direkten schwimmenden Weg durch die Salzach...haha. :lol:

Ja das klingt spannend, ich beobachte ihn eh total viel, kann halt natürlich vieles noch nicht deuten. In Innenräumen fühlt er sich jedenfalls sichtlich unwohler, aber er wird von Tag zu Tag entspannter.
Sobald ich kleine Übungen mache, die er schon kennt und mag, kann ich da auch zwischendurch mal das Körbchen mit einbeziehen und dann wieder beenden. Das hat heut gut geklappt, da hat er sichtlich Spaß dran. Das dauert im Übrigen eh immer nur so 5-10 Minuten, dann lass ich ihn wieder in Ruhe. ;) Soll ja im Büro nicht ständig bespaßt werden, aber halt auch nicht komplett dahinvegetieren. Ich möchte jedenfalls noch viiiel über ihn lernen, er ist einfach ein liebenswerter kleiner Knopf :055:

Hm du hast Recht, ich denke viel zu viel darüber nach, was ihm jetzt gut täte und mache dann sicher einige Dinge aus der falschen Motivation heraus.
Aber mein Trainer ist da eh super. Er hilft mir jetzt einfach mal dabei, mit Merlin ein kleines Team zu bilden, sodass wir beide auf uns achten und Spaß miteinander haben. Von hartem Training sind wir wirklich weit weit weit entfernt :lol: Die paar Hörzeichen, die er schon kann, hab ich ihm zur Beschäftigung im Büro beigebracht, das macht ihm auch sichtlich Spaß - in der Hundeschule geht's um sowas noch gar nicht. Da ist der Trainer glaub ich echt ganz gut. Vor allem, weil wir auch viel gemeinsam herum laufen und so, also nicht nur schnödes Leckerligeben, weil er einen Befehl ausführt, sondern Spaß und Aufmerksamkeit stehen im Vordergrund. Mit dem Versuch, das Lob an den jeweiligen Hund anzupassen. ;) Die Gruppe besteht ja zum Glück nur aus 5 Hunden, da klappt das gut.

So. Hm ja, das mit dem richtigen Körbchen ist wohl nicht so leicht :lol: Er mag jedenfalls seine Box daheim, er geht da oft freiwillig rein und mützelt. Und im Korb im Büro liegt er auch oft freiwillig. Nur halt nicht, wenn ich ihn dorthin schicken oder bringen will... :eusa_think: Ich bleib jetzt mal beim Spielerischen hineinlocken und lass ich ihn jetzt einfach mal selbst entscheiden, momentan haben wir ja nicht sonderlich viele Kundenbesuche in der Firma und Zuhause ist's mir eigentlich eh egal, wo er liegt. :lol: Und zudem haben wir Teppichboden im Büro - und er liebt es, am Teppich zu liegen :roll:

Haha sehr schön, dass du die Farbe aussuchen durftest, brave Rosi :lol:

Ach du hast völlig Recht, in vielen Situationen ist es wirklich nicht so wichtig. Und wir machen viiiele kleine Fortschritte, wie z.B. entspannter an der Leine gehen. Ohne Druck und ohne Leckerli, das klappt immer besser. Mal mehr, mal weniger, aber da hab ich mich jetzt schon selbst etwas entspannt und siehe da - klappt. Pfff. :roll::clap:
 
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