Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden

Diskutiere Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo liebe Foris, Einige der Eingesesseneren von euch kennen mich vielleicht noch von früher aus dem Rattenbereich. Nun endlich fängt bei mir...
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freake

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Hallo liebe Foris,

Einige der Eingesesseneren von euch kennen mich vielleicht noch von früher aus dem Rattenbereich. Nun endlich fängt bei mir der nächste große Lebensabschnitt an: Lebensabschnitt Hund. Und wie alles was neu ist, bringt auch dies ein paar unerwartete Hürden und unsicherheiten mit sich. Ich würde mich jetzt mal ganz blöd als mäßig hundeerfahren bezeichnen. Zwar habe ich an der Erziehung der Hündin meiner Mutter mitgewirkt und kenne die Grundlagen und Verhaltensregeln doch jeder Hund ist anders und meine neue Gefährtin und ich sehen uns ab und an mit Fragezeichen in den Augen an...

Jetzt aber erst mal die Rahneninfos...

Name Inka
Alter Laut TH etwa 1,5, wir haben aber den Verdacht, dass sich da ein Fehler eingeschlichen hat und sie nur 1/2 Jahr alt ist (da es aussieht als seien nicht alle Zähne da (ich zähle 40) und sie frisst als wäre sie im Zahnwachstum), das wird am Freitag noch mal bei unserem TA überprüft
Rasse Polnischer Straßenmischling, ganz bestimmt Dackel, viel unbekannt + die üblichen Spekulationen (Fotos folgen)
Herkunft Lokales TH, davor TH in Polen, davor unbekannt
Kastriert Ja - aber nicht sicher, wann
Bei mir seit letzem Samstag, 24.05.2014
Auslastung 3xtäglich spazieren (morgens 30-45 min, Nachmittags nach Zeit und Umgebung 30 min bis 3h, abends 45-60 min + 10-15min Pipigang vor dem zubettgehen), geistig momentan v.a. Grunderziehung und wurf und tobespiele. Außerdem begleitet sie mich im Alltag und meistert neue Situationen und Umgebungen mit Bravur. Viel Kontakt mit anderen Hunden.

Worum gehts? Vorab: Inka hat irgendwann in der Vergangenheit mal ganz böse Erfahrungen gemacht. Fremden Menschen traut sie gar nicht und selbst bei vertrauten gibt es bestimmte Reize die eine Angstreaktion triggern. Für mich sind diese relativ klar nachvollziehbar: Über sie beugen, unbedacht auf sie zugehen, plötzlich den Arm heben, harsche Stimmlage, etc... dann kneift sie den Schwanz ein, duckt sich weg und sucht Versteck oder drückt sich an meine Beine. In der ersten Eingewöhnungsphase war sie generell sehr hörig, zurückhaltend und passiv. Langsam taut sie auf und spielt sehr wild (und herzzerreißend süß), testet ihre grenzen (warum genau dürfen eigentlich die Menschen ins Bett und ich nicht??) und zeigt völlig ungehemmte und aufgeschlossene Zuneigung gegenüber allen die sie schon kennt. Das Komando 'komm' beherrscht sie schon perfekt, Hundeschule geht nächste Woche mit Einzelstunden los. Im TH in De war sie nur ca einen Monat und außer "Das Tier hat sehr viel Angst" war nicht viel über sie bekannt. Dass sie schnell auftauen würde war mir gleich beim ersten Gassi klar, außerhalb der Überforderung und Reizüberflutung auf dem TH Gelände war Inka sofort ein ganz neuer Hund. Auch dass sie jagen würde habe ich mir gleich gedacht..wo Dackel drin ist liegt auch Jagdtrieb vor, oder? Da kommen wir auch schon zum Thema: Jagdtrieb. In der schüchternen Anfangsphase war der Jagdtrieb relativ schwach, sie hat v.a. nach Mäsen gejagt und war (an der langen Leine) immer trotzdem abrufbar. Jetzt wo die Scheu abtaut sieht das ganz anders aus. Heute Morgen im Wald sah sie ein Kaninchen und ist völlig ausgeflippt..schweres Atmen, heftiges Ziehen, schrilles Fiepen...sie hat sich bis Zuhause nicht eingekriegt. Jetzt bin ich mir nicht sicher wie ich mich verhalten muss... Hundeschule gibt es erst ab nächster Woche und jetzt habe ich Sorge, eine falsche Grundlage zu setzen. Gerade wenn sie bald ohne Leine laufen soll habe ich ein ernsthaftes Vertrauensproblem...was wenn sie in den Wald läuft und nicht zurück kommt? Aber erst mal zur konkreten Situation: Hund an der Leine, bekommt Jagdtrieb, zerrt los. Was tun? Hundetrainer sagt immer gleich unterbinden. Aber wie? Machen dass sie aufhört kann ich ja nun nicht... Ablenkung nahm sie zumindest heute morgen nicht an. Leine kurz und Richtung wechseln? Hund hochehmen und wegtragen?(aber könnte das nicht sogar als belohnung empfunden werden?

Außerdem bin ich mir bei manchem nicht sicher ob es als Jagdverhalten zählt und unterbunden werden muss. Buddeln ist verboten - auch wenn sie ein Leckerchen vergräbt? Gibt es Spielarten die wir meiden sollten? Heute ist sie ganz aufgeregt mit einem Knochen durch die Wohnung gelaufen und hat dabei gefiept wie beim Jagen - hatte das etwas mit dem Jagdtrieb zu tun oder war sie nur so aufgeregt über das tolle Fresserl?

Über Rat und Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen. :)

Ganz liebe Grüße,
Frike
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden

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  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #2
Hey,

treulose Tomate ist wieder da ^^

Als erstes :

und wurf und tobespiele.

Wurfspiele sind Jagdsequenzen ! Damit förderst du nur den Jagdtrieb.
Mach lieber Suchspiele, versteck Leckerchen und lass sie schnüffeln.

Aber erst mal zur konkreten Situation: Hund an der Leine, bekommt Jagdtrieb, zerrt los. Was tun?

Umkehren, weglaufen, wenn sie sich auf dich konzentriert, loben.
Klingt einfacher, als es ist ;)
Und den Hund genauestens in Wildgebieten (wenn du die nicht meiden kannst), beobachten. Der ändert seine Körpersprache, wenn er auf Wild aus ist. Sobald das passiert, umkehren, Konzentration auf dich lenken. Am besten, was Tolleres (Leckerlihaufen) zufällig finden > Frauchen ist eine noch tollere Jägerin als ich, ich muss auf sie achten, dann finden wir super Beute.

