Zweithund beißt Ersthund

Diskutiere Zweithund beißt Ersthund im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Ich habe ein Problem mit unserem Zweithund. Vor etwa einem halben Jahr haben wir ihn (Deutsch Kurzhaar, wird im April 4 Jahre, nicht kastriert) zu...
  • Zweithund beißt Ersthund Beitrag #1
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Yavera

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Ich habe ein Problem mit unserem Zweithund. Vor etwa einem halben Jahr haben wir ihn (Deutsch Kurzhaar, wird im April 4 Jahre, nicht kastriert) zu uns genommen, weil er sonst ins Tierheim gekommen wäre. Er hat sich auch wirklich gut mit unserer Hündin ( Altdeutscher Schäferhund-Mix, wurde im September 2 Jahre, nicht kastriert) verstanden. Das erste Mal aneinandergeraten sind sie, als ich einen Ball geworfen habe. Der Rüde ist auf die Hündin losgegangen, wir mussten sie trennen. Dann war ein paar Wochen Ruhe, gespielt haben wir seitdem nur noch getrennt. Das nächste Mal ging es um einen Knochen. Sie haben natürlich beide einen bekommen und die Hündin ist an ihm vorbei gelaufen. Er ist wieder auf sie los, wieder mussten wir trennen. Das dritte Mal habe ich die Hündin gestreichelt und er ist auf sie los. Er hat die Hündin in die Schnauze gebissen, zum Glück nur ein paar kleine blutende Wunden.
Das alles konnte ich mir mit Futter beschützen und Eifersucht noch erklären. Ich habe dann immer besonders aufgepasst. Immer wenn ich so einigermaßen sicher war ist wieder etwas passiert. Zwischen den "Angriffen" lagen immer einige Wochen.
Heute ist die Hündin Richtung Küche gelaufen und plötzlich ist der Rüde aufgesprungen und auf die Hündin losgegangen. Die Hündin hat versucht sich unters Sofa zu verziehen ( das ist ihr Rückzugsort und da darf der Rüde sie auch nicht stören),aber der Rüde ist hinterher und wir mussten wieder trennen.
Die Hündin legt sich auf den Rücken oder versucht sich zurückzuziehen wenn der Rüde sie angreift. Er hört aber nicht auf sondern beißt weiter.
Sonst verstehen sie sich gut, kuscheln zusammen usw. Auf Bett und Sofa durften beide, was ich jetzt aber nicht mehr zulassen werde.
Hundetrainer werde ich morgen anrufen, wir hatten schon einen hier aber der meinte, die beiden verstehen sich gut und das sind ganz normale Auseinandersetzungen, ernsthaft verletzen würden sie sich bei diesen nicht. Ich soll Futter und Spielzeug nur unter Aufsicht geben, was ich ja schon mache.

Mittlerweile ist die Hündin mehr unterm Sofa wie draussen, sie verzieht sich schon wenn der Rüde sie nur anschaut.

Hat vielleicht hier jemand einen Rat, wie ich mit dem Rüden trainieren kann, damit diese Angriffe aufhören? Wenn ich weg muss trenne ich die beiden, selbst wenn ich nur kurz raus muss lasse ich sie nicht mehr zusammen.
 
  • Zweithund beißt Ersthund Beitrag #2
Hey,

zunächst erstmal: Durchatmen.

Es ist absolut typisch, dass Hunde problematisches Verhalten erst nach 6-9 Monaten zeigen. Vorher passen sie sich den Gegebenheiten weitestgehend an, weil sie ihr Überleben sichern müssen.
Als Managementmaßnahme war es absolut richtig, dass du erstmal die entsprechenden Konfliktsituationen vermieden hast.
Dafür wirst du dementsprechend erst trainieren müssen bevor das einfach so klappt:)

Ballspiele usw. würde ich grundsätzlich erstmal streichen- damit trainierst du, wenn dein Hund nicht so lange sitzen bleiben kann/aus dem Lauf abrufbar ist usw. bis bzw. wenn du es sagst, ganz massiv das Jagdverhalten und förderst vor allen Dingen auch die Bereitschaft zur Ressourcenaggression.
Dt.Kurzhaar neigen generell zu selbiger und nochmal massiver, wenn sie schon totale Balljunkies sind.

"Eifersucht" (im menschenlichen Sinne) gibt es bei Hunden übrigens nicht- du bist seine Ressource und die Hündin hat "seine" Sachen nicht zu vereinnahmen.

Läuft er dir und/oder der Hündin in der Wohnung hinterher?
Wo ruht er, wenn er sich selbstständig einen Platz sucht?
Hat er auch einen fixen Platz?`

Generell würde ich die Hunde erstmal weiter getrennt allein lassen und die Hündin schützen.

"Normal" sind die Auseinandersetzungen übrigens durchaus- aber trotzdem nicht gut.
Dass dein Rüde so agiert wie er es derzeit tut wird in seinem Kosmos absolut Sinn machen, aber er hat nicht die Aufgabe dich oder deine Hündin so dermaßen zu maßregeln.

