Kätzchen an Weg nach Draußen gewöhnen

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Shera

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Hallo ihr Lieben,
wir sind grade dabei, unsere beiden Kätzchen Tom und Ella an einen Weg übers Treppenhaus nach Draußen zu gewöhnen.

Hier die ganze (laange) Hintergrundgeschichte (Kurzfassung unten): Unsere beiden Schätzchen sind die Nachkommen des alten Katers Tyson von meinem Freund. Tyson hatte schon in quasi in der Wohnung gewohnt, als mein Freund dort eingezogen ist. Mein Freund wollte ihn kastrieren lassen, jedoch hatte der Tierarzt ihm damals von einer OP abgeraten wg. gesundheitlicher Probleme (Lungenleiden). Nichtsdestotrotz hat Tyson seine prognostizierte Lebenserwartung von ein paar Monaten über 9 Jahre überlebt - er war ein richtig zäher und intelligenter Bursche!
Leider hat ihn vor ein paar Wochen dann doch das Schicksal ereilt, nach etwa 13 Jahren als der „Alphakater“ in der Nachbarschaft. Dass er nicht kastriert war, war auch nie ein Problem, da alle Kätzinnen in der Nachbarschaft tatsächlich kastriert waren. (Sorry, dass ich jetzt erst mal so viel von ihm schreibe, aber er war wirklich eine außergewöhnliche Persönlichkeit und bin immer noch sehr traurig über seinen Tod, der aber sehr friedlich geschehen ist) Vor ein paar Monaten kam eine halbwilde Kätzin in die Nachbarschaft (wir vermuten, dass sie irgendwo weggelaufen ist aufgrund schlechter Erfahrungen mit Menschen), die sein Interesse geweckt hat und die er geschwängert hat. Die vier wundervollen Nachkommen, die er so kurz vor seinem Tod noch in die Welt gesetzt hat, haben alle ein schönes Zuhause in der Nachbarschaft gefunden (die katzenerfahrenen Vermieter haben ein Kätzchen, die katzenerfahrenen Nachbarn von Gegenüber einen Kater, und wir katzenerfahrenen (aber nicht kätzchenerfahren) Leute Katerchen Tom und Kätzchen Ella. Die Mutter war eine sehr gute Katzenmutter, aber eben sehr menschenscheu. Wir haben zusammen mit den Vermietern ein bisschen ihr Vertrauen gewonnen - mittlerweile ist sie auch kastriert.
Da der Geburtsplatz im Holzstapel von den Vermietern liegt, hatten wir ganz viel Gelegenheit, im Vorfeld mit den Kätzchen Kontakt aufzunehmen und Vertrauen zu säen - als wir die beiden dann nach ein paar Versuchen endgültig in die Wohnung geholt haben, waren beide zwar noch ein bisschen scheu, aber gar nicht so unzufrieden über ihr neues Zuhause - wir waren überrascht, dass sie das so schnell angenommen haben und sich auch nicht beschwert haben, ihre Mutter nicht wieder zu sehen. Ich glaube, es war eine sehr gute Entscheidung, die beiden zusammen zu lassen: Eingewöhnung null Problem, zwar zunächst ein bisschen scheu, aber sofort stubenrein, ich kann’s gar nicht fassen!

Ich bin froh, dass die beiden so zufrieden und froh in der Wohnung sind, und auch nach über einem Monat jetzt hier total zufrieden schnurrend neben mir auf dem Sofa liegen (Tom putzt sich grade, incl. meiner Finger, Ella pennt) aber sie sollen nun mal auch die Freuden der Great Outdoors kennenlernen - grade weil die Umgebung hier das totale Katzenparadies ist!
So, ihr fragt euch jetzt bestimmt, wo das Problem liegt, aber es gibt kein wirkliches Problem :) Ich würde einfach nur gerne eure Erfahrungen und auch Tipps hören, wie wir den beiden am besten und streissfreiesten klarmachen können, dass sie auch nach draußen und auch wieder zurück dürfen.

