Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich

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  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #1
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Hallo,

vielleicht hat es schon jemand in der Kategorie "Ernährung" mitverfolgt... :mrgreen:

Ich habe seit vorgestern einen Schäferhund-Doggenmix aus dem Tierschutz. Er ist zwar in Italien geboren, lebt aber schon einige Jahre in Deutschland in einer Pflegestelle.

Er ist sehr sehr ängstlich bei fremden Menschen, an mich hat er sich relativ schnell gewöhnt und ist sehr schmusig, bei fremden ist er eben sehr sehr scheu und lässt sich gar nicht anfassen, vor allem bei Radfahrern springt er panisch an die Seite. Die Leutchen vom Tierschutzverein haben mir davon nichts gesagt und beim Spaziergang bei der Übergabe, viel mir das schon auf, sie sagte mir, dass das nur so wäre, weil er aufgeregt ist...?!

Natürlich weiss ich, dass für ihn alles neu und ungewohnt ist, vielleicht gibt sich das ja wirklich noch, aber so wie er sich verhält glaube ich das nicht, das ist schon echt extrem, jetzt bin ich mir unsicher, wie ich mich bei z.B. Radfahrern verhalten soll. Ignoriere ich sein Verhalten einfach so, als wenn nichts wäre oder sollte ich ihn in der ersten Zeit noch "schonen" und solchen Situationen komplett aus dem Weg gehen?
Ich habe Angst, dass ein falsches Verhalten meinerseits das ganze noch verschlimmert.

Er ist auch "schon" 7 Jahre alt, bekommt man soetwas bei einem älteren Hund überhaupt noch in den Griff?
Mein kleiner ist ganz anders und hat vor fast gar nichts Angst (außer dem Staubsauger ;))

Vielleicht habt ihr ja Erfahrungen mit so ängstlichen Hunden und könnt mir Tipps geben :uups:

Lg
Jenny, Charly & Sirio:055:
 
  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #2
Tut mir leid...wenn ich nicht wirklich helfen kann und oder es noch keine Antworten gibt..

Also ich weiss ja nicht wielange du ihn jetzt schon hast , aber versuchen Vertrauen aufzubauen, mit Leckerlies vor manchen Sachen die Angst ''abtrainieren''

War der Hund denn schon mit Fahrrädern in Kontakt - und noch körperlich gut inform dafür ?
 
  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #3
Ich würde erstmal eine Grundeinstellung einnehmen, die deinem Hund zeigt, dass die Sachen der Aufregung gar nicht bedürfen. Heißt, der Hund wird ignoriert, die Leine wird zwar locker gehalten, aber nicht so, dass er 5 Meter weg springen kann, sondern nur so lang, dass er hinter dir Schutz findet.
Zuerst würde ich mit ihm nicht in die Fußgängerzone, aber sehr wohl auf relativ "begangene" Feldwege und auch neben Radstrecken und mit dieser selbstbewussten Haltung spazieren und den Hund dabei ignorieren, außer du verlangst ein Kommando, oder er nimmt freiwillig Blickkontakt zu dir auf.
Bewusste Übungen kann ich dir leider nicht viele geben, nur die Eine: versuche mal an einem trockenen Tag mit deinem Hund auf einer Bank neben einer regen Radstrecke o.Ä. zu sitzen und ihn zu ignorieren, auch nicht von Fremden anfassen lassen, aber so lange zu warten, bis er sich von sich aus hinsetzt, oder nicht mehr zurückschreckt, wenn ein Fahrrad kommt. Dann die Wartezeit bis zu einem Ablegen steigern, ruhig loben, kraulen, und weitergehen. Das kann zuerst eine Stunde dauern, wird sich aber vom Zeitaufwand schnell senken.
Ich hoffe, das hilft für den Anfang, ansonsten gibt es sicher noch mehr Foris, die eher Erfahrungen mit Angsthunden haben.
 
  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #4
Ich würde dem Hund zeigen ,dass Du die Situation sicher im Griff hast. Dann würde ich Freunde bitten mit dem Fahrrad langsam vorbei zu fahren, eventuell auch abzusteigen. das Fahrrad auf den Boden zu legen und ihn daran schnüffeln zu lassen. Dann sollen schiebende Fahrradfahrer ihm Leckerchen zu werfen. Vielleicht kann auch jemand anders den Hund festhalten und Du schiebst ein Fahrrad.
Ich glaube schon, dass auch ältere Hunde noch lernen und das Verhalten ändern können. Der Charakter wird allerdings bleiben. Er wird nicht mehr der mutigste werden.
 
  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #5
Was du auf keinen Fall tun solltest: Wenn der Hund vorm Fahrrad erschrickt und Angst kriegt, ihm "gut zureden". Das wäre gut gemeint, aber beim Hund kommt an "Mein Boss bestätigt, dass ich die Situation richtig einschätze und lobt mich dafür. Es gibt also einen Grund, Angst zu haben - also habe ich auch weiterhin Angst".

Du weißt, dass Radfahrer keine Gefahr bedeuten, also gehst du mit gutem Beispiel unbesorgt voran und demonstrierst durch deine Gelassenheit, dass es keinen Grund gibt, sich zu ängstigen...mit dieser Geisteshaltung kommt man meist recht weit.
 
