- In Memoriam: Domino ca. Juli 2012 - 29. März 2015 Beitrag #1
Nienor
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Ach Domi, mein Opi.
Natürlich war mir klar, dass der Tag kommen wird. Dass der Tag in nicht allzu weiter Ferne liegt angesicht deines doch schon fortgeschrittenen Alters. Aber es ist immernoch ein Schock, dass es nun so schnell ging. Schliesslich warst du sonst so ein zäher Kerl. Schon einige Mal fürchtete ich um dein Leben, aber du hast es immer gepackt. Hast den hartnäckigen Abszess besiegt, den du mitbrachtest. Hast die Fistel an deinem Harnausgang überstanden. Den Abszess am Kinn, bei dem die Zahnwurzel freilag, hast du überstanden. Und nun eine Ohrenentzündung - das ist doch ein Klacks für dich. Du wusstest doch schon, wie man eine Ohrenentzündung bekämpfst, schliesslich kamst du mit Schiefkopf zu mir. Doch der Kreis hat sich geschlossen.
Ja, der Schiefkopf war sogar der Grund, warum du hier gelandet bist. Vier schwer zu vermittelnde Jungs, die schon eine ganze Weile suchten, standen zur Auswahl. 2 scheue, 2 zahme, einer davon mit schiefem Kopf - das warst du. Platz hatten wir leider nur für 2 und alle vier wollten wir auch nicht kastrieren lassen. Die anderen 2 sollten eine Chance haben, als echte Kerle weiter zu leben. Also entschied ich mich für den Kranken und den Scheuen, der sich mit dem zweiten Zahmen nicht verstand - dein Bruder Tamino. Die letzten Tage im alten Heim hingt ihr sehr aneinander, ich hatte also richtig gewählt (vorher konnte nichts über spezielle Bindungen zwischen euch vier gesagt werden). Und auch hier wart ihr bis in den Dezember unzertrennlich, als Tamino seine Reise über den Regenbogen antrat.
Wir holten euch also ab und landeten promt im Stau. Die Heimreise dauerte länger als erwartet und zuhause warst vor allem du nicht wie erwartet zahm, nein, sogar recht scheu. Aber gut, damit könnte ich leben. Ihr wart ja nicht für mich eingezogen, sondern für den Jiminy. Und ihr Drei wurdet wirklich dicke, unzertrennliche Freunde.
Kaum zuhause zeigtest du deine erste typische Eigenschaft: du warst ein Ordnungsfreak. Die Gurke musste am rechten Platz sein, erst recht in einer Transportbox. Das hast du auch am Montag beim Tierarzt noch gemacht. Es war so typisch für dich.
Unser Start war so schlecht, wie er nur sein konnte. Dein Abszess am Hals musste behandelt werden und das lange Wochen. Zwischenzeitig stand auch eine Euthanasie im Raum, weil es einfach eine Qual ist, dich mit dem Abszess leben zu lassen. Aber du hast dein Leben trotz Abszess genossen, sodass wir weiter machten. Beim letzten Versuch haben wir den Abszess auch endlich besiegt. Ich war so froh, endlich konntest du gesund und glücklich durchs Leben gehen.
Eine Wasserratte warst du - im wahrsten Sinne des Wortes. Den Pool im Sommer hast du geliebt. Und ich habe es geliebt, dir zuzusehen. Du warst sogar der einzige Taucher hier in der Truppe. Und damit der erfolgreichste Maisfischer
Durch den schlechten Start wurdest du nie recht handzahm. Ich habe dir Zeit gelassen, du kamst auf den Schoss gehüpft, wurdest sogar zum Teil richtig aufdringlich, wenn du etwas zu Fressen haben wolltest. Aber wehe die Hand kam, um dich zu berühren. Diese Scheu bekamen wir nie raus - aber wir lernten gemeinsam, damit umzugehen. Die Hand mit Futter war ok, die Hand ohne griff dich nur, wenn es sein musste.