Hund hochehmen und wegtragen?(aber könnte das nicht sogar als belohnung empfunden werden?

Bei deinem Angsthund hät ich eher Angst, dass sie Panik bekommt. Solche Berührungen können sehr unangenehm sein. Sie beschwichtigt ja auch schon, wenn du dich über sie beugst.

Außerdem bin ich mir bei manchem nicht sicher ob es als Jagdverhalten zählt und unterbunden werden muss. Buddeln ist verboten - auch wenn sie ein Leckerchen vergräbt? Gibt es Spielarten die wir meiden sollten? Heute ist sie ganz aufgeregt mit einem Knochen durch die Wohnung gelaufen und hat dabei gefiept wie beim Jagen - hatte das etwas mit dem Jagdtrieb zu tun oder war sie nur so aufgeregt über das tolle Fresserl?

Sämtliche Wurfspiele - die immitieren das Hetzen von Beute. Auch Leckerlirollen und sowas.
Keine Quitschspielzeuge - der Hund baut sich sonst nur mehr auf, wenn er Beute hat, die quietscht.

Leckerli verbuddeln ist was anderes als aktiv Mäuse ausgraben, kann man erlauben. Ich würde aber eher die Leckerli wechseln, wenn sie dich nicht direkt inhalieren will ;)

Beim Jagen fiept ein guter Jäger eigentlich nicht. Aber wenn sie den Knochen "totschüttelt", würde ich das unterbinden.

Die Angstreaktionen - das würde ich mit dem Trainer, der hoffentlich kompetent ist, angehen. Eventuell legt sich das bei dir allein, wenn sie mehr vertrauen hat - 5 Tage sind ja nichts.
Fremde Menschen müssen aber auch nicht auf Hunde zugehen, da kannst du als Frauchen gut splitten und zwischen Hund und Gefahr sein. Auch das Überbeugen hassen viele Hunde und schlecken direkt - Beschwichtigung. Auf Höhe mit dem Hund gehen und ihm dann Kontakt anbieten, ist deutlich hundefreundlicher.
Auch die harsche Stimmlage bekommt man nicht immer raus - man kann aber auch nett und freundlich, am besten schön leise mit relativ hoher Stimmlage (für Frauen kein Problem) mit dem Hund reden.
Ans Arm heben kann sie sich aber sicher gewöhnen, muss man einfach immer wieder machen, am besten mit Freunden, die das in gewisser Entfernung machen, entspanntes Verhalten (auf dich konzentriert im Idealfall) loben, Abstand verringer, Armhebgeschwindigkeit ändern, verschiedene Orte - aber das kann dir der Trainer sicher auch gut erklären.

Wegen des Jagdtriebs frag ihn mal nach dem automatischen Absitzen, wenn Beute gesehen wird. Kann dir bei einem Sichtjäger gut helfen.
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #3
Eeeeh 'treulose Tomate'...das ist nicht fair! Man hat halt nicht immer Zeit im Leben. =(
;)

Erst mal vielen Dank für die tollen Ratschhläge! =) (und wie immer innerhalb von Minuten! :D)

Was die Angst angeht hab ich ich glaube ich etwas missverständlich ausgedrückt (altes Tablet meines Bruders, das Schreiben ist eine Pein...). Im Umgang mit mir sind die Angstreaktionen jetzt schon völlig weg. Ich kann fuchteln, mich beugen, sie hochheben (das findet sie total geil - ich weniger, sie hat immerhin schon ihre 12kg ^^), ich kann wild mit ihr spielen...wenn ich nicht gerade über dem schlafenden Hund herzhaft niese ist sie mir gegenüber eigentlich völlig entspannt, es sei denn eine Situation überfordert sie (z.B. viele Menschen in der Umgebung -dann versteckt sie sich zwar bei mir, zuckt aber auch vor mir zusammen wenn ich mich falsch bewege). Andere ihr bereits vertraute Menschen in unserem Umfeld, die nicht ich sind müsen da schon vorsichtiger sein - Fremde gehen gar nicht. Die Angst muss natürlich weg, keine Frage, aber ich denke auch mir ist es ganz lieb wenn mein Hund sich nicht von jedem Spinner Fressi ins Maul schieben lässt wenn ich mal ne Minute in die andere Richtung gucke. Das ist allerdings meine geringste Sorge weil ich eine sehr positive Entwicklung sehe...der Jagdtrieb... schon schwieriger. Jetzt gerade musste ich sie davon abhalten ein Loch in den Teppich graben zu wollen...wir waren vorhin erst Gassi und ich mache mich jetzt wieder auf um sie abzulenken und auszupowern. Gibt es noch Tricks wie man sie auf andere Gedanken bringt? Suchspiel habe ich sogar schon so ein Braintrain Brettchen besorgt, aber da sie sich wenig für Leckerchen interessiert hört das Suchen schnell wieder auf.

Fessi ist generell noch schwierig, ich vermute dass es an der Unsicherheit liegt, sie nimmt insgesamt wenig an. (Da sie aber speckig und leicht übergewichtig zu mir kam, weiß ich dass sie an und für sich mit dem Fessen kein Problem hat)
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #4
Ein Hund, der jagt und nicht zuverlässig zurückkommt, wird nicht abgeleint. Das dauert wohl noch ein paar Monate, bis du daran denken kannst (ausgenommen eingezäuntes Gelände). ;) Zumal der Hund erst ein paar Tage da ist.

Ich würde dem Hund weder das Mäuse buddeln verbieten, noch das hetzen/fangen von "Beuteobjekten", á la Ball. Ein Hund, der (stark) jagt, lässt sich nicht vom jagen abhalten, wenn man das Verhalten nur unterdrückt und keine Alternative bietet.
Die Frage ist doch nur, wie damit umgegangen wird.

"Einfach so" im Alleingang nach Mäusen buddeln = Nein.
Nach Freigabe/Kommando Mäuse buddeln = super, kann man sogar als Belohnung einsetzen und Hund kann wenigstens ETWAS seine Bedürfnisse ausleben.

Sinnlose Wurfspiele sollte man natürlich nicht spielen, aber mit Beutespielen kann man auch wunderbar die Impulskontrolle und den Gehorsam schulen. Und man kann einen Hund wunderbar damit belohnen. Ein Hund, der gerade ein Kaninchen hetzen will, freut sich eher mäßig über Leckerlie...

