Ich vermute mal, der Hund kennt den Befehl AUS noch überhaupt nicht. (Da die Besitzer an Erziehung und Übungen nicht sonderlich interessiert zu sein scheinen.) Also musst Du ihm AUS erstmal beibringen.
Meiner Erfahrung nach wird das für den Hund ein
angenehmer Befehl, wenn man ihm etwas im Tausch anbietet, Wurst am besten, wie Tierschutz-Xanten schon sagte. Du hältst ihm also ein Stück Wurst vor die Nase, wenn er das Stöckchen noch im Maul hat (kein Zerrspiel versuchen und natürlich auch nur Wurst geben, wenn er nicht knurrt!), und wenn er es fallen lässt, um an die Wurst zu kommen, sagtst Du "Aus!", genau in dem Moment. Danach wirfst Du das Stöckchen gleich wieder. Sodass er begreift: "Aha, wenn ich das Stöckchen fallenlasse, bekomme ich ein Leckerchen
und das Stöckchen wird auch noch mal geworfen! Toll!"
Am besten übst Du zunächst nur eins zur Zeit. Also zuerst einmal nur das "Aus" - wie ein Spiel für sich. Und erst später das "Bring". Er muss anscheinend erstmal lernen, dass ihm etwas, was er hergibt, nicht gleich weggenommen wird.
Grundsätzlich muss man wissen, dass einem Hund aus Hundesicht das
gehört, was er im Maul hat. Sogar bei Welpen haben erwachsene Hunde nicht das Recht, ihnen etwas wegzunehmen, was sie im Maul tragen! Dh. wenn ein Hund etwas im Maul trägt und nicht hergibt, hat das nicht automatisch zu bedeuten, dass er jemandem die Rangordnung streitig macht. Sondern es ist ein ganz
natürliches (in der Natur überlebenswichtiges!) Verhalten, eine Beute im Maul zu behalten und nach Hause zu tragen (in Sicherheit zu bringen).
Deshalb ist es erstmal ganz normal, wenn der Hund den Gegenstand, den Du wirfst (den er sich also "erjagt" hat) behält und auch damit wegrennt, um ihn "in Sicherheit" zu bringen. Er will Dich nicht etwa ärgern, wenn er das macht. :!:
Meine ehemalige Straßenhündin Silvie hat das ganz stark so gemacht. Sie liebt es, hinter Sachen herzurennen, aber es war anfangs nahezu unmöglich, danach den Gegenstand wiederzubekommen. Ich habe dann begonnen in der Wohnung das "Aus" zu üben. Ball gegen Wurst, Ball wegrollen und wieder tauschen: Ball gegen Wurst. Immer wieder. Als zweiten Schritt habe ich Silvie an eine 3-Meter-Leine angeleint und im Hof geübt: Wenn sie den Ball im Maul hat, renne ich rückwärts von ihr weg und rufe sie dabei ganz freudig und lobe, wenn sie auch nur in meine Richtung läuft. Anfangs wollte sie mit dem Ball davonlaufen, dann habe ich sie mithilfe der langen Leine zu mir herangezogen und sie dabei auch ganz doll gelobt, so als wäre sie von allein gekommen. Dann wieder Ball im Tausch gegen lecker Wurst und Ball erneut davonkullern. Silvie hatte recht schnell heraus, dass es erstens Wurst gibt und ich zweitens das tolle Spiel noch mal mit ihr spiele, wenn sie den Ball zu mir bringt. Bis dahin habe ich noch überhaupt keinen "Bring"-Befehl eingeführt. Das kommt jetzt als nächstes, wenn das Heranbringen wirklich zuverlässig klappt.
Wenn Dein Pflegehund gerne Gegenstände im Maul trägt und gerne auch hinterher läuft, dann wirst Du ihm auf diese Weise sicher bald das Apportieren beibringen können.
Viel Spaß dabei!