- Ist Reiten noch zeitgemäß? Beitrag #1
L
loulou2008
- Beiträge
- 1.193
- Punkte Reaktionen
- 9
Hallo 
Dieser Artikel hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Ich habe lange überlegt, ob ich das hier schreiben soll und auch wie ich es formulieren sollte.
Jetzt habe ich beschlossen euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen und würde mich sehr freuen wenn ihr selbst auch eure Gedanken aufschreibt, wenn ihr folgendes Video gesehen habt, beziehungsweise den Artikel gelesen habt.
Ich selbst lebe seit längerer Zeit vegan, hauptsächlich aus ethischen Gründen und lehne somit jegliche Ausbeutung von Tieren ab und vielleicht gerade deswegen hat mich dieser Artikel in Kombination mit dem Video sehr aufgewühlt. Dazu muss ich auch noch sagen, dass ich seit einem Jahr nicht mehr aktiv reite, auch wenn ich vorher seit meinem 5. Lebensjahr eigentlich nur ein Leben mit Pferden gekannt habe und somit jetzt nicht in der Zwickmühle stecke zu sagen, gebe ich mein Hobby den Tieren zuliebe auf?
Ist es nicht egoistisch mein Hobby auf Kosten der Tiere auszuüben die ich doch so gerne mag?
Am besten seht ihr euch das Video und den Artikel an damit ihr versteht, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen.
Ich muss vorher sagen, dass Video ist ziemlich lang, ca. 1 Stunde und auf Englisch.
Also hier der Artikel:
"Ist Reiten noch zeitgemäß" - von Maksida Vogt
http://www.feinehilfen.com/ist-reiten-noch-zeitgemas/
( Ich habe mir auch die Kommentare durchgelesen und das fand ich auch recht interessant, weil die Autorin sie alle beantwortet hat. )
Und hier das Youtube Video:
https://www.youtube.com/watch?v=TQUMAJCh1fA
( Bei der Stelle 24:50-30:00 ist die Aussage, über die Wirkung des Gebiss im Maul des Pferdes und des Gewichts des Reiters auf dem Pferderücken zu sehen. )
Ich habe zuerst das Video gesehen und es hat mich sehr berührt.
Aber besonders getroffen haben mich die Aussagen über das Gewicht des Reiters auf dem Rücken des Pferdes.
"In den ersten 12-15 Minuten reagieren die Hauptmuskeln, die das Gewicht des Reiters Tragen mit Unwohlsein auf den Reiter und nach 20 Minuten setzt ein Gefühl ein, wie wir es auch spüren wenn unsere Beine einschlafen weil sie nicht genug durchblutet werden."
Und dann habe ich angefangen nachzudenken, wie viele doch immer noch der Meinung sind ein Pferd muss funktionieren.
Ich habe auch schon Aussagen gehört, dass man sich das Pferd doch extra gekauft hat um Reiten zu können und dafür ja auch viel Geld bezahlt.
Und dann habe ich mich gefragt, wie viele ihr Pferd behalten würden, wenn es plötzlich durch einen Unfall oder eine Krankheit unreitbar wäre.
Und wenn ich dann höre, dass Leute ihr Pferd verkauft haben, weil sie nicht mit ihm klar kommen und sich ganz schnell ein neues angeschafft haben, dann wird mir bewusst, dass viele leider immer noch in ihrem Pferd ein Objekt sehen, dass funktionieren muss, das ansonsten das Geld das man monatlich ausgibt nicht wert ist.
Ich meine wenn wir das zum Beispiel auf Hunde übertragen und man sich vorstellt, das man einen Hund einfach so verkauft weil man nicht mit ihm klar kommt und dann direkt den nächsten anschafft, dann würden doch viele empört sein, wie man so einfach ein Lebewesen aufgeben kann, für dass man die Verantwortung übernommen hat.
Wenn ich mir dann anhöre was die Auswirkungen des Reitergewichts auf den Pferderücken sind, dann frage ich mich doch, wieso wir das tun?
Wieso ziehen wir unserem Pferd ein Gebiss an um es kontrollieren zu können wenn wir uns auf seinen Rücken setzen und ihm damit Schmerzen zufügen?
Uns Stunde für Stunde durch die Wälder tragen lassen um Freiheit zu spüren die wir unsrem Pferd mit dem Metall im Maul und dem Sattel auf dem Rücken nehmen?
Ist das nicht egoistisch?
Und auch ein Satz aus dem Artikel finde ich wichtig,
Denn erfahrungsgemäß wird er das nicht tun, er wird dem Pferd das Gebiss anziehen und nicht darüber nachdenken.
