Ursprünglich hat der Mensch den Hund
immer auf Arbeitstauglichkeit gezüchtet. Hunde hatten eine Aufgabe, entweder bei der Jagd zu helfen, das Vieh zusammenzutreiben, Herden vor Wölfen etc. zu beschützen, Haus und Hof zu bewachen usw. "Familienhund" als Arbeitsgebiet gab es nicht! Und ob ein Hund ein "Familienhund" ist, hängt sicher weniger mit der Rasse zusammen als damit, wie er aufgewachsen ist, erzogen und behandelt wurde.
Alle Retriever sind Jagdhunde, ihre Spezialisierung geht halt dahin, dass sie geschossenes Wild holen und zurückbringen. Dementsprechend ist auch ein Golden Retriever vom züchterischen Ursprung her ein Jagdhund!
Wenn Du ganz sicher sein möchtest, welche charakterlichen Eigenschaften Dein Hund hat, dann kann ich Dir nur raten: Nimm einen erwachsenen Hund! Geh in ein Tierheim und frage dort, ob Du mit dem Hund, der Dir dort gefällt, einige Zeit spazieren gehen darfst. Lerne ihn kennen!
Es gibt in Tierheimen viele Hunde, deren Geschichte man kennt und die es auch immer gut hatten, dann aber schweren Herzens abgegeben werden mussten wegen Tod des Besitzers, wegen Krankheit, beruflicher Veränderungen, Trennung etc.
Wenn Du Dir einen Mischlingswelpen nimmst, egal ob Du die Rassen kennst, die da mitgemischt haben, dann weißt Du nie, welcher Charakter sich herauskristallisiert. Denn auch innerhalb einer Rasse gibt es ganz verschiedene Ausprägungen. Es wurden schon reinrassige Jagdhunde von Jägern abgegeben oder gar umgebracht, weil sie überhaupt keinen Jagdtrieb zeigten!
Eine Möglichkeit, Deinen künftigen Hund vorher kennenzulernen wäre auch, dass Du Dich bei einem Tierschutzverein als Pflegestelle anbietest. Auf diesem Wege bin ich zu meiner Hündin Silvie gekommen. Sie war 10 Monate alt, als sie im Oktober zu mir kam, man kennt weder ihre Vorgeschichte noch was sie erlebt hat noch welche Rassen in ihr stecken - aber sie ist der Traumhund schlechthin! Sie ist lieb und anhänglich, achtet unterwegs gut aufs Rudel, lernt gerne und fürchtet sich vor kaum etwas. Da sie letzlich aus einer Tötungsstation befreit wurde, mag sie durchaus Schlimmes erlebt haben, aber sie ist nicht gestört deswegen, nicht übermäßig ängstlich und hat so gut wie keine "Macken".

Ich konnte ihren Charakter kennenlernen, sehen, ob sie hier mit den anderen Hunden und mit den Katzen zurechtkommt; und (da Dir Größe und Felllänge ja wichtig sind): ich weiß auch, dass sie nicht so groß wird, kurzes Fell hat und derlei mehr.
Ich würde mir immer wieder einen erwachsenen Hund aus dem Tierschutz nehmen!