Tierschutzhund - Etwas gefrustet

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  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #1
Foss

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Hallo,

Ich melde mich bei euch derzeit, einfach um mir meine Gedanken ein bisschen von der Seele zu schreiben.
Ich habe hier im Ort ein sehr nettes Ehepaar kennengelernt, die ich mittlerweile seit knapp 2 Jahren nun als Freunde bezeichnen darf. Sie haben einen Hund aus dem Tierschutz - ein Mix aus Ctahoula und Labrador. Kastriert. 3Jahre alt und eigentlich ein super Kerl.
Er stammt aus dem Ausland und hat die ersten 1,5 Jahre nur in einem Verschlag gelebt bis er von den Personen adoptiert wurde.
Er ist gelehrig, braucht aber eine äußerst konsequente Hand - dann ist er ein super Kerl. Grenzen müssen selbst bei kleinsten Dingen gesetzt werden und da ich ihn derzeit auf Dauer sitte...bin ich ein bisschen frustriert.
Nicht, weil ich mit dem Hund nicht klarkomme, sondern die Besitzer. Und es mir um den Hund ur leid tut.
Im Haus bettelt er komplett nach Aufmerksamkeit, spielt alle Spielchen mit Austesten, kein Respekt vor gesetzten Grenzen und draußen geht er Männer an und andere Hunde. Ich kann ihn durch strikte Konsequenz gut händeln - die Besitzer leider jedoch nicht.
Die beiden sind Senioren, der Hund mit seinen 27 kg steht voll im Saft und reißt regelmäßig die Besitzer um, die dann tagelang mit blauen Flecken, Hüftschmerzen und dergleichen sich durch den Tag kämpfen.
Der Hund kontrolliert sie im Haus, da wurde ein neuer Sessel gekauft, der Mann hat sich zum Probieren nach der Lieferung hinein gesetzt - der Hund hat geknurrt und seitdem gehört der Sessel dem Hund.
Nun ist aber ein schwerer Schicksalschlag gesundheitlich eingetreten, sodass der Hund tagsüber generell bei mir gelandet ist und ich mit ihm arbeite.
Klappt auch prima wenn man sich bei jedem Scheiß konsequent durchsetzt. Wäre ein top Hund.

Nur leider arbeiten die Besitzer nicht mit. Die Frau hat generell eine sehr kurze Geduldspanne und gibt recht schnell auf wenn etwas nicht klappt. Auch ist man leider der Meinung, dass man keine Arbeit reinstecke muss, wenn wer anderer den Hund abrichtet.
Dass man selbst Zeit und Arbeit investiert ist für sie derzeit nicht möglich aufgrund der tödlichen Erkrankung ihres Mannes. Was natürlich verständlich ist.
ABER sie fürchtet sich alleine im Haus und möchte aus Selbstschutz den Hund nicht abgeben. Im Grunde macht der Hund draußen nämlich genau das, was sie ausstrahlt: er schützt sie.
Was aber natürlich in der heutigen Gesellschaft so nicht tragbar ist.
Natürlich wird er mit Maulkorb gesichert etc....
Ich habe den Hund nun täglich unter tags dauerhaft bei mir, aber für mich ist das auch keine Lösung, auch wenn ich dafür bezahlt werde.
Er macht jeden Tag auc super Fortschritte, Wegschicken klappt super da der Hund extrem nach Aufmerksamkeit giert (Ständiges Schlecken, ständiges Anlehnen, Berühren, Rauf zum Gesicht springen, Maßregeln etc.).
Mittlerweile habe ich ihn schon soweit, dass er von einem hyperaktiven Hüpferl zu einem "Ich kann auch mal eine Stunde am Platz liegen ohne zu überdrehen" geworden ist.
Aber ich kann/möhte das auch maximal 3 Monate mitmachen. Ich möchte auch meine Freiheit und Freizeit genießen und nicht wieder für 2 Hunde in dem Ausmaß verantwortlich sein.

