- 10 Monate alter Mischling aus dem Tierheim - Ängstlich oder Grenzen austesten? Beitrag #1
kopfkino
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Hallo ihr Lieben - ich bin ganz neu hier und vermute mal, dass ich mit diesem Thread Themen anspreche, die sicherlich im Einzelnen schon mehrmals beschrieben wurden...
Ich schildere mal meine Lage mit meinem Merlin:
Ich habe Merlin nun seit 4 Wochen, Mischling, er ist aus dem Tierschutz (Slowakei), über seine Vorgeschichte weiß man nichts, da er von der Polizei gefunden und ins Tierheim gebracht wurde. Er wurde auf ca. 10-11 Monate geschätzt, genau kann man das aber nicht sagen. Anfangs hatte er in der neuen Umgebung vor allem Angst - vor mir, Leine, Treppe, Aufzug, Auto, Worte, Leckerli, Spielzeug etc. etc. Aber das haben wir in ein paar Tagen ganz gut hinbekommen nach der Methode: Wo nix gefährliches ist, wird keine Beachtung geschenkt und dafür nach überstandener Panik loooooben, loben, loben.
Der Hundetrainer vermutet einen Border Collie mit drin, irgendeine Urhundrasse wird auch noch drinstecken, außer ich erliege hier einem verbreiteten Irrtum aufgrund seines Kringelschwanzes... :lol: Er sieht jedenfalls aus wie ein zu klein geratener Golden merle Border Collie mit Kringelschwanz.
Jedenfalls war ich mittlerweile 2x in der Hundeschule, wir arbeiten nun erst mal an der Bindung und der Aufmerksamkeit. Es ist schwierig, seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, draußen natürlich noch schwieriger. Er ist nicht sonderlich verfressen und mit Spielzeug kann ich ihn auch nicht motivieren. Habe schon viel versucht. Mir ist klar, dass es da an der Bindung noch fehlt. (Wobei Dinge wie "dem Rudel folgen" immer klappen. Wenn er sich nicht abrufen lässt, geh ich weg und er läuft mir sofort nach, da wird er dann kurz gelobt, abgesetzt und nochmal gerufen und dann richtig toll gelobt, weil er dann natürlich auf Anhieb kommt :lol
Naja. Das Thema Bindung denke ich muss hier nicht groß diskutiert werden, da liegt es an mir, mich interessant zu machen...falls dennoch jemand Tipps (außer Leckerli, Tonfall/Stimmlage, Bewegung und Spielzeug) hat - immer her damit :lol: Ich mach mich eh zum Clown, allerdings ein Zuviel davon löst bei ihm eher Unsicherheit aus. Hui.
Was mich momentan - ich gebe es gern zu - etwas überfordert ist die Tatsache, dass ich es nicht ganz schaffe zu unterscheiden, ob er sich in manchen Situation wirklich fürchtet oder ob er seine Grenzen austestet. Er ist ja doch ein kleiner Teenager.
z.B. hab ich folgendes Problem:
Ich möchte ihn an sein Körbchen (Büro) und Box (Wohnung) gewöhnen (gestaltet sich im Büro gleich wie in der Wohnung). Er geht da, wenn er nicht hinein muss, total gern rein. Aber sobald ich mit ihm üben möchte, dass er dort hingehen und auch mal kurz bleiben SOLL, lässt er sich mit nichts dazu bewegen. Es ist, als würde er seine beiden Höhlen dann verabscheuen, obwohl er sie - wenn er selbst entscheidet - als Ruheort mag. Er zeigt dann Beschwichtigungssignale wie Kopf wegdrehen, wird fast starr und duckt sich weg. Ich habe versucht, ihn mit Leckerlies auf den Platz zu locken - dasselbe. Leckerlies auf den Platz werfen, sodass er dort bleibt - interessiert ihn nur wenig. Das Kaustangerl liegt seit 3 Stunden unberührt da drin. :eusa_eh: Er wollte es sich zwischendurch mal kurz schnappen und sich damit verziehen...
Ich habe anfangs auf Angst vor mir getippt. Aber jedesmal, wenn er sich davonstiehlt, geht er z.B. einmal um den Tisch und setzt sich neben mich, die Ohren nach vorne und sieht mich an a la: "Na? Und jetzt?" :eusa_eh:
So, nun die Frage:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn, wenn er wie versteinert im Korb sitzt (wenn ich ihn dann doch reinbekomme, kann ja nicht jede Übung abbrechen...), dann auch gleich wieder rauslassen soll, oder abwarten, bis er sich in irgendeiner Form entspannt. Er versucht dann, sich davonzuschleichen, was ich unterbinde, indem ich ihm zeige, dass er jetzt noch bleiben muss. Die Leckerlies, die im Korb liegen, bleiben leider derweilen unberührt. Wenn er dann nicht mehr versucht, zu entwischen, dann warte ich noch ein paar Sekunden und zeige ihm dann, dass er gehen darf. Aber das hat irgendwie nichts mit positiver Verknüpfung zu tun. Das Körbchen soll ja keine Strafe sein sondern ein Rückzugsort. Nur soll er halt auch mal auf Hörzeichen dorthin gehen und sich entspannen, wenn z.B. Kunden/Besucher kommen. Irgendwie finde ich da keinen Zugang zu ihm. Meine bisherige Erfahrung beschränkt sich halt eher auf erwachsene Hunde, die ihre Grenzen nicht mehr großartig ausgetestet haben
Jedenfalls zeigt sich ähnliches Verhalten in mehreren Situationen.
