Dein erster Posting war ja irgendwas mit "Ich werde im Moment mehr und mehr zum Kastrationsfan...",
Ach so, ja, was aber an der Dummheit der Leute liegt, nicht an vernünftigen Gründen.
HD/ED ist generell ein schweres Thema, aber wenn es genetisch ist (was ich soweit schon denke), dann höchstens als genetische Disposition. Äußere Faktoren spielen also eine entscheidende Rolle, wann und ob es überhaupt soweit kommt. Laut der neuen Studie bei den Golden- und Labrador Retrievern kann man durchaus davon ausgehen, dass die Kastration (vor allem die Frühkastration) eine der Faktoren ist. Wobei es natürlich bei solchen Studien schwer ist zu sagen, ob die HD/ED z.B. nur von dem Übergewicht ausgeht, welches die schon bekannte Folge der Kastration sein kann. Es ist in die Richtung einfach viel mehr Forschung nötig und viel mehr und genauere Studien, am Besten natürlich zu allen Rassen.
1. Das mit der Disposition ist klar, dass da noch andere Faktoren reinspielen ebenfalls, deswegen predige ich auch immer, wenn Kastration, erst NACH Abschluss des Knochenwachstums (bzw. zusätzlich natürlich bei Hündinnen nach der 1.Läufigkeit).
2. Es gibt auch Studien mit Versuchshunden, d.h. Faktoren wie Ernährung, Wachstumsrate, Übergewicht etc. werden da ausgeschlossen. Allerdings kenn ich auch eine Studie, wo bei Beaglen nachgewiesen wurde, dass eine Kastration mit 10 Wochen keine Auswirkungen hat. Ich bin trotzdem dagegen. Man wird es sich denken können, diese Studien kommen aus dem Amiland, wo man einen Welpen ja auch gechipt, geimpft, entwurmt, kastriert vom Züchter bekommt.
Das ist auch der Punkt: Es gibt wenig Studien, Forschungsergebnisse, Fallberichte etc.. Es müssen sich dafür ja auch Sponsoren finden - und tut mir leid das zu sagen, aber für viele Tierärzte sind Kastrationen nun mal eine große Einnahmequelle und die Kastration kann das Leben mit einem Hund für den Menschen durchaus vereinfachen. [...] Das Interesse für Forschung in diese Richtung ist einfach nicht besonders groß.
Das würde ich so nicht unterschreiben. Also schon, dass einige Tierärzte die Organe von Rüden und Hündinnen als Geldeinnahmequelle sehen, aber nicht, dass kein Forschungsinteresse besteht. Das besteht definitiv und sei es nur, um zu beweisen, dass die Kastration eben keine Auswirkung hat auf Probleme im Knochenwachstum. Und die forschen auch in die Richtung, auch mit Langzeitstudien. Die wollen ja weg kommen von dem Vorwurf, dass es Probleme macht. In Deutschland werden solche Forschungen nicht mehr betrieben werden, weil solche Versuche wahrscheinlich nicht genehmigt werden. Langzeit, man geht das Risiko von Krankheiten (teilweise gravierend und nicht reversibel) ein und das auch noch an Hunden... :? Das wird nur ganz schwer genehmigt werden...
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
aber grundlegend muss man ja einfach sagen, dass die Hundehalter der Rüden dafür verantwortlich sind dafür zu sorgen, dass sie keine Hündinnen belästigen.
Jo, genauso wie jeder Hundehalter dafür verantwortlich ist, dass sein Hund nicht gefährlich gegenüber anderen Menschen oder Hunden wird, keine anderen belästigt undundund... Leider ist das in der Stadt meistens anders. Ich habs auch schon erlebt, dass ich hier mit nem unkastrierten Rüden Gassi gegangen bin und dann kommuniziert er mit einem anderen Hund und dann ruft irgendwann die Besitzerin dazwischen: Ach ja, die is läufig. :shock: Zum Glück hat der Rüde, mit dem ich unterwegs war, gut gehört. Die Hündin is uns übrigens bei dem Gassigang noch ein paar Mal begegnet, weil die Leute es nicht für nötig hielten, sie an die Leine zu nehmen und ganz erstaunt waren, dass ihre Hündin zu den Rüden wollte... Und mir passiert es hier öfter, dass mir ein Hund ohne Leine entgegenkommt, gutes Stück weg vom Besitzer und dann kommt der Ruf: "Is das ein Rüde? Sie is nämlich läufig." Verstehst du jetzt, warum ich ein Kastrationsfan werde?