Jagdtrieb unter Kontrolle zu bringen ist manchmal schwer, vor allem dann, wenn die Hunde schon Erfolg mit ihrem Verhalten hatten.

Kennst du dieses Buch? Jagdhunde ohne Jagdschein.
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #5
Also gerade habe ich ausprobiert jedes mal wenn sie das "oh toll ein kleintier"-Gesicht aufsetzt mit großem Trara (guck mal hier boh toll istjageil) und lautem Stampfen in die andere Richtung loszutraben. Hatte zur Folge dass Inka ganz begeistert um mich herum getollt ist und das jagen völlig vergessen hat. Vielleicht haben wir Glück und der Trieb ist nicht so doll. Ich habe halt wirklich die Hoffnung dass ich sie nach 2-3 Wochen von der Leine lassen kann. Ihr Bewegungsdrang ist so groß und sie hat echt nachholbedarf. Da bleibt wohl nichts als warten und hoffen.

Danke für die Buchempfehlung, exe. Wenn du schreibst, kontrolliertes Mäusebuddeln als Belohnung... wie würdest du das Trainingstechnisch angehen? Was unterscheidet denn ein sinnloses Wurfspiel von einem Beutespiel. Meine Mutter z.B. spielt mit ihrer Hündin 3x tägl. mit einer Ballschleuder und seitdem jagt sie nicht mehr... ist das empfehlenswert oder eher nicht?
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #6
Hey,

ich bin ja ein Fan von diesem Buch (der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig für Fachliteratur - und Appetenzverhalten wird als Begriff in meinen Augen falsch verwendet, aber gut) und den grundlegenden Methoden :

Auch ein Jagdhund muss nicht irgendwem nachhetzen (ausser seinem Mensch beim Fangespiel, wenn der Hund es mag), um ausgelastet zu sein.
Und man muss das Jagdverhalten nicht auch noch durch Übung trainieren. Auch wenn der Hund in dem Zeitraum ausgelastet ist, ist er es mal nicht, hat er das volle Training bekommen, um noch erfolgreicher zu jagen. Muss nicht sein.
Ausserdem bekommt man bei Hetzspielen schnell Junkies raus. Schau dir einen Border-Balljunkie an. Sobald der einen Ball sieht, schaltet das Hirn ab. Der Adrenalinkick macht süchtig.

Klar kann der Hund nach Mäusen buddeln - wenn man will, dass er dann auch Mäuse erbeutet und tötet. Muss man ihm aber nicht anbieten. Die Diskussion hatten wir doch auch gerade erst. Katzenhalter sollens nicht dürfen, aber Hunde dürfens, auch noch als Belohnung. Es muss nicht sein, dass man seinen Hund auch noch auf andere Lebewesen hetzt - und das ist es, wenn man den Hund zum Mäusebuddeln animiert.
Das Graben kann man auch gezielter auf nicht lebendige Beute anbieten.

Versteckte Beute (Dummy oder anderes Spielzeug vom Hund - oder eben Futter) oder andere Gegenstände suchen (und bringen, wenn der Hund gern apportiert), Nasenarbeit (mit nicht jagdlicher Fährte !) oder auch Hundesportarten (je nach Gesundheit (gerade, wenn Dackel drin steck) und Neigungen des Hundes) können auch einen Jäger geistig ausreichend auslasten, sodass man den Jagdtrieb im Griff hat. Weg bekommt man den nicht, der Mensch muss weiterhin auf der Hut sein, trainieren, auslasten.

Im Umgang mit mir sind die Angstreaktionen jetzt schon völlig weg. Ich kann fuchteln, mich beugen, sie hochheben (das findet sie total geil - ich weniger, sie hat immerhin schon ihre 12kg ^^), ich kann wild mit ihr spielen...wenn ich nicht gerade über dem schlafenden Hund herzhaft niese ist sie mir gegenüber eigentlich völlig entspannt, es sei denn eine Situation überfordert sie (z.B. viele Menschen in der Umgebung -dann versteckt sie sich zwar bei mir, zuckt aber auch vor mir zusammen wenn ich mich falsch bewege). Andere ihr bereits vertraute Menschen in unserem Umfeld, die nicht ich sind müsen da schon vorsichtiger sein - Fremde gehen gar nicht. Die Angst muss natürlich weg, keine Frage,

Erwarte nicht zu viel. Nicht alle Hunde sind gut Freund mit allen Menschen, gibt genug, die reserviert sind und die man einfach nicht ständig mit einer Meute Fremde zusammenbringen kann, weil sie schier überfordert sind.
Man kann auch nicht jeden Hund überall hin mitnehmen, dafür sind einfach nicht alle gemacht. (Grosses Problem in der Hundeschule, weil die Halter nicht verstehen wollen, warum ihr Hund in solchen Situationen dann angstaggressiv reagieren, andere aber ganz lässig bleiben. Da reden Hundetrainer öfter mal gegen Wände.)

Dass sie dir schon vertraut, ist super. Bau das Verhältnis aus, sodass du ihr Sicherheit geben kannst. Aber erwarte nicht, dass sie später entspannt rumliegt, wenn Fremde in ihrer Nähe sind. Die Entwicklung könnte zwar kommen, aber ein Muss ist das nicht. Sie soll in den Situationen Sicherheit von dir spüren und du musst notfalls splitten und sie aus den Situationen rausholen (hinter dir ablegen oder eben Heim bringen bzw. gar nicht erst mitnehmen).
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #7
Auch ein Jagdhund muss nicht irgendwem nachhetzen (ausser seinem Mensch beim Fangespiel, wenn der Hund es mag), um ausgelastet zu sein.
Und man muss das Jagdverhalten nicht auch noch durch Übung trainieren. Auch wenn der Hund in dem Zeitraum ausgelastet ist, ist er es mal nicht, hat er das volle Training bekommen, um noch erfolgreicher zu jagen. Muss nicht sein.
Ausserdem bekommt man bei Hetzspielen schnell Junkies raus. Schau dir einen Border-Balljunkie an. Sobald der einen Ball sieht, schaltet das Hirn ab. Der Adrenalinkick macht süchtig.
Es geht nicht um Hetzspiele, sondern darum, einen Hund bedürfnissbezogen zu belohnen und die Impulskontrolle, sowie den Gehorsam an bewegten Objekten zu verbessern. Das sieht ein bissl anders aus, als Ball werfen und bringen lassen. Ich dachte, das wäre deutlich geworden.