Nur leider ist es einfach schwer. Einerseits überlegt sie eine Abgabe des Hundes aufgrund seines schwierigen Verhaltens.
Andererseits möchte sie das nicht, will aber keine wirklich intensive Arbeit reinstecken und behält den Hund, weil sie alleine im Haus Angst vor Einbrechern etc. hat.
Ich habe ihr eine Abgabe auch schon nahe gelegt, einfach weil sie körperlich dem Hund nicht gewachsen ist.

Zwei Hundeschulen haben den Hund direkt rausgeworfen, weil er komplett aufrecht in der Leine steht und man ihn bei bellenden Hunden in Gärten so gr nicht mehr vom Zaun wegbekommt.
In einer regionalen Hundeschule wurde er vom "Trainer" direkt in der ersten Stunde ins Gesicht geschlagen, entsprechend hat man kein Vertrauen mehr in die umliegenden Trainer.

Kennt ihr solche Situationen...?
Was könnt ihr mir zwischenmenschlich noch zu dem Thema raten?

Ich bin etwas gefrustet weil er ein toller Hund wäre, wenn man mal wirklich ~ 6 Monate+ täglich intensive Arbeit in das Tier stecken würde.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet

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  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #2
Der Hund macht was er will weil seine Halter unfähig sind....eigentlich kannst du die Leute nur auf mögliche Gefahren hinweisen,denn oft ist es leider so,dass erst so richtig was schiefgehen muss bis solche Leute endlich die Konsequenzen ziehen.
Sowas Ähnliches könnte hier auch passieren, der Mann ist krank und hat dennoch aus dem TS einen 5 j. ausgemusterten Polizeihund bekommen. Allein wenn ich schon sehe wie er "Gassi geht" reicht mir.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #3
Hallo, danke für dein Feedback. Das denke ich mir (leider) auch.
Kräftemässig hat der Mann oft den Hund geführt, aber bei ihm hat der Hund gemacht was er wollte. Die Frau hatte früher Personalverantwortung, ist entsprechend auch strenger und der Hund hört bei ihr besser.
Auch das von mir initierte Grenzensetzen bei ihnen im Haus klappt nach zwei Tagen super. Bei der Frau.
Ich fürchte jedoch - vermutlich zurecht - wenn der Mann jetzt für das Endstadium nach Hause kommt, dass der Hund einfach nur ein Chaos anrichten wird.
Man weiß nicht, wie er auf die Gerüche der Chemo und dem geschwächten Mann reagieren wird und es ist in meinen Augen nur eine Frage der Zeit bis der Hund maßregelnd den totkranken Mann daheim anspringen wird.
Nahegelegt habe ich ihnen natürlich Maulkorb, Konsequenz und eine Hausleine.
Jetzt wird der Hund halt quasi während der Zeit bei mir geparkt, damit die Personen gemeinsam als Ehepaar die letzten paar Lebensmonate genießen können. Weil sie wegen der Krebserkrankung keinen Kopf für den Hund haben. Ich hole ihn in der Früh ab und bringe ihn dann wieder heim.
Und bin quasi wieder den ganzen Tag daheim gefesselt weil der Gasthund im Haus ist.
Um danach nicht einsam zu sein, möchte sie den Hund behalten aus Selbstschutz und quasi aus völlig falschen und egoistischen Gründen, die man zwar nachvollziehen kann, dem Hund gegenüber aber nicht fair sind.
Es wird halt leider rein gar nichts gemacht, keine Denkaufgaben, kein Kong, keine Unterordnung. Nichts.
Mit Wega ist er ein Herz und eine Seele, das ist der einzige Hund dem er absolut positiv eingestellt ist.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #4
Jetzt wird der Hund halt quasi während der Zeit bei mir geparkt
Um danach nicht einsam zu sein, möchte sie den Hund behalten aus Selbstschutz und quasi aus völlig falschen und egoistischen Gründen
Was würde denn sein wenn du den Hund nicht nehmen würdest? Ich möchte da nur warnen, Demona ist ja sowas Häßliches passiert...Undank ist der Welt Lohn.