Wieso brauchen wir ein Gebiss? Um das Pferd zu kontrollieren und damit geben wir uns die Antwort ja fast schon selbst, wir setzen das Gebiss ein um etwas gegen den Willen des Pferdes zu tun, was es sonst nicht zulassen würde.
Denn ich glaube niemand von uns könnte sich einfach so auf den Rücken seines Pferdes schwingen und ohne Sattel und ohne Trense einfach frei ausreiten, weil er sein Pferd dann nicht mehr unter Kontrolle hätte.
Und dann habe ich überlegt wie ich als kleines Kind meine Liebe zu Pferden entstanden ist, was mich fasziniert hat an den großen kraftvollen Tieren die gleichzeitig so unglaublich sanft sein können, wie ich nach einem schweren Reitunfall nur die Nähe von Pferden gesucht habe mich mit ihnen beschäftigen wollte, mit ihnen spazieren gehen und all das ohne auf ihrem Rücken zu sitzen.
Und dann habe ich mich auch gefragt wann ich wieder angefangen habe mich auf ihren Rücken zu setzen, einfach so als wäre es nichts, ihnen ein Gebiss anzuziehen und das ohne darüber nachzudenken wie das Pferd sich damit fühlt und auch wenn ich zu dem Zeitpunkt gedacht habe ich hätte eine gute Beziehung zu Pferden merkte ich dass etwas verloren gegangen war.
Die Leichtigkeit die ich als Kind im Umgang mit den Pferden war weg, sie mussten mich nun auf ihrem Rücken tragen und das war ihre Aufgaben, die mussten sie erfüllen, so habe ich gedacht.
Ich bin mir bewusst das wir realistisch bleiben müssen, dass wir natürlich den Pferden nicht ihren kompletten freien Willen geben können, denn alleine schon durch die Zäune der Weide, wenn sie zu den Glücklichen gehören die nicht ihr Leben in der Box fristen müssen um dann ihr Pferd rauszuholen wenn sie es brauchen werden sie ja eingeschränkt, aber diese Einschränkung ist nötig.
Doch gleichzeitig frage ich mich wie egoistisch ist es, trotz des Wissens was das Gebiss im Pferdemaul und der Reiter auf dem Pferderücken dem Pferd antun, sich doch immer wieder daraufzusetzen nur um Spaß zu haben und Freiheit zu spüren auf Kosten Anderer, auf Kosten des Pferdes.
Und wie können wir sagen wir lieben unser Pferd und es dennoch immer wieder mit dem Gebiss und dem Sattel unter Schmerzen zu kontrollieren ?
Ich meine natürlich gibt es da auch Abstufungen zwischen denjenigen die ihr Pferd auf Turnieren zum Beispiel beim Mächtigkeitsspringen total unnatürlichen und schmerzhaften Bewegungen aussetzen und das alles auf Kosten eines Lebewesens ( damit meine ich soetwas : https://www.youtube.com/watch?v=ueB3cCQNHX0 bei diesem Video zeigen z.B ganz klar Stellen wie 1:25, 2:03, 2:43 wie sich die Pferde versuchen zu wehren, doch der Reiter sitzt dank des schmerzhaften Gebisses am längeren Hebel) , bis hin zu dem Freizeitreiter, dessen Pferd im Offenstall in der Herde mit einer großen Weide steht und ab und zu gebisslos ins Gelände geritten wird.
Doch können wir einfach so weitermachen wie bisher, einfach auf Reitlehrer, oder auf Menschen blind vertrauen, die meinen es aus Erfahrung richtig zu machen, weil es ja immer so gemacht wurde?
Und lügen wir uns nicht selbst an wenn wir sagen mein Pferd hat Spaß am Reiten selbst, also nicht an der Abwechslung die es durch das Reiten geboten bekommt sonder daran uns auf seinem Rücken zu tragen? Denn wie kann es Spaß an etwas haben dass ihm weh tut und die wir ihm durch ein Gebiss aufzwingen ?
Danke an alle die das bis hierhin gelesen haben, ich habe ganz schön viel geschrieben :uups:
Das sind irgendwie die Dinge die mir besonders durch das Video aber auch durch den Artikel durch den Kopf gehen.
Ich muss noch dazusagen, dass ich weder das Video noch den Artikel blind als " die Wahrheit" bezeichnen möchte, denn gerade in dem Artikel sind doch manche Sachen etwas überspitzt dargestellt, aber ich möchte vielleicht auch einfach ein bisschen zum Nachdenken anregen und die Gedanken weitergeben die mich danach beschäftigt haben.
Auch wenn mir bewusst ist, dass hier jetzt wahrscheinlich viele verschiedene Meinungen aufeinander treffen werden, würde ich mich sehr freuen wenn ihr hier schreibt was ihr darüber denkt.
