Beißen und vom Boden Sachen aufsammeln

Diskutiere Beißen und vom Boden Sachen aufsammeln im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Oh je, vielleicht alle noch einmal kurz durchatmen und ein bisschen beruhigen, so ist doch auch niemandem geholfen :| Einiges wurde hier ja schon...
  • Beißen und vom Boden Sachen aufsammeln Beitrag #21
Oh je, vielleicht alle noch einmal kurz durchatmen und ein bisschen beruhigen, so ist doch auch niemandem geholfen :|
Einiges wurde hier ja schon gesagt, ich versuche trotzdem mal die Fragen aus dem letzten Post nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.

Ich hab schon bevor sie einzog Fragen gestellt, u.a. auch, eie man damit umgeht, wenn gleich in der ersten Woche ein Polterabend ansteht. Da war der allgemeine Tonus, dass es kein Problem ist und man von Anfang an den Hund ins Leben integrieren soll. Damals hat sich keine Sau dran aufgehängt, dass wir eine Box nutzen.

Es ist für einen Welpen aber schon ein Unterschied mal für einen Abend dem Hund etwas Stress auszusetzen (Polterabend findet ja nicht jeden Tag statt) - trotzdem sollte man im allgemeinen darauf achten, dass der Welpe nicht jeden Tag und im Übermaß neuen Situationen ausgesetzt wird. Ich hab mich bei unserem Hund an die Faustregel "Ein neuer Reiz pro Tag" gehalten, das war dann mal der Besuch des Bahnhofs (kleiner lokaler bei uns ohne viele Menschen), eine Busfahrt für eine Station usw. Immer jeweils etwa 15 Minuten, mal etwas mehr, mal etwas weniger.

Und zum Thema Box - das seh ich persönlich auch entspannter. Sam kam als Welpe auch nachts in die Box neben dem Bett, sobald er Nachts einen Mucks gemacht hat sind wir dann mit ihm raus. Für ihn war die Box auch tagsüber Rückzugsort und ja - an einem sehr stressigen Tag hab ich ihn da auch einmal eine halbe Stunde tagsüber eingesperrt, weil ich dringend noch die Wohnung wischen musste. Würd ich im Nachhinein anders lösen wollen, aber mein Gott, so ein Welpe kann einem manchmal echt den letzten Nerv rauben :silence:

Was kann ich mit Ratschlägen wie “du musst dass Abbruchkommando richtig aufbauen“, wenn ihr dann nicht mal erklärt, WIE ihr das tut.

Wir differenzieren da zwischen "Nein" --> hör damit auf, und "Tabu" --> geh da nicht ran.
"Tabu" - wir haben es mit Leckerchen in der Hand eingeführt. Ich hab ein Leckerchen in die Hand genommen, Sam durfte es naschen. Mehrmals wiederholen. Dann irgendwann ein neues Leckerchen. Diesmal vorher das Abbruchwort gesagt, Sam wollte natürlich wieder ran, diesmal ging die Hand zu und erst auf (Nach einem "Nimms"), als er aufgehört hat, meine Hand abzuschlecken um an das Leckerchen zu kommen. Das ganze natürlich über mehrere Tage hinweg, irgendwann dann auch für andere Dinge (Spielzeug zB) verwenden.

"Nein" haben wir Sam eigentlich immer nebenbei beigebracht. Wenn er aufs Sofa wollte obwohl er nicht durfte, wenn er selbstständig aus dem Sitz aufgestanden ist usw. Wichtig ist, dass dem Hund klar ist, welches Verhalten in dem Moment eigentlich erwünscht ist. Also nach Möglichkeit nach dem "Nein" eine Alternative anbieten.

Ruhe reinbringen. Echt, wenns nicht so nervenaufreibend wäre, würde ich lachen. Wieder nur der Hinweis. Und Wie? Wurde auch von keinem von euch beantwortet.

Ruhe reinbringen bedeutet zB keine wilden Spiele in der Wohnung, nur draußen. Drinnen gibt es bei uns natürlich die Gehorsamkeitsübungen und ein paar Suchspiele, richtig getobt wird aber nicht. Wenn Sam als Welpe und Junghund nicht runterkam, zB weil Lieblingsbesuch im Haus war, haben wir ihn bei seinem Körbchen angeleint und damit zur Ruhe "gezwungen". Bellen und meckern wurde ignoriert (waren aber immer in Sichtweise des Hundes, er war also nicht allein), sobald er ruhig wurde und sich hingelegt hatte, wurde sanft und mit ruhiger Stimme gelobt. In die Box sperren hab ich wie gesagt einmal gemacht, war aber in unserem Fall kontraproduktiv - ruhig wurde er da nicht, den Wischer wollte er weiterhin jagen :roll: Leine hingegen hatte er sehr schnell raus und da er die mit etwas positivem verbunden hatte, ließ er sich meistens auch ohne Probleme anleinen.