Den Auslauf hast du geliebt. Bis zuletzt warst du der Erste, der raus wollte und draussen war. HHL hin oder her, du musstest raus und hast immer schon am Gitter gewartet:
Das Rudel war dir wichtig. Du warst immer ein Kuschler im Rudel. Meist mit deinem Bruder, aber auch die anderen waren für dich geeignete Kuschelpartner. Selten hast du allein geschlafen. Auch als die Beinchen schwach wurden, hast du dich im Erlebnismodul in die Hängematte gelegt, damit du jemanden zum Kuschel hattest.
Mit der Zeit hattest du immer mehr Vertrauen zu mir - du fingst an, vor der Kamera als Clown zu posieren, sodass lustige Bilder entstehen konnten. D hast es sogar aufs Titelbild eines Rattenkalenders geschafft. Ich war so stolz auf dich, Domi.
Ja, sogar einen Zungenkuss habe ich ablichten können *lach*
Je älter du wurdest, desto schönere und vor allem lustigere Bilder entstanden.
Im Dezember, gerade als du dich nach dem Tod deines Bruders wieder gefangen hast, kam dann der Abszess am Kinn. Gleichzeitig begannen deine Probleme am Ohr. Es war immer dreckig, aber keine Ursache erkennbar. In Narkose, als der Abszess am Kinn behandelt wurde, wurde sogar geschaut. Nichts zu sehen. Also putzte ich dein Dreckohr, bis ich vor 13 Tagen weisse Eiterflocken tief im Ohr sah. Vom Tierarzt gab es Antibiotika, aber es änderte sich nichts, einzig dein Appetit verschwand nach und nach. Also wieder zum Tierarzt und die Therapie radikal umstellen. Der Verdacht lag nahe, dass du das Marbocyl nicht verträgst. Die letzten 5 Tage waren ein Auf und Ab. Die Infektion ist bis zum Innenohr vorgedrungen und verursachte Blutungen. Von zwei Blutungen hast du dich erholt. Am Freitag liess ich dir das Ohr in Narkose reinigen und nachschauen, was die Ursache sein konnte. Es gab keinen Hinweis auf Tumor oder Abszess, die Prognose lag bei 50:50. Am Abend warst du so gut drauf, dass ich Hoffnung hatte, dass du es schaffst. Du bist, als wäre es das Normalste der Welt, die Rampe in den Dom hoch gestiefelt - natürlich mit Abkürzung über das Geländer, du bist ja kein hilfsbedürftiger Rentner, der die Rampe wirklich brauchen würde - hast dich am Futterspiess bedient und bist danach in den Kusiner an der Tür, später dann durch die Röhre darunter wieder in den Auslauf. Ich hatte wirklich Hoffnung. Doch vergebens. Gestern morgen hattest du erneut geblutet, du warst wieder müde. Ich liess dich in Ruhe, bot dir Futter an, das du wie bisher nach den Blutungen nicht annahmst - erst nach knapp 24 Stunden kam der Appetit wieder und in der Nacht auf Samstag hattest du eine ganze Breischale und den halben Keks gefressen - Energie war noch im Bauch. Die Hoffnung schwand, als ich dich streicheln konnte. Ja, ich konnte dich aufs Sofa nehmen, mit dir reden und dich streicheln. Ganz untypisch für dich. In der Nacht zwischen 1 und 3 Uhr bist du dann in deiner Kuschelröhre auf dem Snuggle gestorben.
Domi ich vermisse dich. Auch wenn du unnahbar warst. Auch wenn du manchmal gebissen hast, wenn du meintest, die Hand hat jetzt nichts im Nest verloren. Auch wenn du mich vor ein paar Tagen gebissen hast, als ich dir Futter vom Finger anbieten wollte. Ich vermisse dich. Deinen unendlich sturen Kopf, der sich immer durchsetzte. Deine Kraft, auch mit deiner Behinderung umzugehen. Deine Kraft, trotz HHL noch steile Rampen hoch zu kommen, sodass ich mich sorgen musste, da du nicht mehr allein runter kamst. Deine Trotzreaktion, als da plötzlich Rampen im Dom waren und du nicht mehr einfach hochspringen konntest - ja, bis zu letzt bist du immer ein Stück hochgesprungen und erst dann hast du dich hochgezogen.
Domi, mein Sturkopf, mein Clown. Du wirst hier fehlen. Ich hab dich lieb
Natürlich war mir klar, dass der Tag kommen wird. Dass der Tag in nicht allzu weiter Ferne liegt angesicht deines doch schon fortgeschrittenen Alters. Aber es ist immernoch ein Schock, dass es nun so schnell ging. Schliesslich warst du sonst so ein zäher Kerl. Schon einige Mal fürchtete ich um dein Leben, aber du hast es immer gepackt. Hast den hartnäckigen Abszess besiegt, den du mitbrachtest. Hast die Fistel an deinem Harnausgang überstanden. Den Abszess am Kinn, bei dem die Zahnwurzel freilag, hast du überstanden. Und nun eine Ohrenentzündung - das ist doch ein Klacks für dich. Du wusstest doch schon, wie man eine Ohrenentzündung bekämpfst, schliesslich kamst du mit Schiefkopf zu mir. Doch der Kreis hat sich geschlossen.
Ja, der Schiefkopf war sogar der Grund, warum du hier gelandet bist. Vier schwer zu vermittelnde Jungs, die schon eine ganze Weile suchten, standen zur Auswahl. 2 scheue, 2 zahme, einer davon mit schiefem Kopf - das warst du. Platz hatten wir leider nur für 2 und alle vier wollten wir auch nicht kastrieren lassen. Die anderen 2 sollten eine Chance haben, als echte Kerle weiter zu leben. Also entschied ich mich für den Kranken und den Scheuen, der sich mit dem zweiten Zahmen nicht verstand - dein Bruder Tamino. Die letzten Tage im alten Heim hingt ihr sehr aneinander, ich hatte also richtig gewählt (vorher konnte nichts über spezielle Bindungen zwischen euch vier gesagt werden). Und auch hier wart ihr bis in den Dezember unzertrennlich, als Tamino seine Reise über den Regenbogen antrat.
Wir holten euch also ab und landeten promt im Stau. Die Heimreise dauerte länger als erwartet und zuhause warst vor allem du nicht wie erwartet zahm, nein, sogar recht scheu. Aber gut, damit könnte ich leben. Ihr wart ja nicht für mich eingezogen, sondern für den Jiminy. Und ihr Drei wurdet wirklich dicke, unzertrennliche Freunde.
Kaum zuhause zeigtest du deine erste typische Eigenschaft: du warst ein Ordnungsfreak. Die Gurke musste am rechten Platz sein, erst recht in einer Transportbox. Das hast du auch am Montag beim Tierarzt noch gemacht. Es war so typisch für dich.
Unser Start war so schlecht, wie er nur sein konnte. Dein Abszess am Hals musste behandelt werden und das lange Wochen. Zwischenzeitig stand auch eine Euthanasie im Raum, weil es einfach eine Qual ist, dich mit dem Abszess leben zu lassen. Aber du hast dein Leben trotz Abszess genossen, sodass wir weiter machten. Beim letzten Versuch haben wir den Abszess auch endlich besiegt. Ich war so froh, endlich konntest du gesund und glücklich durchs Leben gehen.
Eine Wasserratte warst du - im wahrsten Sinne des Wortes. Den Pool im Sommer hast du geliebt. Und ich habe es geliebt, dir zuzusehen. Du warst sogar der einzige Taucher hier in der Truppe. Und damit der erfolgreichste Maisfischer
Durch den schlechten Start wurdest du nie recht handzahm. Ich habe dir Zeit gelassen, du kamst auf den Schoss gehüpft, wurdest sogar zum Teil richtig aufdringlich, wenn du etwas zu Fressen haben wolltest. Aber wehe die Hand kam, um dich zu berühren. Diese Scheu bekamen wir nie raus - aber wir lernten gemeinsam, damit umzugehen. Die Hand mit Futter war ok, die Hand ohne griff dich nur, wenn es sein musste.
Den Auslauf hast du geliebt. Bis zuletzt warst du der Erste, der raus wollte und draussen war. HHL hin oder her, du musstest raus und hast immer schon am Gitter gewartet:
Das Rudel war dir wichtig. Du warst immer ein Kuschler im Rudel. Meist mit deinem Bruder, aber auch die anderen waren für dich geeignete Kuschelpartner. Selten hast du allein geschlafen. Auch als die Beinchen schwach wurden, hast du dich im Erlebnismodul in die Hängematte gelegt, damit du jemanden zum Kuschel hattest.
Mit der Zeit hattest du immer mehr Vertrauen zu mir - du fingst an, vor der Kamera als Clown zu posieren, sodass lustige Bilder entstehen konnten. D hast es sogar aufs Titelbild eines Rattenkalenders geschafft. Ich war so stolz auf dich, Domi.
Ja, sogar einen Zungenkuss habe ich ablichten können *lach*
Je älter du wurdest, desto schönere und vor allem lustigere Bilder entstanden.
Im Dezember, gerade als du dich nach dem Tod deines Bruders wieder gefangen hast, kam dann der Abszess am Kinn. Gleichzeitig begannen deine Probleme am Ohr. Es war immer dreckig, aber keine Ursache erkennbar. In Narkose, als der Abszess am Kinn behandelt wurde, wurde sogar geschaut. Nichts zu sehen. Also putzte ich dein Dreckohr, bis ich vor 13 Tagen weisse Eiterflocken tief im Ohr sah. Vom Tierarzt gab es Antibiotika, aber es änderte sich nichts, einzig dein Appetit verschwand nach und nach. Also wieder zum Tierarzt und die Therapie radikal umstellen. Der Verdacht lag nahe, dass du das Marbocyl nicht verträgst. Die letzten 5 Tage waren ein Auf und Ab. Die Infektion ist bis zum Innenohr vorgedrungen und verursachte Blutungen. Von zwei Blutungen hast du dich erholt. Am Freitag liess ich dir das Ohr in Narkose reinigen und nachschauen, was die Ursache sein konnte. Es gab keinen Hinweis auf Tumor oder Abszess, die Prognose lag bei 50:50. Am Abend warst du so gut drauf, dass ich Hoffnung hatte, dass du es schaffst. Du bist, als wäre es das Normalste der Welt, die Rampe in den Dom hoch gestiefelt - natürlich mit Abkürzung über das Geländer, du bist ja kein hilfsbedürftiger Rentner, der die Rampe wirklich brauchen würde - hast dich am Futterspiess bedient und bist danach in den Kusiner an der Tür, später dann durch die Röhre darunter wieder in den Auslauf. Ich hatte wirklich Hoffnung. Doch vergebens. Gestern morgen hattest du erneut geblutet, du warst wieder müde. Ich liess dich in Ruhe, bot dir Futter an, das du wie bisher nach den Blutungen nicht annahmst - erst nach knapp 24 Stunden kam der Appetit wieder und in der Nacht auf Samstag hattest du eine ganze Breischale und den halben Keks gefressen - Energie war noch im Bauch. Die Hoffnung schwand, als ich dich streicheln konnte. Ja, ich konnte dich aufs Sofa nehmen, mit dir reden und dich streicheln. Ganz untypisch für dich. In der Nacht zwischen 1 und 3 Uhr bist du dann in deiner Kuschelröhre auf dem Snuggle gestorben.
Domi ich vermisse dich. Auch wenn du unnahbar warst. Auch wenn du manchmal gebissen hast, wenn du meintest, die Hand hat jetzt nichts im Nest verloren. Auch wenn du mich vor ein paar Tagen gebissen hast, als ich dir Futter vom Finger anbieten wollte. Ich vermisse dich. Deinen unendlich sturen Kopf, der sich immer durchsetzte. Deine Kraft, auch mit deiner Behinderung umzugehen. Deine Kraft, trotz HHL noch steile Rampen hoch zu kommen, sodass ich mich sorgen musste, da du nicht mehr allein runter kamst. Deine Trotzreaktion, als da plötzlich Rampen im Dom waren und du nicht mehr einfach hochspringen konntest - ja, bis zu letzt bist du immer ein Stück hochgesprungen und erst dann hast du dich hochgezogen.
Domi, mein Sturkopf, mein Clown. Du wirst hier fehlen. Ich hab dich lieb