Ernährung bei Cystinsteine
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Ernährung bei Cystinsteine Beitrag #1
Hall, meine Französisch Bulldoge wurde am 22.02 operiert. Er hatte Steine in der Blase und dabei wurde direkt eine harnröhrenfistel gelegt und zusätzlich wurde er kastriert. Heute haben wir das Ergebnis bekommen das es sich 100% um Cystinsteine handelt. Am Montag müssen wir zum Fäden ziehen und dann wird besprochen wie wir das handhaben sollen mit der Ernährung und Medikamente. Hat jemand schon Erfahrung mit Cystinsteine beim Hund und kann mir schonmal bisschen zur Ernährung sagen. Der Arzt meinte er bekommt auch ein Medikament damit er viel trinkt und somit auch viel pipi macht, damit der ph im urin in Ordnung ist. Über Hilfe wäre ich sehr dankbar.
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Ernährung bei Cystinsteine
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Ernährung bei Cystinsteine Beitrag #2
Hallo,
Cystinsteine entstehen durch einen genetischen Defekt. Die Aminosäure Cystin kann dabei nicht richtig transportiert werden. Die Aminosäure sammelt sich daher im Urin an und ist schlecht löslich, dadurch entstehen Steine. Es gibt verschiedene Typen dieses Gendefekts, meistens ist der Typ 3 die Ursache. Da dieser durch männliche Geschlechtshormone beeinflusst wird war die Kastration schon man ein wichtiger Schritt. Es braucht natürlich ein bisschen bis der Hormonspiegel sich einpendelt.
Cystinsteine entstehen in saurem Harn. Hunde haben einen sauren Urin, mittels Futter wird der Harn daher alkalisiert. Der pH-Wert sollte deutlich über 7 liegen. Es sollte ca. 4 Stunden nach der letzten Fütterung gemessen werden. Achtung! Ein veränderter pH-Wert kann das natürlich andere Steine begünstigen. Daher ist es ganz wichtig dass du deinem Hund regelmäßig untersuchen lässt.
Zusätzlich achtet man auf einen möglichst niedrigen Proteingehalt. Es muss natürlich trotzdem Bedarfsdeckend sein, damit der Hund alles bekommt was er braucht. Cystinreiche Futtermittel wie z.B. Eier, Soja oder Nüsse sollten vermieden werden.
Flüssigkeit ist sehr wichtig. Nassfutter enthält an sich schon einmal sehr viel Flüssigkeit, Trockenfutter sollte auf jeden Fall mit 3-4 Teilen Wasser angesetzt werden. Ein eher niedriger Energiegehalt des Futters ist empfehlenswert, da dadurch mehr Futter und damit auch mehr Flüssigkeit aufgenommen wird. Wasser mit Geschmack (je nachdem was dein Hund verträgt und mag) kann auch sehr hilfreich sein.
Wird selten Urin abgesetzt oder bleibt viel Urin in der Blase zurück begünstigt das eine Steinbildung. Entsprechend ist viel Bewegung und häufiges Gassi gehen ein wichtiger Faktor, damit die Blase häufig und möglichst gründlich entleert wird.
Vitamin C verbessert die Löslichkeit von Cystin im Urin.
Es gibt Fertigfutter oder die Option selbst eine geeignete Nahrung zuzubereiten. Das kommt natürlich darauf an was zu euch besser passt und ob dein Kleiner sonst irgendwelche Probleme hat. Wenn du dich für letzteres entscheidest würde ich dir dazu raten eine Ration bei einem Tierarzt mit entsprechender Fachausbildung berechnen zu lassen (das geht online).
Da es sich um einen Gendefekt handelt ist das Risiko dass solche Steine wieder kommen relativ hoch. Regelmäßige Kontrollen sind sehr wichtig.
Gute Besserung dem kleinen Mann!
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