Sofa usw. würde ich vorerst auch als Tabu-Zone belassen- welche Tabu-Zone wäre effektiv egal, aber grundsätzlich ist es nicht falsch überhaupt eine zu schaffen.

Wie hat der Rüde denn vorher so gelebt?
 
  • Zweithund beißt Ersthund Beitrag #3
Der Rüde hat bei einer jungen Frau gelebt, die psychisch krank war bzw ist. Er hat immer mit im Bett geschlafen und wurde wie ein Kind behandelt. Er kam nur etwa 30 Minuten am Tag raus.
Wenn er dürfte, würde er den ganzen Tag nur hinter einem herlaufen. Wir schicken ihn aber immer mal wieder auf seinen Platz und da bleibt er dann auch.
Er will nachts unbedingt bei uns im Bett schlafen. Wir schicken ihn dann auf seinen Platz aber sobald er merkt, dass wir schlafen schleicht er sich zu uns. Wenn es einer von uns merkt wird er wieder auf seinen Platz geschickt, aber oft bekommen wir es nicht mit. Tagsüber will er immer da liegen wo wir sind. Sitzen wir auf dem Sofa legt er sich dazu. Sind wir in der Küche liegt er in der Küche auf dem Boden. Muss ich auf die Toilette liegt er vor der Tür und wartet.
Er hat seinen festen Platz, dort legt er sich aber nur hin wenn man ihn dazu auffordert.
Er hat vor vielen Sachen Angst, wenn ich eine Zeitung nehme, eine Flasche aufmache, die Hand hebe duckt er sich oder läuft weg.
 
  • Zweithund beißt Ersthund Beitrag #4
Hab ich mir gedacht^^

Das ist bei Hunden keine Anhänglichkeit im netten Sinne, sondern er kontrolliert was ihr tut im Sinne von "Die können das nicht allein- ich MUSS auf sie aufpassen".
Enorm viel Stress für den Hund und schlägt häufig in massives Maßregeln um.

Das Maßregeln bekommt derzeit eure Hündin ab und wird, wenn man nicht dagegen arbeitet immer massiver werden.

Das Kontrollieren ist übrigens ein Zeichen für totale Unsicherheit beim Hund- je unsicherer die Hunde sind umso mehr versuchen sie ihre Unsicherheit durch die Kontrolle ihrer Umwelt zu kompensieren.
Da wäre der erste Schritt, dass er euch nicht mehr folgen darf/kann.

Sprich zur Not Kindergitter einbauen usw. usf.

Das Kontaktliegen im Bett ist da auch gar nicht das Problem, sondern wirklich dieses massive Kontrollverhalten durch das Nachlaufen.

Grenzen wird er vermutlich auch kaum bis gar nicht kennen, wenn er wie ein Kind behandelt wurde.
Das ist ein Punkt, den ihr jetzt mit ihm erarbeiten müsst.

Wenn er das GAR nicht kennt wird das aber auch kein Zuckerschlecken.
Da muss man dann quasi ganz von vorn anfangen und sich auch darauf einstellen, dass er das erstmal überhaupt nicht witzig finden wird, wenn man da jetzt irgendwelche Grenzen setzen will, die er vorher nie hatte.
Er wird nämlich jetzt so langsam anfangen die bisherigen Grenzen an die er sich gehalten hat in Frage zu stellen.
 
  • Zweithund beißt Ersthund Beitrag #5
Das hört sich nach viel Arbeit an :)
Dann werde ich gleich anfangen zu üben. Sinnvoll wäre es sicher auch mit ihm alleine spazieren zu gehen? Bisher sind wir meistens zusammen gegangen und haben auch mit beiden Hunden zusammen trainiert.
Mit der Hündin habe ich vor kurzem angefangen zu clickern, weil sie an der Leine pöbelt. Wäre das beim Rüden auch sinnvoll?
Sein Jagdtrieb ist noch ein großes Problem, gleich am ersten Tag hat er ein Kaninchen getötet. Ohne Schleppleine darf er noch nicht laufen, weil er, sobald er ein Tier sieht, nicht mehr abrufbar ist.
 
  • Zweithund beißt Ersthund Beitrag #6
Viel Arbeit ist vermutlich noch untertrieben:mrgreen:

Ja, würde ich machen. Viele Dinge kann man nur ganz schlecht zu zweit aufbauen.
Ja, wäre es.

Gut, Jagdtrieb ist beim Kurzhaar jetzt nicht allzu überraschend:mrgreen:
Da werdet ihr auch ordentlich Arbeit reinstecken- je nachdem wie viel Erfolg er vorher damit schon hatte.
 
  • Zweithund beißt Ersthund Beitrag #7
Vielen Dank für die Ratschläge. Zum Glück kann sich mein Mann seine Zeit einteilen, dann ist es nicht mehr ganz so viel Arbeit :)
 
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