Ein idyllischer Pferdestall im Herzen Oberbayerns. Die Schwalben fangen Fliegen für ihre Küken. Die Spatzen streiten sich um die besten Krümel. Die Pferde mampfen zufrieden ihr Abendessen. Ich arbeite so vor mich hin.
Auf dem Hof steht ein kleines, rotes Auto, mit offenen Scheiben und offenem Dach, im Vollschatten eines Gebäudes. Im Kofferraum sitzt ein klatschnasser Loki, der verzweifelt überlegt wie er jemanden davon überzeugen kann ihn raus zu lassen um zur läufigen Hofhündin zu kommen.
Auftritt der voll engagierten und informierten Tierschützerin. (die aus dem Auto einer Einstellerin aussteigt.)
Der Blick der voll engagierten undn informierten Tierschützerin fällt sofort auf das kleine, rote Auto und den Hund, der darin Höllenqualen erleidet. Er schaut sie zuckersüß mit offenen Augen, gespitzen Ohren und geschlossenem Maul an - "Lass mich raus damit ich poppen kann"
Ein Ruf schallt über den Hof: "Wem gehört das rote Auto?"
Da ich den Auftritt der voll engagierten und informierten Tierschützerin beobachtet habe - ich habe das Auto schließlich im Blick - melde ich mich aus dem Stall heraus, aus einem Stallfenster. "Meins."
Sie "Da sitzt ein Hund im Auto!!!!!"
Ich "Schön, dann ist er noch da."
Sie "Man lässt keine Hunde im Sommer im Auto. Da sterben die."
Ich "Der ist noch nie gestorben wenn er da warten muss, der wird auch in Zukunft nicht dabei sterben."
Sie "Wenn die Sonne jetzt rum kommt, wird das Auto zur Todesfalle."
Ich "Solange die Erde ihre Achse nicht verschiebt, kommt da nie Sonne hin." - garantiert nicht.
Es entspannte sich ein gerufenes Gespräch über den Hof, das allmählich ein paar Leute anlockte. Unter Anderem die Besitzer des Hofes, die Eltern meiner Chefin. Der Mann schüttelte nur den Kopf und ging dann Kälber aufladen. Die Mama bliebt interessiert stehen und hörte mit zu.
Sie "Sie holen jetzt sofort den Hund aus dem Auto."
ICh "Nein."
Sie "Dann hole ich ihn raus."
Ich "Fassen Sie mein Auto an und ich stopf Sie in die Entmistungsanlage."
Sie "Aber der Hund stirbt wenn da Sonne hinkommt."
Die Mama : "Da kommt keine Sonne hin, schon seit mindestens sechzig Jahre nicht."
Sie "aber der Hund darf nciht im Auto bleiben, das habe ich gelesen."
ICh "Doch, muss er sogar. Jazzy (besagte läufige Hofschäferhündin) ist läufig und ich habe da einen unkastrierten Rüden. Wir wollen doch keine sinnlosen Welpen produzieren."
Sie "Ja, dann müssen Sie halt aufpassen." völlig entrüstet.
Ich "Mach ich ja, indem er im Auto wartet."
Sie "Das geht nicht. Dann muss er kastriert werden. Dann kann er rum laufen."
Ich "Nein, kann er nicht weil er dann stiften geht." - wenn dem Herren langweilig ist, geht er gerne mal die Nachbarn besuchen deswegen darf er nur noch frei auf dem Hof laufen wenn ich nicht arbeite.
Sie "Dann müssen Sie einfach aufpassen."
Ich "Der Hund bleibt im Auto und fertig. Ich muss jetzt weiter arbeiten und Sie fassen auf keinen Fall mein Auto an." habe wirklich dann weiter gemacht aber immer mal einen Blick aus dem Fenster geworfen.
Die voll engagierte und informierte Tierschützerin lief noch eine Weile auf dem Hof rum während die Einstellerin zu ihrem Pferd ging, mit einem breiten, schlecht verborgenen Grinsen im Gesicht.
Und die Idylle war wieder hergestellt. Die Schwalben suchen weiter Fliegen für ihre Küken, die Pferde mampfen unbeeindruckt weiter und der Hund überlegt immer noch, wie er zur läufigen Hofhündin kommt.