Klar kann der Hund nach Mäusen buddeln - wenn man will, dass er dann auch Mäuse erbeutet und tötet. Muss man ihm aber nicht anbieten. Die Diskussion hatten wir doch auch gerade erst. Katzenhalter sollens nicht dürfen, aber Hunde dürfens, auch noch als Belohnung. Es muss nicht sein, dass man seinen Hund auch noch auf andere Lebewesen hetzt - und das ist es, wenn man den Hund zum Mäusebuddeln animiert.
Das Graben kann man auch gezielter auf nicht lebendige Beute anbieten.
Auch hier wieder, wurde nicht verstanden, worum es geht. Einen Hund, der für die Jagd brennt, der muss - will man nicht über starke Strafreize arbeiten - eine vernünftige Belohnung bekommen, um gewünschtes Verhalten zu etablieren. Wenn der Hund nun gerade das Bedürnis hat, einen Vogel zu jagen und ich ihn erfolgreich abrufen kann, dann muss ich ihn mit etwas sehr hochwertigem belohnen. Das kann, nach Training, das buddeln sein, genauso wie das Vorstehen oder das fangen von einem Ball. Der Hund soll nicht stundenlang über einem Mauseloch hängen und Mäuse fangen, sondern die Freigabe zum Buddeln als "SUPER!" empfinden. Siehe hier:

Versteckte Beute (Dummy oder anderes Spielzeug vom Hund - oder eben Futter) oder andere Gegenstände suchen (und bringen, wenn der Hund gern apportiert), Nasenarbeit (mit nicht jagdlicher Fährte !) oder auch Hundesportarten (je nach Gesundheit (gerade, wenn Dackel drin steck) und Neigungen des Hundes) können auch einen Jäger geistig ausreichend auslasten, sodass man den Jagdtrieb im Griff hat. Weg bekommt man den nicht, der Mensch muss weiterhin auf der Hut sein, trainieren, auslasten.
Es geht nicht um AUSLASTUNG, sondern um Erziehung (bzw. Belohnung)!
Jagdtrieb ist drin, oder nicht. Da kannst du den Hund auslasten wie du willst. Wir reden hier ja nicht von Hunden, die aus Langeweile mal stiften gehen.

Und wieso darf die Fährte nicht aus Schweiß/Blut sein? Wieso der Dummy nicht aus Fell?
So lange der Hund unter Kontrolle steht, ist doch alles in Ordnung. Und das will man hier doch erreichen.
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #8
Und wieso darf die Fährte nicht aus Schweiß/Blut sein? Wieso der Dummy nicht aus Fell?

Weil man sich das Leben unnötig schwer macht, wenn man ihn auf Dinge fixiert, die er auch im Flur finden würde.
Warum muss man das tun ? Andere Gerüche und Gegenstände kann man genauso und damit kontrollierter verwenden.

Klar ist das Belohnung, wenn der Hund dann buddeln darf. Aber auf Kosten von anderen Lebewesen, was nicht sein muss.

Und das ein Hund nicht gescheit belohnt werden darf, hab ich nie gesagt ;) Aber man kann ihn auch bedacht belohnen, ohne sich das Leben schwerer als nötig zu machen und ohne, dass man andere Lebewesen stresst oder gar töten lässt.
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #9
Weil man sich das Leben unnötig schwer macht, wenn man ihn auf Dinge fixiert, die er auch im Flur finden würde. Warum muss man das tun ? Andere Gerüche und Gegenstände kann man genauso und damit kontrollierter verwenden.
Es gibt Hunde, die darauf sehr motiviert reagieren und es kommt ihrer "ursprünglichen" Aufgabe deutlich näher, als ne Wurstfährte... es ist realistischer, ein Hund ist doch auch nicht doof.

Und das ein Hund nicht gescheit belohnt werden darf, hab ich nie gesagt ;) Aber man kann ihn auch bedacht belohnen, ohne sich das Leben schwerer als nötig zu machen und ohne, dass man andere Lebewesen stresst oder gar töten lässt.
Es ist aber Fakt, dass ein Hund in Jagdstimmung am besten mit einer "jagdlichen Handlung" belohnt werden kann. So ein Verhalten lässt sich nur bedingt unterbinden. Und dieses "die aaaaarmen Feldmäuse! Die Wohnung stürzt ein!"-Gejaule kann ich auch nur bedingt verstehen. Der Hund soll kurz buddeln, nicht ganze Gänge freilegen. Jeder wie er mag.
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #10
Soweit ich verstanden habe, meint exe mit dem Jagdersatz Übungen wie etwa das Training an der Reizangel, wo in erster Linie die Kontrolle des Jagdtriebs gefördert wird und nicht das sinnlose Belohnungsverhalten dafür, dass der Hund die Beute kriegt.
Ich verstehe schon, was Nienor meint, wenn sie sagt, dass es anderenfalls den Jagdtrieb noch fördern kann, die Meinung hat mein alter Trainer auch vertreten, aber andererseits habe ich nur die Erfahrung gemacht, dass das eine gute Impulskontrolle ist, auch ein bekannter Förster hat seine Wachtelhunde alle damit gearbeitet und sie gehen ihm soweit ich weiß bei der Jagd nicht durch.
Ich denke außerdem, dass es effektiver ist, den Hund mit einen Geruch zu trainieren, auf den er gerade stark reagiert, um ihn gerade im Ernstfall händeln zu können. Was wäre sonst der Sinn der Übung, wenn das Tier bei der provokanten Fährte/ dem reizvollen weglaufenden Fellbüschel hinterherrennt?
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #11
Was unterscheidet denn ein sinnloses Wurfspiel von einem Beutespiel. Meine Mutter z.B. spielt mit ihrer Hündin 3x tägl. mit einer Ballschleuder und seitdem jagt sie nicht mehr... ist das empfehlenswert oder eher nicht?
Ob das Spiel mit der Ballschleuder empfehlenswert ist, ist davon abhängig, wie es gemacht wird.
Wird der Ball immer nur möglichst weit geworfen und alles andere ist egal, dann halte ich es für nicht empfehlenswert.
Auch nicht, wenn die Abläufe immer nach dem selben Muster laufen. Dann weiß der Hund nach kurzer Zeit sowieso alles besser.