  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #6
Meine Hunde kommen auch aus dem Tierschutz, auch ursprünglich aus dem Ausland. Der 'Große', der zuerst kam, ist auch schon älter gewesen. Ich kann ehrlich gesagt nicht sagen, wie alt genau, denn lt Aussage der Tier'schützerin' ist er 5 gewesen, aber er hat auch 5 Jahre im polnischen Tierheim gesessen und kam da nicht als Welpe hin. Ältere Hunde, genauer gesagt über 5jährige, hätten bei der Vermittlung aber weniger Geld gebracht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;)

Egal. Kretsch ist ein unsicherer Hund. Ich hatte extra eine Trainerin für traumatisierte Hunde und bilde mir ein, es hat auch einiges gebracht. Was das Thema Fahrräder angeht, war Kretsch deinem Hund ähnlich. Er sprang zur Seite, an der ganzen Körperhaltung war zu erkennen, dass er nicht nur vorsichtig, sondern ängstlich war, geduckt mit eingeklemmten Schwanz, panischer Blick.....
Fahrräder hat allerdings nicht die Trainerin entmystifiziert, sondern meine etwas übergriffige Nachbarin. Sie fährt immer Rad, weil sie nicht so gut laufen kann, und da sie eine richtige Plappertasche ist, hält sie häufig an, um mich in ein Gespräch zu verwickeln :D Hundeleckerlies hat sie auch immer dabei und dem Kretsch jedesmal welche zugesteckt. Er ist sehr bestechlich, wie ich feststellen konnte. Und genau das hat geholfen! Die Nachbarin steigt zwar vom Sattel ab, aber stellt nicht das Rad beiseite, sondern lehnt sich auf den Lenker, bricht ihre Kaustangen in kleine Stücke, wirft ein paar und hält ihm dann wiederum auch einige direkt hin, damit Kretsch sie aus der Hand frisst. Da musste er ja dicht ans Rad. Manchmal hat er sich sogar auf die Hinterbeine gestellt und sich vorsichtig mit einer Vorderpfote am Rad abgestützt :shock:

Mittlerweile ist es so, dass ich teilweise Angst habe, er könnte anderen Radfahrern vor das Bike laufen, weil er keine Berührungsangst mehr hat, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Nachbarin hat eine eigene Hündin, die sehr viel bellt. Nicht aggressiv, sondern so unmotiviert in alle Richtungen, kaum das Frauchen stehen bleibt. Kretsch war das immer unheimlich, so dass er nicht stehen bleiben wollte, sondern mit großem Abstand zum Hund Richtung Heimat zog. Jetzt ist er wie der Pawlowsche Hund: Er hört die Nachbarshündin auf Entfernung bellen und bei ihm fängt das Sabbern an :mrgreen: Wenn er heute die Nachbarin auf ihrem Rad sieht, wird er ganz aufgeregt und will schnell hin.

Auf diese Art und Weise hatte ich das nicht geplant, aber es hat sich so ergeben. Und es hat sehr gut gewirkt. Er ist die Unsicherheit der Hündin gegenüber los geworden und hat keine Angst mehr vor Rädern.
 
  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #7
Das mit den Lekkerlis halte ich auch für eine gute Idee.
Denn von alleine wird es vielleicht nicht besser, denn wenn ein fremder Fahrradfahrer erschrickt und anhält, bestärkt das Deinen Hund in seinem Verhalten (warum auch immer - Angst, Schützen wollen,...)
Wenn alle seelenruhig weiterfahren würden, würde es sich vielleicht mit der Zeit legen, aber das passiert ja so nicht.
 
  • Hund aus dem Tierschutz sehr ängstlich Beitrag #8
Hey,

aus den Beiträgen lese ich heraus, dass du keinerlei oder nicht viel Erfahrung mit Hunden hast, kann das sein, Jen ?
Wenn ja, dann würde ich unbedingt zu einer guten (!) Hundeschule raten. In einer guten Hundeschule wirst du zuerst Einzelstunden bekommen und wenn der Hund soweit ist, in eine Gruppe integriert werden. Ihr könnt dort unter professioneller Anleitung an den Problemen arbeiten, der Trainer hilft dir, deinen Hund zu lesen, Toleranzschwellen zu erkennen und vor allem, auch das geeignete Tempo zu finden.
Die hier gegebenen Tipps sind zwar gut, aber es braucht da schon ein gewisses Fingerspitzengefühl, um nicht das Gegenteil zu erreichen. Mit Leckerchen in Angstsituationen kann man im falschen Moment gegeben die Angst verstärken, das Vorbeifahren von Freunden kann zu nah sein und damit das Tier überfordern etc. Schocktherapie muss nicht sein, eine langsame Desensibilisierung bringt genauso Erfolg und das schonend.
Und allgemein stärken Übungen in einer guten Hundeschule das Team Hund-Mensch. Ihr lernt gemeinsam, Herausforderungen zu meistern. Das schweisst zusammen und dein Hund lernt, dir zu vertrauen. Dieses Vertrauen braucht er, um seine Ängstlichkeit in den Griff zu bekommen. Auch mit 7 Jahren ;)
 
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