- Tierheimhund - von schüchtern zu aggressiv Beitrag #1
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Joshua
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Ich bin neu hier im Forum, aber ich dachte ich könnte ja mal gleich mit einer Frage loslegen, die mich sehr interessiert.
Bei uns im Tierheim sitzt eine Hündin (Cosima, Mischling, 1,5 Jahre alt), die im Alter von vier Monaten aus Rumänien nach Deutschland kam. Sie saß nicht lange im Tierheim, sondern wurde nach drei Wochen vermittelt. Bereits nach vier Monaten kam sie zurück, da die Besitzer mit ihr "überfordert" waren.
Anhang anzeigen 167123
Von Anfang an war sie sehr schüchtern, lies sich aber schon nach drei Tagen locken und geduldigem, stillen Dasitzen anfassen. Nach einer Woche war das Geschirranlegen kein Problem mehr solange man selber ruhig war und vor der Vermittlung war sie bei fremden zwar schüchtern, aber sie taute immer schneller auf.
Seit sie jedoch wieder im Tierheim abgegeben wurde hat sich ihr Verhalten grundlegend geändert: Sie vertraut den Angestellten, Pflegern und Ehrenamtlichen problemlos, ist unterwürfig und sehr verschmust. Immernoch schüchtern und ruhig, aber sehr weich in der Körpersprache und zeigt auch viel Beschwichtigung sobald man nur in die Richtung ihres Auslaufes geht. (Sie kommt dabei aber an, weicht nicht aus)
Bei Fremden z.B. Interessenten dreht sie allerdings vollkommen durch. Entweder sie springt ans Gitter, knurrt, bellt und fletscht die Zähne oder die bellt durchgehend und verzieht sich möglichst weit nach hinten in den Auslauf, so dass man sie kaum noch sieht.
Da wir ein kleines Tierheim sind, können wir zum Glück jeden Tag jeden Hund ausführen, aber natürlich sind für gesunde und gerade so junge und aktive Hunde auch 1-2 mal eine Stunde bei weitem nicht genug. Desweiteren macht die Tierheimleiterin mit einigen Hunden Dummy-Training oder ganz kleine Agility-Einheiten, aber nicht sehr oft da es einfach viele andere Aufgaben gibt.
Nun aber wieder zu Cosima! Sie zeigt sich auf Spaziergängen wenn keine Menschen oder Hunde in Sicht sind leinenführig, aber auch nur dann. An Schnüffeln oder Streunen hat sie kein großes Interesse, sie überblickt lieber alles. Bei fremden Hunden ist sie erst einmal submissiv, auch hier beschwichtigt sie, spielt gern aber kann auch zicken, wenn es ihr zu viel wird. Also alles in allem ein gesundes Verhalten. Bei gewöhnlichen Fußgängern ist sie für gewöhnlich ignorant. Doch bei allem, was ihr suspekt ist (v.a. Fahrräder, Gehstöcke, Krücken, humpelnde Menschen, alte Menschen, Kinder, Dreiräder, Skateboards, etc.) geht sie knurrend und blaffend nach vorn, Nackenfell bis zum Hintern aufgestellt und ihre komplette sonst so weiche Körpersprache ist dahin. Sie pumpt sich richtig auf und wird komplett steif, steigert sich zudem auch seeehr stark rein. Das heißt bei dem ersten Radfahrer lässt sie sich manchmal noch mit Clickern, Suchspielen oder Kommandos ablenken, aber da sie sehr aufmerksam ist bekommt sie es auf jeden Fall mit. Spätestens bei der zweiten oder dritten suspekten Person ist alles Training vergessen und sie geht wieder aggressiv nach vorn.
Bei lauten Dingen, so wie Traktoren, Bobbycars oder schreienden Kindern versucht sie sofort zu stiften, sobald sie merkt dass die Leine sie davon aber abhält, geht sie auch dabei nach vorn, generell aber eher seitlich stehend, nicht so groß aufgebaut und bereit wieder zu flüchten.
So...
nun zu meiner eigentlichen Frage:
Nächstes Wochenende werde ich zwei Tage von 8-18 Uhr im Tierheim sein und würde die Zeit gerne ihr widmen und vielleicht an einem Lösungsansatz für sie arbeiten, den man dann für die tägliche Routine beibehalten kann. Jeder von uns dort im Tierheim hat nämlich gewissermaßen seine typischen Gassihunde und Cosimas Gassigängerin ist nicht unbedingt die.. motivierteste Person wenn es um ihr Training geht. Man muss ihr leider alles vorkauen, aber wenn man ihr richtige Ansätze präsentiert, hoffe ich dass es zu Cosimas Wohl endlich was wird.