Zum einen scheint er mir in vielen Situationen schon recht gut zu vertrauen - z.B. am Hundeplatz kann ich ihn ohne Druck zu allem Möglichen bewegen. Er geht mit mir über ungewohnte Untergründe, klettert auf die "Gittertreppe", über die Wippe, alles ohne die Leine zu gebrauchen. Das klappt sogar ohne Leckerchen in der Hand. Solche fremden Situationen meistern wir als Team.
Aber sobald es um etwas geht, was er entweder tun soll aber nicht will (z.B. ins Körbchen gehen) oder nicht tun soll obwohl er will (z.B. Sitz einfach selbst auflösen) und ich dann dran bleib und das Ganze von vorne mache, senkt er seinen Kopf und dreht ihn weg, dreht sich seitlich zu mir. Seine Körpersprache zeigt dann Abwehr aber auch Unsicherheit, die Rute wandert nach unten.
Ich habe viel Geduld und sie geht mir noch laaaange nicht aus, wollte ja schon seit ich denken kann einen Hund und war mir über etwaige Teenieallüren im Klaren, als ich mich für ihn entschied - aber ich möchte es ihm (und natürlich auch mir) leichter machen.
So, das war jetzt viel Geschreibsel. Es gäbe noch viel mehr, und dass die Grundthemen Vertrauen und Rangordnung die vorwiegenden Probleme sind, steht für mich außer Frage. Ich wäre über Tipps wirklich sehr dankbar!
DANKE schon mal im Voraus an die, die sich das tatsächlich ganz durchlesen :lol:
P.S.: Im Übrigen ist er ansonsten kein wirklich ängstlicher Hund. Er mag alle Menschen (Männer noch lieber als Frauen), Kinder, Hunde und markiert schon mal den Obermacker am Hundeplatz, aber laut Trainer nicht aggressiv, nur etwas übermütig, aber für sein Alter "normal". :lol: Er bellt nicht mit den anderen Hunden mit, wenn sie sich z.B. über Passanten/Radfahrer aufregen. Er schaut halt, was zum Geier die da so verbellen. Und irgendwann legt er sich dann einfach etwas abseits vom Trubel, in meiner Nähe, hin und beobachtet weiter.
Ich habe Merlin nun seit 4 Wochen, Mischling, er ist aus dem Tierschutz (Slowakei), über seine Vorgeschichte weiß man nichts, da er von der Polizei gefunden und ins Tierheim gebracht wurde. Er wurde auf ca. 10-11 Monate geschätzt, genau kann man das aber nicht sagen. Anfangs hatte er in der neuen Umgebung vor allem Angst - vor mir, Leine, Treppe, Aufzug, Auto, Worte, Leckerli, Spielzeug etc. etc. Aber das haben wir in ein paar Tagen ganz gut hinbekommen nach der Methode: Wo nix gefährliches ist, wird keine Beachtung geschenkt und dafür nach überstandener Panik loooooben, loben, loben.
Der Hundetrainer vermutet einen Border Collie mit drin, irgendeine Urhundrasse wird auch noch drinstecken, außer ich erliege hier einem verbreiteten Irrtum aufgrund seines Kringelschwanzes... :lol: Er sieht jedenfalls aus wie ein zu klein geratener Golden merle Border Collie mit Kringelschwanz.
Jedenfalls war ich mittlerweile 2x in der Hundeschule, wir arbeiten nun erst mal an der Bindung und der Aufmerksamkeit. Es ist schwierig, seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, draußen natürlich noch schwieriger. Er ist nicht sonderlich verfressen und mit Spielzeug kann ich ihn auch nicht motivieren. Habe schon viel versucht. Mir ist klar, dass es da an der Bindung noch fehlt. (Wobei Dinge wie "dem Rudel folgen" immer klappen. Wenn er sich nicht abrufen lässt, geh ich weg und er läuft mir sofort nach, da wird er dann kurz gelobt, abgesetzt und nochmal gerufen und dann richtig toll gelobt, weil er dann natürlich auf Anhieb kommt :lol
Naja. Das Thema Bindung denke ich muss hier nicht groß diskutiert werden, da liegt es an mir, mich interessant zu machen...falls dennoch jemand Tipps (außer Leckerli, Tonfall/Stimmlage, Bewegung und Spielzeug) hat - immer her damit :lol: Ich mach mich eh zum Clown, allerdings ein Zuviel davon löst bei ihm eher Unsicherheit aus. Hui.
