Das klingt absolut nicht nach einem schwierigen Fall, sondern nach einem ganz typischen
Fehler 1: Katzenspielzeug rumliegen lassen.
-> Das sollte auf jeden Fall immer nur begrenzt zur Verfügung stehen, sonst wird es langweilig. Das gilt insbesondere auch für Duftkissen mit Baldrian oder Katzenminze.
Fehler 2: "Vor der Nase rumwedeln"
-> Eine Maus springt deiner Katze nicht vor der Nase herum. Sie flitzt durch die Gegend, versteckt sich, bewegt sich mal gar nicht, etc.
Alles was du beschreibst, zeigt dass du eine gnadenlos unterbeschäftigte Katze hast. Wenn er auf die einfachen Spielmethoden nicht anspringt, musst du Herumprobieren. Und wie schon gesagt, bis man herausgefunden hat, was seine Katzen motiviert, vergeht gerne mal ein Bisschen Zeit und Arbeit. Ich gebe dir gern noch ein paar Tipps dazu:
Versuche rauszufinden, welche Art von Beute deinen Kater "anturned". Eher große oder eher kleine? Eher glatte Oberflächen, fusselige, Fellige (vllt auch Echtfell, einfach beim nächsten Mittelaltermarkt vorbeischauen und beim Fellstand nach Resten fragen), Sachen mit einem langen "Schwanz" oder eher runde?
Beispiel meine Katze Sookie: Sookie liebt eher kleine Beute. Besonders z.B. Den Punkt vom Laserpointer, das andere Ende der Katzenangel (also der Stab mit dem Gumminoppen) oder kleine Garn- oder Fadenfussel, die irgendwie aussehen wie spinnen oder Käfer.
Sam mag größere Beute lieber. Z.B. Seine "Schlange" aus kleinen Kaninchenfellstücken, die auf einen Faden gezogen sind. Das kann man nämlich ganz hervorragend vermöbeln. Außerdem zum Spielen mag er es, wenn die Sachen einen Schwanz haben, an dem man sie herumwirbeln kann, wie diese kleinen Stoffmäuse, die man beim Fressnapf für 50ct kaufen kann.
Wenn es ans Jagen geht, mag er Federiges, knisterndes, alles, was sich irgendwie noch als Ganzes Bewegt. Kleine Beute lässt ihn da eher kalt.
Lieblingsbeute momentan ist das rechte von diesen 3 Anhängern da:
http://media.mediazs.com/bilder/katzenangel/in/6/800/62984_PLA_Katzenangel_3_in_1_FG__20_6.jpg
Als Nächstes spielt die Art und Weise der Bewegung der Beute eine große Rolle. Man kann an ihrer Körpersprache erkennt leicht, ob man die richtigen Knöpfe bei seiner Katze drückt. Sie duckt sich, die Pupillen weiten sich und das Hinternwackeln beginnt. Dann ist man an der richtigen Stelle und muss da weiterprobieren.
Sookie mag es, wenn ihre Beute sich ganz schnell hin und her beweget. Ihre Pupillen werden dann oft so weit, dass sie aussieht, wie eine kleine Eule :mrgreen:
Dabei geht sie nicht immer der Beute hinterher, das Lauern an sich ist allerdings auch schon Jagtverhalten, das deiner Katze Befriediung bringt. Am liebsten stellt sie ihrer Beute nach, wenn diese sich ganz langsam um eine Ecke bewegt oder hinter einem Kissen versteckt. Und das am Besten auf Untergründen, auf denen man sich gut festkrallen kann, wie dem Sofa oder einem Teppich.
Auf glatten Böden Jagen macht viel weniger Spaß!
Für Sam schleife ich die Angel durch die komplette Wohnung hin und her. Sobald das Spielzeug außer Sichtweite ist, kommt er hinterher galoppiert. Katzen sehen tatsächlich auf Entfernung viel besser. Die Beute sollte sich deshalb also von ihnen weg bewegen, nicht auf sie zu.
Es gibt wirklich eine Menge, was man ausprobieren kann und mit ein Bisschen die Angel vor der Nase rumfuchteln ist es da nicht getan. Nimm dir jeden Tag ein Bisschen Zeit, um Jagtverhalten aus deinen Katzen herauszukitzeln und du wirst merken, dass es dir von Tag zu Tag leichter fällt. Zu Anfang reicht auch schon das kleinste Anzeichen davon. Du gibst ihm sofort seine Belohnung in Form seiner Futterration oder eines Leckerlis und beendest das Spiel.
Mit der Zeit wird er mehr Lust haben, mit dir und der künstlichen Beute zu spielen und du wirst ein besseres Gefühl dafür entwickeln, was ihm gefällt. An manchen Tagen hat er oder du vielleicht gar keine Lust, dann lasst ihr es eben mal aus.
Aber ich kann dir garantieren, dass du ein viel entspannteres "Katzenrudel" haben wirst, wenn du es schaffst, deinen Kater regelmäßig auszulasten.
JEDE Katze hat einen Jagtinstinkt, den sie ausleben möchte. Dabei sind sie aber ziemlich wählerisch, darum ist es die Aufgabe von uns Katzeneltern herauszufinden, was ihnen gefällt. Katzen, die das nicht ausleben können, zeigen Verhaltensauffälligkeiten. Sei es in Form von Mobbing ihrer Artgenossen, Hypernervosität oder Lethargie.
Es fällt mir ziemlich leicht das zu sagen, weil ich auch eine Weile gebraucht habe um herauszufinden, wie ich meine Katzen dazu bringe, mit mir zu spielen. Sie waren früher echte Beute wie wilde Vögel, Mäuse und Eichhörnchen gewohnt und plötzlich soll man sich mit irgendwelchen Spielzeugen zufrieden geben.
Heute klappt es richtig gut und der Unterschied ist riesig. Wenn sie ordentlich ausgelastet sind, harmonieren meine Katzen viel besser untereinander. Außerdem wird nicht ständig herumgeplärrt oder irgend etwas zerstört (alles schon gehabt).
Wenn Sam anfängt auf Sookie herumzumobben weiß ich genau, dass es Zeit ist, ihn ein Bisschen sein "Kaninchen" (s.o.) töten zu lassen. Es gibt durchaus Momente, in denen sie das provoziert und einfach spielen will - das gilt es dann zu unterscheiden.