Eine Ballschleuder haben wir hier auch. Rocky muss ruhig neben warten. bis ich ihm den Befehl "Apport" gebe.
Die Wiesen auf denen ich übe sind keine "Golfplätze". Der Ball oder Dummy ist somit nicht sichtbar und Hund (und Mensch) muss sich die Fallstelle merken.
Manchmal laufe ich vorher um ihn herum und danach kommt der Befehl.
Manchmal hole ich es selber (wenn er z. B. nicht ruhig wartet).
Manchmal wird der Ball an einem Abhang oder einer Geländestufe hoch oder runter geworfen.
Oder Rocky wartet alleine und ich werde das Dummy bzw. den Ball aus einer anderen Perspektive.
Schwierig wird es für den Hund auch, wenn er die Fallstelle durch ein Gebüsch oder ähnliches verdeckt ist.
Varianz ist gefragt, damit der Hund auch seinen Kopf anstrengen muss ;)
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #12
Mal abgesehen von der generellen Frage:
Ist das:
morgens 30-45 min, Nachmittags nach Zeit und Umgebung 30 min bis 3h, abends 45-60 min + 10-15min Pipigang vor dem zubettgehen
nicht ein bisschen viel? Wenn der Hund tatsächlich erst ein halbes Jahr alt ist, wie du vermutest, und zu dem vielen Laufen auch noch andere Aktivitäten (im Alltag begleiten?) hinzukommen, ziehst du dir so ganz schnell eine Arbeitsmaschine ran. Mir fehlen bei dem Programm so ein bisschen die Pausen... :eusa_think:

Zudem wäre fetzen/fangen in dem Alter auch nicht so super für die Knochen/Sehnen, oder?
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #13
Zunächst vielen Dank für die vielen Informationen, verschiedenen Meinungen und hilfreichen Buchempfehlungen! =)

Slate-Blue, das über die Wurfspiele ist super aufschlussreich, danke dafür!

FinnFinn... so rum habe ich das ehrlich gesagt gar nicht bedacht. Sie hat halt irre Hummeln im Hintern und manchmal schnappe ich mir den Hund und gehe zumindest zwei mal ums Haus weil sie in der Bude auf und ab fetzt. Daher habe ich erst mal möglichst ausgiebige Gassizeiten festgelegt damit sie sich gut auspowern kann - zumal man an so einer blöden langen Leine auch nicht so viel laufen kann. Was denkst du denn, wieviel Ruhepausen sollte man denn einlegen? Also es ist nicht so wie es vielleicht klingt, dass wir ständig auf Jück sind, sie liegt schon auch viel in der Ecke rum und döst oder beobachtet oder schläft. Im Alltag begleiten heißt im Moment, da ich in der Vorbereitungsphase für meinen Abschlussfilm bin, hauptsächlich entweder ich sitze zuhause und schreibe, oder wir sind im Schnittraum (heißt kleiner Raum mit Schreibtisch, neben mir noch eine andere Person anwesend, mit der sie sehr gut kann), dort schläft sie viel unter dem Schreibtisch oder schnüffelt herum. (Auf lange Sicht wird es halt regelmäßig Schnittraum sein.) Es gibt schon auch Herausforderungen wie neue Orte oder unbekannte Handlungen, am Montag fahren wir zusammen Bus...aber es steht nicht jeden Tag was neues an. =) Zuhause handhabe ich es im Moment einfach so, dass wir am Nachmittag dann raus gehen, wenn sie anfängt gelangweilt zu wirken oder Unsinn zu machen... Woran sollte man sich denn am Besten orientieren, beim Festlegen der Gassizeiten?

Alter ist noch nicht bestätigt, wir müssen leider noch bis montag auf unseren TA Termin warten. Ich will gar nicht groß rumspekulieren da manches für das eine, manches für das andere spricht. Sie ist halt wie ich es verstanden habe schon in Polen kastriert worden und die Narbe sieht nicht sehr frisch aus (ist ja erst etwa einen Monat in Deutschland), wenn sie wirklich nur ein halbes Jahr alt wäre, wäre das eine Katastrophe...

Thema Jagdtrieb ist noch in Bearbeitung. Ablenkmanöver und Spielchen klappen bisher sehr gut...wenn der Schwanz und die Ohren hochschießen, trabe ich mit größter Begeisterung in die andere Richtung - bisher mit großem Erfolg. Gestern Abend hatten wir eine Situation in der alles nicht half, da war aber auch wirklich etwas direkt vor ihrer Nase ins Unterholz gepest, da half nur weitergehen und durchhalten. Die Hündin meiner Mutter, Nelli, war auch mit dabei und ist in solchen Situationen sehr souverän (sie ist Inka in vielerlei Hinsicht extrem ähnlich, aber "schon" 3,5 und wohlerzogen und sehr selbstbewusst) und hat sie dann ein bisschen mit aus der Situation geleitet.

Ihre Angst entwickelt sich großartig...Gerade sind wir bei meiner Familie und beide meine Eltern sind im Haus. Heute Morgen als die Schlafzimmertür aufging peste Inka voller Begeisterung mit wedelndem Schwanz raus und ging die Familie begrüßen. Keine Spur von Angst. Mein Bruder ist ihr nicht ganz geheuer, aber es gibt zwei feste Rückzugsräume die wenn der Hund da ist und Angst hat niemand außer mir betritt und es gibt in jedem Raum mindestens ein zu drei Seiten geschütztes Versteck wo man sich spontan zurückziehen kann wenn man eine Situation nicht ganz durchschaut hat. Anfangs hat sie dieses Angebot oft genutzt, und aus der sicheren Höhle die Situation beobachtet und neu bewertet. Inzwischen geht sie zwar manchmal wenn sie sich nicht sicher ist auf die Verstecke zu, als wolle sie für den Fall den Fluchtweg verkürzen, zieht sich aber nur noch selten komplett zurück. Vor allem aber ist die Grundanspannung weg, sie trottet durch die Gegend und ist völlig beschäftigt, ohne sich ständig umzugucken, ohne zu zucken wenn jemand aufsteht oder vorbeigeht...

Auch Leckerchen und Futter wird einfacher...gierig ist sie nur bei wenigen ausgewählten Sachen, aber so ein Leckerchen als Belohnung wird gleich verputzt, statt es wie anfangs abzulehnen oder ewig durch die Gegend zu tragen. (Hundetrainer sagt: Ist normal in der Eingewöhnungsphase, vor allem bei einem verängstigten Hund. Ist ja auch eine Sache des Vertrauens.)
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #14
Leider hab ich´s erst heute gesehen... :uups:

Generell solltest du nicht dann rausgehen, wenn sie grade voll am Abdrehen ist oder dich gar nervt. Sonst lernt sie, das sie dich nur nerven muss, damit sie bekommt, was sie will (rausgehen in dem Fall). Am Besten erstmal ignorieren und erst dann rausgehen, wenn sie sich beruhigt hat. Oder zuvorkommen und gehen, solange sie noch nicht aufdreht. Hört sich ja an, als könntest du das ganz gut abschätzen.