LG
Dieser Artikel hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Ich habe lange überlegt, ob ich das hier schreiben soll und auch wie ich es formulieren sollte.
Jetzt habe ich beschlossen euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen und würde mich sehr freuen wenn ihr selbst auch eure Gedanken aufschreibt, wenn ihr folgendes Video gesehen habt, beziehungsweise den Artikel gelesen habt.
Ich selbst lebe seit längerer Zeit vegan, hauptsächlich aus ethischen Gründen und lehne somit jegliche Ausbeutung von Tieren ab und vielleicht gerade deswegen hat mich dieser Artikel in Kombination mit dem Video sehr aufgewühlt. Dazu muss ich auch noch sagen, dass ich seit einem Jahr nicht mehr aktiv reite, auch wenn ich vorher seit meinem 5. Lebensjahr eigentlich nur ein Leben mit Pferden gekannt habe und somit jetzt nicht in der Zwickmühle stecke zu sagen, gebe ich mein Hobby den Tieren zuliebe auf?
Ist es nicht egoistisch mein Hobby auf Kosten der Tiere auszuüben die ich doch so gerne mag?
Am besten seht ihr euch das Video und den Artikel an damit ihr versteht, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen.
Ich muss vorher sagen, dass Video ist ziemlich lang, ca. 1 Stunde und auf Englisch.
Also hier der Artikel:
"Ist Reiten noch zeitgemäß" - von Maksida Vogt
http://www.feinehilfen.com/ist-reiten-noch-zeitgemas/
( Ich habe mir auch die Kommentare durchgelesen und das fand ich auch recht interessant, weil die Autorin sie alle beantwortet hat. )
Und hier das Youtube Video:
https://www.youtube.com/watch?v=TQUMAJCh1fA
( Bei der Stelle 24:50-30:00 ist die Aussage, über die Wirkung des Gebiss im Maul des Pferdes und des Gewichts des Reiters auf dem Pferderücken zu sehen. )
Ich habe zuerst das Video gesehen und es hat mich sehr berührt.
Aber besonders getroffen haben mich die Aussagen über das Gewicht des Reiters auf dem Rücken des Pferdes.
"In den ersten 12-15 Minuten reagieren die Hauptmuskeln, die das Gewicht des Reiters Tragen mit Unwohlsein auf den Reiter und nach 20 Minuten setzt ein Gefühl ein, wie wir es auch spüren wenn unsere Beine einschlafen weil sie nicht genug durchblutet werden."
Und dann habe ich angefangen nachzudenken, wie viele doch immer noch der Meinung sind ein Pferd muss funktionieren.
Ich habe auch schon Aussagen gehört, dass man sich das Pferd doch extra gekauft hat um Reiten zu können und dafür ja auch viel Geld bezahlt.
Und dann habe ich mich gefragt, wie viele ihr Pferd behalten würden, wenn es plötzlich durch einen Unfall oder eine Krankheit unreitbar wäre.
Und wenn ich dann höre, dass Leute ihr Pferd verkauft haben, weil sie nicht mit ihm klar kommen und sich ganz schnell ein neues angeschafft haben, dann wird mir bewusst, dass viele leider immer noch in ihrem Pferd ein Objekt sehen, dass funktionieren muss, das ansonsten das Geld das man monatlich ausgibt nicht wert ist.
Ich meine wenn wir das zum Beispiel auf Hunde übertragen und man sich vorstellt, das man einen Hund einfach so verkauft weil man nicht mit ihm klar kommt und dann direkt den nächsten anschafft, dann würden doch viele empört sein, wie man so einfach ein Lebewesen aufgeben kann, für dass man die Verantwortung übernommen hat.
Wenn ich mir dann anhöre was die Auswirkungen des Reitergewichts auf den Pferderücken sind, dann frage ich mich doch, wieso wir das tun?
Wieso ziehen wir unserem Pferd ein Gebiss an um es kontrollieren zu können wenn wir uns auf seinen Rücken setzen und ihm damit Schmerzen zufügen?
Uns Stunde für Stunde durch die Wälder tragen lassen um Freiheit zu spüren die wir unsrem Pferd mit dem Metall im Maul und dem Sattel auf dem Rücken nehmen?
Ist das nicht egoistisch?
Und auch ein Satz aus dem Artikel finde ich wichtig,
Off-Topic
Wird ein Reitschüler seinen Reitlehrer hinterfragen?
Denn erfahrungsgemäß wird er das nicht tun, er wird dem Pferd das Gebiss anziehen und nicht darüber nachdenken.
Wieso brauchen wir ein Gebiss? Um das Pferd zu kontrollieren und damit geben wir uns die Antwort ja fast schon selbst, wir setzen das Gebiss ein um etwas gegen den Willen des Pferdes zu tun, was es sonst nicht zulassen würde.