Ok, hier folgt, was jetzt in den letzten Tagen geschah: Wir haben keine Katzenklappe (ist nicht möglich mit den Türen), der alte Kater kam/ging entweder übers Treppenhaus oder das Dach (2. Stock, Dachgeschoss, altes historisches Bauernhaus, Kletterhilfe für’s Dach). Da sie noch so klein sind (etwa 16. Woche, wissen wir nicht genau) ist der Weg übers Dach erst mal Tabu. Also das Treppenhaus. Wir haben sie die ganze Woche dran gewöhnt, auch ganz selbstverständlich dort zu sein. Sie haben zwei Lieblingsspielzeuge, die dabei geholfen haben: ein plüschiges Klingelbällchen und so eine Art vogelartiger „Angel“, denen sie sofort und ohne Argwohn hinterherlaufen. Wichtiges Werkzeug hier ist die „Angel“. Wir haben sie mittlerweile dran gewöhnt, von oben im Wohnzimmer bis unten zur Haustür zu laufen, und umgekehrt, und das Treppenhaus ist mittlerweile auch ein recht selbstverständlicher Ort für sie. Wir haben bis jetzt dreimal die untere Haustür geöffnet, und sie nach Draußen geführt, jeweils mit Hilfe von 4-2 Personen. Meiner Meinung nach hat sie die viele Personenzahl aber eher verwirrt, bzw. hatte ich den Eindruck, dass sie sich dabei „gejagd“ im negativen Sinne vorkommen. Ich hab es daraufhin mal allein probiert (nochmal nach Übungen im Treppenhaus - hihi, Tommy ist sogar mit dem Spielzeug im Maul zu mir gekommen, um noch mal „Jagd“ zu spielen im Treppenhaus). Da sie mir dann tatsächlich gefolgt sind wie der sprichwörtliche Esel mit der Karotte, hab ich mich entschlossen, sie nach draußen zu lassen. Erst gar kein Problem, spielen auf der Wiese mit der „Angel“, sie erkunden alles, alles wunderbar, sodass ich mich entscheide, dass ich sie mit der „Angel“ wieder reinlocke. Auf einmal gallopieren beide wie auf Befehl in besagten Holzstapel, in dem sie geboren sind, also leichte Panik bei mir. Aber: ich denke, sie sind losgestürtz, weil sie ihre Mama wiedergesehen haben, und da kam die ganze Erinnerung wieder. Die Mama hat sie wohl zwar wiedererkannt, aber nur „Mau“ gemacht, im Gegensatz zum „Muttergurren“. (Sie ist ja jetzt auch kastriert) Hab erst mal gewartet und beobachtet. Nach einer Viertelstunde waren sie auch wieder bereit, aufzutauchen, und mit mir zu spielen, auch wenn sie sich nicht mehr bis zu Haustür locken lassen wollten. Also musste ich sie doch einzeln einfangen, um sie wieder nach oben zu schaffen (und dort war wieder direkt Spielen und Schnurren angesagt, sie liefen mir auch direkt wieder hinterher wie schnurrende Hündchen, also sind sie wohl nicht nachtragend).

Hm. Also eigentlich würde ich das positiv sehen: Sie wissen jetzt, dass ihr Geburtsort und sicheres Versteck draußen noch existiert, ihre Mama noch da ist, wenn auch nicht in der „Mama“-Form, sodass sie nicht in einem komplett anderen Universum leben. Trotzdem sind sie vertrauensvoll und glücklich mit mir/uns, obwohl ich sie zum zweiten Mal per Einfangen vom Holzstapel entfernt hab.

Also, nach der ganzen langen Geschichte: wie sollen wir uns jetzt verhalten? Das langsame Vertrauensvolle hat bis jetzt gut funktioniert, ich hab aber trotzdem Angst, dass sie sich im Holzstapel verschanzen und nicht mehr in ihr neues Zuhause kommen möchten? Wie kann ich sie trotzdem dazu bringen, aber so dass sie sich nicht gestresst fühlen?

Kurzfassung: Wie bringe ich unsere beiden Kätzchen stressfrei dazu, nicht permanent draußen zu ihrem Geburtsplatz zurückzukehren, sondern auch wieder in ihr neues Zuhause, in dem sie tatsächlich auch glücklich sind?