Natürlich ist es ein bisschen doof, das sie ja noch an der Leine bleiben muss. Aber auch da kannst du sie ganz gut auslasten. Hierzu gehört ja nicht nur stures Laufen, sondern auch ein bisschen Training, Unterordnung, Kommandos, Impulskontrolle. Alles, was du später im Freilauf brauchen wirst. Also mal hoch auf ne Bank, sitzen lassen, wieder runter. Leckerlies in´s Gras werfen und suchen lassen. Mit nem Ast zergeln. Sitzen lassen, Ball rollen und hinterherschicken. Abrufen und belohnen. Und zwischendurch natürlich auch viel Schnüffeln lassen!

Ich bin eh kein Fan von festen Zeiten zum Laufen oder beim Tagesablauf. Es kann immer mal vorkommen, das etwas anders ist, und sei es nur, das du Krank bist und mal nen ganzen Tag zuhause. Ist doch irgendwie langweilig, wenn´s immer zur gleichen Zeit Futter, Gassi, Spielen etc. gibt.

Was sagt denn der TA?

Generell hört sich das doch schon sehr gut an... Ich bin für einen Vorstellungsthread! :mrgreen:
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #15
Wichtig ist an der Erziehung zu arbeiten - das Spielen kommt später und ist "Belohnung". Bälle werfen - sich um ein altes Handtuch raufen - ist reines Jagdverhalten... Es ist gut zum Auspowern - kontrolliert wohlgemerkt/ das Kommando "aus" sollte geübt werden - immer mal wieder - du bestimmst - nicht der Hund - aber sonst reizt es das Tier nur sehr auf... Vielleicht solltest du dir überlegen ein "Hirntraining" einzusetzen - Suchspiele - (auch Jagdverhalten - aber das funktioniert nur kontrolliert - ist der Hund unkonzentriert - kann er auch nicht suchen)...
Verschreckt wird sie sein - versucht sie dort abzuholen wo sie derzeit ist... Also keine ruckhaften bewegungen - mit ruhiger Stimme sprechen - kein Schreien... Ich habe selber so eine Hündin - mittlerweile wird sie beleidigt wenn man etwas lauter wird - sie folgt aufs Wort - aber laut mag sie gar nicht... Aber sie braucht sehr viel Anlehnung - also bekuschelt werden wenn sie brav war - streicheln - Lob und nochmals Lob...
Und ein zweiter Hund im "Rudel" ist nie was schlechtes - sie lernen sehr viel voneinander - und nicht zuviel durchgehen lassen - du bestimmst...
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #16
Jetzt wo du es sagst, macht Sinn, Unsinn nicht mit Gassi zu belohnen... :D

TA war sehr beruhigend: Hund gesund, fit, vollständig geimpft (man weiß ja nie, wenn die so von Tierheim zu Tierheim wandern...und ich kann diese Stickerchen nur begrenzt entschlüsseln :D), Alter ist wie angegeben, Januar 2013 hält er für sehr glaubhaft. Wir wollen noch mal nachforschen wann die Kastration war, aber da sie beim Spazieren häufig markiert sagt er, vermutlich war sie ein mal läufig vorher und mehr braucht man ja nicht. Einen leichten Zangenbiss hat sie aber der ist nicht weiter schlimm.

Einen Vorstellungsthread zu machen hatte ich schon überlegt...es ist tatsächlich daran gescheitert dass ich das Kabel nicht finde, um meine 1.000.000 Fotos auf den PC zu holen...XD Ich begebe mich mal auf die Suche =)


Aber noch mal zurück zu den Kommunikationshürden...wir haben eine Neue. Was denkt ihr zum Folgenden:

Auf einem Spaziergang hat meine liebe Inka plötzlich ihre eigene Stimme entdeckt. (Ein wunderschönes volltöniges, tief-brustiges WUFF! :mrgreen:) Vorher habe ich sie kein einziges Mal bellen gehört. Nelli hat für irgendwas Raudau gemacht und eh sie merkte wie ihr war, stimmte Inka mit ein. Offenbar fühlte sich das super an, denn sie rannte eine ganze Weile aufgeregt schwanzwedelnd herum und rief immer wieder: WUFF! Wuff-wuff-wuff! In der Situation habe ich es kommentarlos zugelassen, aber ignoriert und nicht bestärkt.
Jetzt hat es sich zu vier verschiedenen Sorten von Lautgeben entwickelt:
Sorte 1: Beim spazieren sie spielt mit einem anderen Hund, tobt, bellt dabei ab und an. Fand ich jetzt - korrigiert mich wenn ich falsch liege - völlig natürlich und in Ordnung.
Sorte 2: Beispielsituation wir sind vor einem Eiscafé, Inka die Heldin ganz brav und augenscheinlich entspannt unter dem Tisch. Enter: Eine Frau mit Kinderwagenn. Inka guckt, schaut mir dann ins Gesicht und sagt einmal relativ verhalten und nicht sehr laut: "Wuff!" Schien mir wie so ein melden ... "He Frauchen da kommt was komisches, guckste mal ob damit alles so seine Richtigkeit hat?" Impulsiv habe ich also einfach gesagt "Jo Inka, hab ich gesehen, ist ok, die darf das." Dann hat sie sich wieder abgelegt und die Augen wieder zu gemacht. Ist dieses Anmelden einer beunruhigenden Sache gewünscht, oder ist es ein Ungehorsam, was denkt ihr?
Sorte 3: Inka liegt im Hof, draußen geht einer vorbei, sie läuft zum Tor und bellt als hielte sie sich für einen Wachhund. (Gleiches ist auch ein mal im Haus vorgefallen). Halte ich für ein Fehlverhalten, habe sie als Konsequenz umgehend rein geholt. ...richtig so?
Sorte 4: Sie hat ihre Angst eigentlich super abgelegt, habe sie seit Tagen vor nichts mehr wegscheuen gesehen. (Außer beim TA ein Wenig, aber das war schon in Ordnung) Jetzt gibt es aber eine Sache, die sie wirklich beklemmend findet: Ein Mann betritt den Raum und trägt etwas auf dem Arm. Aber anders als anfangs dass sie einfach wegscheut ist sie nun schon zwei mal stattdessen in Bellen ausgebrochen, aber gleichzeitig in ihr gewohntes Versteck gelaufen und hat von da noch ein paar mal Laut gegeben bevor Ruhe war. Jetzt bin ich im Konflikt. Eienrseits kommt es mir wie Fehlverhalten vor...auch wenn er ihr Unheimlich ist, sollte sie ja keinen so unhöflich anmaulen, und in geschlossenen Räumen ist Bellen doch sowieso nicht erwünscht...andererseits hat sie sich halt erschrocken, wenn mir von hinten einer BUH sagt, sage ich auch erst ein paar böse Wörter bevor ich mich abgeregt habe. Ich habe es jetzt einfach ignoriert und die Tür hinter ihr geschlossen bis sie sich beruhigt hat. (Dazu sei erklärt: Es ist immer die gleiche Person, vor der Inka gelegentlich Zuhause noch Angst hat, nämlich mein Bruder. Daher gibt es einen Raum im Haus, den mein Bruder unter keinen Umständen betritt, sodass Inka sich, wenn sie überfordert ist, dort hin zurück ziehen und dort sicher fühlen kann. Das nutzt sie auch sehr souverän, wenn er reinkommt und er ihr nicht ganz geheuer ist, geht sie bis in den Raum, beobachtet einen moment durch die Tür ob alles ok ist, kommt dann wieder an ihren Platz nachdem sie die Situation für harmlos erklärt hat. Und dorthin läuft sich auch, wenn sie ihn anbellt und ruft dann von unter dem Bett heraus wie ungeheuerlich sie das alles findet. Die Tür hinter ihr zu machen ist also nicht als Strafe gemeint, sondern um ganz klar zu machen, dass ihr niemand hinterher kommt. Als ich sobald Ruhe war wieder auf gemacht habe, lag sie beide male im Körbchen...) Ist meine Reaktion in euren Augen richtig, oder wie sollte ich mich verhalten? Einen verängstigten Hund kann ich ja nicht obendrein noch tadeln, also fiel mir außer die Situation entschärfen und ihr "Fehlverhalten" ignorieren nichts besseres ein...was denkt ihr?
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #17
Zu deinen Bell-Situationen.