Ich möchte sie natürlich auch nicht überfordern, aber ich habe mir ein paar Dinge überlegt, die vielleicht helfen könnten und ich würde sehr gern eure Meinung dazu hören bzw. andere Vorschläge bekommen.
ALSO:
Ich hab schon ein paar Freunde gefragt, ob sie mit Fahrrädern bewaffnet dorthin kommen können.
1. Anfangs soll sie dann von einer Person mit Fahrrad (noch nicht fahrend, sondern einfach nur stehend) mit einem besonders leckeren Leckerchen belohnt werden, nachdem wir ganz entspannt auf sie zugegangen sind. Das dürfte eigentlich kein Problem geben, da sie selbst auch gut am Fahrrad laufen kann, vor stehenden Fahrrädern hat sie nur selten Schiss.
2. dass dann jemand mit Fahrrad neben uns hergeht, dem Spaziergang also folgt.
3. jemand sein Fahrrad uns entgegen schiebt.
4. jemand in einiger entfernung fährt
5. jemand näher an uns vorbei fährt
6. jemand schließlich wirklich auf uns zu und direkt an uns vorbei fährt (also wie auf einem Spaziergang)
Dabei würde ich den nächsten Schritt immer nur dann wagen, wenn der vorherige gut und entspannt funktioniert. Sollte etwas nicht klappen, steige ich natürlich wieder auf den vorherigen Schritt um. Da Fahrräder bei ihr wirklich das größte Problem sind und Fahrradfahrer am leichtesten zu bekommen sind, dachte ich wäre es womöglich am besten.
Ich hatte auch überlegt zuerst diejenigen zu nehmen, auf die sie am schwächsten reagiert, also alte Leute z.b., aber ich kenne keine... X: Gleiches gilt für Krücken, Kinder, etc.
Bin für jede Kritik und jeden Vorschlag dankbar, solange sie konstruktiv und höflich bleiben.
Freu mich auf eure Beiträge,
Josh
Bei uns im Tierheim sitzt eine Hündin (Cosima, Mischling, 1,5 Jahre alt), die im Alter von vier Monaten aus Rumänien nach Deutschland kam. Sie saß nicht lange im Tierheim, sondern wurde nach drei Wochen vermittelt. Bereits nach vier Monaten kam sie zurück, da die Besitzer mit ihr "überfordert" waren.
Anhang anzeigen 167123
Von Anfang an war sie sehr schüchtern, lies sich aber schon nach drei Tagen locken und geduldigem, stillen Dasitzen anfassen. Nach einer Woche war das Geschirranlegen kein Problem mehr solange man selber ruhig war und vor der Vermittlung war sie bei fremden zwar schüchtern, aber sie taute immer schneller auf.
Seit sie jedoch wieder im Tierheim abgegeben wurde hat sich ihr Verhalten grundlegend geändert: Sie vertraut den Angestellten, Pflegern und Ehrenamtlichen problemlos, ist unterwürfig und sehr verschmust. Immernoch schüchtern und ruhig, aber sehr weich in der Körpersprache und zeigt auch viel Beschwichtigung sobald man nur in die Richtung ihres Auslaufes geht. (Sie kommt dabei aber an, weicht nicht aus)
Bei Fremden z.B. Interessenten dreht sie allerdings vollkommen durch. Entweder sie springt ans Gitter, knurrt, bellt und fletscht die Zähne oder die bellt durchgehend und verzieht sich möglichst weit nach hinten in den Auslauf, so dass man sie kaum noch sieht.
Da wir ein kleines Tierheim sind, können wir zum Glück jeden Tag jeden Hund ausführen, aber natürlich sind für gesunde und gerade so junge und aktive Hunde auch 1-2 mal eine Stunde bei weitem nicht genug. Desweiteren macht die Tierheimleiterin mit einigen Hunden Dummy-Training oder ganz kleine Agility-Einheiten, aber nicht sehr oft da es einfach viele andere Aufgaben gibt.