(mittlerweile pennt Kater Tom und Ella hat sich schnurrend auf mich geworfen und verlangt ihren Tribut :)

Mein Ansatz wäre jetzt auch: langsam und vertrauensvoll - ja, hey, ach was, das ist mir auch klar!
Aber vielleicht gibt es ja konkrete und praktische Tipps von Euch, die ihr vielleicht auch mal in einer ähnlichen Geschichte eingebunden wart?
(Sorry für die lange Story!)

Ganz liebe Grüße
Anne
 
  • Kätzchen an Weg nach Draußen gewöhnen Beitrag #2
Hallo Anne :).

Ich habe selbst leider keine Erfahrungen mit Freigängern, aber vom Gefühl her würde ich sagen, dass ihr das schon richtig macht. Eine Garantie, ob´s wirklich 100%ig funktioniert, wird dir leider keiner geben können - das Risiko hat man bei Freigängern ja immer irgendwie.
Eine Frge drängt sich mir allerdings auf: Die Mama ist jetzt kastriert, aber sind es die beiden Zwerge auch schon? Falls nein, haben sie aktuell noch gar nichts draußen verloren, auch nicht unter Aufsicht!
 
  • Kätzchen an Weg nach Draußen gewöhnen Beitrag #3
Huhu, oh je, ich glaub ich war ein bisschen betrunken als ich das geschrieben habe - weil wir den Erfolg des Freigangs gefeiert hatten :)
Also verzeiht die Ausführlichkeit, die aber nichts an den Tatsachen verändert...
Ja, die Mama ist jetzt kastriert, die beiden Schätzlein sollen auch kastriert werden, sobald sie die Geschlechtsreife soweit erreicht haben, also in etwa 3 Monaten. Bis dahin besteht ja jetzt noch keine Gefahr, dass Nachwuchs entsteht. Und laut unserer Tierärztin wäre das eben der richtige Zeitpunkt dafür. (wie ja auch geschrieben, war der alte Kater schon ein bisschen zu alt dafür, bzw. hat der Tierarzt verschiedene Risiken einer solchen OP angeführt... ich war zu der Zeit noch nicht mit meinem Freund zusammen, also war das seine Entscheidung, den alten Kater nicht zu kastrieren, der kleine Kater und auch die kleine Katze werden aber kastriert, wenn die Zeit reif ist - darauf bestehe ich!)

Kleines Update: Sie haben beim letzten Freigang ihr Schwesterchen wieder gesehen. Tommy hat sich in den Holzstapel verzogen, Ella hat ganz hingebungsvoll mit ihrer Schwester gespielt. Überraschung: beide sind noch mal freiwillig zur Wohnungstür gekommen bzw. Tommy hat sich freiwillig auf den Arm nehmen lassen, und zur Wohnungstür tragen lassen - und von da waren sie froh mit der "Angel", bis oben ins Wohnzimmer. Also schon ein großer Fortschritt! :) Ich kanns auch gar nicht fassen, dass die beiden heute aktuell nach einem Freigang auch wieder freiwillig mit mir nach oben gekommen sind, die "Angel" hab ich auch nur als ersten Anreiz genutzt. Tja, das Geheimnis liegt wohl darin, dass sie mittlerweile tatsächlich Vertrauen gefasst haben (Und Futter hilft natürlich ;) Ansonsten kann ich's noch gar nicht fassen, wie vertrauensvoll sie sich auf meinen Schoß legen und dann einfach mal ne Stunde pennen - und mir dann hinterherlaufen, wenn ich mir nur ein Glaß Wasser hole, un dann wieder mit zurück aufs Sofa kommen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich auch selbst auf die beiden fixiert bin mittlerweile :) :) :)
Also alles ziemlich gut, es funktioniert auch alles ziemlich gut, aber ich fände es trotzdem sehr interessant, wenn jemand praktische nützliche Tipps hätte, die ich den beiden Schätzlein zugute kommen lassen könnte.
Ganz liebe Grüße,
Anne