Nr. 1, das Bellen im Spiel. Mich stört das schlicht weg, ich unterbinde das bzw. gab es das bei uns nie. Der Hüti von meinem Freund macht das auch, aber eben weil er hetzt und versucht alles beisammen zu halten. Mich nervt es und bevor mein Hund zum Dauerkläffer wird, wenn er spielt - und das tut er oft - habe ich das einfach abgeschafft.
Aber jedem das seine. Bei ein, zwei Freudenkläffern musst du dir da keine Gedanken machen wenn du damit zurecht kommst.

Nr. 2, völlig in Ordnung und meiner Meinung nach super. Sie meldet dir, dass für sie etwas komisch ist und sagt dir damit, dz sollst danach sehen. Du hast richtig gehandelt und keinen großen Murks draus gemacht. Ihr gesagt, es ist alles cool, keine Sorge. Also hat sie weitergeschlafen. Ganz normal so, sie kennt ja auch sicher die ein oder anderen Dinge noch nicht.
Meine wufft heute noch bei gewissen Sachen einmal kurz und schaut mich an. Dann sag ich 'hey, kein Drama, alles ok' und gut ist.

Nr. 3
Tja. Sie bewacht 'ihr' Grundstück. Hundetypisches Verhalten und wie ich finde auch nicht unbedingt 'falsch'. Solange der Hund nicht aus purer Langeweile den ganzen Tag am Zaun steht und alles ankläfft ist das auch weitgehend normal, bzw. fühlt sich der Hund in der Aufgabe, alles im Blick zu haben.
Du kannst ihr das unterbinden und ihr klar machen, es ist deine Aufgabe ODER diese Aufgabe ihr überlassen. Auch hier wieder: ich mag's nicht. Nicki hat am Zaun nicht zu bellen, sie hat gelernt, wenn ich mit draußen bin braucht sie sich nicht drum kümmern sondern kann entspannen. Ich hab ihr Alterniven geboten in diesen Situationen und das Thema war ziemlich schnell erledigt.

Die anderen im Haus sieht sie nicht so sehr als Kompetenzpersonen. Heißt, bin ich im Haus und der Rest im Garten mit dem Hund, kläfft sie schon auch mal. Kann ich nicht ändern, müssten die anderen regeln.

Situation 4:
Für mich absolut kein Fehlverhalten, sondern Angst vor Ungewissem, vor etwas das sie schlicht weg nicht kennt. Sie dafür zu unterbinden oder gar zu schimpfen, würde ihre Angst nur verschlimmern oder gegen dich wenden. Du musst da mit positiver Bestärkung ran und ihr zeigen, dass es völlig normal ist. Ignoriere bellen oder sonstiges, sie darf sich auch verstecken, das ist sehr gut und viel besser als wenn sie beispielsweise nach vorne gehen würde. Auch das machen manche Hunde aus Angst. Und dann musst du einfach weiter - auch mit deinem Trainer - an dem Angstproblem arbeiten.

Das ist ungefähr so wie das wuffen im Cafe. Sie kennt solche Situationen einfach nicht. Manche Menschen gehen nur zurück wenn sie vor etwas Angst haben, andere schreien. Überlege mal, dir hält jemand von einer Minute auf die andere eine Vogelspinne vor die Nase. Würdest du da auch 'nur' zurückschrecken?;)
 
  • Jagdtrieb und andere Kommunikationshürden Beitrag #18
Jetzt wo du es sagst, macht Sinn, Unsinn nicht mit Gassi zu belohnen... :D

TA war sehr beruhigend: Hund gesund, fit, vollständig geimpft (man weiß ja nie, wenn die so von Tierheim zu Tierheim wandern...und ich kann diese Stickerchen nur begrenzt entschlüsseln :D), Alter ist wie angegeben, Januar 2013 hält er für sehr glaubhaft. Wir wollen noch mal nachforschen wann die Kastration war, aber da sie beim Spazieren häufig markiert sagt er, vermutlich war sie ein mal läufig vorher und mehr braucht man ja nicht. Einen leichten Zangenbiss hat sie aber der ist nicht weiter schlimm.

