Für mich stellt sich die Frage - wie ihr sonst bitte einem Hund antrainierte Muster (der Hund macht das ja schon seit 2 Jahren und ist bis jetzt "gut" damit gefahren) abtrainieren wollt.
Es gibt immer wieder Probleme mit diesen AUslandshunden, diese sind mitunter jahrelang auf der Strasse unterwegs gewesen, man nimmt sie mitunter aus Mitleid und hat dann den falschen Bezug zu diesem Tier... Das Tier hat ja so viel mitgemacht - streichel - streichel - der erfährt zum ersten Mal liebe in seinem Leben. Der Hund lebt nicht mehr in der Vergangenheit, der Hund lebt im jetzt, mögen muss er nicht das Halsband, aber das Halsband ist mittel zum Zweck um die Welt da draussen zu erleben.
Der Hund hat sich in den letzten Jahren "verselbstständigt", er hat sich eine Arbeit gesucht - die er für sich für wichtig hält und voila - Dein Vater ist sein Rudelführer - und ihr weit unter dem Hund in irgendeiner Rudelrolle - die ihr sicherlich nicht haben wollt. Ob er nun Angst hat oder nicht ist ziemlich egal, die Hunde riechen deine Angst, es kann genauso sein, dass sich dein Vater mal vor irgendwas erschreckt hat - und der Hund nun auf dieses "etwas" losgeht, Angst hat oder deinen Vater beschützen will (das ist durchaus sehr gefährlich). Als Laie würde ich da nicht hergehen und dem Hund erklären - nein, du - wir sind ober dir im Rudel - und du - bist ganz ganz unten... Das geht nämlich sicherlich nicht kampflos von statten. Diese Kraft müsst ihr erst einmal aufbringen können, dem Hund zu erklären - du tust nun das was wir wollen, denn fällt er irgendwann mal irgendeinen Menschen an - landet er im Tierasyl und wird wahrscheinlich eingeschläfert (ihr tut also dem Hund auch etwas gutes damit, indem ihr ihm erklärt wie das mit einem Zusammenleben funktionieren kann).
Der erste Weg für mich wäre mal der Tierarzt, grob Durchchecken lassen, Wie geht es dem Hund, hat er möglicherweise schmerzen (mitunter kann der Hund nämlich wirklich nichts dafür), Blutbild - Mittelmeerkrankheiten etc. Und dann würde ich mir ganz einfach eine Hundeschule suchen, jemanden vom Fach der gemeinsam mit mir an dem Problem, der Hund greift warum auch immer die Hausherrin an, arbeiten kann. Hierfür ist aber das gewisse Fingerspitzengefühl gefragt, wenn deine Mutter z.b. Angst vor dem Hund hat (was jeder versteht) - kann sie so nicht mit dem Hund arbeiten, sie würde den Hund komplett blockieren und der Hund reagiert auf die Ängste seiner Mitmenschen - mitunter mit Zuschnappen. Deshalb erst einmal - ein Mittelprächtiges Grundgehorsam, das gibts in der Hundeschule (das kostet nicht viel, der Kurs kann im Bedarfsfall auch mehrfach gemacht werden von deiner Mutter, deinem Vater mit dir, es geht darum dass ihr den sicherer Umgang mit dem Hund erlernt, während des laufenden Kurses sollte aber nicht zuviel gewechselt werden - sonst kennt sich der hund nämlich gar nicht mehr aus ), und sobald der Hund mal in diesem Muster drinnen ist, dass man sich nicht nur selber sein Rollenbild auslegen kann wie eine Matratze, dann könntet ihr euch überlegen einen Hundetrainer dazuzunehmen um etwaigen Feinschliff zu machen wie z.b. die Ängst zu bekämpfen, Ängste blockieren den Hund, da fällt eine Jalousie runter und der Hund wird unberechenbar - dh. ihr helft ihm damit indem ihr ihm zeigt wie man damit umgeht, aber davor geht es erst einmal um Grundgehorsam und Grundvertrauen das nach 2 Jahren herzustellen ist eine Mamutaufgabe, das gehört täglich trainiert, gelobt und auch mal erklärt, dass das Sitz - wenn ich das sage auch Sitz heisst und nicht unbedingt ein "wenn ich so tue als höre ich dich nicht - bin ich supa" (dann sind das nicht mehr so viele Einheiten die ihr zahlen müsst) . Das ganze "Nur" mit Hundetrainer zu machen wird einerseits sehr teuer, und andererseits, die 2 Jahre "fehlgehorsam" wischt du bei einem Hund nicht weg in 2-3 Tagen - das dauert Monate bis sich der Hund was sagen lässt.
Und andererseits gehört der Hund wirklich ausgelastet - denkenderweise und auch körperlicherweise - damit er die Energie nicht nur in seine Gedankenwelt verliert (mein Herrli, mein ein und Alles - beschützen, beschützen), denn mit einem komplett rohen Hund kann kein Hundetrainer arbeiten -den muss man erst einmal beibringen, das etwas "gut" ist, und etwas "nicht gut". Wenn der Hundetrainer dafür 50 Euro die Stunde verrechnet ist das rausgeschmissenes Geld (dafür gibts einen ganzen Kurs in Grundgehorsam).