Denn ich glaube niemand von uns könnte sich einfach so auf den Rücken seines Pferdes schwingen und ohne Sattel und ohne Trense einfach frei ausreiten, weil er sein Pferd dann nicht mehr unter Kontrolle hätte.
Und dann habe ich überlegt wie ich als kleines Kind meine Liebe zu Pferden entstanden ist, was mich fasziniert hat an den großen kraftvollen Tieren die gleichzeitig so unglaublich sanft sein können, wie ich nach einem schweren Reitunfall nur die Nähe von Pferden gesucht habe mich mit ihnen beschäftigen wollte, mit ihnen spazieren gehen und all das ohne auf ihrem Rücken zu sitzen.
Und dann habe ich mich auch gefragt wann ich wieder angefangen habe mich auf ihren Rücken zu setzen, einfach so als wäre es nichts, ihnen ein Gebiss anzuziehen und das ohne darüber nachzudenken wie das Pferd sich damit fühlt und auch wenn ich zu dem Zeitpunkt gedacht habe ich hätte eine gute Beziehung zu Pferden merkte ich dass etwas verloren gegangen war.
Die Leichtigkeit die ich als Kind im Umgang mit den Pferden war weg, sie mussten mich nun auf ihrem Rücken tragen und das war ihre Aufgaben, die mussten sie erfüllen, so habe ich gedacht.
Ich bin mir bewusst das wir realistisch bleiben müssen, dass wir natürlich den Pferden nicht ihren kompletten freien Willen geben können, denn alleine schon durch die Zäune der Weide, wenn sie zu den Glücklichen gehören die nicht ihr Leben in der Box fristen müssen um dann ihr Pferd rauszuholen wenn sie es brauchen werden sie ja eingeschränkt, aber diese Einschränkung ist nötig.
Doch gleichzeitig frage ich mich wie egoistisch ist es, trotz des Wissens was das Gebiss im Pferdemaul und der Reiter auf dem Pferderücken dem Pferd antun, sich doch immer wieder daraufzusetzen nur um Spaß zu haben und Freiheit zu spüren auf Kosten Anderer, auf Kosten des Pferdes.
Und wie können wir sagen wir lieben unser Pferd und es dennoch immer wieder mit dem Gebiss und dem Sattel unter Schmerzen zu kontrollieren ?
Ich meine natürlich gibt es da auch Abstufungen zwischen denjenigen die ihr Pferd auf Turnieren zum Beispiel beim Mächtigkeitsspringen total unnatürlichen und schmerzhaften Bewegungen aussetzen und das alles auf Kosten eines Lebewesens ( damit meine ich soetwas : https://www.youtube.com/watch?v=ueB3cCQNHX0 bei diesem Video zeigen z.B ganz klar Stellen wie 1:25, 2:03, 2:43 wie sich die Pferde versuchen zu wehren, doch der Reiter sitzt dank des schmerzhaften Gebisses am längeren Hebel) , bis hin zu dem Freizeitreiter, dessen Pferd im Offenstall in der Herde mit einer großen Weide steht und ab und zu gebisslos ins Gelände geritten wird.
Doch können wir einfach so weitermachen wie bisher, einfach auf Reitlehrer, oder auf Menschen blind vertrauen, die meinen es aus Erfahrung richtig zu machen, weil es ja immer so gemacht wurde?
Und lügen wir uns nicht selbst an wenn wir sagen mein Pferd hat Spaß am Reiten selbst, also nicht an der Abwechslung die es durch das Reiten geboten bekommt sonder daran uns auf seinem Rücken zu tragen? Denn wie kann es Spaß an etwas haben dass ihm weh tut und die wir ihm durch ein Gebiss aufzwingen ?
Danke an alle die das bis hierhin gelesen haben, ich habe ganz schön viel geschrieben :uups:
Das sind irgendwie die Dinge die mir besonders durch das Video aber auch durch den Artikel durch den Kopf gehen.
Ich muss noch dazusagen, dass ich weder das Video noch den Artikel blind als " die Wahrheit" bezeichnen möchte, denn gerade in dem Artikel sind doch manche Sachen etwas überspitzt dargestellt, aber ich möchte vielleicht auch einfach ein bisschen zum Nachdenken anregen und die Gedanken weitergeben die mich danach beschäftigt haben.
Auch wenn mir bewusst ist, dass hier jetzt wahrscheinlich viele verschiedene Meinungen aufeinander treffen werden, würde ich mich sehr freuen wenn ihr hier schreibt was ihr darüber denkt.
LG
Zuletzt bearbeitet: