Zweitkatze zum Glücklichsein?

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  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #1
Septinismom

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Hallo liebe Forenmitglieder,

ich habe vor drei Monaten einen Kater aus recht ungeklärten Verhältnissen übernommen.
Es gab weder Impfpass, noch Informationen darüber wie er vorher gelebt hat (Einzelhaltung oder nicht, Freigänger oder nicht..), nur das er kastriert sei und fünf Jahre alt ist.

Wir haben ihn gleich beim TA vorgestellt da er recht mager war und auch Zahnschmerzen zu haben schien. Die TÄ war darüber nach einem Blick ins Maul nicht überrascht, viele Zähne fehlten bereits, der Großteil der verbliebenen Zähne war kaputt, Zahnfleisch entzündet.
Also gleich operieren lassen, die kaputten Zähne raus, die sechs die noch gut waren schön gereinigt, Zahnfleisch behandelt.
Danach war er wie ausgewechselt, hat gut und gern gefressen (ausser das er mäkelt, aber das liegt sicher daran das ich ihn recht verwöhne), hat gespielt und schien zufrieden.

Unsere Wohnung plus Balkon haben wir zum Katzenspaßplatz umgestaltet mit jeder Menge Wandbrettern zum Turnen, vielen Kratz- Kletter- und Spielmöglichkeiten. Er hat den ganzen Tag freien Zugang zum Balkon und der kompletten Wohnung.
Er ist eher ruhig und schläft sehr viel, auch wenn wir den ganzen Tag zu Hause sind.
Spielen tut er recht wenig, nur wenn er seine "fünf Minuten" bekommt kann ich ihn zum spielen animieren.
Also bin ich anfangs davon ausgegangen das er evtl immer allein und in der Wohnung war.

Nun hab ich aber das Gefühl das er sich langweilt und er rennt immer öfter zur Tür wenn einer von uns geht oder kommt und versucht ins Treppenhaus zu kommen.
Wenn er dort ist bekommt er aber schnell Angst und huscht schnell wieder in die Wohnung.
Zum Freigänger kann ich ihn nicht machne, wir wohnen im zweiten Stock, ohne Möglichkeit ihn selbstbestimmt rein und raus gehen zu lassen.
Ausserdem ist er sehr ängstlich was Kinder, Hunde und Geräusche angeht, also hätte ich die Befürchtung das er draussen beim ersten Kind o.ä. in Panik gerät und in Gefahr kommt.

Ich habe sehr Angst ihn unglücklich zu machen, denn er ist uns so ans Herz gewachsen und ist einfach Teil unserer kleinen Familie (fünf Axolotl, zwei Menschen und er ),
darum liegt für mich natürlich die Überlegung nahe, ob ich ihn mit einer Zweitkatze glücklich machen könnte.
Natürlich denke ich da an einen Kater seines Alters und Charakters entsprechend.

Aber wenn er das gar nicht will? Woher kann ich das wissen?

Ich bitte euch herzlich mir zu antworten und uns weiterzuhelfen.

Vielen Dank und liebe Grüße Kitty
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #2
Hallo Kitty!
Eine Garantie kann Dir da wohl keiner geben.
Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
Mit 5 Jahren ist Dein Kater ja gerade mal im "besten Alter" - da hat er noch Bewegungs- und Spieldrang und ist sicher mal gelangweilt, wenn er längere Zeit allein sein muss. Und auch wenn Ihr daheim seid - einen Katzenkumpel zum artgerechten Raufen, Putzen, Hinterherjagen - könnt Ihr einfach für ihn nicht sein.
Ich würde es mit einem zweiten Kater probieren. Der sollte im ähnlichen Alter sein - also mindestens 3-4 Jahre, höchstens 6-7 Jahre. Gut wäre, wenn Ihr was charakterlich Passendes finden könntet, das ist allerdings immer schwierig, weil Katzen aus Tierheimen sich z. B. in der Tierheimumgebung oft ganz anders verhalten als später zu Hause.
Für Deinen Kater würde sich da meiner Meinung nach auch ein eher ruhigeres Exemplar anbieten - vielleicht schaust Du einfach mal in den Tierheimen Deiner Umgebung oder guckst mal nach Pflegestellen (die können meist eine etwas bessere Einschätzung zum Charakter abgeben, weil sie eben nicht so viele Tiere haben).
Eine Vergesellschaftung erfordert jedoch unter Umständen auch Geduld. Will heißen: Wenn Du einen Kumpel holst und es zwischen den beiden erstmal kracht, solltest Du nicht sofort aufgeben. Das kann sich durchaus über mehrere Wochen oder sogar Monate hinziehen. Solange kein Blut fließt (gelegentlich kann´s mal Kratzer geben, die v. a. am Kopf oder an den Ohren ziemlich bluten, obwohl sie völlig harmlos sind - richtiges Festbeißen im Fell ist da was anderes), muss man am Anfang schon mit Gejage und Gefauche rechnen... Am Ende hat man dann aber (meistens, Ausnahmen gibt es leider immer) ein harmonisches Team - vielleicht nicht die allerdicksten Freunde, aber eben sowas wie "echte Kumpel" ;)
Ich würd´s versuchen!

LG, seven
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #3
Guten Morgen Kitty,

ich kann mich seven nur anschliessen und Dir Mut machen, es mit einer zweiten Katze zu versuchen. Unser Kater stammt auch aus recht konfusen Verhältnissen, wo uns bei Übernahme gesagt wurde, er verträgt sich nicht mit anderen Katzen. Vor knapp 2 Wochen zog eine Katze ein; ein Jahr älter, kastriert. Lucy ist zwar noch etwas zurückhaltend, doch sieht man Brownie sehr deutlich an, wie sehr er sich über die Spielgefährtin freut und mit ihr das Zimmer unsicher macht, wenn sie sich sicher fühlt. Vielleicht macht Dir unser Werdegang ja Mut, es zu probieren:



Liebe Grüße,

Raissa
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #4
Generell würde ich auch sagen, dass es sicherlich einen Versuch wert ist. ABER: Mit der komplett unbekannten Vorgeschichte und weil er (mindestens) schon 5 Jahre alt ist, würde ich das ganze gut vorab planen und sehr vorsichtig angehen.

Eigentlich bin ich bei Zusammenführungen ein großer Fan der "Holzhammer-Methode": Box mit neuer Katze in die Wohnung, öffnen, Katzen machen lassen, fertig. Damit bin ich selbst immer gut gefahren, ich hatte aber auch fast ausschließlich soziale Tiere bei den Vergesellschaftungen, die bereits mit anderen Katzen zusammen gelebt hatten.
Da das in diesem Fall nicht bekannt ist und du sicherlich auch nicht weißt, welche Erfahrungen er als Baby und Jungtier gemacht hat, wäre hier vielleicht eine langsame und behutsame Zusammenführung ratsam :eusa_think:; natürlich auch nur mit einem sorgfältig ausgewählten Katzenkumpel, der gut zu ihm passt.
Da ich selbst keine Erfahrungen mit so einer Zusammenführung beispielsweise mittels Türgitter habe, hoffe ich, dass sich dazu noch erfahrene User melden werden.
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #5
Wir haben alle unsere Katzen ohne große Vorüberlegungen aufgenommen - und auch bei den meisten ohne ihre Vorgeschichte zu kennen.
Audrey und John-Boy waren Streunerbabies - ok, da hatten wir uns vorher angeschaut, wie sie leben - und sie kamen eben quasi noch als Babies zu uns.
Dann kamen Dinah und Poldi - aus dem Tierheim - keine Ahnung, wie alt, keine Ahnung von der Vorgeschichte.... einzige Info: Zusammen ausgesetzt worden... geschätztes Alter zwischen 5-10 Jahren...
Wir haben es gewagt, und alle 4 gleich "aufeinander losgelassen"... Dinah hat sich recht kurz verzogen, Poldi hat sich etwas länger verzogen - aber nach ca. ´ner Woche waren die beiden aufgetaut und fingen an, die beiden "Kleinen" zu dominieren. Poldi hat sich recht schnell mit John-Boy angefreundet, bei Audrey wollte er gern, aber sie wollte nicht so, wie er wollte ;) Und die Dinah - joar... andere Katzen waren und sind bis heute für sie ein absolutes No-Go...
Joar - und dann zog noch das Julchen ein, das ein knappes Jahr bei uns auf dem Kleiderschrank gewohnt hat, weil es so scheu und schüchtern war - die hat uns auch angefaucht und angeknallt vom Feinsten, wenn man ihr nur zu nahe kam. Die war damals gerade mal 1,5 Jahre alt - sie wird im Mai 4... und ist inzwischen eine Schmusebacke...
Und zum Schluss die Netty - Erbstück unserer verstorbenen Freunde, bei ihrem Einzug vor 2 Jahren 12 Jahre alt, ergo inzwischen fast 14... hat gleich klargestellt, dass sie vor nix und niemandem Angst hat, ist aber zu allen sehr freundlich und friedlich und lässt sich selbst von Diva Dinah wenig provozieren...

Will heißen: Wir haben hier einen absolut buntgemischten Trupp, Charaktere aller Art, und 6 Katzen im Alter von 1x4 Jahren, 2x 6 Jahren, 1x ca. 10 Jahren, 2x ca. 14 Jahren. Zwei Kastraten, 4 Mädels. Unterschiedlichste Herkunft. Und es hat immer geklappt.
Manchmal ist man wohl auch einfach ZU vorsichtig...
(Ging uns bei unseren Mäusen damals und bei den Ratten ähnlich. Was hat man uns gewarnt, was alles schiefgehen könnte. Klar, wir haben die VG-Regeln eingehalten - aber manchmal muss man auch ein wenig nach Gefühl gehen und schauen, was geht, und was geht eben nicht.... Und wenn man da immer nur sagt: "Das kann nur schiefgehen" - dann geht´s auch schief oder aber man traut sich erst gar nicht....)
Fazit meines Sermons: Ich würd´s versuchen! Und ich würde da auch gar nicht lange mit Trenngitter rumfackeln... Die gehen sich schon aus dem Weg, wenn sie sich suspekt sind. Und über kurz oder lang raufen sie sich (möglicherweise auch wörtlich) zusammen...
Wie gesagt, Diva Dinah mag keine Katzen - aber selbst die hat gelernt, dass hier halt welche rumlaufen...
Und wie gesagt: Uns fehlt die Vorgeschichte von Dinah, Poldi und Julchen quasi komplett... trotzdem haben wir es riskiert....

LG, seven
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #6
Und wie gesagt: Uns fehlt die Vorgeschichte von Dinah, Poldi und Julchen quasi komplett... trotzdem haben wir es riskiert....
Aber die drei saßen ja wie unsere beiden Mäuse aus dem gleichen Tierheim auch in dem Container mit anderen Katzen zusammen ohne dass es direkt Mord- und Totschlag gegeben hat, richtig ;)? Da wusste ich auch nichts groß über die Vorgeschichte unserer zwei, aber hatte zumindest den Beleg direkt live vor meiner Nase, dass andere Katzen zumindest toleriert werden. Diese Erkenntnis fehlt hier aber völlig, deshalb meine Tendenz, dass eine langsame Zusammenführung vielleicht nicht ganz verkehrt wäre.
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #7
Nuja - der Pold wohnte hinter der Heizung... der war da offenbar noch nie hervorgekrochen, wenn fremde Leute reinkamen - von mir hat er sich dann locken lassen....
Die Dinah hingegen kam ganz artig zum Futtern und ließ sich problemlos kraulen.
Und die Jule - hockte in ihrer Kratzbaumhöhle und traute sich nicht raus.
Wie wollten wir da irgendwas einschätzen?
Die Dinah erwies sich erstmal als Fauchschabe (sie ließ sich bestenfalls zwischen den Öhrchen kraulen, wehe, man versuchte es an anderen Stellen, dann hatte man die Krallen im Fleisch.... das hat sich erst im Laufe von Monaten gegeben...)
Der Pold hingegen - im TH als der absolut superschüchternste Kater eingestuft - taute ja binnen weniger Tage auf und reagierte positiv auf die anderen Katzen...
Und die Jule - joar... noch so´n Spezialfall...

Wie gesagt - es ist sicher von Fall zu Fall unterschiedlich. Ich finde trotzdem, man darf sich manchmal auch was trauen und manchmal auch den Katzen was zutrauen... Zurückrudern kann man immer noch...
Das ist aber nur meine persönliche Meinung, das darf natürlich jeder so handhaben, wie er möchte, da gibt´s eben keine Vorschriften, sondern nur gewisse Anhaltspunkte / Richtlinien, die aber immer noch Interpretationsspielraum bieten, den jeder nach Gefühl ausschöpfen sollte ;)

LG, seven
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #8
Hallo ihr Lieben und vielen, vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
Es ist toll was ihr euch hier für Mühe macht in Eurer Freizeit.

@Seven: ich freue mich sehr über deine ausführlichen Antworten, wirklich danke.
Was du schreibst klingt sehr logisch, vor allem weil eine Katze mit (geschätzten) 5 Jahren ja noch lange nicht zum alten Eisen zählt.

@Raissa; ich habe mir das Thema eben angeschaut und muss sagen, das macht mir wirklich Mut, sehr sogar. PS deine Tigerchen sind beide entzückend.

@ Ina; ich werde mich mal zur behutsamen Zusammenführung einlesen. Falsch kann das wahrscheinlich auch nicht sein, oder?.
Obwohl ich dazu sagen muss, dass der Kilian eher ein Flucht- als ein Kampfkater ist, aber das ist halt nur meine bisherige Erfahrung mit Menschen und Hunden, wie das mit anderen Katzen ausschaut kann ich nicht beurteilen.


Und Seven:

Wie gesagt - es ist sicher von Fall zu Fall unterschiedlich. Ich finde trotzdem, man darf sich manchmal auch was trauen und manchmal auch den Katzen was zutrauen... Zurückrudern kann man immer noch...

LG, seven

Ich denke das kann man fast auf alle Bereiche des Lebens beziehen und du hast so recht :D Wenn man doch immer so mutig wäre...


Ich danke euch erstmal für Eure Einschätzungen und werde das mit meinem Mann besprechen ( der sich im speziellen darum sorgt, ob die Schutzgitter der Aquarien auch zwei Katzenpopos aushalten.... :lol: ).

Und ich möchte mich gleich für die kommende Frage entschuldigen, die mir seit heut früh nicht mehr aus dem Kopf geht:
Was ist wenn ich am Ende zwei Kater habe die sich langweilen und zur Tür rennen?

Auf der anderen Seite ist es ja nicht so, dass er den ganzen Tag vor der Tür steht und jammert oder so, er versucht nur sporadisch die Chance zu nutzen die sich ihm bietet... Hmm..

Vielen Dank und liebeb Grüße, Kitty

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Guten Morgen

wir haben gestern lange geredet und sind zu dem Entschluss gekommen das wir es versuchen wollen.
Ich werde mich heute mal nach Pflegestellen, Organisationen und in Tierheimen umsehen (natürlich virtuell ) und melde mich dann sicher bald mit Fragen ( und hoffentlich keinem Hifeschrei ... )

LG und schönen Tag Euch allen..
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #9
@ Ina; ich werde mich mal zur behutsamen Zusammenführung einlesen. Falsch kann das wahrscheinlich auch nicht sein, oder?.
Schwer zu sagen :eusa_think: - ich selbst habe das wie gesagt noch nie gemacht und hätte bei meinen Katzen auch immer Bedenken gehabt, dass sich auf die Art Weise höchstens Aggressionen aufbauen und dann auch anstauen. Aber es wird eben doch recht häufig empfohlen und scheint ja auch irgendwie zu funktionieren.

Mir kam der Gedanke jetzt nur, weil du so wirklich gar nichts über ihn weißt. Da wäre es zumindest nicht falsch, darauf vorbereitet zu sein und ein Trenngitter zu haben. Ob´s dann wirklich nötig ist, merkt ihr dann selbst recht schnell.

Ich werde mich heute mal nach Pflegestellen, Organisationen und in Tierheimen umsehen (natürlich virtuell ) und melde mich dann sicher bald mit Fragen ( und hoffentlich keinem Hifeschrei ... )
Da ihr auf jeden Fall nach einem gut sozialisierten Kumpel schauen solltet, würde ich hier eher zu einem Verein mit privaten Pflegestellen tendieren. Dort können die Tiere einfach viel besser eingeschätzt werden als im stressigen Tierheimalltag. Wenn ihr kein Problem mit Katzen aus dem Ausland habt, wäre ANAA eine Empfehlung - spanische ANAA-Katzen gibt´s hier einige im Forum und ich habe nur von guten Erfahrungen gehört und diese auch selbst gemacht ;).

Und ich möchte mich gleich für die kommende Frage entschuldigen, die mir seit heut früh nicht mehr aus dem Kopf geht:
Was ist wenn ich am Ende zwei Kater habe die sich langweilen und zur Tür rennen?

Auf der anderen Seite ist es ja nicht so, dass er den ganzen Tag vor der Tür steht und jammert oder so, er versucht nur sporadisch die Chance zu nutzen die sich ihm bietet... Hmm..
Tja - gute Frage ;).
Ich werde auch immer an der Haustür begrüßt und habe da auch schon Zustände bekommen und Panik gehabt, dass mir einer entwischt. Konsequentes von der Tür wegschieben hat das ganze im Lauf der Zeit zumindest ein wenig eingedämmt. Und entwischt ist mir auch noch keiner. Vielleicht könnte man das bei euch dann mit nur zwei KAtzen aber auch gezielt "wegtrainieren" falls es so weit kommen sollte.
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #10
Aber es wird eben doch recht häufig empfohlen und scheint ja auch irgendwie zu funktionieren.

Mir kam der Gedanke jetzt nur, weil du so wirklich gar nichts über ihn weißt. Da wäre es zumindest nicht falsch, darauf vorbereitet zu sein und ein Trenngitter zu haben. Ob´s dann wirklich nötig ist, merkt ihr dann selbst recht schnell.


Nachdem ich mich jetzt die halbe Nacht durch das wunderbare WWW gelesen habe kann ich dir da nur zustimmen. Es wird tatsächlich in 9 von 10 Beschreibungen der Zusammenführung empfohlen.

Puhh, jetzt bin ich echt n bisschen verwirrt.

Ihr scheint hier zum Großteil gute Erfahrungen mit der "Zack neue Katze ist da" Methode gemach zu haben,
im Netz liest man jedoch oft das grade diese Methode häufig zu vorhersehbarem Hass führt.

Das Ding ist, wären die beiden Hunde wüsste ich genau wie ich vorgehen würde, doch mit Katzen bin ich ehrlich gesagt nicht so erfahren, grade dieses soziale/nicht soziale ( wie auch immer) Wesen der Katzen im Umgang mit neuen Mitbweohnern ist mir halt völlig fremd.
Ich möchte es natürlich trotz aller Befürchtungen, Fragen und Ängste versuchen, aber jetzt bin ich mir mit der Methode sehr unsicher.

Die schreiben ja fast alle: seperater Raum, ein paar Tage Gerüche tauschen, dann Gitter oder vorsichitg Tür öffnen und schauen wie beide reagieren.
Mein Problem dabei ist; Kilian ist Herr über alles. Und damit meine ich ALLES. einfach weil ich ihm von Anfang an ein prima Leben bieten wollte, verbindet er jeden einzelnen Raum der Wohnung mit tollen Sachen.
Ins Schlafzimmer kann ich den neuen nicht separieren, das ist das Hochbett das Kilian so liebt und sein Lieblingscatwalk an der Wand auch. Wenn der Neue da die ersten Tage drinne wär ohne das er rein darf, wäre Hass vorprogrammiert.
Die Küche; geht gar nicht !! SEINE Arbeitsplatten auf denen er sobald ich Kaffee mache (alle 20 Minuten) sitzt, kuschelt und bettelt.
Bad: SEIN Waschbecken auf dem er sitzt und mir beim Duschen, Zähne putzen, aufs Klo gehen ( Privatsphäre? Ja kenn ich von früher...) Gesellschaft leistet.
Wohnzimmer; SEINE Aquarien zum drauf lümmeln und Axolotl beobachten, SEINE Couch...

Ich hoffe ihr versteht meinen Gedankengang.
Ich habe ihm die Wohnung geschenkt und wenn da jetzt ein Eindringling kommt der eins seiner Zimmer okkupiert, wird er sicherlich etwas verstimt reagieren...

Bitte sagt es mir falls ich da "Katzendenktechnisch" völlig falsch liege :uups:

Ich habe einen Kater auf einer Pflegestelle in unserer Nähe gefunden der sehr gut passen würde, ist sechs, kastriert, ruhig und lebte mit Katzen und Hunden sein Leben lang in einer Familie bevor er allergiebedingt "gehen musste".
Am Samstag fahren wir dorthin und lernen ihn kennen.

Jetzt wo es doch recht real wird, hab ich einfach Angst es falsch anzugehen...

Ich würde mich freuen wenn ihr mir wieder so toll und kompetent Rat geben könntet.

Vielen Dank und liebe Grüße, Kitty
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #11
Ihr scheint hier zum Großteil gute Erfahrungen mit der "Zack neue Katze ist da" Methode gemach zu haben,
im Netz liest man jedoch oft das grade diese Methode häufig zu vorhersehbarem Hass führt.
Das ist auch immer eine Interpretationsfrage ;). "Hass" ist da ganz sicherlich nicht vorhanden, auch wenn man Katzen oft nachsagt sie seien boshaft oder niederträchtig. Katzen haben ihre eigene Sprache und gerade, wenn Katzen zum ersten Mal aufeinander treffen, gilt es eine Rangfolge zu klären und sich erst mal zusammen zu raufen. Zur normalen Katzensprache zählen Fauchen, Knurren, Jaulen und ganz sicher auch die eine oder andere Ohrfeige und fliegende Fellbüschel. Bei vielen Menschen ist da aber schon lange das Ende der Fahnenstange erreicht und sie meinen, dass etwas furchtbar schief geht bei der Vergesellschaftung. Da wird die Katze zu sehr vermenschlicht oft.

Wenn ich richtig nachgezählt habe, habe ich mittlerweile 9 Vergesellschaftungen hinter mir mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Voraussetzungen - und ich habe alles immer mit der Holzhammer-Methode gemacht und es hat immer funktioniert.
Die längste Vergesellschaftung war mit meiner ersten Einzelkatze - bis das alles richtig gut lief, sind 10 Monate vergangen. Das heißt aber nicht, dass hier 10 Monate nur Mord- und Totschlag geherrscht hat, sondern bloß, dass die Maus damals nach 10 Monaten das erste Mal wieder ins Bett gekommen ist zum Beispiel.
Die kürzeste VG war mit unserer Abby, das hat irgendwie nur ein paar Minuten gedauert mit den anderen Katzen - alle sind mal vorbei gegangen, haben festgestellt "ach, du wohnst jetzt auch hier?" und das Thema war durch :lol:.

Eine langsame Zusammenführung kann wohl sinnvoll sein, wenn wenig über die Tiere bekannt ist oder eben klar ist, dass sie nicht sehr sozial sind. Das ewige wieder Trennen kann aber auch zu einem Aufstauen von Aggressionen führen und den ganzen Vorgang immer wieder verlangsamen.

Ich kann dir vorab keine Garantie geben, wie du es richtig machst. Aber ich persönlich würde es wohl so versuchen, dass ich den Neuzugang einfach in der Nähe von einem Katzenklo aus der Box lasse und dann die Katzen mal machen lasse. Wenn Blut fließt, kannst du sie immer noch trennen - ich kenne aber ehrlich gesagt keine Konstellationen, wo es wirklich so schlimm gewesen wäre, blutig schon mal gar nicht. Wenn du genug Rückzugmöglichkeiten für die Tiere hast, haben sie die Möglichkeit, das Ganze in ihrem eigenen Tempo abzuwickeln und werden das auch tun. Und du kannst hier im Forum nach Beistand und Beruhigung suchen ;).

Der Kater, den du im Blick hast, hört sich übrigens wirklich ganz gut an - ich bin gespannt, ob da auch für dich der Funke überspringt.
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #12
Hallo Ina und danke für die Antwort.

Mein Mann und ich haben das jetzt nochmal von alllen Seiten versucht zu beleuchten und wir werden, wenn es denn soweit ist, es mit einer direkten Zusammenführung versuchen.

Ich danke dir für deine ermutigenden Worte.

Morgen lernen wir ihn kennen, bin schon sehr aufgeregt ....

Liebe Grüße Kitty
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #13
Ich bin sehr gespannt, wie das erste Kennenlernen läuft und ob das dann direkt "euer" Kater wird. Daumen sind gedrückt ;).
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #14
Ich kann gar nicht glauben was uch euch jetzt tz berichten habe .

Wir haben uns den Kleinen am Samstag nicht nur angeschaut, wir haben uns auch verliebt und er wurde uns direkt am Samstag noch gebracht.
Da er auch in seinem einzigen Zuhause bisher extrem schüchtern Fremden gegenüber war ( es klingelt, er ist den Rest des Tages in seiner Höhle) wussten wir das er sich sicherlich bei uns nicht allzu schnell eingewöhnen/ bzw sicher fühlen wird.

Dafür das wir nicht wussten wie Kilian regiert, war`s echt gut.
Die Transportbox wurde reingebracht, er schnupperte interessiert daran.
Box wurde geöffnet, neuer Kater streckte seinen Kopf raus- da habe ich zum ersten Mal gesehen das der Kilian rückwärts laufen kann.
Kilian floh auf den Balkon, neuer Kater in den Kleiderschrank.
Dort blieb er.
Als habe ich ihm Wasser, Futter und ein Katzenklo mit rein gestellt.

Als die Leute die ihn gebracht hatten dann weg waren, ging Kilian davon aus das das konische Ding aus der Box auch gegangen ist.
Er hat tatsächlich erst drei Stunden später gecheckt das dies eine Fehleinschätzung war.
Also ist er ab und zu am Schrank vorbeigeschlichen und hat gefaucht.

Ich habe mich jeden Tag ein, zwei Stunden hingesetzt und meinem Kleiderschrank Balladen vorgelesen, damit er sich an meine Stimme gewöhnt.

So liefen die letzten Tage ab. Bis auf Montag Abend.
Als ich von der Arbeit kam, saß der Neuling plötzlich auf dem Balkon, ängstlich unter einen Stuhl gekauert.
Eigentlich wollte er wieder in seinen Schrank, traute sich aber nicht am Kilian vorbei.

Spätestens das war der Zeitpunkt an dem sein Name für mich feststand. (sein "alter" Name ging für mich überhaupt nicht)

Dienstag verbrachte er wieder im Schrank.

Als ich heute heim kam, saß der Neue wieder auf dem Balkon und Kilian ging öfters hin, allerdings ohne zu fauchen, nur neugierig.
Also hab ich mich ganz normal an den Balkontisch gesetzt und mich ruhig beschäftigt, da steht er auf, streckt sich, kommt zu mir als ob es immer so gewesen wäre und gibt mir Köpfchen. Rollt sich auf dem Boden rum und lässt sich das Bäuchlein kraulen. Fordert recht vehement seine Streicheleinheiten ein.
Kilian kommt dazu, wird auch gestreichelt und sagt kein Wort.

Ich hab so geweint vor Freude,

Das ist jetzt zwei Stunden her und er benimmt sich als ob es niemals anders gewesen wäre.
Ich habe die besten Leckerchen überall hin verteilt und beide naschen wie die
Wilden.
Ab und zu gibt es einen Pfotenschlag vom Kilian, aber das scheint eher nicht sehr ernst gemeint zu sein und der Neue ignoriert das einfach..

Grade jetzt als ich das schreibe, werde ich unterbrochen mit der eindeutigen Geste " ich wurde TAGELANG nich gestreichelt, HALLO ??!
Das ist echt unglaublich. Er hat sich jetzt entschieden hier anzukommen und zieht das durch ...


Ich bin überglücklich, ich kann es kaum in Worte fassen.
Ich danke euch für eure guten Ratschläge, denn ohne die hätte ich mir sicher nicht so schnell ein Herz gefasst das zu tun.

Nun noch kurz zu seinem neuen Namen:
Ich weiß nicht wer von euch als Kind/Jugendlicher vielleicht "Märchenmond" von Hohlbeins gelesen hat.
Da gab es den Bären Khelim, der sehr groß und stark war, aber ein furchtbarer Feigling zugleich.
Der hatte es mir als Kind beim Lesen damals schon angetan und ich mir Gedanken über unseren Neuzugang, seines Zeichens Maine Coon Mix, klein für einen Coonie, aber deutlich größer als der Kilian, gemacht habe, bin ich einfach um Khelim nicht mehr drumherum gekommen....

Das sind sie nun also Kilian und Khelim, die beide sehr schmusig sind und noch viel Zeit haben dicke Kumpel zu werden.

Ich danke euch so ehr!!
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #15
Oh, da habe ich jetzt richtig Gänsehaut beim Lesen bekommen - das freut mich so sehr für euch und die Kater :):clap:!!! Dein Mann ist ja sicher auch begeistert, oder?
Und ich finde es immer wieder faszienierend, wie schnell die ersten Schritte bei einer solchen Zusammenführung im Hauruck-Verfahren doch gehen können, wenn die Dosenöffner recht entspannt dabei sind ;). Das war ja jetzt wirklich flott bei euch.

"Märchenmond" kenne ich zwar nicht, aber mir gefällt das, was du dazu schreibst sehr gut und die Namenskombi Kilian und Khelim mag ich sehr. Die Krönung wären ja jetzt noch Fotos von den zwei Jungs ;).
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #16
Hallo
Tut mir leid das ich so lange nicht geschrieben habe.

Also es läuft toll.
Die beiden Spielen und toben miteinander. Ab und zu wird der Khelim vom Kilian sogar geputzt. So süß.

Es macht unheimlich Spaß die beiden zu beobachten und zu wissen das man die richtige Entscheidung getroffen hat.

Photos.. ich versuch das mal...
Liebe grüße von Kitty, Kilian und Khelim


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Ha ich hab es geschafft !! Yeah...


Schönen Tag noch..
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #17
wunderschöne Tiere!!! Mit Klautasche vorbeischauen;)

Ich freue mich als stille mitleserin sehr, das alles so gut gelaufen ist.
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #18
Ich oute mich auch als stille Mitleserin. Ich freu mich riesig, dass es so wunderbar bei euch klappt und Mensch und Kater glücklich sind.
Habt ihr super hinbekommen! :clap:
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #19
Das sind zwei sehr hübsche Kater, ich hab ja eine Schwäche für Rote ;).
 
  • Zweitkatze zum Glücklichsein? Beitrag #20
Oh, was für eine schöner Thread und ich habe ihn ganz übersehen, freut mich sehr für euch und für die beiden Kater, dass es so toll gelaufen ist und was für zwei schöne Kater ihr da habt.
 
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