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Hey Ina4482, ich seh grad, dass du in deiner Signatur auch Zwerghamster aufgeführt hast: Das ist jetzt bestimmt das falsche Forum, um das zu erwähnen, aber ich hatte vor den Kätzchen auch einen Zwerghamster, dem ich wegen seinem distinguiertem Gehabe einen Doktortitel verliehen habe ;) Ich hoffe, dass ich ihm ein schönes Hamsterleben bieten konnte (er war zahm mit mir, aber nicht mit meiner Mitbewohnerin, und er hat seine natürliche Lebenserwartung erfüllt, also hoffe ich, dass ich ihm ein artgerechtes Leben, sofern das in Gefangenschaft möglich ist, bieten konnte. Er war ein sehr netter, aber auch sehr neurotischer Zeitgenosse - ich war nur froh, dass er mich offensichtlich gut leiden konnte, und ich ihm artgerechtes Futter und Spielzeug/Häuschen bieten konnte. Seine dreistöckige Hamstervilla hat er offensichtlich genossen. Wobei ich mich frage, ob man so einem Tier tatsächlich das bieten kann, was es in Freiheit gewöhnt ist - da ist eine Katze oder auch ein Hund doch was anderes, da sich beide zusammen mit dem Menschen entwickelt haben. Naja. Ich fänd's interessant, wenn du ein paar Erfahrungen teilen könntest (ok, dazu bin ich wahrscheinlich im falschen Forum).
Naja, grade lernt Ellla, dass sie nicht meinen Zopf jagen soll, und Tommy beobachtet alles von seinem Aussichts-/Schlafplätzchen aus :)
Ganz liebe Grüße,
Anne
 
  • Kätzchen an Weg nach Draußen gewöhnen Beitrag #4
Unkastrierte Katzen haben egal welches Alter und Geschlecht im Freigang nichts verloren. Bitte keinen Freigang mehr, bis sie kastriert sind.

- Manche Katzen werden früher geschlechtsreif als andere
- nicht immer bekommt dass der Halter rechtzeitig mit
- wenn sie Freigang haben und du bis zur Geschlechtsreife wartest ist dann schon längst einer abgehauen, um sich einen potenten Partner zu suchen
- gerade die erste Rolligkeit ist manchmal nicht so ausgeprägt, die haut dann schneller ab als du schauen kannst, vorallem finde ich es bei Kätzinnen auch besser, wenn sie die Tage nach der Kastration bis die Fäden wieder gezogen sind in der Wohnung sind, dass geht aber nicht, wenn sie sich schon längst an ihren Freigang gewöhnt hat und diesen auch einfordert. Willst du dann deine Katze wirklich frisch kastriert und genäht raus lassen?
- bei Katern merkt man es meist erst recht spät, ob die potent sind oder nicht, bis dahin hat er aber längst gerochen, ob da irgendwo draußen eine rollige Kätzin unterwegs ist und da hält ihn nichts mehr, auch keine befahrene Straße

Es wäre wirklich mehr als leichtsinnig, sie bis zur Geschlechtsreife in den Freigang zu lassen. Was spricht dagegen, sie jetzt schon kastrieren zu lassen?

Abgesehen davon würde ich Kitten frühestens mit 10-12 Monaten in Freigang lassen, davor sind die viel zu unbedarft und verspielt, laufen allem und jedem blind hinterher, dass ist sehr gefährlich draußen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Kätzchen an Weg nach Draußen gewöhnen Beitrag #5
Ich möchte mich Simpat komplett anschließen, schön erklärt :).

Ergänzend dazu:
die beiden Schätzlein sollen auch kastriert werden, sobald sie die Geschlechtsreife soweit erreicht haben, also in etwa 3 Monaten. Bis dahin besteht ja jetzt noch keine Gefahr, dass Nachwuchs entsteht. Und laut unserer Tierärztin wäre das eben der richtige Zeitpunkt dafür.
Das ist Blödsinn - die Geschlechtsreife muss nicht abgewartet werden, die Gründe hat Simpat ja erläutert. Leider gibt es auch heute noch TÄs, die die Meinung vertreten, eine Katze müsste einmal rollig vor der Kastra gewesen sein oder ähnliches. Oftmals mag das auch an ihrer mangelnden Erfahrung mit der OP bei recht kleinen Tieren zu tun haben. Es ist aber wirklich nicht nötig und ich rate nochmals dringend dazu, die Kastra zeitnah machen zu lassen.

Off-Topic
Wir haben hier auch ein Hamster-Forum, Anne - da bist du natürlich auch herzlich Willkommen und kannst dir anschauen, wie die User hier ihre Hamster halten :).
 
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