Nun aber wieder zu Cosima! Sie zeigt sich auf Spaziergängen wenn keine Menschen oder Hunde in Sicht sind leinenführig, aber auch nur dann. An Schnüffeln oder Streunen hat sie kein großes Interesse, sie überblickt lieber alles. Bei fremden Hunden ist sie erst einmal submissiv, auch hier beschwichtigt sie, spielt gern aber kann auch zicken, wenn es ihr zu viel wird. Also alles in allem ein gesundes Verhalten. Bei gewöhnlichen Fußgängern ist sie für gewöhnlich ignorant. Doch bei allem, was ihr suspekt ist (v.a. Fahrräder, Gehstöcke, Krücken, humpelnde Menschen, alte Menschen, Kinder, Dreiräder, Skateboards, etc.) geht sie knurrend und blaffend nach vorn, Nackenfell bis zum Hintern aufgestellt und ihre komplette sonst so weiche Körpersprache ist dahin. Sie pumpt sich richtig auf und wird komplett steif, steigert sich zudem auch seeehr stark rein. Das heißt bei dem ersten Radfahrer lässt sie sich manchmal noch mit Clickern, Suchspielen oder Kommandos ablenken, aber da sie sehr aufmerksam ist bekommt sie es auf jeden Fall mit. Spätestens bei der zweiten oder dritten suspekten Person ist alles Training vergessen und sie geht wieder aggressiv nach vorn.
Bei lauten Dingen, so wie Traktoren, Bobbycars oder schreienden Kindern versucht sie sofort zu stiften, sobald sie merkt dass die Leine sie davon aber abhält, geht sie auch dabei nach vorn, generell aber eher seitlich stehend, nicht so groß aufgebaut und bereit wieder zu flüchten.
So...
nun zu meiner eigentlichen Frage:
Nächstes Wochenende werde ich zwei Tage von 8-18 Uhr im Tierheim sein und würde die Zeit gerne ihr widmen und vielleicht an einem Lösungsansatz für sie arbeiten, den man dann für die tägliche Routine beibehalten kann. Jeder von uns dort im Tierheim hat nämlich gewissermaßen seine typischen Gassihunde und Cosimas Gassigängerin ist nicht unbedingt die.. motivierteste Person wenn es um ihr Training geht. Man muss ihr leider alles vorkauen, aber wenn man ihr richtige Ansätze präsentiert, hoffe ich dass es zu Cosimas Wohl endlich was wird.
Ich möchte sie natürlich auch nicht überfordern, aber ich habe mir ein paar Dinge überlegt, die vielleicht helfen könnten und ich würde sehr gern eure Meinung dazu hören bzw. andere Vorschläge bekommen.
ALSO:
Ich hab schon ein paar Freunde gefragt, ob sie mit Fahrrädern bewaffnet dorthin kommen können.
1. Anfangs soll sie dann von einer Person mit Fahrrad (noch nicht fahrend, sondern einfach nur stehend) mit einem besonders leckeren Leckerchen belohnt werden, nachdem wir ganz entspannt auf sie zugegangen sind. Das dürfte eigentlich kein Problem geben, da sie selbst auch gut am Fahrrad laufen kann, vor stehenden Fahrrädern hat sie nur selten Schiss.
2. dass dann jemand mit Fahrrad neben uns hergeht, dem Spaziergang also folgt.
3. jemand sein Fahrrad uns entgegen schiebt.
4. jemand in einiger entfernung fährt
5. jemand näher an uns vorbei fährt
6. jemand schließlich wirklich auf uns zu und direkt an uns vorbei fährt (also wie auf einem Spaziergang)
Dabei würde ich den nächsten Schritt immer nur dann wagen, wenn der vorherige gut und entspannt funktioniert. Sollte etwas nicht klappen, steige ich natürlich wieder auf den vorherigen Schritt um. Da Fahrräder bei ihr wirklich das größte Problem sind und Fahrradfahrer am leichtesten zu bekommen sind, dachte ich wäre es womöglich am besten.
Ich hatte auch überlegt zuerst diejenigen zu nehmen, auf die sie am schwächsten reagiert, also alte Leute z.b., aber ich kenne keine... X: Gleiches gilt für Krücken, Kinder, etc.
Bin für jede Kritik und jeden Vorschlag dankbar, solange sie konstruktiv und höflich bleiben.
Freu mich auf eure Beiträge,
Josh