Ich kann solche Egoisten einfach nicht ausstehen und lasse so einen Kontakt auch nicht zu. Wenn es also mal sein sollte mein Nachbar will was, meinen Rat kann er gerne haben, vorallem den ehrlichen Rat,selbst wenn er den bestimmt nicht hören will.....aber den Hund zeitweise nehmen? NEVER. Mal davon ganz abgesehen,dass ich 3 Kater habe und mich schon lange gegen Hundehaltung entschieden habe. Konsequent sein ist nicht immer leicht*soifst*
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #5
Ohje, davon habe ich nichts mitbekommen, klingt ja nicht so gut. 😢
Was würde denn sein wenn du den Hund nicht nehmen würdest?
Das weiß ich nicht. Sie würde sich halt durch den Alltag quälen und vielleicht noch mehr Weinen als sie es ohneschin schon tut, weil ihr Mann in maximal sechs Monaten sterben wird.
Sie hat nun allein ein riesen Haus zu betreuen, am DO kommt der totkranke Mann bis zum Lebensende nach Hause, braucht Pflege und dergleichen....
Dann war die Krebsdiagnose bei ihr (gutartig), und in diesem Jahr gabs auch das riesen Hochwasser bei uns in Tulln und ihr ganzer Keller stand unter Wasser. Psychisch kam man in diesem Jahr einfach an die Grenzen.
Hier im Dorf sind beide Parteien (als sie und ich) die einzigen Freundschaften die wir hier generell haben. Sie stünde sonst komplett ohne Freunde/Kontakte da und ich auch. Daher hat sich in den letzten zwei Jahren eigentlich eine sehr schöne Freundschaft etabliert.
Man geht gemeinsam Gassi, hilft sich gegenseitig, unternimmt zusammen verschiedenes - ne Freundschaft halt.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #6
Es ist wirklich schlimm was Menschen manchmal passiert bzw. in welch böse Lebenssituation Menschen geraten. Aber auch in eurer Stadt gibt es soziale Hilfen und Unterstützungen,Hilfe,die sie nun annehmen muss ....ich möchte dir also empfehlen ihr dabei zu helfen aber binde dir das nicht selber ans Bein.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #7
Hallo,
Danke fürs Mutmachen, ich werde mich diesbezüglich mal umhören. Wir sind halt ein 800 Einwohner Pensionistendorf mit gerade einmal einem Bäcker. Für alles andere muss man 15km zur nächsten Stadt tingeln.
Ich werde ihr auf jeden Fall deinen Input vorschlagen nachdem ich mich erkundigt habe, was es regional bei uns gäbe bezüglich Thema Hund. TH haben wir im Notfall sogar drei im "näheren" Umkreis was ich so sehe.
Ich werde mich schlau machen bezüglich der Möglichkeiten, danke für diese Idee.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #8
Hallo,
Danke fürs Mutmachen, ich werde mich diesbezüglich mal umhören. Wir sind halt ein 800 Einwohner Pensionistendorf mit gerade einmal einem Bäcker. Für alles andere muss man 15km zur nächsten Stadt tingeln.
Ich werde ihr auf jeden Fall deinen Input vorschlagen nachdem ich mich erkundigt habe, was es regional bei uns gäbe bezüglich Thema Hund. TH haben wir im Notfall sogar drei im "näheren" Umkreis was ich so sehe.
Ich werde mich schlau machen bezüglich der Möglichkeiten, danke für diese Idee.
Schau mal:
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #9
Hallo,
Danke für den Link. Soziale Hilfe will sie nicht, habe das Thema eben angeschnitten weil sie selbst Krankenpflegerin ist und ihr (betroffener) Ehemann Arzt. Entsprechend möchte sie einfach die letzten Wochen/Monate in Würde mit ihm genießen. Sprich medizinische/soziale Hilfe wird abgelehnt. Sie kann generell Hilfe nur schwer annehmen und möchte nicht einmal das Gesundheitsthema anschneiden und blockt leider sofort ab. 😌
Vorhin hat sie mir gegenüber sogar geäußert, dass sie im Notfall überlegt, den Hund einschläfern zu lassen. Obwohl er bis auf die paar Sachen absolut gesund ist.
Weiß nicht, ob da unterschwellig vielleicht ein bisschen emotionale Erpressung mit rein schwingt mir gegenüber.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #10
Weiß nicht, ob da unterschwellig vielleicht ein bisschen emotionale Erpressung mit rein schwingt mir gegenüber.
Doch,doch.....und mit "Freundschaft " hat das nichts zu tun....ich wäre längst weg einschl. den Hund sofort zurück geben. Man macht sich nicht die Probleme Anderer zu den eigenen Problemen, schon gar nicht ohne Gegenleistung.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #11
Gegenleistung bekomme ich ja entsprechend finanziell.
Sogar eine sehr gute die allein schon meine monatlichen Fixkosten deckt.
Am DO kommt der Mann nach Hause, da beobachte ich das Zusammenseinsein mit der ganzen Familie noch einmal und werde bis dahin überlegen, wie ich das Ganze formuliere, dass sie es auch nehmen können.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #12
So, gibt heute ein Update:

Da der Ehemann aufgrund der letalen Krankheit nun bis zum Ende daheim gepflegt wird, kommt der Hund unter tags zu mir.
Gegen die ausgemachte Bezahlung.
Nach dem gestrigen Gespräch habe ich ihr direkt klar gesagt, dass ich den Hund nicht übernehmen werde. Ich fühle mich mit einem Hund nun enorm frei und tue mir da keinen zweiten mehr an, da ich künftig auch wieder Reisen und die Welt sehen möchte. Vielleicht gibt es künftig auch einfach gar keinen Hund und ich bleibe bei Hühnern.
Ihr Kommentar: "Ja, aber vielleicht hast du dann ja meinen Schatz?" - mit einem freundlichen Lächeln seitens der Besitzerin.
Habe angeboten, gerne den Hund unter tags zu betreuen und ihr später den Umgang mit ihm zu zeigen.
Mehr nicht.
Daraufhin wurde verzweifelt: "Ja, aber er mag dich ja so sehr." bis hin zu: "Aber ich fühle mich dann so ängstlich im Haus vor Einbrechern ohne Hund."
Jeder im Bekanntenkreis rät ihr an, den Hund abzugeben aufgrund der Kräfteverteilung und weil sie absolut unwillens ist, sich ernsthaft mit dem Hund, seinem Charakter und dessen Körpersprache zu beschäftigen.

Habe das daher fix angesprochen, dass ich den Hund unter keinen Umständen übernehmen werde - mal sehen ob das Thema nochmal aufkommt. 😌
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #13
mal sehen ob das Thema nochmal aufkommt.
Da bin ich mir sicher, solange du nichts änderst wird es genau so weitergehen.
Oder anders gesagt: wer möchte,dass sich ein Mißstand ändert muss sein eigenes Tun ändern. Das ist auch bei mir ein Erfahrungswert als ich aus einer sehr unschönen Situation raus musste.
 
  • Tierschutzhund - Etwas gefrustet Beitrag #14
Grüß dich,
Mehr es als es ihr sagen kann ich nicht. Sie wird es neu evaluieren, sobald ihr Mann gestorben ist. Ist dann aber nicht mein Bier. 🤗
Solange ich dafür gezahlt werde, weil der Mann daheim im Sterben liegt, bin ich mit dem Aufpassen untertags fine.
Mehr aber auch nicht, da habe ich meine Grenze. Und wenn sie mir dann versuchen sollte, den Hund irgendwie anzudrehen oder zu "teilen", sage ich strikt Nein.
Die Krux ist halt, dass sie mit der Tierbetreuung meine Fixkosten deckt weil ich hier sonst keine finanziellen Alternativen habe. Hier herrscht entweder Schwarzarbeit um 18€/Stunde oder legal angestellt in der Landwirtschaft/Pferdewirtschaft um €5,7/ Stunde.
 
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