Da du geschrieben hast, dass du bei deiner Kleinen Angst hast, dass sie sich stranguliert würde ich es anfangs mit einem Geschirr versuchen, dass sie im Haus trägt.

Auch dazu, als ich beschrieben habe, wie ich sie vom Beißen abbringe, mit Leckerli und Spielzeug arbeite, kam keine weitere Antwort.

Hier kann ich dir auch nicht mehr raten als alle anderen bisher - Geduld, Geduld, Geduld. Ich habe bis heute Narben aus der Welpenzeit - ja, es tut weh und ja, da stirbt schon etwas in einem, wenn das geliebte Tier einem so weh tut, aber das dauert leider. Jeder Hund ist da anders und auf Distanz ist es noch schwieriger, wirklich gute Tipps zu geben. Sprich mit den Züchtern, frag sie nach Tipps, hör dich in der Welpenstunde um, die haben dienen Hund zumindest einmal Live gesehen und haben eventuell eine Idee.
 
  • Beißen und vom Boden Sachen aufsammeln Beitrag #22
Hi HeadlineNews,

Vielen Dank für deine Infos. Darauf lässt sich ja aufbauen :)

Ich hab da ne Frage zum Nein und zum Tabu. Nein würdest du also dann nutzen, wenn sie bspw grundsätzlich bellen darf, es dir jetzt aber tierisch auf die Nerven geht, weil du telefonierst? Oder wenn sie auf die Couch darf, wenn ihr sie dazu einladet, aber selbst soll sie nicht draufspringen?

Ich tu mich da ein bisschen.schwer zu unterscheiden, wie es mit dem Beißen ist. Grundsätzlich ja - dafür hat sie ja ihre Kauwurzel und anderes Spielzeug - aber eben keine Schuhe, keine Möbel, nicht die Box.

Wie machst du das mit der Leine und der Box? Unsere hat Reißverschlüsse, da könnte man sie also reinsetzen, die Leine oben durch eine kleine Öffnung führen und an det Seite offen lassen, sodass sie nicht völlig eingesperrt ist. Bekommt sie dann Spielzeug (ihr Lieblingskuscheltier, einen Kauknochen, etc) mit rein, damit sie was zum Ablenken hat, oder kommt dann alles weg?

Wir machen sowieso keine wilden Spiele, manchmal überkommt sie es dann aber von selbst und springt auf/über das Sofa, im Slalom um den Tisch rum usw. Das einzige, “actionreiche“ Spiel ist so eine Dose, aus der Futter rauskommt, wenn man sie rollt. Die jagt sie manchmal wie wild durchs Zimmer, das Futter überrascht sie dann eher, wenn sie sich umschaut. Wenn wir raufen/toben, dann ohne Spielzeug. Wurf-/Bringspiele sollten wir eh lieber lassen in der Welpenzeit, wenn wir den Jagdtrieb nicht noch fördern wollen, meinte der HT und auch die Züchterin.

Geschirr ist leider noch zu groß, sie rutscht da raus. Ist Größe S, aber XS ist um den Bauch schon zu straff.
 
  • Beißen und vom Boden Sachen aufsammeln Beitrag #23
Hi,

kein Problem - wie gesagt, dass sind aber nur unsere Erfahrungen, was davon bei eurer Maus funktioniert mag eine ganz andere Geschichte sein. :eusa_shhh:

Zu deinen Fragen:
- Für Bellen haben wir tatsächlich ein eigenes, rein Bell-spezifisches Kommando ("schluss"), das bedeutet tatsächlich direkt "Hör auf mit Bellen". Das Beispiel mit dem Sofa wäre aber genau eine Situation, in der ich ein Nein verwenden würde. Oder, anderes Beispiel, Hund pöbelt Gäste an weil er Aufmerksamkeit will.

- Das Kauen an Gegenständen würde ich mit einem Nein unterbinden - das Tabu kommt idealerweise bevor der Hund mit dem unerwünschten Verhalten angefangen hat. Man könnte aber auch beides kombinieren. Wichtig ist dann nur, einen erwünschten Kau-Gegenstand (also Spielzeug, wasauchimmer) in der Hand zu haben und diesen dann dem Hund anzubieten. Und natürlich viel loben wenn sie es annimmt. Als unserer klein war hatten wir an jeder Ecke so einen kleinen Rinderhautknochen liegen, immer griffbereit :)

Soweit es geht würde ich aber gerade Schuhe komplett aus der Reichweite räumen, in ein anderes Zimmer oder zumindest in ausreichender Höhe. Die sind ja absolut unwiderstehlich, da war es für uns einfacher die "Versuchung" zu entfernen. Mit zunehmendem Alter war das Interesse von ganz alleine nicht mehr da.

- Ich versuche mir deine Boxsituation vorzustellen - klingt für mich aber machbar. Habt ihr sonst kein normales Körbchen? Falls nicht wüsste ich aber nicht, warum es mit geöffneter Box nicht auch gehen sollte, wenn der Hund daran gewohnt ist. Ich würde der kleinen dann auch ruhig etwas zum kauen oder spielen in die Box geben, rumknabbern beruhigt Hunde ungemein und eigentlich soll die Box ja keine schlimme Strafe sondern eher eine "Auszeit" sein.

