Da fällt alles, was jung ist, weg.
Ihr müsst euch dann einen Hund suchen, der vom Charakter her ausgewachsen ist und eben keinen Anspruch auf intensive Beschäftigung neben dem Spazierengehen fordert (und selbst solche Hunde nehmen Beschäftigung oft (nicht immer) noch gut an - man muss aber dann intensiver suchen, was sie motiviert).
Bei jedem Welpen und Jungshund müsst ihr damit rechnen, dass er ausgewachsen intensiv gefordert werden will und das geht eher in Richtung Hundesport (was nicht heisst, dass man das im Verein tun muss, man kann es auch gut nach Einführungskursen selbstständig auf Spaziergängen machen, aber deiner Beschreibung nach fällt selbst das Fährten zuhause flach, da brauchst du mehr Zeit als nur die Gassirunden, um vorher die Fährte zu laufen .. und das ist eigentlich eine intensive Beschäftigung, die nur Leckerchen und eine Markierung vom Start (Stöckchen aus der Natur) benötigt.)
:eusa_think:
Das verstehe ich nun überhaupt nicht.
Wenn man nicht gerade einen Hund aus Arbeitslinie nimmt, dann gewöhnen die sich genau an das Programm, welches sie erleben, wenn sie aufwachsen. Ich finde dahingehend Welpen also eine ideale Wahl. Oder überlese ich gerade etwas?
An sich finde ich, dass ihr gute Voraussetzungen für die Hundehaltung bietet.
Was für euch jetzt erst mal die nächste große Frage werden sollte ist: Welpe oder ausgewachsener Hund?
Wenn ihr einen Welpen möchtet, dann müsst ihr entsprechend Zeit einplanen in der immer jemand Zuhause ist und ihr dem Hund Stubenreinheit, alleine bleiben, Beißhemmung etc. beibringen könnt. Das sollten am Besten schon 2-3 Monate am Stück sein. Manche Welpen sind da recht fix in allem, aber bei manchen dauert es eben ein wenig und den Hund dann ohne Training und am Besten noch nicht stubenrein den halben Tag alleine zu lassen kann böse enden. Auch eine Möglichkeit ist aber z.B. sich einen Monat Urlaub zu nehmen (vielleicht jeder zwei Wochen) und dann für den Notfall jemanden zu haben (Freunde, Oma, Hundesitter..), der Vormittags erst mal weiter aufpassen würde.
Zu dem bedeuten Welpen natürlich auch einfach Arbeit. Da ihr Eltern seid, könnt ihr das ruhig mit einem Baby vergleichen. Es kann anfangs wirklich anstrengend sein! Alle 2 Stunden (und nach dem Essen, Schlafen, Spielen) raus, der Zahnwechsel, wo alles angeknabbert werden will, die Beißhemmung und eben die Erziehung im Allgemeinen. Lange unterwegs sein sollte ein Welpe auch noch nicht und beim Treppen steigen sollte man ihn anfangs auch noch tragen.
Ich persönlich würde trotzdem immer einen Welpen bevorzugen. Ich finde es einfach schön diese Zeit gehabt zu haben, so anstrengend sie auch gewesen sein mag. Zu dem wächst ein Welpe in die Familie und ihre Gewohnheiten hinein. Aber: Bitte einen Welpen nur von einem seriösen Züchter holen.
Wenn ihr diese Zeit und die Anstrengungen nicht aufbringen könnt oder wollt, dann würde ich euch auch zu einem Besuch im Tierheim raten, um dort nach einem älteren Hund zu schauen. Wenn ihr euch dort vorstellt und eure Wünsche und Anforderungen nennt, dann können euch die Mitarbeiter zu den richtigen Hunden führen. In der Regel kennen sie ja "ihre" Hunde. Natürlich sollte man aber immer bedenken, dass es auch dort zu "Änderungen" kommen kann. Ein Hund, der dort "alleine bleiben" kann, oder es laut Vorbesitzer konnte, muss es bei euch nicht auch gleich können.
Soll es also kein Welpe sein, dann würde ich mich gar nicht auf eine Rasse festlegen.
Ansonsten zur eigentlichen Frage:
Ich finde als Familienhunde ja generell Gesellschafts- und Begleithunde der FCI Gruppe 9 sehr passend. Soll es nicht ganz so klein sein, gäbe es dort z.B. den Kromfohrländer und die (Groß)Pudel. Pudel haben natürlich den Vorteil, dass sie nicht haaren. Dafür benötigen sie aber regelmäßig Haarpflege und Schuren. Übrigens können Pudel auch aussehen wie ganz normale Hunde.
Ansonsten kann man natürlich auch mal bei anderen Gruppen schauen. Ich selber habe mich damals für einen Golden Retriever als Familienhund entschieden und es niemals bereut. Er ist einfach der perfekte Familienhund geworden. Er liebt Kinder! Er ist mit meiner Tochter über all hingegangen, war ihr Schmusepartner und Spielkamerad. Er ist einfach der Hit bei allen Kindern. Selbst Kinder, die normal Angst vor Hunden haben, mögen meinen Mylo. Er hört auch bei Kindern aufs Wort und wenn ein Kind ihn streichelt legt er sich auf den Boden und streckt sein Bäuchlein hin. Er ist aber kein bisschen aufdringlich bei fremden Menschen. Generell schreibt man das auch eher Labradoren zu. Golden Retriever werden so mit 2-3 Jahren richtig erwachsen und verlieren dieses Aufdringliche dann in der Regel (bleiben aber offen und freundlich).
Was er aber braucht, vor allem da Arbeitslinie in ihm drin steckt, ist mehr Auslastung als "nur" Spaziergänge. Da muss schon der Dummy herhalten. Ohne regelmäßiges Apportieren wäre er bestimmt auch kein so ausgeglichener Familienhund geworden. Wobei das, finde ich, auch locker neben dem Spaziergang machbar ist. Man muss ja kein professionelles Dummytraining machen - mache ich auch nicht.
Allerdings sind die meisten Golden Retriever aus den Showlinien heutzutage sowieso nicht mehr so "fordernd". Viele können/wollen ohne gezieltes Training gar nicht mehr apportieren (habe ich -leider- schon mehrfach miterleben dürfen).