Einen Vorstellungsthread zu machen hatte ich schon überlegt...es ist tatsächlich daran gescheitert dass ich das Kabel nicht finde, um meine 1.000.000 Fotos auf den PC zu holen...XD Ich begebe mich mal auf die Suche =)


Aber noch mal zurück zu den Kommunikationshürden...wir haben eine Neue. Was denkt ihr zum Folgenden:

Auf einem Spaziergang hat meine liebe Inka plötzlich ihre eigene Stimme entdeckt. (Ein wunderschönes volltöniges, tief-brustiges WUFF! :mrgreen:) Vorher habe ich sie kein einziges Mal bellen gehört. Nelli hat für irgendwas Raudau gemacht und eh sie merkte wie ihr war, stimmte Inka mit ein. Offenbar fühlte sich das super an, denn sie rannte eine ganze Weile aufgeregt schwanzwedelnd herum und rief immer wieder: WUFF! Wuff-wuff-wuff! In der Situation habe ich es kommentarlos zugelassen, aber ignoriert und nicht bestärkt.
Jetzt hat es sich zu vier verschiedenen Sorten von Lautgeben entwickelt:
Sorte 1: Beim spazieren sie spielt mit einem anderen Hund, tobt, bellt dabei ab und an. Fand ich jetzt - korrigiert mich wenn ich falsch liege - völlig natürlich und in Ordnung.
Sorte 2: Beispielsituation wir sind vor einem Eiscafé, Inka die Heldin ganz brav und augenscheinlich entspannt unter dem Tisch. Enter: Eine Frau mit Kinderwagenn. Inka guckt, schaut mir dann ins Gesicht und sagt einmal relativ verhalten und nicht sehr laut: "Wuff!" Schien mir wie so ein melden ... "He Frauchen da kommt was komisches, guckste mal ob damit alles so seine Richtigkeit hat?" Impulsiv habe ich also einfach gesagt "Jo Inka, hab ich gesehen, ist ok, die darf das." Dann hat sie sich wieder abgelegt und die Augen wieder zu gemacht. Ist dieses Anmelden einer beunruhigenden Sache gewünscht, oder ist es ein Ungehorsam, was denkt ihr?
Sorte 3: Inka liegt im Hof, draußen geht einer vorbei, sie läuft zum Tor und bellt als hielte sie sich für einen Wachhund. (Gleiches ist auch ein mal im Haus vorgefallen). Halte ich für ein Fehlverhalten, habe sie als Konsequenz umgehend rein geholt. ...richtig so?
Sorte 4: Sie hat ihre Angst eigentlich super abgelegt, habe sie seit Tagen vor nichts mehr wegscheuen gesehen. (Außer beim TA ein Wenig, aber das war schon in Ordnung) Jetzt gibt es aber eine Sache, die sie wirklich beklemmend findet: Ein Mann betritt den Raum und trägt etwas auf dem Arm. Aber anders als anfangs dass sie einfach wegscheut ist sie nun schon zwei mal stattdessen in Bellen ausgebrochen, aber gleichzeitig in ihr gewohntes Versteck gelaufen und hat von da noch ein paar mal Laut gegeben bevor Ruhe war. Jetzt bin ich im Konflikt. Eienrseits kommt es mir wie Fehlverhalten vor...auch wenn er ihr Unheimlich ist, sollte sie ja keinen so unhöflich anmaulen, und in geschlossenen Räumen ist Bellen doch sowieso nicht erwünscht...andererseits hat sie sich halt erschrocken, wenn mir von hinten einer BUH sagt, sage ich auch erst ein paar böse Wörter bevor ich mich abgeregt habe. Ich habe es jetzt einfach ignoriert und die Tür hinter ihr geschlossen bis sie sich beruhigt hat. (Dazu sei erklärt: Es ist immer die gleiche Person, vor der Inka gelegentlich Zuhause noch Angst hat, nämlich mein Bruder. Daher gibt es einen Raum im Haus, den mein Bruder unter keinen Umständen betritt, sodass Inka sich, wenn sie überfordert ist, dort hin zurück ziehen und dort sicher fühlen kann. Das nutzt sie auch sehr souverän, wenn er reinkommt und er ihr nicht ganz geheuer ist, geht sie bis in den Raum, beobachtet einen moment durch die Tür ob alles ok ist, kommt dann wieder an ihren Platz nachdem sie die Situation für harmlos erklärt hat. Und dorthin läuft sich auch, wenn sie ihn anbellt und ruft dann von unter dem Bett heraus wie ungeheuerlich sie das alles findet. Die Tür hinter ihr zu machen ist also nicht als Strafe gemeint, sondern um ganz klar zu machen, dass ihr niemand hinterher kommt. Als ich sobald Ruhe war wieder auf gemacht habe, lag sie beide male im Körbchen...) Ist meine Reaktion in euren Augen richtig, oder wie sollte ich mich verhalten? Einen verängstigten Hund kann ich ja nicht obendrein noch tadeln, also fiel mir außer die Situation entschärfen und ihr "Fehlverhalten" ignorieren nichts besseres ein...was denkt ihr?

1.ist okay.

2. ich würde eine Mama mal fragen ob dein Hund mal reinsehen darf.... Hund erkennt - da drinnen ist keine Gefahr.

3. Ich würde ihr die Bellerei nicht durchgehen lassen...Kommando aus -und sie darf raussehen.. heisst - keine Gefahr - Hund akzeptiert Spaziergänger , Radfahrer etc... du nimmst ihn dadurch die Angst.

4. Warum hat sie Angst,du willst einen Familienhund.. Er braucht keine Bestrafung, er braucht jemanden der Deeskaliert, und wenn es dein Bruder ist der ihr durch sein Reinkommen erklärt "alles in Ordnung" - vielleicht kann er sich angewöhnen das Haus mit den Worten "ich bin da" zu betreten - da akzeptiert das ein Hund leichter und hat keine Angst vor Einbrechern....Ist der Hund eingewöhnt weiss er wer da kommt, erkennt euch an den Schritten aber bis dahin meldet euch an wenn ihr reinkommt, ihr Deskaliert die Situation für den Hund und auch ein schwarzer Mantel,Postpaket wird nicht als Gefahr genommen wenn der Hund weiss - ach - dass ist der X - und der ist es auch wenn man sein Gesicht nicht sehen kann..


Indem du sie aus der Situation rausnimmst machst du ihr Angst, muss ja was schreckliches sein wenn das Frauli mit mir ins Haus flüchtet wenn ich belle weil ich was gehört habe..., geh offen damit um - den Spaziergänger grüssen - den Radfahrer auch... ist alles kein Problem. Türen würde ich nicht schliessen, lass sie offen -sie soll lernen - wenn ich verunsichert bin - ist mein Mensch da, das ist viel hilfreicher wie das Weglaufen (im Strassenverkehr kann sowas ins Auge gehen)...
 
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