- Zu eurem Beschäftigungsprogramm: Das klingt doch gut und soweit so normal ;)
Wie reagiert sie denn dann auf das Futter das aus der Dose fällt? Läuft sie aktiv hin und nimmt den Keks auf oder beschäftigt sie die Bewegung der Dose mehr als das Leckerchen?
 
  • Beißen und vom Boden Sachen aufsammeln Beitrag #24
Hallo,
nun rege Dich mal wieder ab, ich verstehe Dich schon, doch in einem Forum gibt es häufig auch unfaire Behandlungen. :eusa_shhh:
Wer nichts wesentliches schreibt, muß sich auch nicht rechtfertigen und ist dann auch nicht angreifbar. :roll:

Ich hoffe aber, wenn nun versucht wird, Dir gute Vorschläge für eine Hundeerziehung gebe,
daß dann vielleicht eine kontroverse Diskussion entsteht. :angel:

Ich kann mich noch gut erinnern, wie anstrengend die erste Zeit mit meinem Welpen war.
Auch bei mir war es der 1. Hund und mein Wissen war größtenteils nur theoretisch.
Um niemanden zu stören, schlief ich mit der Hündin zusammen in einem Zimmer mit Terrassentür.
Alle zwei Stunden, mußte ich mit ihr vor die Tür gehen, damit sie ihr Geschäft machen konnte, zum Glück nur immer in den eigenen Garten.
Im Prinzip war meine kleine Hündin schon stubenrein, doch die Blase eines Welpen ist nicht groß und wenn ich nicht pünktlich in den Garten kam,
mußte ich sauber mache.

Neben der Hündin, gab es noch einen jungen Kater, der damals schon ein halbes Jahr bei mir lebte.
Nach einer sehr kurzen Phase mit beiderseitigem Misstrauen, spielten die beiden unterschiedlichen Tiere miteinander,
in wilden Jagten durch das Haus und dem Garten. Auch wenn die Beiden manchmal ein zappelndes Knäuel bildeten,
gab es keine Verletzungen, aber es entstand eine lebenslange Freundschaft zwischen den Beiden.

Natürlich gab es auch Probleme mit den spitzen Zähnen und dem übermütigem Verhalten der kleinen Hündin,
doch sobald sie ihre Aggressionen gegen einen Menschen richtete, schnappte ich mir die wilde Maus,
hielt ihr Maul zu und ließ erst dann wieder frei, wenn sich ihr Gemütszustand geändert hatte.
Schon nach kurzer Zeit, ließ sich die kleine Hündin durch mein Abbruch-Kommando so stark beeindrucken,
das sie sich auf den Rücken legte, sobald ich nur kräftig knurrte.

Ein Kommando, damit der Hund jederzeit gerufen werden kann, ist besonders wichtig.
Mit einem Leckerli, lockte ich den Welpen bei Bedarf zu mir und benutzte dazu mein Kommandowort,
zusätzlich verwendete ich auch eine Hundepfeife als Signal, diese sparte mir lautes schreien,
wenn die Hündin sich mal zu weit entfernt hatte.

Um den Reiz des Futters für ihr Training zu verstärken, bekam meine Hündin tagsüber nur Futter zur Belohnung,
wenn sie gut auf meine Kommandos reagierte und der Rest ihrer täglichen Ration war für den Abend bestimmt.
Da ich bald immer nur besonders kleinkörniges Trockenfutter als Leckerli benutzt habe, reichte auch die Tages-Futtermenge
für die immer umfangreicher werdenden Trainingseinheiten.

Je mehr Vertrauen man zu seinem Hund hat,
desto mehr Freiheit kann der Hund auch bekommen.
Wer Zeit, Geduld und ein wenig Empathie einsetzt,
kann aus einem Kooikerhondje, seinen speziellen Wunschhund machen.

Ich war immer ein wenig stolz auf meiner Hündin, mit der ich kleine Vorführungen mit Tricks in für Kinder und ältere Menschen gemacht habe.
Neben der Begleithundeprüfung, hatte ich auch mit ihr eine Ausbildung als Besuchshundeführer gemacht,
um dann mit meiner Hündin auch Kindergärten und Altenheime zu besuchen.

Fritz
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Beißen und vom Boden Sachen aufsammeln Beitrag #25
Off-Topic
Nur weil es mich gerade echt ärgert:

Manche Leute arbeiten und haben tatsächlich erst später Zeit komplett ausführliche Antworten zu schreiben.
Ich werde mich dementsprechend aus dem Thread raushalten.

Antworten sofort auf Abruf gebe ich nur gegen entsprechende Bezahlung.

An dieser Stelle vielen Dank an HeadlineNews fürs Erklären :)
 
Thema:

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