Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich mag Katzen sehr- meine Tochter hält zwei Wohnungskatzen, die ich betreue und betüdel, wann immer meine Tochter beruflich und privat verreisen muss. Die beiden sind einfach klasse und ich liebe sie sehr.
Freigängerkatzen- es ist nicht die Schuld der Miez, sie geht einfach ihren Instinkten nach. Es muss sich im Bewusstsein der Halter etwas ändern. Man kann sich nicht als tierlieb bezeichnen und diesen Fokus nur auf das eigene Tier stellen. Wer wirklich tierlieb ist und vernünftigerweise auch bereit ist, etwas ökologisch zu denken, wird schnell verstehen, dass es ein Unding ist, ein nichtheimisches HAUStier auf unsere Fauna loszulassen. Ich lass ja auch nicht meinen Kragenbären, Alligator, Puma oder anderes nichtheimisches Tier seine Freiheit und Instinkte ausleben. Dass ganze Ökosysteme den Bach runtergehen, sieht man an der Ausbreitung anderer Neozoen... bestes Beispiel Waschbär und Marderhund. Mit Katzen ist es nicht anders. Jedes noch so kleine Ökosystem hat keine Chance, lebt eine Freigängerkatze in der Nähe.
Es hat sich so eingebürgert, die Katze muss jagen, wenn man sie artgerecht halten will. Ein Hund würde das auch wollen, der darf aber nicht

Aus gutem Grund. Das ist aber nicht mehr zeitgemäß, es sind einfach zu viele geworden, das verträgt unser stark angeknackstes Ökosystem nicht mehr. Da braucht auch kein Katzenhalter mit dem Finger auf die Agrarwirtschaft zu zeigen, die tatsächlich der schlimmste Verursacher ist, es selbst im Kleinen aber nicht besser macht. Ganz vorsichtigen Schätzungen zufolge, werden Jährlich 20 Mio. Vögel von Katzen getötet. Nicht mitgerechnet die verletzten, die unbemerkt irgendwo in einer Hecke an Pasteurellose verrecken, nicht mitgerechnet die Bruten, die verhungern weil keiner mehr zum Füttern kommt oder aufgegeben werden, weil ein Elternteil es allein nicht schaffen kann.
20000000, eine ungeheure Zahl, die sich Katzenhalter auf die Fahnen schreiben dürfen. Und hier auch nicht mitgezählt, wieviele Bliche, Reptilien, Amphibien und überhaupt Kleintiere durch satte Haustiere getötet werden.
Ich kann verstehen, dass man seinen langjährigen Hausgenossen nicht einfach drinnen behalten kann, wenn der Tiger seit langem den Freigang gewohnt ist. Aber alle, die sich neu eine Katze anschaffen wollen, sollten wirklich tief in sich gehen, ob sie mit ihrem neuen Haustier wirklich dazu beitragen wollen, dass es die heimische Fauna immer schwerer hat. Katzen lassen sich auch in Wohnung oder Haus bestens halten und ihnen an nichts fehlen lassen, wenn man sich entsprechend einrichtet. Oder Katzenvolieren im Garten....
Und last but not least, ich frage mich oft, was das für. eine "innige" Beziehung der Halter zu ihren ach so geliebten Katzen ist, die ihr Tier allen Gefahren aussetzen- sie werden überfahren, erschossen, vergiftet, in Fallen gefangen, irgendwo unbemerkt eingesperrt......
@Midoriyuki: Man sollte Katzen übrigens grad abends/nachts rauslassen (wenn es denn überhaupt sein muss), denn tagsüber sind zur Zeit die Altvögel mit der Futtersuche oder Fütterung der Ästlinge beschäftigt. Nach Anbruch der Dunkelheit (also spät nach der Dämmerung) ziehen sich alle zurück und sitzen ganz still. Dann würde Miez sie eher zufällig finden.