Was mich momentan - ich gebe es gern zu - etwas überfordert ist die Tatsache, dass ich es nicht ganz schaffe zu unterscheiden, ob er sich in manchen Situation wirklich fürchtet oder ob er seine Grenzen austestet. Er ist ja doch ein kleiner Teenager.
z.B. hab ich folgendes Problem:
Ich möchte ihn an sein Körbchen (Büro) und Box (Wohnung) gewöhnen (gestaltet sich im Büro gleich wie in der Wohnung). Er geht da, wenn er nicht hinein muss, total gern rein. Aber sobald ich mit ihm üben möchte, dass er dort hingehen und auch mal kurz bleiben SOLL, lässt er sich mit nichts dazu bewegen. Es ist, als würde er seine beiden Höhlen dann verabscheuen, obwohl er sie - wenn er selbst entscheidet - als Ruheort mag. Er zeigt dann Beschwichtigungssignale wie Kopf wegdrehen, wird fast starr und duckt sich weg. Ich habe versucht, ihn mit Leckerlies auf den Platz zu locken - dasselbe. Leckerlies auf den Platz werfen, sodass er dort bleibt - interessiert ihn nur wenig. Das Kaustangerl liegt seit 3 Stunden unberührt da drin. :eusa_eh: Er wollte es sich zwischendurch mal kurz schnappen und sich damit verziehen...
Ich habe anfangs auf Angst vor mir getippt. Aber jedesmal, wenn er sich davonstiehlt, geht er z.B. einmal um den Tisch und setzt sich neben mich, die Ohren nach vorne und sieht mich an a la: "Na? Und jetzt?" :eusa_eh:
So, nun die Frage:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn, wenn er wie versteinert im Korb sitzt (wenn ich ihn dann doch reinbekomme, kann ja nicht jede Übung abbrechen...), dann auch gleich wieder rauslassen soll, oder abwarten, bis er sich in irgendeiner Form entspannt. Er versucht dann, sich davonzuschleichen, was ich unterbinde, indem ich ihm zeige, dass er jetzt noch bleiben muss. Die Leckerlies, die im Korb liegen, bleiben leider derweilen unberührt. Wenn er dann nicht mehr versucht, zu entwischen, dann warte ich noch ein paar Sekunden und zeige ihm dann, dass er gehen darf. Aber das hat irgendwie nichts mit positiver Verknüpfung zu tun. Das Körbchen soll ja keine Strafe sein sondern ein Rückzugsort. Nur soll er halt auch mal auf Hörzeichen dorthin gehen und sich entspannen, wenn z.B. Kunden/Besucher kommen. Irgendwie finde ich da keinen Zugang zu ihm. Meine bisherige Erfahrung beschränkt sich halt eher auf erwachsene Hunde, die ihre Grenzen nicht mehr großartig ausgetestet haben
Jedenfalls zeigt sich ähnliches Verhalten in mehreren Situationen.
Zum einen scheint er mir in vielen Situationen schon recht gut zu vertrauen - z.B. am Hundeplatz kann ich ihn ohne Druck zu allem Möglichen bewegen. Er geht mit mir über ungewohnte Untergründe, klettert auf die "Gittertreppe", über die Wippe, alles ohne die Leine zu gebrauchen. Das klappt sogar ohne Leckerchen in der Hand. Solche fremden Situationen meistern wir als Team.
Aber sobald es um etwas geht, was er entweder tun soll aber nicht will (z.B. ins Körbchen gehen) oder nicht tun soll obwohl er will (z.B. Sitz einfach selbst auflösen) und ich dann dran bleib und das Ganze von vorne mache, senkt er seinen Kopf und dreht ihn weg, dreht sich seitlich zu mir. Seine Körpersprache zeigt dann Abwehr aber auch Unsicherheit, die Rute wandert nach unten.
Ich habe viel Geduld und sie geht mir noch laaaange nicht aus, wollte ja schon seit ich denken kann einen Hund und war mir über etwaige Teenieallüren im Klaren, als ich mich für ihn entschied - aber ich möchte es ihm (und natürlich auch mir) leichter machen.
So, das war jetzt viel Geschreibsel. Es gäbe noch viel mehr, und dass die Grundthemen Vertrauen und Rangordnung die vorwiegenden Probleme sind, steht für mich außer Frage. Ich wäre über Tipps wirklich sehr dankbar!
DANKE schon mal im Voraus an die, die sich das tatsächlich ganz durchlesen :lol:
P.S.: Im Übrigen ist er ansonsten kein wirklich ängstlicher Hund. Er mag alle Menschen (Männer noch lieber als Frauen), Kinder, Hunde und markiert schon mal den Obermacker am Hundeplatz, aber laut Trainer nicht aggressiv, nur etwas übermütig, aber für sein Alter "normal". :lol: Er bellt nicht mit den anderen Hunden mit, wenn sie sich z.B. über Passanten/Radfahrer aufregen. Er schaut halt, was zum Geier die da so verbellen. Und irgendwann legt er sich dann einfach etwas abseits vom Trubel, in meiner Nähe, hin und beobachtet weiter.